Glaubersalz: Wirkung, Anwendung und mögliche Nebenwirkungen
Glaubersalz (Natriumsulfat, auch bekannt als Schüssler‑Salz Nr. 10) wird häufig im Zusammenhang mit Darmentleerung und Fastenkuren genannt. Es ist ein grobkörniges, weißes Pulver mit abführender Wirkung und eignet sich insbesondere, um vor dem Beginn einer Fastenkur den Darm rasch zu entleeren. Dennoch ist Glaubersalz keine universelle Pflicht beim Fasten und nicht für alle Menschen geeignet.
Was ist Glaubersalz?
Glaubersalz oder Natriumsulfat (Natrium sulfuricum oder natrii sulfas anhydricus PhEur) ist ein grobkörniges, weißes Pulver mit abführender Wirkung. Seinen Namen verdankt das Salz dem Arzt und Chemiker Johann Rudolph Glauber, der zu Beginn des 17. Jahrhunderts Kochsalz und Schwefelsäure mischte. Heraus kam Natriumsulfat‑Decahydrat, das bis heute als Glaubersalz bekannt ist. Sie finden dieses Mittel in jeder Apotheke - oder auch online. Das Glaubersalz ist daher auch als Karlsbader Salz bekannt, weil es durch das Eindampfen von Karlsbader Mineralwasser gewonnen wurde.
Glaubersalz vs. Bittersalz
Im Gegensatz zu Natriumsulfat handelt es sich bei Bittersalz um Magnesiumsulfat. Chemisch betrachtet lassen sich die beiden Mittel leicht voneinander unterscheiden: Bei Glaubersalz handelt es sich um Natriumsulfat‑Decahydrat und bei Bittersalz um Magnesiumsulfat‑Heptahydrat. Beide Salze werden in verdünnter Form zur Darmreinigung als Abführmittel genutzt und haben einen bitter‑salzigen Geschmack. In Bezug auf die medizinische Wirkung unterscheiden sich die beiden Salze ebenfalls kaum voneinander: Beide werden seit langer Zeit als natürliche Abführmittel eingesetzt - einerseits bei Verstopfung, andererseits zur Unterstützung von Fastenkuren.
Anwendung und Dosierung
Für die Einnahme des Glaubersalzes sollten Sie es zunächst in lauwarmem Wasser auflösen. In ein Glas von 200 bis 250 Millilitern gehören zwei bis vier gehäufte Teelöffel des Salzes (10-20 Gramm). Stellen Sie sicher, dass sich alle Kristalle aufgelöst haben - das kann etwas dauern. Ein Schuss Orangen‑ oder Zitronensaft mildert den strengen Geschmack der Glaubersalzlösung etwas ab. Bereiten Sie gleich auch ein zweites Glas Wasser vor, um den Geschmack wegzuspülen.
Für eine rasche Darmentleerung können 1 bis 4 Esslöffel (20-40 Gramm) Glaubersalz in 500-750 Milliliter Wasser aufgelöst werden. Größere Mengen der Lösung sollten nicht auf einmal, sondern in kleinen Dosen getrunken werden. Nehmen Sie sich dazu etwa 20 Minuten Zeit. Als Richtwert für die Dosierung von Glaubersalz kann man das eigene Körpergewicht nehmen: Teilt man dieses durch zwei, erhält man die Menge an Glaubersalz pro 0,5 Liter Wasser. Ein 70 Kilogramm schwerer Mensch nimmt demnach zum Beispiel 35 Gramm Glaubersalz pro 500 Milliliter. Unabhängig vom Körpergewicht sollte die Höchstdosis von 40 Gramm jedoch nicht überschritten werden.
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Wie wirkt Glaubersalz?
Glaubersalz wirkt osmotisch: Natriumsulfat verbleibt weitgehend im Darm, zieht Wasser an (Wasserbindung) und erhöht so das Flüssigkeitsvolumen im Darm. Das kann die Darmbewegung anregen und die Entleerung beschleunigen. Die abführende Wirkung der Salze beruht darauf, dass durch sie Elektrolyte den Darm beeinflussen und der Stuhl verflüssigt wird. Es kommt zu einer durchfallartigen Entleerung des Darms, wobei der Körper viel Flüssigkeit und Mineralstoffe verliert.
Die reinigende Wirkung von Glaubersalz entfaltet sich bei manchen Menschen schon eine Stunde nach der Einnahme, bei den meisten spätestens nach drei Stunden. Viele berichten über einen Beginn innerhalb weniger Stunden, bei manchen dauert es länger oder die Wirkung bleibt schwächer. Häufig kommt es über einige Stunden zu mehreren wässrigen Entleerungen. Nach den ersten heftigen Darmbewegungen kommt es vor, dass sich eine Zeit lang kein Stuhlgang mehr ankündigt; einige Stunden später kann es erneut zu einer relativ plötzlichen Darmentleerung kommen.
Begleiterscheinungen und Risiken
Typische Begleiterscheinungen können sein: Bauchkrämpfe, Übelkeit, Völlegefühl, Kältegefühl, Schwäche, Schwindel oder Kopfschmerzen. Fasten verändert Stoffwechsel, Blutdruckregulation und Flüssigkeitshaushalt. Wenn durch ein Abführmittel zusätzlich Wasser und Elektrolyte verloren gehen, kann das Kreislaufbeschwerden verstärken (z. B. Schwindel, Schwäche, niedriger Blutdruck). Typisch sind wässrige Stühle und damit verbunden ein spürbarer Flüssigkeits‑ und Mineralstoffverlust.
Wichtig: Glaubersalz ist für Menschen mit niedrigem Blutdruck, Herzschwäche, Elektrolytstörungen, Dickdarmerkrankungen, einem empfindlichen Magen‑Darm‑Trakt, mit eingeschränkter Nierenfunktion und einigen weiteren Erkrankungen nicht geeignet. Bei andauerndem Gebrauch nehmen Sie viel Natrium auf und es drohen Nebenwirkungen wie etwa Ödeme. Wenn Sie nach der Anwendung nicht ausreichend trinken, kann es durch den Durchfall zu einer Dehydrierung und damit verbundenen starken Kopfschmerzen oder Kreislaufproblemen kommen. Fasten Sie also nur unter ärztlicher Aufsicht und suchen bei Unverträglichkeit sofort einen Arzt auf.
Weder Glaubersalz noch Bittersalz ist dazu geeignet, bei Verstopfung oder Darmträgheit regelmäßig eingenommen zu werden. Abführmittel zerstören bei längerer Einnahme die natürliche Darmflora und bringen Ihren Mineralhaushalt erheblich aus dem Gleichgewicht. Längst ist bekannt, dass das häufige Einnehmen von Abführmitteln der Darmflora großen Schaden zufügen kann. Eine finnische Studie zeigte, dass nach Verabreichung eines glaubersalzhaltigen Abführmittels die Gesamtzahl der Keime deutlich reduziert wurde.
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Wechselwirkungen und besondere Vorsichtsmaßnahmen
So wie bei den meisten Arzneimitteln sind bei Glaubersalz und Bittersalz Wechselwirkungen mit anderen Mitteln und Medikamenten möglich. Durch Glaubersalz wird auch die Wirkung der Anti‑Baby‑Pille gestört. Wenn Sie die Pille nehmen und Abführmittel nur einmalig anwenden, müssen Sie darauf achten, dass Sie diese erst drei bis vier Stunden nach der Pille einnehmen. Besonders vorsichtig sollten Sie sein bei Vorerkrankungen, bei Medikamenteneinnahme (z. B. entwässernde oder blutdrucksenkende Medikamente), in Schwangerschaft/Stillzeit oder bei bestehender Neigung zu Kreislaufproblemen. Von Glaubersalz wird von einer Einnahme in der Schwangerschaft in Beipackzetteln meist abgeraten; dennoch sollten schwangere Frauen stets einen Arzt oder Heilpraktiker konsultieren, bevor sie ein Abführmittel einsetzen.
Wenn Glaubersalz nicht wirkt
Viele Erstanwender von Glaubersalz berichten, dass die gewünschte abführende Wirkung ausbleibt. Das Problem ist hierbei, dass es für die Dosierung von Glaubersalz keine allgemein gültigen Richtlinien gibt. Bei manchen wirkt schon ein Teelöffel Glaubersalz, bei anderen macht sich der gewünschte Effekt erst bei drei Esslöffeln bemerkbar. Dabei spielen vor allem das Körpergewicht und die Darmempfindlichkeit eine Rolle. Ein weiterer Faktor für den Erfolg ist Bewegung: Wenn Sie sich nach dem Trinken körperlich betätigen, wird die Darmtätigkeit angeregt und die Wirkung kann sich besser entfalten. Zudem sollten Sie bereits vor der Anwendung viel trinken, da eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ebenfalls die Darmtätigkeit begünstigt. Sollte sich bei Ihnen nach 2 bis 3 Stunden noch keine Wirkung zeigen, versuchen Sie es mit ein wenig Bewegung - gehen Sie bei sich zu Hause auf und ab oder machen Sie Gymnastikübungen.
Sanfte Alternativen zur Darmentleerung
Die Einnahme von Glaubersalz ist eine sehr radikale Methode zur Darmentleerung und bringt daher Risiken mit sich. Sanftere Methoden, die sich positiv auf die Verdauung auswirken, sind beispielsweise Getränkemischungen aus Apfelessig oder Zitronensaft: Mischen Sie dazu ein bis zwei Esslöffel Apfelessig mit etwa 250 Milliliter Wasser oder ein Glas warmes Wasser mit dem Saft einer halben Zitrone. Jeden Morgen nach dem Aufstehen eingenommen, haben diese Hausmittel einen positiven Effekt auf die Verdauung.
Lebensmittel wie Pflaumensaft, Sauerkrautsaft, Trockenfrüchte, Leinsamen und Flohsamen unterstützen die Darmtätigkeit ebenfalls. Sollten diese sanften Alternativen nicht ausreichen, empfiehlt sich zu Beginn einer Heilfastenkur auch die Anwendung eines Einlaufs. Auch säurereiche Flüssigkeiten wie etwas Apfelessig in Wasser, Sauerkrautsaft, Dörrpflaumen oder Flohsamenschalenpulver (mit viel Wasser) können die gewünschte Darmentleerung hervorrufen.
Praktische Hinweise für den Fasteneinstieg
Ob überhaupt eine Darmentleerung nötig ist, hängt von Fastenform, Dauer und individueller Verträglichkeit ab. Rund ums Fasten wird Glaubersalz häufig als „Standard“ zur Darmentleerung genannt. In der Praxis ist es jedoch weder für alle Fastenformen erforderlich noch für alle Menschen gut geeignet. Manche Fastenkonzepte nutzen es zur initialen Darmentleerung oder zur subjektiven Entlastung. Intervallfasten erfordert in der Regel keine Darmentleerung.
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Um sanfter in die Fastenkur einzusteigen und den Darm auf die verminderte Nahrungszufuhr einzustellen, können Sie davor noch ein bis drei Entlastungstage einlegen. Planen Sie deshalb ein oder zwei Entlastungstage ein, um Ihren Organismus auf das Fasten vorzubereiten. Beim Buchinger‑Fasten wird empfohlen, pro Tag nicht mehr als 600 Kalorien aufzunehmen; an den Entlastungstagen sollten überwiegend gesunde Kohlenhydrate, kein Fett und nur ganz wenig Eiweiß gegessen werden.
Wenn Sie zum ersten Mal fasten, sollten Sie dies zumindest beim ersten Mal nicht ganz alleine durchziehen. Eine fachgerechte Anleitung und Betreuung sind wichtige Voraussetzungen für ein erfolgreiches und heilsames Fasten. Sie haben auch die Möglichkeit, sich von einem Experten ambulant betreuen zu lassen oder einer Fastengruppe anzuschließen. Gönnen Sie sich die Zeit, die notwendige Darmentleerung in Ruhe durchzuführen; andernfalls ist Stress vorprogrammiert.
Sichere Anwendung und Lagerung
Glaubersalz und Bittersalz können Sie in Apotheken, Drogerien und entsprechenden Online‑Shops käuflich erwerben. Achten Sie beim Einkauf darauf, dass die Produkte durch unabhängige Institute in Bezug auf Hygiene‑ und Qualitätsrichtlinien geprüft wurden. Bewahren Sie Glaubersalz gut verschlossen sowie vor Licht, Wärme und Feuchtigkeit geschützt auf. Bei einer Temperatur von über 33 °C setzen die Salze einen Teil des Kristallwassers frei und lösen sich bei Erwärmung darin auf.
Kurze Dosistabelle (Orientierung)
| Gewicht (kg) | Glaubersalz (g) pro 0,5 l | Empfohlene Höchstdosis (g) |
|---|---|---|
| 50 | 25 | 40 |
| 70 | 35 | |
| 80 | 40 | |
| 100 | 50 (nicht empfohlen, max. 40 g) |
Die Tabelle zeigt eine grobe Orientierung nach dem Richtwert "Körpergewicht geteilt durch zwei". Die Menge von 40 Gramm sollte nicht überschritten werden.
Wenn Sie Fragen zur Verträglichkeit oder Unsicherheiten hinsichtlich Vorerkrankungen und Medikamenten haben, lassen Sie sich vorab ärztlich beraten. Nehmen Sie Warnzeichen ernst - besonders nach längeren oder sehr strikten Fastenphasen und erst recht nach Abführmaßnahmen.
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