Gelee mit Zucker herstellen – ausführliche Anleitung
Zart und klar: Gelee ist die Prinzessin unter den Fruchtaufstrichen. Aus frischen Beeren und anderen Früchten kann man tolle, fruchtige Gelees machen, die uns den Winter versüßen und an den Sommer erinnern. Und wenn ihr Gelee selber macht, wisst ihr ganz genau, was drin ist: keine Zusatzstoffe, keine Geschmacksverstärker, keine Farbstoffe.
Was ist Gelee und wie unterscheidet es sich?
Übrigens: Das Wort "Gelee" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie "zum Erstarren bringen": Der Fruchtsaft wird mit Verdickungsmitteln wie Gelierzucker in eine quasi-feste Masse verwandelt. Konfitüre oder Kompott, Marmelade oder Gelee - das Angebot wohlschmeckender Fruchtaufstriche ist groß. Gelee wird aus Fruchtsaft hergestellt. Während wir diese Begrifflichkeiten im Alltag häufig synonym verwenden, gibt es streng genommen klare Definitionen: Konfitüren enthalten demnach eingekochte ganze Früchte, Fruchtpulpen oder Fruchtmark. Der Begriff Marmelade ist für Fruchtaufstriche reserviert, die aus Zitrusfrüchten hergestellt werden.
Grundprinzipien: Zutaten und Ausrüstung
Für die meisten Rezepte braucht ihr nur Früchte, Gelierzucker und Einmachgläser - und natürlich ein bisschen Zeit und Geduld. Um Gelee aus Saft zu kochen, benötigen Sie neben Gelierzucker nur hochwertige Säfte nach Wahl. Zur Herstellung wohlschmeckender Gelees eignen sich hochwertige Direktsäfte besonders gut. Sucht euch also einen guten, hochwertigen Saft mit hohem, wenn nicht sogar 100%igen Saftgehalt oder wenn vorhanden, Direktsaft zum Verarbeiten aus.
Die gewünschten Zutaten und Materialien wie Glasgefäße inklusive Deckeln stehen bereit? Dann können Sie jetzt mit dem Einkochen des Gelees aus Fruchtsaft beginnen. Alles, was man braucht, sind saubere Schraub- oder Einmachgläser, ein Liter Saft und natürlich Gelierzucker.
Vorbereitung: Früchte waschen, auspressen oder entsaften
Zunächst werden die Früchte gewaschen und geputzt. In einem Topf kocht ihr die Früchte mit Wasser auf - die genaue Menge entnehmt ihr dem jeweiligen Rezept. Die Wasser-Frucht-Masse sollte bei kleiner Hitze etwa zehn Minuten zugedeckt kochen. Nun ein Sieb mit einem Tuch auslegen, das Fruchtmus in das Sieb geben und den Saft durch Sieb und Tuch in eine Schüssel rinnen lassen. Den letzten Fruchtsaft drückt ihr aus dem Brei. Alternativ können die Früchte ohne Zugabe von Wasser in einem Dampfentsafter entsaftet werden.
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Gelee aus Direktsaft: schnelles Basisrezept
Wer Saft als Basis nutzt, spart sich das Entsaften frischer Früchte und wählt als Zutat für den hausgemachten Fruchtaufstrich hochwertige Direktsäfte. Werbung // Gelee aus Saft kochen - das geht nicht nur super einfach, sondern auch noch mega schnell. Der nutzt für seine Produkte nämlich die lokalen Zuckerrüben von Landwirten aus der Region und enthält in der 1 plus 1-Variante keine Konservierungsstoffe oder anderen künstlichen Zusätze.
Das richtige Verhältnis: Bei Saft von gut gelierenden Früchten, wie zum Beispiel Johannisbeeren, Brombeeren, Quitten oder Äpfeln, nutzt man einen Liter Saft auf ein Kilo Gelierzucker 1 plus 1. Bei allen anderen Säften nutzt man 750 Milliliter Saft auf ein Päckchen Gelierzucker 1 plus 1. Süße/Säure: Bei Saft von sehr süßen Früchten, wie zum Beispiel Erdbeeren, Holunder oder Apfel, gibt man vor dem Kochen den Saft von ein bis zwei Zitronen dazu, um die Süße des Gelierzuckers etwas auszugleichen.
Schritt-für-Schritt: Saft zu Gelee
- Den Zucker mit dem Saft vermischen und unter ständigem Rühren bei starker Hitze aufkochen.
- Sobald der Mix aus Fruchtsaft und Geliermittel sprudelt, die Masse für weitere vier Minuten kochen. Bei Angaben auf der Packung steht oft: »Die Masse zum Kochen bringen und dann noch etwa vier Minuten sprudelnd weiter kochen.«
- Anschließend das Gelee in zuvor sterilisierte Gläser füllen und luftdicht verschließen.
- Die Gläser für rund 5 Minuten auf den Kopf stellen und nach erneutem Umdrehen abkühlen lassen.
- Die Geleegefäße mit Inhalt und Einkochdatum beschriften. Angebrochene Gläser im Kühlschrank aufbewahren.
Ich zeige euch heute in meinem Video, wie es geht. Falls ihr zum ersten Mal Gelee kochen möchtet, könnt ihr euch hier noch meine Tipps zum Einkochen von Gelee durchlesen. Dann geht garantiert nichts schief.
Gelierprobe und Gelierprobleme
Um zu prüfen, ob das Gelee fest genug ist, die Gelierprobe machen: Einen Löffel Gelee auf einen gekühlten Teller geben, wird das Gelee fest, kann es nun in Gläser abgefüllt werden. Die Gelierprobe zeigt an, ob das Gelee schon fertig ist. Bleibt der Tropfen flüssig wie Sirup, die Masse für (höchstens) eine weitere Minute kochen lassen. Ich habe durch das Messen der Temperatur festgestellt, dass es durchaus länger dauert. Die Fruchtmasse kochen, bis auf einem Thermometer 104 Grad erreicht werden, dann noch für eine halbe Minute sprudelnd kochen lassen.
Übrigens: Dass Gelee mal fester und mal flüssiger ist, kommt immer wieder vor, weil der Pektingehalt der Früchte jedes Jahr je nach Sonne und Reife unterschiedlich ist. Gelee geliert aber ein, zwei Tage weiter (obwohl es schon kalt ist). Wenn es nach ein paar Tagen im Kühlschrank immer noch zu flüssig ist, kann man es nochmals aufkochen und Gelierpulver, mit etwas Zucker verrührt, zum kochenden Gelee geben.
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Hygiene, Gläser und Haltbarkeit
Um selbst gemachtes Gelee aus Saft möglichst lange haltbar zu machen und einer möglichen Schimmelbildung vorzubeugen, ist penible Hygiene notwendig. Die bereitgestellten Glasgefäße dazu mit kochendem Wasser befüllen und bei geschlossenem Deckel etwa 10 Minuten ziehen lassen. Die Gläser müssen nicht sterilisiert werden, sollten aber gründlich mit heißem Wasser ausgespült und blitzsauber sein.
Wenn ihr Gelee selber macht, verwendet am besten Gläser mit Schraubdeckeln. Füllt die Gläser randvoll mit dem heißen Gelee, verschließt sie gut und stellt sie kopfüber auf eine gerade Fläche. So entsteht ein Vakuum in den Gläsern - das macht das Gelee haltbar. Wer keine passenden Schraubdeckel hat, kann die Gläser mit "Einmachhaut" verschließen. Wenn ihr Einmachhaut verwendet, ist das Gelee nicht so lange haltbar!
Unangebrochen ist das in luftdicht verschlossene, sterilisierte Gläser abgefüllte Gelee mehrere Monate bis maximal zwei Jahre haltbar. Die fertige Konfitüre sofort in sterile Gläser abfüllen und verschließen. Die Gläser anschließend noch für etwa fünf Minuten auf den Deckel stellen.
Tipps zu Zutaten: Pektin, Zucker und Säure
Warum brauche ich Pektin, um Konfitüre zu machen? Alle höheren Landpflanzen enthalten von Natur aus Pektin. Äpfel und Zitrusfrüchte besonders viel, wie bereits erwähnt. Je nach Frucht ist Pektin in unterschiedlich großen Mengen enthalten. Das fruchteigene Pektin reicht theoretisch schon aus, um Konfitüre zu kochen.
Die Angaben sind nur Richtwerte. Ich habe vorhin den Zuckergehalt erwähnt, 65 Prozent soll er betragen, wenn die Konfitüre fertig gekocht ist. Auf den ersten Blick könnte man daher vermuten, es handelt sich um einen Zuckergehalt von 50 Prozent.
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Marmelade mit weniger Zucker: Wer zuckerreduzierte Marmeladen oder Gelees kochen möchte, benötigt ein spezielles Pektin, das sogenannte LM Pektin. LM steht für Low methoxyl. Pektine der Low methoxyl Gruppe benötigen keinen oder nur sehr wenig Zucker, um eine Gelstruktur zu bilden.
Rezeptbeispiel: Quittengelee aus Fruchtwasser
Quitten waschen und in grobe Stücke schneiden. Dabei das Kerngehäuse nicht wegwerfen, sondern weiter mit verwenden. Quitten in einem großen Topf mit Wasser bedecken, aufkochen und bei schwacher Hitze ca. 1 ½ Stunde köcheln lassen. Anschließend Quittenwasser abgießen, aber auffangen. 900 ml der Quitten-Flüssigkeit mit Gelierzucker in einen Topf geben.
Vanilleschote der Länge nach halbieren und das Mark herauskratzen. Zitrone waschen, trocken tupfen, Schale abreiben und eine Hälfte der Zitrone auspressen. Vanillemark, Zitronenabrieb und -saft ins Quittenwasser geben, aufkochen, und ca. 7 Minuten sprudelnd kochen lassen. Anschließend in sterile Gläser füllen, verschließen und auf den Kopf stellen.
Variationen und kreative Ideen
Unabhängig von unseren Vorschlägen für leckere Gelee-Sorten können Sie selbstverständlich auch selbst experimentieren. Werbung: Ich habe mich für diesen Post für Johannisbeergelee aus regionalem Saft entschieden. So, so gut! Meine Mama verarbeitet ständig Säfte zu Gelee - ich erinnere mich gut an den einen runden Geburtstag, nach dem sie kurzerhand am nächsten Tag Maracuja-, Ananas- und Kokos-Saftreste zum köstlichsten Gelee ever verarbeitet hat. Auch ihr Orangengelee lieben wir alle sehr!
Wer Gelee selber machen und anschließend verschenken möchte, kann die Gläser hübsch dekorieren. Ladet euch die schönsten Etiketten für Marmelade und Gelee auf euren Rechner. Mit einer Schleife und einer Stoffhaube verziert ist selbstgemachtes Gelee das perfekte Mitbringsel.
Praktische Hinweise und Zusammenfassung der Schritte
- Früchte waschen, schneiden und entsaften oder hochwertigen Saft bereitstellen.
- Saft mit Gelierzucker im richtigen Verhältnis mischen (1 l Saft : 1 kg Zucker bei gut gelierenden Säften; 750 ml Saft : 1 Päckchen bei anderen Säften).
- Optional Zitronensaft für säureregulation bei sehr süßen Säften zugeben.
- Unter Rühren aufkochen, sprudelnd weiterkochen (ca. 3-4 Minuten) und Gelierprobe durchführen.
- Heiß in saubere Gläser füllen, luftdicht verschließen und 5 Minuten auf den Deckel stellen.
- Etikettieren und kühl lagern; angebrochene Gläser im Kühlschrank aufbewahren.
| Zutat | Menge (Beispiel) |
|---|---|
| Direktsaft | 1 Liter (oder 750 ml je nach Zucker) |
| Gelierzucker 1:1 | 1 kg (bei 1 l Saft) / 1 Päckchen |
| Zitronensaft | 1-2 Zitronen bei sehr süßen Säften |
| Pektin (bei Bedarf) | je nach Rezept, LM-Pektin für zuckerarm |
Ich freue mich sehr, wenn ihr nun auch Lust habt, Saft zu Gelee zu verarbeiten. Eine Faustregel habe ich noch: aus leckerem Saft wird auf jeden Fall leckeres Gelee. Ihr werdet das Ergebnis lieben!
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