Traditionelles englisches Figgy Pudding Rezept (deutsch)
Kennen Sie den Figgy Pudding? Eine Leckerei, die vor allem in Großbritannien zu Weihnachten genossen wird. Sie kennen den Figgy Pudding noch nicht? Dann wird dieser Artikel interessant.
Was ist Figgy Pudding / Christmas Pudding?
Der Figgy Pudding ist eigentlich als leckere Nachspeise gedacht. Er ist auch unter den Begriffen „Plum Pudding“ und „Christmas Pudding“ bekannt. Ok, sicher hast du jetzt gefühlte tausend Fragezeichen in deinem Kopf. Wenn die Briten dir also von ihrem berühmten Weihnachtsdessert erzählen, meinen sie nicht das, was wir darunter verstehen. Christmas Pudding ist eine gekochte bzw. gedämpfte, kuchenähnliche Nachspeise und enthält Trockenobst und Nüsse.
Wer schonmal in Großbritannien „Pudding“ gegessen hat, der weiß, dass das so rein gar nichts mit unserem Vanille- oder Schokoladenpudding gemein hat. Auf der Insel gibt es viele verschiedene Arten von Pudding, wie zum Beispiel ein luftiges Gebäck namens „Yorkshire Pudding,“ das ein unverzichtbarer Begleiter beim traditionellen Sunday Roast ist. Oder aber den Black Pudding, eine Blutwurst. Dieser ist süß, gekocht und gedämpft und als Plum Pudding eine beliebte Nachspeise.
Geschichte und Bedeutung
Seinen Ursprung hat der Christmas Pudding im mittelalterlichen England. Ursprünglich handelte es sich bei Christmas Pudding nicht um eine Süßspeise, sondern diente als Möglichkeit, Fleisch am Ende der Saison haltbar zu machen. Die Wurzeln des Christmas Puddings liegen bei einem Gericht namens “Plum pottage”. Das bestand aus zerkleinertem Rindfleisch oder Hammel, Zwiebeln und getrockneten Früchten. Angedickt wurde es mit Brotkrumen und verfeinert mit Gewürzen und Wein.
In den britischen Häusern stand er an Allerheiligen, Weihnachten und Neujahr auf dem Tisch. Die heutige Version des Christmas Pudding ist erst im 19. Jahrhundert entstanden. Die Konsistenz ist mittlerweile fest. Nach dem Kochen ist der Pudding bei optimaler Lagerung zwischen 4 und 7 °C ca. haltbar.
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Die Wurzeln vieler Bräuche zum Christmas Pudding reichen noch tiefer: So wie viele Traditionen entspringt auch der Stir-up Sunday einer christlichen Tradition. Stir-up bedeutet im Deutschen „umrühren,“ und wenn ein guter Christmas Pudding eins benötigt, dann ist das Zeit und beherztes Umrühren. Bei der Zubereitung des Christmas Pudding sind 13 bestimmte Zutaten unverzichtbar, die Jesus und seine 12 Jünger symbolisieren. Gekrönt wird der Christmas Pudding traditionell mit einem Stechpalmenzweig, der an die Dornenkrone Jesu Christi erinnert.
Traditionen wie das gemeinsame Umrühren des Teigs, wobei jedes Familienmitglied einmal umrührt und dabei einen Wunsch ausspricht, haben sich bis heute erhalten. Eine weitere Tradition besteht darin, eine Silbermünze in dem Teig zu verstecken. Wer diese beim Essen findet, dem ist für das nächste Jahr Wohlstand, Gesundheit und Glück beschienen; manche Familien verstecken auch einen Goldring.
Figgy, Plum und die Namensfrage
Obwohl der Plumpudding immer ein Festgericht war, wurde es ursprünglich beim Erntedankfest gegessen und nicht zu Weihnachten. Trotz des Namens enthält der Kuchen keine Pflaumen. Früher wurden Trockenfrüchte generell als “Plum” bezeichnet. Darum enthält Plumpudding traditionell keine Pflaumen. Der Figgy Pudding wird traditionell aus Feigen gemacht, der Plumpudding aus Rosinen. Es gibt aber auch Gerichte, die weder aus Feigen noch aus Rosinen zubereitet werden und trotzdem diese Namen tragen.
Vielleicht fragen Sie sich, warum der Pudding „Figgy“ heißt, obwohl oft keine einzige Feige drinsteckt. Ganz einfach: Der Name stammt aus einer Zeit, in der Feigen für festliche Süßspeisen als Inbegriff von Luxus und Geschmack galten. „Figgy“ wurde also eher als Synonym für ein reichhaltiges, fruchtiges Dessert verwendet - nicht unbedingt als Hinweis auf die tatsächlichen Zutaten. In Cornish und Devonshire Dialekten bezog sich „fig“ ebenfalls manchmal auf Rosinen.
Figgy Pudding in Kultur und Musik
Wussten Sie, dass der berühmte Song „We Wish You a Merry Christmas“ eigentlich ein kleiner Protest war - mit einem Augenzwinkern? Das Lied stammt aus dem England des 16. Jahrhunderts, wo wohlhabende Haushalte ihren Bediensteten zu Weihnachten Leckereien wie den beliebten Figgy Pudding schenkten. In dem fröhlichen Refrain „We won’t go until we get some“ steckt also mehr als nur gute Laune - die Sänger forderten ihr Dessert ganz offen ein!
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Während der gesamten britischen Kolonialzeit stand der Plumpudding als ein Symbol der Einheit des gesamten britischen Empires. Der Brauch, Christmas Pudding zu essen, wurde von britischen Kolonisten in viele Teile der Welt getragen. Im Dickens’schen Bild der Weihnachtszeit taucht Figgy Pudding in der Literatur und in traditionellen Liedern auf.
Wie wird Figgy / Christmas Pudding traditionell zubereitet?
Christmas Pudding wird traditionell im Puddingtuch gekocht beziehungsweise mehrere Stunden gedämpft. Danach kommt er meist für mehrere Wochen zum Trocknen und Reifen an einen kühlen Ort. In dieser Zeit entwickelt sich auch der besondere Geschmack des Christmas Puddings. Vor dem Servieren wird er noch einmal durch Dämpfen erhitzt. Meist wird er mit Brandybutter, Rumbutter, Limonensahne oder Englischer Creme gegessen.
Es ist üblich, das Rezept am ersten Advent in die Küche zu nehmen, denn der Pudding gewinnt an Qualität, wenn er gut gelagert wird. Traditionell sollte der Pudding am 25. Sonntag nach der heiligen Dreifaltigkeit angesetzt werden, also am Wochenende vor dem ersten Advent. Ursprünglich wurde der Pudding am 1. Advent von der ganzen Familie angesetzt. Jeder durfte den Teig rühren und sich dabei etwas wünschen.
Grundprinzip der Zubereitung (Schritte kurz)
- Die Trockenfrüchte (Rosinen, Sultaninen, Korinthen, Backpflaumen, Zitronat, Orangeat, ggf. Feigen) mit etwas Brandy oder Rum übergießen und idealerweise über Nacht ziehen lassen.
- Die trockenen Zutaten (Semmelbrösel, Mehl, Zucker, Gewürze wie Zimt, Muskat, Piment, Ingwer) mischen.
- Butter oder traditionelles Rindernierenfett mit Mehl verreiben, dann Eier, Milch, geriebenen Apfel, Mandeln und die eingeweichten Früchte unterheben.
- Die Masse in eine gefettete Puddingform (Pudding Basin) füllen, mit Pergamentpapier und Alufolie abdecken und im Wasserbad mehrere Stunden dämpfen (typisch 3-8 Stunden, je nach Größe).
- Auskühlen lassen, einstechen und mit Rum oder Brandy tränken; gut verpackt mehrere Wochen an einem kühlen Ort reifen lassen.
- Am Weihnachtstag erneut dämpfen, mit Brandy begießen und flambieren, mit Brandybutter servieren.
Das Rindernierenfett kann durch Butter, Crisco oder Margarine ersetzt werden. Die Herstellung des Christmas Pudding ist nämlich ziemlich einfach.
Ein klassisches Rezept (kompakte Zutatenübersicht)
| Zutat | Menge (Beispiel) |
|---|---|
| Getrocknete Früchte (Rosinen, Sultaninen, Korinthen, Backpflaumen, evtl. Feigen) | 300-500 g |
| Butter oder Schmalz | 150-250 g |
| Semmelbrösel | 100-200 g |
| Mehl | 50-100 g |
| Zucker (braun) | 100-200 g |
| Eier | 2-4 |
| Brandy oder Rum | 3-6 EL + zum Flambieren |
| Gewürze (Mixed Spice, Zimt, Muskat, Ingwer) | nach Geschmack |
| Geriebener Apfel, Zitronen- und Orangenschale | 1-2 Äpfel, Schale 1 Zitrone/Orange |
Beispielzubereitungsschritte aus vorhandenem Material: Schneide den Apfel in kleine Stücke. Gebe ihn und alle getrockneten Früchte in eine Schüssel. Schlage die Butter (oder das Fett) und den Zucker schaumig. Gebe die Eier zu dem Butter-Zucker-Gemisch. Füge die Milch, den Brandy, Zitronenschale hinzu. Siebe das Mehl in einer separaten Schüssel. Gebe Salz, Muskatnuss, Ingwer, das Mixed Spice und die gehackten Mandeln dazu. Das Mehlgemisch hebst du nun löffelweise unter deinen Teig. Zum Schluss hebe deine Früchte unter. Fülle deinen Teig in die Puddingformen. Bedecke sie mit Backpapier und packe die Formen mit Alufolie ein. Stelle die Schalen in die mit Wasser gefüllten Auflaufformen. Backe ihn 4 (!) Stunden. Achtung! Kontrolliere zwischendurch den Wasserstand in der Auflaufform. Sollte dieser gesunken sein, fülle etwas Wasser nach.
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Tipps, Traditionen und Servieren
- Steche unmittelbar nachdem du den Pudding aus der Form geholt hast, ein paar Mal mit einem Schaschlik-Spieß in den Kuchen. Traditionell wird der Christmas Pudding Ende November hergestellt. Bis zum 25. ist er gereift.
- Zum Servieren erhitze 3 EL Weinbrand und gieße ihn zum Flambieren über deinen Christmas Pudding. Zünden ihn an.
- Zum Flambieren ca. 50 ml Brandy oder Whisky in einem Gefäss im Wasserbad erwärmen. Den warmen Christmas Pudding auf einer Platte servieren, mit einem Stechpalmenzweig verzieren.
- Brandybutter: 125 g weiche, gesalzene Butter, 1 EL Puderzucker, 1 Msp. Vanillemark und 1-2 Esslöffel Brandy gut vermengen.
- Wer keine Puddingform hat, kann auch eine Gugelhupfform nehmen oder einen hohen Topf; alternativ reichen feste Backschalen.
- Der Plumpudding soll sich übrigens jahrelang halten! Da kannst man ihn also unbesorgt schon jetzt backen :-)
Regionaler Varianten und moderne Handhabung
Es gibt kein einheitliches Rezept für Christmas Pudding, sondern viele Familienrezepte und regionale Besonderheiten. Viele Haushalte haben ihr eigenes Rezept für Plumpudding, das mitunter schon seit Generationen weitergegeben wird. Im Wesentlichen vereinen jedoch alle Rezepte Zutaten, die früher traditionell teuer oder luxuriös waren: Trockenfrüchte, Gewürze, Zucker, Fett.
Die heutige Variante enthält häufig Butter statt Rindernierenfett; Whisky oder Rum werden genutzt, um den Pudding zu tränken und Geschmack zu geben. Manche bereiten den Pudding in Gläsern zu, der Christmas Pudding im Glas, schön verpackt, ist ein willkommenes Weihnachtsgeschenk.
Warum jetzt anfangen?
Es ist üblich, den Pudding früh anzusetzen, da er an Geschmack gewinnt: Der Christmas Pudding erhält durch eine lange Reifezeit einen besonderen Geschmack. Wichtig: Wer den Pudding zu Weihnachten genießen möchte, sollte sich spätestens Anfang Dezember daran machen, denn der Pudding muss lange ziehen können. Die Herstellung des Christmas Pudding ist nämlich ziemlich einfach. Jetzt schon backen lohnt sich, denn der Pudding gewinnt mit der Reife.
Und falls Sie keine Zeit haben: Einfacher macht uns es natürlich das Internet. Aber selbst in großen Kaufhäusern kann die Suche nach einem fertigen Christmas Pudding überraschend schwierig sein.
Zum Mitmachen
Ist Dir das zu aufwendig? Clevere Kochschulen in London haben erkannt, dass viele Großstädter Singles sind oder weit entfernt von ihrer Ursprungsfamilie leben und deshalb am Stir-up Sunday nicht genau wissen, was sie machen sollen. …und dann ist es plötzlich Weihnachten und Du hast den Stir-up Sunday verpasst oder traust Dich einfach noch nicht an die Zubereitung eines Christmas Puddings. Flambieren kann man ihn ja trotzdem noch selber.
Ich bin gespannt auf Deine Geschichte zum Stir-up Sunday oder zum Christmas Pudding. Hast Du schonmal Christmas Pudding gegessen oder gar gekocht? Kennst Du eine Adresse, wo man besonders leckeren Christmas Pudding essen kann?
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