Finnische Lebkuchen (Piparkakku) und ein einfaches Lebkuchenrezept vom Blech: Saftig, aromatisch, sofort weich

Wenn die Tage kurz und kalt sind, ist die richtige Jahreszeit gekommen, um es sich mit Piparkakut (Pfefferkuchen) und einem warmen Getränk zuhause gemütlich zu machen. Die finnischen Pfefferkuchen - auf finnisch „Piparkakku“ - werden traditionell in der Vorweihnachtszeit gebacken und natürlich auch genußvoll mit Freunden & Familie gegessen. Hyvää ruokahalua!

Warum dieses Lebkuchenrezept so beliebt ist

Das Gute an meinem Lieblingsrezept für einfache Lebkuchen: Sie sind sofort weich und saftig. An vielen Lebkuchenrezepten (genauso wie bei Christstollen) stört mich nämlich, dass das Gebäck durchziehen sollte, bevor man es essen kann. Aber wer will nach dem Lebkuchen-Backen erstmal ein paar Tage warten? Die Lebkuchen sind sofort nach dem Backen ohne Durchziehen weich und lecker. Wer einmal getestet hat, wie einfach Lebkuchen selberbacken ist, wird keine gekauften mehr wollen - versprochen!

Finnische Piparkakku auf einem Teller mit Kaffeeservier

Zwei Varianten: Finnische Pfefferkuchen (Piparkakku) und Ulmer-Brot‑ähnliche Lebkuchen vom Blech

Ich habe mich dieses Jahr mal an einem Klassiker aus dem Norden gewagt. Schon mal Piparkakku gebacken? Finnische Pfefferkuchen? Die schmecken lecker und sind gar nicht so schwer zu machen. Eine keksige Alternative sind die Lebkuchenplätzchen zum Ausstechen. Dieses beste Lebkuchenrezept gehört seit Jahren zu meinem absoluten Standard-Repertoire in der Weihnachtsbäckerei. Das Rezept beruht auf einem traditionellen Gebäck meiner Oma: dem „Ulmer Brot“. Dabei handelt es sich um eine Art Lebkuchen vom Blech, der mit Kaffee zubereitet, nach dem Backen mit Schokolade glasiert und in Quadrate geschnitten wird. Ähnlich wie dieser schmecken auch die selbstgebackenen Lebkuchen saftig und aromatisch.

Rezept A - Lebkuchen vom Blech (Ulmer-Brot‑Inspiriert, ergibt ca. 40 Stück auf Obladen)

Zutaten

  • 150 ml Kaffee (siehe Tipps)
  • 100 g Orangeat / Zitronat (je ca. 50 g)
  • 40 g Butter weich
  • 200 g brauner Zucker oder Vollrohrzucker
  • 2 mittelgroße Eier
  • 80 g Honig (eher flüssige Sorte)
  • 200 g gemahlene Mandeln oder Haselnüsse
  • 15 g Lebkuchengewürz (siehe Tipps)
  • 1 EL Kakaopulver
  • 3 Tropfen Bittermandelaroma
  • 2 EL Sonnenblumenöl oder Kokosöl
  • 3 g Hirschhornsalz (⅕ Pck.)
  • 300 g Weizenmehl
  • 40 Stück Lebkuchenoblaten ca.

Vorbereitung

  1. Den Kaffee machen und abkühlen lassen.
  2. Die Orangeat/Zitronat-Mischung mit einem Küchenhäcksler oder scharfen Messer klein schneiden. Orangeat und Zitronat sollten sehr fein gehackt werden.
  3. Die weiche Butter kurz mit dem Zucker verrühren, dann die Eier einzeln unterrühren und den flüssigen Honig dazugeben.
  4. Die Mandeln, Lebkuchengewürz, Kakao, Bittermandelöl und Sonnenblumenöl zusammen mit dem Orangeat-Zitronat-Mix ebenfalls unterrühren.
  5. Das Hirschhornsalz in 1 Teelöffel kalten Wasser auflösen und zum Kaffee geben.
  6. Die kalte Kaffeemischung im Wechsel mit dem Mehl unter die Masse rühren.
  7. Den Lebkuchenteig in eine Schüssel oder Form mit Deckel geben und einige Stunden, am besten über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

Backen

  1. Am nächsten Tag den Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen und ein Blech mit Backpapier belegen.
  2. Den Lebkuchenteig entweder mithilfe einer Lebkuchenglocke auf die Obladen setzen oder mit einem Messer aufstreichen. Mit etwas Abstand zueinander aufs Blech setzen - sie laufen leicht auseinander und ergeben beim Backen die typische Kuppelform.
  3. Rund 15-16 Minuten backen.
  4. Lebkuchen abkühlen lassen und Schokoladenglasur oder Kuvertüre schmelzen. Die Lebkuchen damit überziehen und mit Zuckerdekor o. ä. verzieren.

In einer Dose aufbewahrt halten sie am besten, wenn man einen Apfelschnitz dazulegt (und diesen ab und an austauscht). Sie lassen sich auch gut einfrieren.

Lebkuchen auf Obladen, mit Schokolade glasiert

Rezept B - Finnische Piparkakku (Pfefferkuchen) - klassisch für Ausstecher

Zutaten (klassisch)

  • 200 g zimmerwarme Butter
  • 200 g Zucker
  • 170 g dunkler Sirup (z. B. Zuckersirup oder Rübensirup)
  • je 1 TL Zimt, Ingwerpulver, Nelkenpulver (oder Pfefferkuchengewürz nach Geschmack)
  • 1 Abrieb von einer Orange (oder Orangenschale gerieben)
  • 3 Eier
  • Mehl (Menge je nach Konsistenz), Natron oder Backpulver zum Trieb
  • optional: 15 Stück Nelken (entspricht 1 TL gemahlene Nelken)

Zubereitung (zusammengefasst aus vorhandenen Varianten)

  1. Die zimmerwarme Butter mit dem Zucker vermischen. Den Sirup zum Kochen bringen und dazugeben. Gut vermischen.
  2. In einer zweiten Schüssel die trockenen Zutaten (Mehl + Gewürze + Backtriebmittel) mischen.
  3. Beide Mischungen langsam und gut rührend, schließlich knetend zusammenbringen, bis der Teig glatt ist.
  4. Den Teig ca. 5 mm dick ausrollen und ausstechen. Bei 200°C in der Mitte ca. 5-6 Minuten backen, bis die Pfefferkuchen ein wenig Farbe bekommen haben. Für kleinere, dickere Plätzchen kann Backzeit 6-8 Minuten betragen.
  5. Je nach Belieben die Plätzchen mit Zuckerguss (Puderzucker, Orangenabrieb, Orangensaft) verzieren.

In Finnland ist die klassische Pfefferkuchenform eher die Blume, aber der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die Pfefferkuchen sind wirklich nicht schwierig in der Herstellung und schmecken köstlich.

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Ausgestochene Piparkakku-Blumen vor dem Backen

Tipps, Varianten und Hinweise

  • Anstelle des Kaffees könnt ihr Getreidekaffee oder notfalls auch Saft oder Milch verwenden, was ich aber nicht empfehlen würde.
  • Lebkuchengewürz könnt ihr entweder im Supermarkt bzw. online kaufen; alternativ ganz einfach und individuell selber machen.
  • Mit so einer Lebkuchenglocke ist das Lebkuchen-Formen wirklich ein Kinderspiel - der Teig wird hinein gestrichen, dann kommt eine Oblate drauf, und der Teig wird aufs Blech „gedreht“.
  • Wenn die Tage kerzenhell sind und der Duft von Gewürzen durch die Küche zieht, erfüllt der Raum alle Ansprüche an eine Weihnachtsbäckerei.
  • Wer einfache Lebkuchen selbermachen will, braucht nicht viel Zeit. Allerdings sollte der Teig über Nacht im Kühlschrank ruhen (für das Ulmer-Brot‑inspirierte Rezept).
  • Die Glasur balanciert den Geschmack der Pfefferkuchen aus - sowohl Schokolade als auch Zuckerguss passen hervorragend.
  • In einer Dose aufbewahrt halten Lebkuchen am besten mit einem Apfelschnitz; sie lassen sich auch gut einfrieren.

Kurze Tabelle: Vergleich der Eigenschaften beider Varianten

Eigenschaft Lebkuchen vom Blech (Ulmer-Brot) Piparkakku (Ausstecher)
Weichheit nach Backen sofort weich und saftig eher knuspriger, je nach Dicke
Ruhezeit über Nacht empfohlen kann sofort verarbeitet werden, oft auch kalt gestellt
Gewürzprofil klassisches Lebkuchengewürz, Kakao, Bittermandel Zimt, Ingwer, Nelken, Orangenschale
Glasur Schokolade/Kuvertüre Zuckerguss oder Schokolade
Demonstration: Piparkakku-Ausstechen und Dekorieren

Weitere Backideen und Anregungen

Falls ihr neben dem Lebkuchenrezept weitere Klassiker-Inspirationen sucht, klickt euch gerne durch meine anderen Weihnachtsrezepte, zum Beispiel Vanillekipferl, Kokosmakronen, Engelsaugen oder Spitzbuben. Eine weitere Tradition sind Lebkuchenplätzchen zum Ausstechen - lustige Formen geben den Pfefferkuchen eine weihnachtliche Form! Für eine Lolli-Keks-Variante je zwei ungebackene Plätzchen auf einer Seite mit leicht verquirltem Eiweiß bestreichen und aufeinander "kleben", dabei einen Holzstiel dazwischen legen.

Der Duft der Piparkakut erfüllt den Raum und die Pfefferkuchen nehmen Form an - mit ihnen Weihnachten. Guten Appetit und frohes Backen!

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