Fertige Marmelade pürieren: Ausführliche Anleitung und Profi-Tipps
Erdbeermarmelade gehört doch wirklich zum absolut Köstlichsten, womit du ein Frühstücksbrötchen krönen kannst, oder? ;) Viele Menschen mögen aber keine Stückchen in Marmelade - deshalb ist es für ein cremiges Ergebnis wichtig, gekochte Marmelade zu pürieren. Doch wie gelingt das optimal? Hier zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du fertige Marmelade oder auch schon vorbereitete Fruchtmasse ganz einfach fein pürieren und welche Fallstricke und Alternativen es gibt.
Wann und warum Marmelade pürieren?
Falls du deine Marmelade ohne Stückchen magst, ist der richtige Zeitpunkt zum Pürieren nach dem Kochen, aber noch vor dem Abfüllen. Ich püriere manche Obstsorten auch komplett. Die Früchte werden nach dem Putzen, Entstielen und gegebenenfalls Schneiden püriert. Besonders bei Erdbeeren, Himbeeren oder Johannisbeeren kannst du die kleinen Kerne aus der Fruchtmasse entfernen, indem du die Früchte durch ein Sieb oder durch die sogenannte Flotte Lotte streichst.
Das Pürieren bringt eine besonders feine, streichfähige Konsistenz. Wer gar keine Stückchen mag, kann die Marmelade gerne ganz fein mit dem Pürierstab oder im Mixer zerkleinern. Du kannst jetzt auch mit dem Pürierstab große Fruchtstücke zerkleinern und deine Marmelade genau so fein pürieren, wie du es gern magst.
Gerade bei besonders cremiger oder "sämiger" Marmelade lohnt sich das vollständige Pürieren - und es klappt wunderbar mit Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen oder Aprikosen.
Schritt-für-Schritt: So geht das Pürieren richtig
- Steril arbeiten: Um Marmelade einzukochen, die sich lange hält, musst du möglichst hygienisch arbeiten. Das beginnt schon damit, dass du deine gespülten Gläser und Deckel sterilisiert hast, bevor du die Marmelade einfüllst.
- Früchte vorbereiten: Jetzt befreist du die Früchte von ihren grünen Hütchen und schneidest schlechte oder matschige Stellen großzügig heraus. Die Früchte putzen und eventuell in Würfel schneiden. Besonders wichtig: Nur reifes und unversehrtes Obst verwenden, schlechte Stellen entfernen.
- Pürieren: Je nach dem, ob du größere oder kleinere Fruchtstücke in der Marmelade magst, schneidest du die Früchte in entsprechend große Stücke. Dann werden sie im Topf püriert. Falls du keinen Stabmixer hast, kannst du manche Obstsorten auch durch ein feines Sieb oder durch die Flotte Lotte streichen.
- Alternative Methoden: Bei Beerenobst rentiert sich ein Obst- oder Beerenwolf - der holt die ganzen Kernchen raus und du hast nur das Mark. Auch ein haushaltsübliches Mulltuch oder ein sehr feines Haarsieb können verwendet werden, um einen besonders glatten Fruchtaufstrich zu erhalten.
Tipp: Fertige Marmelade nachträglich pürieren
Hast du ein bereits eingekochtes Glas Marmelade, das doch stückiger geworden ist als erhofft? Kein Problem: Du kannst Marmelade aus dem Glas einfach in einen Topf geben, langsam erhitzen (nicht kochen lassen!), vorsichtig pürieren und anschließend wieder abfüllen. Am besten sterilisiert man das Glas oder nimmt ein frisches, heiß ausgespültes Glas und verschließt es wieder fest.
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Sollte dir die Konsistenz nach dem Pürieren zu flüssig erscheinen, kannst du eine Probe machen und prüfen, ob eventuell noch einmal aufgekocht und unter Zugabe von etwas Pektin oder Gelierzucker nachgearbeitet werden sollte.
Kombi-Rezepte und Variationen: Für Marmelade ohne Stückchen
- Erdbeeren zusammen mit Trockenfrüchten und Zitrone in einen Mixer geben und alles fein pürieren. Abschmecken und für fünf Minuten kochen lassen, dabei ständig rühren.
- Eines meiner absoluten Lieblingsrezepte ist kalt gerührte Erdbeermarmelade: Erdbeeren, Gelierzucker und Zitronensaft in einen Mixbecher geben und ungefähr eine Minute pürieren. Dieses Rezept geht so schnell, dass du es sogar noch vor dem Frühstück mit frisch geernteten Erdbeeren zubereiten kannst.
Auch Marmelade mit exotischen Zutaten wie Rhabarber oder Holunder kann nach Geschmack püriert werden. Zurück bleibt eine wunderbar samtige, feinkörnige Konsistenz.
Klassisch, stückig oder cremig? Geräte und Methoden im Überblick
| Methode | Vorteile | Nachteile | Empfohlen für |
|---|---|---|---|
| Stabmixer/Mixer | schnell, einfach, fein cremig | ggf. Kerne bleiben | Erdbeeren, Himbeeren, weiches Obst |
| Obst-/Beerenwolf | markierte Konsistenz, entfernt Kerne | mehr Reinigungsaufwand | Beeren, kerniges Obst |
| Sieb/Mulltuch | klare Konsistenz, klassische Methode | etwas zeitaufwendiger | Gelee, Johannisbeeren |
| Flotte Lotte | klassisch, kindergeeignet | nicht bei allen Geräten feines Ergebnis | Marmelade aus Apfel, Birne |
Auf die richtige Konsistenz kommt es an
Beim Marmeladekochen kann es passieren, dass sie nicht die gewünschte Konsistenz erhält. Entweder ist sie zu flüssig oder zu fest. Gelierzucker hilft zudem dabei, dass ihr weniger Zucker benötigt, um die Marmelade gelieren zu lassen.
Für die gewünschte Streichfähigkeit lohnt sich immer eine Gelierprobe. Dazu gibste einen kleinen Klecks Marmelade auf einen Unterteller und pustest ihn kühl. Wenn er innerhalb kurzer Zeit fest wird und nicht mehr vom Teller läuft, hat alles geklappt! Sollte er aber flüssig bleiben, muss die Kochzeit noch verlängert und/oder etwas Pektin oder Gelierzucker nachgegeben werden.
Ist deine Marmelade trotz aller Mühen flüssig geblieben, kannst du sie mit etwas zusätzlichem Gelierzucker (oder Pektin) erneut aufkochen. Dabei ständig rühren, um Klümpchen zu vermeiden. Besonders praktisch sind Gelierhilfen wie Pektofix, die du einfach einrühren kannst, ohne Klümpchen zu bilden. Alternativ kann man Apfelpektin mit Zucker vermischen und einrühren.
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Typische Fehler beim Gelieren und wie man sie behebt
- Kochzeit zu kurz: Marmelade länger kochen (unter Aufsicht)
- Zu wenig Zucker, zu wenig Säure: Mischungsverhältnis anpassen; etwas Zitronensaft und mehr Zucker zugeben
- Pektin fehlt oder ist zerkocht: Nachträglich Pektin über ein Geliermittel einrühren
- Kleine Hilfe: Ein oder zwei pürierte Äpfel zugeben und nochmals aufkochen
Zusatzwissen: Marmeladenfarben, Lagerung und Frische
Das kennst du bestimmt auch: Wenn du deine Erdbeermarmelade gerade gekocht hast, leuchtet sie knallrot und appetitlich im Glas auf deinem Tisch - doch nach einiger Zeit verliert sich diese Farbe und die Marmelade bekommt ein fahles Braun. Für die rote Farbe sorgen Anthozyane, die bei Licht und Wärme zerfallen. Wenn du die Marmelade möglichst kühl und dunkel lagerst, hält sich das Rot deutlich länger.
Viele frieren deshalb Marmelade ein, da sie eingefroren ihre Farbe und Frische behält. Achtung: Immer das Glas etwas unter Rand befüllen! Alternativ kannst du etwas Zitronensaft oder Vitamin C-Pulver zufügen, um die Oxidation zu verzögern.
Etikettieren, Portionieren und Haltbarkeit
Nach dem Abkühlen werden die Gläser beschriftet, damit ihr auch später noch wisst, welcher Inhalt im Glas ist und wann genau ihr die Konfitüre gekocht habt. Angebrochene Marmeladen sollten immer im Kühlschrank aufbewahrt werden. Damit sie nicht schnell verderben, am besten immer einen frischen Löffel zum Entnehmen verwenden.
Häufige Fragen & Profi-Tipps rund ums Marmelade-Pürieren
- Man kann die Früchte ganz fein pürieren, aber der Kochvorgang ist genauso wichtig wie das Mischungsverhältnis von Frucht und Zucker.
- Pektin ist das klassische Geliermittel. Es braucht Zucker, Säure und Hitze, damit die Marmelade fest wird.
- Gelierzucker gibt es in verschiedenen Varianten (1:1, 2:1, 3:1) - je mehr Frucht, desto fruchtiger und cremiger, aber umso kürzer die Haltbarkeit.
- Sollte die Marmelade nach dem Pürieren zu fest werden, kann sie mit etwas Wasser oder Saft erneut aufgekocht und abgeschmeckt werden.
- Auch Marmelade aus dem Glas kann nachträglich püriert und neu abgefüllt werden.
- Werden Marmeladen mit alternativen Geliermitteln (z. B. Agar Agar, Chiasamen) gekocht, bitte die Angaben zum Mischungsverhältnis beachten.
So ist Marmeladekochen und das Pürieren der fertigen Marmelade wirklich kinderleicht - und gelingt garantiert auch Anfängern. Viel Freude beim Ausprobieren und Genießen!
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