Freia Schokolade: Herkunft, Geschichte und bekannte Sorten

Freia ist die unangefochtene Nummer eins auf dem norwegischen Schokoladenmarkt und gilt als nationales Kulturgut. Die 1889 in Oslo gegründete Marke ist vor allem für die Vollmilchschokolade „Freia Melkesjokolade“ bekannt, die oft als „ein kleines Stück Norwegen“ beworben wird. Jeder der einmal in Norwegen Freia-Schokolade gegessen hat weiß es: Die schmeckt richtig lecker!

Gründung und frühe Entwicklung

Olaf Larsen (1867 - 1920), der bereits mit der Herstellung von Schokolade experimentiert hatte, und der Kolonialwarenhändler Fredrik Wilhelm Hjorth Christensen gründeten 1889 eine Schokoladenfabrik in Oslo, die sie nach der nordischen Liebesgöttin Freia (auch als Freya und Freyja bekannt) benannten. 1892 ging die Freia Schokoladenfabrik in den Besitz von Johan Throne Holst (1862 - 1946) über. 1889 wurde die Firma in Oslo gegründet und drei Jahre später vom Unternehmer Johan Throne Holst.

Expansion nach Schweden und Marabou

Auf Grund des großen Erfolgs, wollte er auch die Schweden mit seiner Schokolade beglücken. Da der Name Freia dort jedoch schon vergeben war, gründete 1916 seine Filiale unter dem Namen Marabou. 1916 expandierte Freia mit einer Tochtergesellschaft nach Schweden (Marabou). Sie wurde von Henning Throne Holst (1895 - 1980), dem Sohn des Eigentümers, geleitet. Da die Marke Freia in Schweden bereits einer anderen Firma gehörte, wurde die Schokolade dort unter dem Namen Marabou verkauft (der Marabu war das Wappentier von Freia).

Produktion, Markenwert und Norwegische Identität

Freia ist eine norwegische Marke, die in Rodeløkka in Oslo mit norwegischer Milch hergestellt werde. Freia hat heute einen Stellenwert wie kaum eine zweite norwegische Marke. Die Keks-Schokoladenvariante Kvikk Lunsj ist z.B. auf jeder Ski- oder Wandertour mit dabei. Neben diesem Klassiker ist die Waffel-Schokolade „Kvikk Lunsj“ weltberühmt, die als obligatorischer Begleiter für jede norwegische Bergwanderung gilt.

Freia Melkesjokolade und Kvikk Lunsj auf einem norwegischen Wanderweg

Bekannte Produkte und Sorten

Die Marke ist bekannt für Freia Melkesjokolade und Kvikk Lunsj sowie für viele andere Süßwaren. Die 1889 in Oslo gegründete Marke ist vor allem für die Vollmilchschokolade „Freia Melkesjokolade“ bekannt. Seit 1937 ist dieser Riegel der unangefochtene Begleiter für jede norwegische Wanderung. Jeder "Bite" besteht aus der perfekten Dreifaltigkeit des nordischen Naschens: drei Schichten knusprig-leichter Waffel, umhüllt von der berühmten, samtigen Freia-Vollmilchschokolade. Das Geheimnis liegt in der Balance - nicht zu süß, herrlich knusprig und mit dem vertrauten Geschmack der norwegischen Kindheit.

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Die Produkte von Freia und Marabou (u. a. Co-Co, Daim, Freia Backpulver, Freia Desert-/Puddingpulver, Freia Kakao, Freia Melkesjokolade, Freia Schokoladendrinks, Freia Kekse, Japp, Lohengrin, Kex, Krokanrull, Kvikk Lunsj, Marbou Mjölkchoklad, Skotte, Smil) werden bis auf einige Ausnahmen vor allem in Skandinavien verkauft und auch dort hergestellt (Oslo/Norwegen, Upplands Väsby/Schweden).

Unternehmensgeschichte: Übernahmen und Namensänderungen

1990 kaufte Freia alle Marabou-Aktien, wurde jedoch selbst 3 Jahre später an den amerikanischen Lebensmittelkonzern Kraft-Foods veräußert. 1990 schlossen sich die beiden Unternehmen Freia und Marabou vollständig zusammen (Freia-Marabou). 1993 wurde Freia-Marabou von dem US-Tabakkonzern Philip Morris (Marlboro) übernommen, dem bereits mehrere Süßwaren- und Nahrungsmittelhersteller gehörten und in die Tochtergesellschaft Kraft Foods integriert. 2012 benannte sich Kraft Foods in Mondelēz International um und verkaufte das nordamerikanische Nahrungsmittelgeschäft unter dem Namen Kraft Foods Group anschließend an seine Aktionäre. Daim, Freia und Marabou gehören nun neben zahlreichen anderen Snack- und Süßwarenmarken zu Mondelēz.

Herstellung und regionale Produktion

Die Produkte werden bis auf einige Ausnahmen vor allem in Skandinavien verkauft und auch dort hergestellt (Oslo/Norwegen, Upplands Väsby/Schweden). Als die Marabou-Fabrik in Sundbyberg in den 1970er Jahren wegen der steigenden Nachfrage nach Schokolade an ihre Kapazitätsgrenzen stieß, wurde 1976 ein neues Werk in Upplands Väsby, dreißig Kilometer nordwestlich von Stockholm, errichtet.

Historische Freia-Fabrik in Oslo

Erfolgsprodukte aus dem historischen Sortiment

1953 gelang Marabou mit dem Schoko-Mandel-Karamell-Riegel Dajm ein großer Erfolg in Skandinavien. In den 1970er und 1980er Jahren folgten weitere Länder, wo der Riegel teilweise andere Namen bekam, wie u. a. in den USA (Skor). 1945 kamen die ersten tiefgefrorenen Lebensmittel in Schweden auf den Markt, zunächst vor allem Obst und Gemüse. 1949 folgten tiefgekühlte Fischfilets.

Freia als Teil eines globalen Konzerns: Kontroversen um Russland-Geschäfte

Der Lebensmittelkonzern Mondelez, zu dem Freia gehört, steht auf der Schwarzen Liste der ukrainischen Anti-Korruptionsbehörden. Sie glauben, dass das Unternehmen Geld in die russischen Staatskassen einspielt. Viele norwegische Unternehmen haben ein Problem damit, dass Freias Mutterkonzern Mondelez immer noch Geschäfte mit Russland macht. Einige norwegische Unternehmen reagierten: Coop Norge bittet nun um ein dringendes Treffen mit dem norwegischen Minister für Handel und Industrie, Jan Christian Vestre.

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Die norwegische Regionalfluggesellschaft Widerøe hat angekündigt, Produkte des Lebensmittelkonzerns Mondelez aus dem Bordprogramm zu nehmen. Nachdem so viele norwegische Unternehmen einen Boykott von Mondelez angekündigt haben, fühlt sich Norgesgruppen, mit ihren Supermarktketten Kiwi, Meny, Joker, Spar u.a., nun in Zugzwang, zu reagieren. Kine Søyland, Kommunikationsmanagerin bei Norgesgruppen, sagt, dass man auch mit Proctor & Gamble im Gespräch sei, das auf derselben Schwarzen Liste steht wie Mondelez. „Wir sind auch im Gespräch mit Procter & Gamble. Wir nehmen gründliche, laufende Bewertungen vor. Es stehen mehrere Unternehmen auf der Liste, und deshalb müssen wir uns Zeit lassen.“

Bericht über kontroverse Geschäfte internationaler Konzerne und Reaktionen norwegischer Unternehmen

„Wenn es sich in diesem speziellen Fall um einen einfachen Kompromiss gehandelt hätte, hätten wir Mondelez bereits aus dem Sortiment gebannt. Sie waren ein guter Lieferant von Qualitätsprodukten für die Kioske des NFF (Norges Fotballforbund, Anm. d. Red.). Wir können jedoch nicht die Tatsache ignorieren, dass der Eigentümer von Freia in Russland tätig ist und auf der Schwarzen Liste der Ukraine gelandet ist.“

Trotz des Image-Schadens durch den Verbleib in Russland will das Unternehmen an seinem Russlandgeschäft festhalten. Auf der Hauptversammlung der Aktionäre im Februar verwahrte sich die Konzernführung gegen die Kritik daran. Der Vorstandsvorsitzende Steffen Greubel verteidigte die „nicht leicht gefallene“ Entscheidung zum Verbleib in Russland mit den Worten: „Es war die richtige Entscheidung.“

Markenidentität und Tradition

Freia wird seit 1889 mit starken nationalen Bezügen wahrgenommen: „Gönn dir ein Stück norwegische Tradition!“ Die Vollmilchschokolade „Freia Melkesjokolade“ gilt als Klassiker. Es gibt Schokolade, und dann gibt es Kvikk Lunsj. Die Marke hat sich über Generationen hinweg in der norwegischen Kultur verankert.

Kurzübersicht: Wichtige Meilensteine

Jahr Ereignis
1889 Gründung der Freia Schokoladenfabrik in Oslo
1916 Expansion nach Schweden unter dem Namen Marabou
1937 Einführung von Kvikk Lunsj
1953 Erfolg des Daj-Riegels (Marabou)
1993 Übernahme durch Philip Morris / Integration in Kraft Foods
2012 Umbenennung von Kraft Foods in Mondelēz International

Die Geschichte und das Sortiment von Freia zeigen, wie aus einer lokalen Fabrik eine Marke wurde, die tief in der regionalen Kultur verankert ist und zugleich Teil eines globalen Konzerns wurde. Trotz internationaler Unternehmensverflechtungen bleibt Freia für viele Norweger ein Symbol der Heimat.

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