Flambierte Desserts: Rezepte, Zubereitung und Tipps für Anfänger
Flambierte Desserts sind ein absolutes Highlight bei festlichen Anlässen und beeindrucken sowohl geschmacklich als auch optisch. Flambieren ist eine besondere Zubereitungsart, bei der Speisen mithilfe von Hochprozentigem angezündet werden - es entsteht kurzzeitig eine leuchtende Flamme. Besonders, wenn Sie Gäste beeindrucken möchten, ist das Spiel mit dem Feuer eine effektvolle Einlage. In Restaurants wird deswegen auch häufig direkt am Tisch flambiert.
Was bedeutet Flambieren und warum ist es so beliebt?
Der Alkohol hinterlässt sein Aroma auf dem jeweiligen Gericht. Durch die Hitze beim Flambieren schwindet der Alkoholgehalt, das spezielle Finish aber bleibt. Das Zusammenspiel von Alkohol und Feuer gibt Speisen ein sehr spezielles Aroma - etwa bei der weltberühmten Crème brûlée oder flambierten Crêpes. Besonders beliebt ist das Flambieren bei Desserts und ausgewählten Getränken wie beispielsweise einer Feuerzangenbowle oder Sambuca mit Kaffeebohnen.
Die wichtigsten Sicherheitsregeln beim Flambieren
- Beim Flambieren sollte ausreichend Platz vorhanden sein, alles Brennbare muss außer Reichweite liegen und Gäste sollten nicht zu nah an der Flamme sitzen.
- Verzichten Sie aus Sicherheitsgründen auf das Flambieren, wenn Kinder anwesend sind.
- Verwenden Sie möglichst lange Streichhölzer und halten Sie einen Sicherheitsabstand zur Flamme ein. Treten Sie beim Entzünden einen Schritt zurück und beugen Sie sich niemals über das Gericht.
- Die Flamme erlischt von allein, sobald der Alkohol verbrannt ist. Sie brauchen Sie also nicht zu ersticken.
Welcher Alkohol eignet sich zum Flambieren?
Am besten brennt hochprozentiger Alkohol. Der Alkoholgehalt sollte mindestens bei 40, besser 50 Prozent liegen. Besonders gut eignen sich Branntwein, Cognac, Whiskey, Weinbrand oder Rum. Möchte man den Geschmack mildern, kann man fruchtigen Likör verwenden, diesen sollte man aber mit einem kräftigeren Spirituosen wie Cognac mischen, damit die Brennfähigkeit steigt. Hochprozentiger Alkohol ist ein Muss - bei zu niedrigem Gehalt entzündet sich der Alkohol nicht.
Typische Spirituosen für flambierte Desserts:
- Cognac und Weinbrand - klassisch für Crêpe Suzette
- Rum - beliebt für flambierte Bananen oder Ananas
- Fruchtliköre - für leichte Desserts, gemischt mit Hochprozentigem
Tipps zur Vorbereitung und Durchführung
- Der Alkohol braucht eine gewisse Temperatur, um gut brennen zu können - aber er darf niemals kochen. Kurz leicht erwärmen ist optimal.
- Halten Sie die Speise ebenfalls warm; kalte Speisen flambieren schlecht.
- Verwenden Sie nicht zu viel Alkohol - zu große Mengen verursachen unnötig große Flammen und hinterlassen einen starken Eigengeschmack. Ein kleines Schnapsglas reicht in der Regel völlig aus.
- Für das Flambieren am Tisch kann man die Speise auf einem Rechaud warmhalten und dann den warmen Alkohol mit einer Kelle darübergeben und anzünden.
- Wer vor Gästen flambieren möchte, sollte vorher in Ruhe üben: Das mindert Gefahren und gibt Sicherheit.
Crème brûlée - Der flambierte Dessertklassiker
Crème brûlée bedeutet auf Französisch „gebrannte Creme“ - ihre Oberfläche wird mit Zucker bestreut und anschließend mit einem Brenner karamellisiert. Sie ist seit dem Jahr 1691 bekannt und galt damals als luxuriöses Dessert für den Adel. Crème brûlée war für mich lange Zeit der krönende Abschluss eines köstlichen Abendessens in einem meiner Lieblingsrestaurants. Mit meinem einfachen Rezept kannst du das Dessert jederzeit für deine Liebsten selbst zu Hause zubereiten.
Zutaten für 4-6 Portionen
- 300 ml Sahne
- 200 ml Vollmilch
- 5 Eigelbe (Größe L)
- 60 g Zucker + 4 EL Zucker zum Karamellisieren
- 1-2 Vanilleschoten
- 1 Prise Salz
Zubereitung:
- Sahne und Milch in einem Topf zusammen mit dem Mark und der leeren Schote kurz aufkochen lassen, 5 Minuten ziehen lassen und Schote entfernen.
- Eigelb, Zucker und Salz hell und cremig rühren, die Sahne-Milch langsam dazugeben und nur vorsichtig vermengen, damit keine Luft eingeschlagen wird.
- Die Masse in 4 breite oder 6 schmale feuerfeste Förmchen füllen und in eine große Auflaufform stellen.
- Die Förmchen bis zur Hälfte in heißes Wasser setzen und im vorgeheizten Backofen (150 °C Ober-/Unterhitze) auf zweiter Schiene von unten ca. 40 bis 50 Minuten stocken lassen - die Creme soll noch leicht wackeln.
- Die Crème brûlée komplett bei Zimmertemperatur abkühlen lassen und mindestens zwei Stunden im Kühlschrank durchkühlen lassen.
- Vor dem Servieren 1 EL Zucker pro Förmchen gleichmäßig verteilen und mit dem Flambierbrenner oder im Ofen unter dem Grill karamellisieren.
Weitere Tipps:
- Solltet Ihr keinen Brenner besitzen, könnt ihr den Zucker auch im Ofen mit der Grillfunktion karamellisieren lassen.
- Die Crème brûlée lässt sich perfekt einen Tag vorher zubereiten und hält sich im Kühlschrank bis zu drei Tage.
- Crème brûlée schmeckt besonders gut zu säuerlichen Früchten wie Passionsfrucht, Orange oder Himbeere.
- Das Dessert eignet sich ideal zu besonderen Anlässen wie Weihnachten, Silvester oder festlichen Dinners.
Nützliche Utensilien:
- Flambierbrenner (mit Butangas gefüllt, idealerweise mit Kindersicherung)
- Feuerfeste Förmchen (ofen- und spülmaschinenfest)
- Hitzebeständige Auflaufform
Weitere flambierte Dessertideen für Anfänger
- Flambierte Bananen: Bananen in der Pfanne karamellisieren, mit Orangenlikör (z.B. Cointreau) und Rum übergießen und vorsichtig anzünden.
- Crêpes Suzette: Dünne Pfannkuchen mit Orangenlikör (z.B. Grand Marnier) flambieren - ein französischer Klassiker.
- Flambierte Pflaumen oder Birnen: Obst in Zucker und Butter anbraten, mit Branntwein oder Obstbrand übergießen und anzünden.
- Eisbombe: Für den Showeffekt entweder Alkohol in der Kelle anzünden und auf die Eisbombe geben oder einen Würfelzucker am Rand flambieren.
Flambieren für Einsteiger: Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Hochprozentigen Alkohol in ein kleines hitzebeständiges Gefäß geben und leicht erhitzen (nicht kochen!).
- Alkohol über die warme, angerichtete Speise geben. Alternativ in einer Kelle entzünden und dann über das Gericht gießen.
- Mit einem langen Streichholz oder einem Flambierbrenner anzünden. Abstand halten!
- Flamme erlischt selbstständig, sobald der Alkohol verbrannt ist.
Praktisches Zubehör zur Herstellung flambierter Desserts
- Flambierbrenner mit einstellbarer Flamme und stabilen Standfuß
- Porzellan-Förmchen - ideal auch fürs Servieren kleiner Snacks oder Saucen
- Lange Streichhölzer und feuerfeste Pfanne
- Backofen mit Grillfunktion (falls kein Brenner zur Verfügung steht)
| Utensil | Verwendung | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Flambierbrenner | Karamellisieren von Zucker, Anbraten von Fleisch, Häuten von Gemüse | Kindersicherung, einstellbare Flamme, benötigt Butangas |
| Feuerfeste Förmchen | Backen und Servieren von Crème brûlée, Soufflés | Ofen-, mikrowellen- und spülmaschinenfest |
| Lange Streichhölzer | Anzünden von Alkohol (sicherer Abstand) | Sicherheitsabstand zur Flamme |
Schnelle Dessertvariationen mit Flambier-Effekt
Schnelle flambierte Desserts gelingen auch mit einfachen Mitteln: Obst wie Bananen, Ananas oder Birnen in der Pfanne karamellisieren, mit einem Schuss Rum übergießen und anzünden. Im Alltag greifen viele auf Joghurt, Quark oder Pudding zurück und toppen das Dessert mit flambiertem Zucker oder flambiertem Obst.
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- Für ein schnelles Dessert können Sie zum Beispiel Beeren, Joghurt und Knuspermüsli kombinieren und mit karamellisiertem Zucker oder flambierten Früchten servieren.
- Gewürze, Kaffeenoten oder ein Hauch von Fruchtlikör eignen sich hervorragend zum Verfeinern von schnellen Desserts.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
- Zu viel Alkohol: Maximal ein Schnapsglas verwenden, sonst drohen große Flammen und starker Eigengeschmack.
- Kalte Zutaten: Sowohl Speise als auch Alkohol sollten warm sein, sonst brennt der Alkohol nicht.
- Ungeeigneter Alkohol: Spirituosen unter 40 % Vol. brennen nicht.
- Sicherheitsabstand nicht einhalten: Immer einen Schritt zurücktreten und Kopf nicht über die Flamme halten.
- Ungeeignete Pfannen: Am besten eignen sich flache Edelstahl- oder Kupferpfannen.
Fragen und Antworten rund ums Flambieren
- Kann ich flambierte Desserts vorbereiten? Ja, insbesondere Crème brûlée kann einen Tag vorher zubereitet und erst kurz vor dem Servieren flambiert werden.
- Was tun mit übrig gebliebenem Eiweiß? Perfekt zum Backen von Kokosmakronen oder Baiser, sodass kein Rest verschwendet wird!
- Müssen Kinder beim Flambieren zuschauen? Aus Sicherheitsgründen sollten Kinder beim Flambieren nicht anwesend sein.
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