Heinz Hoenig in „Das Boot“: Rolle, Wirkung und Hintergrundinformationen

„Das Boot“ erzählt den Einsatz des U-Bootes U96 im 2. Weltkrieg. Der Film kam 1981 ins Kino, wurde als Serie in verschiedenen Versionen im TV gezeigt und 1997 hatte der Director’s Cut Premiere. 2018 wurde der Plot ausserdem als Fernsehserie mit 16 Episoden neu verfilmt. Das Boot ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Lothar-Günther Buchheim unter der Regie von Wolfgang Petersen aus dem Jahr 1981. Von dem Film gibt es drei Versionen: die ursprüngliche Kinoversion, eine mehrteilige Fernsehfassung von 1985 und den Director’s Cut von 1997.

Dass ein Film 40 Jahre nach seiner Premiere noch eine derart große Präsenz hat, unterstreicht, dass es sich dabei um ein Meisterwerk, einen Klassiker und einen der bedeutendsten Filme aus deutscher Produktion handelt. „Das Boot“ gehört zu den absoluten Klassikern in unserem Hafenkino, vor allem langweilt er Dank seiner Dichte und Spannung auch bei der xten Wiederholung nicht. Aber worin liegt nun die zeitlose Qualität des Films?

Die Rolle von Heinz Hoenig als Funkmaat Hinrich

Heinz Hoenig war der Funker Hinrich. Seit Heinz Hoenig als Funker in „Das Boot“ an Bekanntheit gewann, kann er eine schier unendlich wirkende Filmografie vorweisen. Heute ist Heinz Hoenig aus der Landschaft der deutschen TV-Filme nicht mehr wegzudenken. Einen weiteren großen Auftritt hatte er 1992 in Dieter Wedels „Der große Bellheim“ als fieser Gegenspieler von Mario Adorf. Hoenig, der das Schauspielen auf der Farm des Theater-Regisseurs John Allen in Santa Fe erlernte, zieht es zwischen seinen Filmprojekten immer wieder auf die Bretter, die die Welt bedeuten.

Heinz Hoenig (* 24. September 1951 in Landsberg am Lech) ist ein deutscher Schauspieler. Seinen Durchbruch als Filmschauspieler hatte er 1981 als Funkmaat Hinrich in Wolfgang Petersens Das Boot. Hoenig gründete 2002 die Initiative Heinz der Stier für traumatisierte und sozial benachteiligte Kinder. Von 1972 bis 1974 lebte er auf Allens Farm bei Santa Fe. Wieder zurück in Deutschland, spielte er am Berliner Grips-Theater. Im Jahr 1975 gab Hoenig sein Filmdebüt in dem schwarzweißen Filmdrama Unter dem Pflaster ist der Strand von Helma Sanders-Brahms.

Wie immer, wenn ein bekanntes Gesicht für wenige Drehtage vor Ort war, der Zeitplan war eng und die Interviewmöglichkeiten gering. Bei einem Außendreh an einer Ausflugshütte traf ich den hemdsärmelig netten aber wenn es sein musste auch aufbrausenden Heinz: „Interview? Ja gut, komm. Setzen wir uns dahin…was? Wie so oft bei Gesprächen war es auch hier so: Der Schauspieler redete sich schnell warm, war angetan, dass sein Gegenüber sich vorbereitet hatte und bald wurden wir vertrauter. Ja, seine Ausbildung als Werkzeugmacher zeige schon seinen Spaß am Basteln, er hätte auf seiner Finca in Mallorca jetzt einen kleinen Stier entworfen, mit ganz dicken Eiern.

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Heinz Hoenig als Funkmaat Hinrich an der Funkstation der U96

Da wäre ganz viel passiert, sagte Heinz Hoenig, aber einmal habe er sich schwer verletzt. Denn beim finalen Bomenbangriff in La Rochelle habe es viele Explosionen gegeben und er habe als Funker Hinrich am Ende tot und mit offenen Augen in den Trümmern liegen müssen. Dabei sei der ganze Staub runter gekommen. Alles habe sich entzündet, musste oft gespült werden und er habe einige Zeit mit Verband und blind umherlaufen müssen.

Ensemble und Figuren: Kontext für Hoenigs Rolle

Und die Besetzung der Rollen ist ein Geniestreich: Otto Sander, Jürgen Prochnow, Klaus Weinmann, Herbert Grönemeyer, Martin Semmelrogge, Uwe Ochsenknecht, Erwin Leder, Sky du Mont, eine solche Konzentration an schauspielerischer Leistung ist im deutschen Kino beispiellos. Der Großteil der Darsteller stand gerade am Anfang einer Karriere. Was Petersen hier aus einer Besetzung an Nachwuchstalenten an schauspielerischer Leistung schafft, ist ganz großes Kino. Für einige ist es wohl der beste Auftritt ihrer Karriere.

Das zieht sich über besoffene Offiziere (Otto Sander), den desillusionierte Kapitänleutnant (Jürgen Prochnow), den etwas naiven, von der Mannschaft nicht akzeptierten Marineberichterstatter (Herbert Grönemayer), einem zynischen (Martin Semmelrogge) und einem linientreuen Offizier (Hubertus Bengsch) oder dem Maschinisten Johann (Erwin Leder), der eine Panikattacke hat und fürchtet, vor das Kriegsgericht zu kommen. Er wird auch „das Gespenst “ genannt. Kreidebleich, mit Schweißperlen auf der Stirn und blutunterlaufenen Augen ist er unermüdlich mit seinem Ohr an den Motoren. Ein Detail, das die Realitätsnähe noch unterstreicht ist, dass die Schauspieler mit einem jeweils lokal gefärbten Akzent sprechen.

Uwe Ochsenknecht war der Bootsmann Lambrecht aus Mannheim und er sang seinen Text auch wie die Kurpfälzer dies tun. Es war Ochsensknechts eigene Mundart und er musste sich nicht verstellen. Hier ist ein Großteil der "Boot"-Mannschaft versammelt. Genau. Das ist kein Geringerer als "Großstadtrevier"-Bulle Jan Fedder in der Rolle des Bootsmanns Pilgrim.

Analyse der Ensembleleistungen mit Fokus auf Funkmaat Hinrich in „Das Boot“

Die rechte Hand des Herrn Kaleun in "Das Boot" war sein Chef-Ingenieur. Gespielt wurde der von Klaus Wennemann, der gemeinsam mit Jürgen Prochnow die Bank in der Schauspielschule Essen gedrückt hatte. Der kräftige junge Mann, der sich hier im Bildvordergund erschöpft gegen die U-Bootmaschinen stützt, ist kein Geringerer als Claude-Oliver Rudolph.

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Handlung und Schlüsselszenen: Die dramaturgische Bühne

Der Handlungsbogen spannt sich vom Vorabend des Auslaufens aus dem Bunker in La Rochelle, Kampfeinsätzen im Atlantik, dem erfolglosen Durchbruch ins Mittelmeer bei Gibraltar, bis zur Rückkehr nach La Rochelle, wo die U96 in einem plötzlichen Flugzeugangriff versenkt wird. Der Film spielt im Jahr 1941 und mittlerweile kämpft die deutsche Kriegsmarine im dritten Kriegsjahr in der Atlantikschlacht gegen die britische Royal Navy. Die deutschen U-Boote haben den Auftrag, im Nordatlantik Handelsschiffe zu versenken, die Großbritannien mit kriegswichtigen Gütern versorgen.

Die Situation ändert sich schlagartig, als U 96 Fühlung zu einem Geleitzug aufnimmt; den Kaleun wie die Besatzung packt eine Art „Jagdfieber“. Durch einen nächtlichen Überwasserangriff mit vier Torpedos werden drei Treffer erzielt und zwei Schiffe versenkt. Bei Angriffen mit Wasserbomben setzen die Briten das Ortungssystem Asdic ein. Einzelne Besatzungsmitglieder werden dabei verletzt, der Obermaschinist Johann verliert sogar die Nerven und verlässt unbefugt seinen Posten. Nach dem Auftauchen sehen die Offiziere ein brennendes Tankerwrack mit geborstenem Kiel. Der Kommandant lässt einen Fangschuss abfeuern, um den Tanker zu versenken.

Der Kommandant ist sich der Schwierigkeit eines Durchbruchs bei Gibraltar bewusst und beschließt, das U-Boot bei Dunkelheit über Wasser möglichst nahe an die englischen Sicherungsketten heranzuführen, dann zu tauchen und U 96 von der Unterwasserströmung geräuschlos durch die Meerenge treiben zu lassen: „Wir lassen uns durchsacken.“ Zunächst scheint der Plan zu gelingen. Doch ein Flugzeug entdeckt das Boot noch vor dem Abtauchen, nimmt es unter Beschuss und beschädigt es schwer. Als die Einschläge der feindlichen Granaten immer näher kommen, gibt der Kaleun den Befehl zum Alarmtauchen, um das Boot in vorläufige Sicherheit zu bringen. Jedoch zeigt sich, dass die Tiefenruder in unterer Stellung festklemmen, wodurch das Boot unkontrolliert absinkt.

Die Besatzung kämpft ums Überleben und stoppt die gewaltigen Wassereinbrüche nur mit Mühe. In dieser hoffnungslosen Situation taucht wider Erwarten der völlig erschöpfte LI auf und meldet, dass U 96 doch wieder klarschiff sei. Die Besatzung wähnt sich in Sicherheit, ist froh, dem Tode entkommen zu sein. Als das Boot in La Rochelle einläuft, greifen britische Flugzeuge den Hafen mit Bomben an. In der Schlussszene beobachtet er zusammen mit dem schwer verwundeten Kommandanten, wie U 96 - von Bomben getroffen - langsam im Hafenbecken versinkt.

Produktion, Authentizität und Hoenigs Dreherlebnis

Dass hier eine so dichte Athmosphäre enstanden ist, liegt auch daran, dass der Film tatsächlich im Inneren eines Originalnachbaus gedreht wurde. So wurde neben mehreren Modellen unterschiedlicher Größe der gesamte Innenraum eines deutschen U-Boots der Klasse VII detailgetreu nachgebaut. Und es gab für die Schauspieler das Verbot, während der Dreharbeiten an die Sonne zu gehen. Die Jugendlichkeit der Crew ist natürlich auch vom Drehbuch vorgegeben, denn die deutschen U-Boote waren ja tatsächlich mit Teenagern vollgestopfte Massengräber.

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Die aufwendige und sehr teure Produktion wurde ein Welterfolg, er war für 6 Oscars nominiert und legte den Grundstein für Petersens Hollywoodkarriere. Der Film hatte großen internationalen Erfolg; er war für sechs Oscars, je einen Golden Globe und BAFTA Award nominiert, zudem gewann er zahlreiche deutsche Filmpreise. Das Boot war für den deutschen Film - auch nach heutigen Maßstäben - mit 32 Millionen DM (umgerechnet und inflationsbereinigt heute 2026 40,4 Millionen Euro) eine sehr aufwendige und teure Produktion.

1980 engagierte die Produktionsfirma Bavaria Film den Regisseur Wolfgang Petersen für die Verfilmung des Romans und traf damit ins Schwarze. Petersen brachte nicht nur die Schauspieler an ihre Grenzen sondern die ganze Produktion. Als der nicht tauchfähige Nachbau zu Aussenaufnahmen nach La Rochelle transportiert wurde, ließ es Petrsen trotz Bedenken samt Schauspieler auf das offene Meer hinausbringen. Dort geriet man in einen unerwarteten Sturm, das Boot brach auseinander und die Dreharbeiten endeten gerade noch glimpflich. Petersen gelang durch seinen perfektionistischen Aufwand aber eine bisher nicht gesehene authentische Verfilmung.

So hätten beim ‚Auslaufen’ echte Schinken und Brote in den Kulissen verstaut werden müssen. Selbstverständlich hatte auch Rohrbach sein unvergessliches Booterlebnis: Vor la Rochelle in Frankreich habe man Außenaufnahmen des U-Boots mit einem detailgetreuen und teuren Modell gemacht. Dieses Maßstabsmodell sei eines Nachts in einem Sturm entzwei gebrochen.

Originalgetreuer Nachbau der U96 und enge Innenräume als Produktionskulisse

Da wäre ganz viel passiert, sagte Heinz Hoenig, aber einmal habe er sich schwer verletzt. Denn beim finalen Bomenbangriff in La Rochelle habe es viele Explosionen gegeben und er habe als Funker Hinrich am Ende tot und mit offenen Augen in den Trümmern liegen müssen. Dabei sei der ganze Staub runter gekommen. Alles habe sich entzündet, musste oft gespült werden und er habe einige Zeit mit Verband und blind umherlaufen müssen.

Versionen und Rezeption: Wo Hoenigs Leistung besonders wirkt

Die erste veröffentlichte Fassung ist die Kinoversion von 1981. Diese Version hatte eine Dauer von 149 Minuten (mit PAL-Beschleunigung 143 Minuten) und ist auch diejenige, die für die Oscars nominiert wurde. 1997 erschien der Director’s Cut im Kino, in den USA bereits am 4. April 1997, in Deutschland am 11. Dezember 1997, und anschließend als einer der ersten Titel auf deutscher DVD sowie 2010 auf Blu-ray Disc. Der Director’s Cut besteht aus der vollständigen ersten Kinoversion und enthält zusätzlich Szenen aus der Fernsehserie. Die Laufzeit beträgt 208 Minuten (PAL: 199 Minuten).

Im Oktober 1984 wurde die Fernsehserie in Großbritannien von der BBC im Originalton mit englischen Untertiteln gesendet. In Deutschland wurde sie zunächst ab 24. Februar 1985 als Dreiteiler (zweimal 105, einmal 98 Minuten) ausgestrahlt. Ab 27. April 1987 wurde sie als sechsteilige Miniserie (sechsmal 52 Minuten) in der ARD gesendet und hat (einschließlich Rückblick und Vorschau am Anfang beziehungsweise am Ende jedes Teils) eine Spieldauer von über fünf Stunden. Die aus dem Off gesprochenen Kommentare von Leutnant Werner zur laufenden Handlung sind jedoch enthalten.

„Das Boot“ gehört zu den absoluten Klassikern in unserem Hafenkino, vor allem langweilt er Dank seiner Dichte und Spannung auch bei der xten Wiederholung nicht. Wir empfehlen auf jeden Fall den 208 Minuten langen Director’s Cut. Das ist naturgemäß auch die Lieblingsversion des Regiseurs Wolfgang Petersen.

Technische und historische Realitätsnähe

Die Frage nach der individuellen Schuld in einem kollektiven diktatorischen System wird hier im Inneren eines Nazi U-Bootes, dass die Aufgabe hat, Handelsschiffe zu versenken, abgehandelt. Das Resultat ist einer der beste Antikriegsfilm aller Zeiten. Und die Erkenntnis, dass nicht nur Widerstand sondern auch Gehorsam an die Grenzen der Psyche führen kann, wird in zahlreichen Szenen angerissen ohne jedoch eine eindeutige Antwort zu geben.

An den Dialekten wird die unterschiedliche Herkunft der Besatzung deutlich; die Männer kommen auch aus küstenfernen Regionen wie dem Ruhrpott, Rhein-Main-Gebiet oder der Ostmark. Ein Detail, das die Realitätsnähe noch unterstreicht ist, dass die Schauspieler mit einem jeweils lokal gefärbten Akzent sprechen. Von 45.000 Besatzungsmitglieder auf deutschen U-Booten kehrten 35.000 nicht mehr heim, wird gleich im Intro erläutert.

Infografik: U-Boot-Klasse VII, Enge der Räume und Aufgabenverteilung an Bord

Ein Höhepunkt ist, wenn am Grammophon „It’s a Long Way to Tipperary“ aufgelegt wird und die Besatzung lauthals mitsingt. Es handelt sich bei dem Song um das Lieblingslied britischer Soldaten. „Ja, so war es damals!“, war sein Eindruck von den Dreharbeiten.

Karrierewege der Besatzung: Einordnung von Hoenigs Laufbahn

Der über die Grenzen Deutschlands hinaus sehr erfolgreiche Film, der für sechs Oscars nominiert wurde, bedeutete für Petersen wie auch für Prochnow den internationalen Durchbruch. Nicht zuletzt wurde Wolfgang Petersen später einer der erfolgreichsten Regisseure in der Traumfabrik und ‚Kaleun’ Jürgen Prochnow einer der wenigen Deutschen, die in Kalifornien große Rollen spielen konnten. Claude-Oliver Rudolph, der Herbert Grönemeyer schon in der Schule kennenlernte, schloss sich ebenfalls der Besatzung des berühmtesten U-Boots der Filmgeschichte an.

Uwe Ochsenknecht folgte zwar nicht direkt Herbert Grönemeyer nach, der nach seinem Kinoerfolg rasch in der Musikbranche durchstartete, aber auch Ochsenknecht war ein Rocker, der immer mal wieder neben seiner Filmtätigkeit CDs aufnahm. Ralf Richter hat sich im Laufe seiner Karriere einen Namen als raubeiniger, gerne Kraftausdrücke fluchender, harter Ruhrpott-Prolet gemacht. Erwin Leder wurde als Johann in "Das Boot" international bekannt.

Heute ist Heinz Hoenig aus der Landschaft der deutschen TV-Filme nicht mehr wegzudenken. Zuletzt beschützte er gemeinsam mit Ken Duken die „Banklady“ alias Natasha Brennicke in dem gleichnamigen Kinofilm von Christian Alvart. Privat setzt sich der Schauspieler mit seiner Stiftung "Heinz der Stier" für psychisch traumatisierte Kinder und Jugendliche ein.

Biografische Notizen zu Heinz Hoenig

Heinz Hoenig wurde als Sohn eines Kranführers geboren und wuchs in Harlingerode am Harz (heute ein Stadtteil von Bad Harzburg im Landkreis Goslar) auf. Er machte eine Schlosserlehre und arbeitete unter anderem als Silberschmied, Tischler, Imbiss-Mitarbeiter und Streetworker für das Antidrogenprojekt Release in Berlin. Nach einem Gastspiel von John Allens Theatre of All Possibilities ging er mit Allen in die USA, um bei ihm Schauspielunterricht zu nehmen.

Von November 2020 bis Januar 2021 war er als Hauptdarsteller in der TVNOW-Serie Verbotene Liebe - Next Generation als Robert Verhoven zu sehen. Im Sommer 2019 nahm Hoenig als Kakadu verkleidet an der ersten Staffel der ProSieben-Sendung The Masked Singer teil. Im März 2006 war Hoenig in der Auftaktfolge Rotkäppchen - Wege zum Glück der ProSieben-Märchenstunde an der Seite von Karl Dall und Christian Tramitz in einer komödiantischen Rolle als Finanzminister Eisenhans zu sehen.

Porträt-Collage: Heinz Hoenig von „Das Boot“ bis zu späteren TV-Rollen

Heinz Hoenig heiratete 1988 die Schweizerin Simone Hoenig-Zimmerli, die er 1986 kennengelernt hatte. Mit seiner zweiten, 33 Jahre jüngeren Ehefrau Annika Kärsten-Hoenig, die er 2012 kennenlernte und am 30. März 2019 heiratete, hat er zwei Söhne. Im Dezember 2002 veröffentlichte Hoenig seine Autobiografie Meine Freiheit nehm ich mir: Erinnerungen an 50 wilde Jahre bei Bastei Lübbe unter der Mitwirkung des Journalisten Paul Barz.

Vorlage und Entstehung: Von Buchheim zu Petersen

Das Drehbuch geht auf Lothar-Günther Buchheims Roman „Das Boot“ von 1970 zurück. Buchheim war im zweiten Weltkrieg als Kriegsberichterstatter an Bord des U-Bootes U96 und schildert im Roman die Erlebnisse der Besatzung des im Atlantikkrieg eingesetzten Frontbootes. Ursprünglich wollte Hollywood den Stoff verfilmen. Robert Redford war als Darsteller des Kaleu vorgesehen. Doch es gab grobe Auffassungsunterschiede mit dem Autor Buchheim und so wurde das Projekt auf Eis gelegt. Der originalgetreue aufwändige Nachbau der U96 war aber bereits fertiggestellt und lag auf dem Gelände der Bavaria Studios in München.

1980 engagierte die Produktionsfirma Bavaria Film den Regisseur Wolfgang Petersen für die Verfilmung des Romans und traf damit ins Schwarze. Heinrich Lehmann-Willenbrock, er war der tatsächliche Kommandant auf der U96 im 2. Weltkrieg, besuchte persönlich das Set auf den Bavaria Studios und war beeindruckt. „Ja, so war es damals!“, war sein Eindruck von den Dreharbeiten.

Historischer Bezug: U96, Buchheim und der Weg zur Verfilmung

Die dem Film zugrundeliegende Handlung im Roman Das Boot spielt im Zweiten Weltkrieg auf dem U-Boot U 96, das 1941 aus Saint-Nazaire ausläuft. Autor Lothar-Günther Buchheim verarbeitet in dem Buch seine persönlichen Erfahrungen als Kriegsberichter und schildert die Situationen der U-Boot-Besatzung mit großer Präzision. Der Roman erschien 1973.

Warum Hoenigs Funkerfigur wirkt

Wolfgang Petersen schafft mit Das Boot jedoch das Kunststück, die Erfahrung, was Krieg für ein Individuum bedeutet, eindrücklich zu zeigen. 60 Marinesoldaten, vom Kapitänleutnant bis zum Maschinisten, haben, eingeschlossen in einem schwimmenden Sarg ihr individuelles Schicksal zu tragen. Die Entscheidung bedrückt alle (vor allem Leutnant Werner), die von der Brücke das Geschehen verfolgten.

Heinz Hoenigs Funker Hinrich ist in diesem Gefüge die sensible Schaltstelle der Kommunikation. Da wäre ganz viel passiert, sagte Heinz Hoenig, aber einmal habe er sich schwer verletzt. Denn beim finalen Bomenbangriff in La Rochelle habe es viele Explosionen gegeben und er habe als Funker Hinrich am Ende tot und mit offenen Augen in den Trümmern liegen müssen.

Die Erkenntnis, dass nicht nur Widerstand sondern auch Gehorsam an die Grenzen der Psyche führen kann, wird in zahlreichen Szenen angerissen ohne jedoch eine eindeutige Antwort zu geben. Eindringlicher als in diesem Film konnte man diese beklemmende Enge in der Tiefe nicht darstellen. Angst und Schrecken wurden mit Spannung und Action gepaart.

Auswahl sehenswerter Fassungen

  • Kinoversion 1981: 149 Minuten, ohne Werners Off-Kommentare, Oscar-nominiert.
  • Fernsehfassung 1985/1987: Dreiteiler bzw. sechsteilige Miniserie, mit Werners Kommentaren, über 5 Stunden.
  • Director’s Cut 1997: 208 Minuten, restauriertes Bild und Ton (5.1/7.1), enthält zusätzliche Szenen.

Wir empfehlen auf jeden Fall den 208 Minuten langen Director’s Cut. Das ist naturgemäß auch die Lieblingsversion des Regiseurs Wolfgang Petersen.

Daten und Meilensteine: „Das Boot“ und Heinz Hoenig im Überblick

AspektDetails
Rolle Heinz HoenigFunkmaat Hinrich (U 96)
Erstaufführung Film17. September 1981 (München)
VersionenKino 1981; TV 1985/1987; Director’s Cut 1997
Budget32 Mio. DM (inflationsbereinigt 40,4 Mio. €)
Auszeichnungen6 Oscar-Nominierungen, Golden Globe-, BAFTA-Nominierung
ProduktionInnenraum VII-Klasse detailgetreu nachgebaut
Schlüsselszene HoenigBombenangriff La Rochelle, Verletzung durch Staub/Trümmer
Spätere Karriere„Der große Bellheim“, Bühne, TV-Formate

Langzeitwirkung: Ein Klassiker mit bleibendem Echo

Der Film hatte großen internationalen Erfolg; er war für sechs Oscars, je einen Golden Globe und BAFTA Award nominiert, zudem gewann er zahlreiche deutsche Filmpreise. Und dass der Erfolg bis heute andauert, liegt wohl daran, dass „Das Boot“ drastisch verdeutlicht, dass alle im gleichen Boot sitzen, egal ob man andere versenkt oder versenkt wird, vor Angst traumatisiert am Meeresboden liegt oder andere mit den Torpedos dorthin befördert. ‚Das Boot’ war einer der Filme gewesen, die sich mit den Hollywood-Blockbustern messen lassen konnten.

Heute hat sich der Ostfriese Petersen auch in Hollywood einen Namen gemacht. Petersen hat mit fast allen namhaften Hollywoodstars gedreht und seine Filme bringen es bis heute auf insgesamt 15 Oscarnominierungen. Die Besetzung der Rollen ist ein Geniestreich.

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