Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und Ekzemen: wissenschaftliche Hintergründe

Ein bisschen naschen hier, ein deftiges Essen da… die leckeren Versuchungen lauern besonders an Festtagen überall. Dabei ist bekannt, dass eine gesunde Ernährung das Wohlbefinden steigert und sogar helfen kann, Krankheiten zu beeinflussen. Auch auf die Hautgesundheit hat die Ernährung einen grossen Einfluss. Denn wer neben Pflege und einem gesunden Lebensstil die richtigen Lebensmittel zu sich nimmt, tut seinem Körper etwas Gutes und kann auch sein Hautbild positiv beeinflussen.

Biologische Grundlagen: Zucker, Insulin und Haut

Unser Körper braucht Zucker als Energielieferant. Wird Zucker in Form von Kohlenhydraten konsumiert, werden diese im Körper zu Glucose umgewandelt. Der Blutzuckerspiegel steigt. Damit der Körper die Glucose verwerten und in die Zellen transportieren kann, schüttet die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin aus. Durch einen hohen Insulinspiegel setzt der Körper unter anderem bestimmte Enzyme frei, die der Haut Kollagen und Elastin entziehen. Diese beiden Proteine beeinflussen auch die Elastizität und Festigkeit der Haut. Weiter sorgt ein Insulinanstieg auch für eine erhöhte Aktivität der Talgdrüsen. Durch die erhöhte Talgproduktion besteht die Gefahr, dass Drüsen und Poren verstopfen.

Schema: Wie Zucker zu Insulinausschüttung und verändertem Hautbild führt

Zucker, Entzündungen und systemische Effekte

Eine hohe Zuckeraufnahme kann zu einer erhöhten systemischen Entzündungsreaktion im Körper führen. Zuckerreiche Nahrungsmittel wie z.B. Süßigkeiten, Limonaden und verarbeitete Lebensmittel haben zusätzlich oftmals einen hohen glykämischen Index. Die Folge: Ein schneller Anstieg des Blutzuckerspiegels. Passiert dies regelmäßig, kann es zu einer Überstimulation des Insulinsystems kommen, was langfristig in einer Insulinresistenz enden kann. Das Problem dabei: Eine Insulinresistenz hat Auswirkungen auf unser Immunsystem und kann das Risiko von Entzündungen und Infektionen erhöhen.

Mit einer falschen Ernährung und zu viel Zucker kann sich das Hautbild verschlechtern. Auch mit schnell resorbierbarem Zucker - wie in Süßigkeiten und Weißmehlprodukten - sparsam umgehen, denn er fördert entzündliche Prozesse im Körper. Eine ausgewogene Ernährung stärkt den Körper gegen Infekte, die wiederum Schübe auslösen können.

Akne, glykämische Last und Ernährungseffekte

Schon lange vermuten Forscher den Zusammenhang zwischen unreiner Haut oder Akne und der Ernährung. Viele Studien wurden durchgeführt. Am Ende konnte belegt werden, dass sich Akne mit einer niedrigen glykämischen Last abschwächt. Das bedeutet, wer weniger Zucker und Fett über die Nahrung zu sich nimmt, kann Akne lindern.

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Nicht nur ein übermässiger Konsum von Zucker hat einen negativen Einfluss auf das Hautbild. Zudem wirken sich auch Lebensmitteln, die viele sogenannte Transfette beinhalten, negativ auf das Hautbild aus. Transfette entstehen durch Erhitzen oder industrielles Verarbeiten und stecken unter anderem in Chips, frittiertem oder gehärteten Pflanzenölen und Margarine. Diese Fette regen die Talgproduktion in der Haut an, sodass Poren schnell verstopfen und Unreinheiten entstehen können.

Zucker und chronische Hauterkrankungen: Neurodermitis (atopische Dermatitis) und Psoriasis

Entzündungsfördernd statt entzückend: Neben genetischen Faktoren und dem Immunsystem spielen bei einer Schuppenflechte auch bestimmte Lebensmittel eine wesentliche Rolle und können Einfluss auf das Hautbild nehmen. Bei einer Schuppenflechte kann es hilfreich sein, den Konsum von zugesetztem Zucker zu reduzieren oder gar zu vermeiden. Das Fazit: Der Konsum von Zucker kann sich negativ auf die Haut insbesondere bei einer Schuppenflechte auswirken, indem er Entzündungen fördert, eine Insulinresistenz verstärkt und das Immunsystem schwächt.

Wichtig ist eine gesunde, ausgewogene und an ihren individuellen Bedürfnissen ausgerichtete Ernährung. Aus wissenschaftlicher Sicht existiert keine allgemein gültige „Neurodermitis-Diät“. Auch für den vollständigen Verzicht auf Zucker als therapeutische Maßnahme gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Was sich für Menschen in Ihrem Freundeskreis als hilfreich erwiesen hat, muss nicht zwangsläufig auch für Sie gut sein. Gestalten Sie Ihren Speiseplan vielfältig und ausgewogen. Essen Sie, was Sie gerne mögen und Ihnen gut tut.

Untersuchungen zur Wirkung von Zucker bei atopischer Dermatitis

Die vorliegende Studie geht der Frage nach. Sie ist prospektiv angelegt, doppelblind, randomisiert und Placebo-kontrolliert. Als Testpersonen (TP) stehen 30 ambulante, männliche und weibliche Patienten der Klinik zur Verfügung, davon 9 Kinder (Alter: 2-47 Jahre). Für alle TP wurde atopische Dermatitis nach den Kriterien von Hanifin und Rajka diagnostiziert. Ausschlusskriterien für die Teilnahme an der Studie sind Diabetes mellitus und Phenylketonurie.

Während der 10-tägigen Studiendauer nehmen die TP eine Diät zu sich ohne Saccharose und ohne die Monosaccharide Glucose und Fructose, d. h. neben Saccharose und saccharosehaltigen Zubereitungen entfallen auch Honig, Ahornsirup und Obst; als Süßungsmittel darf Aspartam verwendet werden. Die Einnahme von Antihistaminika und/oder Corticosteroiden wird für die Dauer der Studie ausgesetzt. Am 7. und am 9. Tag werden einmalig Saccharose (Verum) bzw. Aspartam (Placebo) verabreicht, für die Erwachsenen in eisgekühltem Schwarztee, für die Kinder in einem Milch-Stärke-Dessert.

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Zu Studienbeginn und an den Tagen 7, 8, 9 und 10 wird für jede TP der SCORAD-Index der European Task Force on Atopic Dermatitis ermittelt, ein Punktesystem, das sich aus objektiv erfassbaren Symptomen eines Ekzems und subjektiven Parametern (Hautjucken, Schlafstörungen) zusammensetzt. Die maximale Punktzahl beträgt 103. Hautstatus und ECP-Spiegel bleiben bei allen auswertbaren TP (n = 29) während der gesamten Testperiode im Wesentlichen unverändert. Der mittlere SCORAD-Index liegt zu Studienbeginn bei 29,4, nach einer Woche zuckerfreier Diät bei 29,0; nach der Belastung mit Verum wird ein mittlerer Anstieg um 1,9 Punkte, nach Placebo ein Abfall um 1,2 Punkte ermittelt. Die Unterschiede sind nicht signifikant.

Die Studie liefert keinerlei Anhaltspunkte für eine allergene bzw. pseudoallergene Wirkung von Zucker bei Patienten mit atopischer Dermatitis. Die häufig praktizierte zuckerfreie Diät ist danach wissenschaftlich nicht begründbar. Ein sachlicher Grund, sie beizubehalten besteht nicht.

Natürliche Zuckerquellen, Alternativen und Empfehlungen

Wichtig zu beachten: Nicht alle Arten von Zucker sind gleich und haben den gleichen Einfluss auf unseren Körper. Natürlicher Zucker, der in Lebensmitteln wie Früchten, Gemüse und Vollkornprodukten vorkommt, wird oft als „gesunder Zucker“ bezeichnet. Dies hat aber nicht nur mit der Zuckerart zu tun, denn solche Lebensmittel enthalten neben dem Zucker auch viele Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe, die einen positiven Einfluss auf die Gesundheit nehmen. Es gibt jedoch Lebensmittel mit natürlichem Zucker, die den Blutzuckerspiegel häufig weniger stark und langsamer ansteigen lassen.

  • Natürlicher Zucker aus Obst: Frisches Obst enthält natürlichen Zucker, der in Kombination mit Ballaststoffen und anderen Nährstoffen langsamer verdaut wird. Beeren, Äpfel, Birnen und Zitrusfrüchte sind dafür gute Optionen.
  • Natürlicher Zucker aus Gemüse: Einige Gemüsesorten enthalten natürliche Zuckerarten, die zur Süße beitragen.
  • Honig: Honig ist eine natürliche Süßungsalternative, die in Maßen verwendet werden kann. Er hat entzündungshemmende Eigenschaften und kann eine bessere Option als raffinierter Zucker darstellen.
  • Stevia: Stevia ist eine pflanzliche Süßungsalternative, die aus den Blättern der Steviapflanze gewonnen wird und daher eine natürliche Zuckerquelle ist. Sie hat keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und enthält keine Kalorien.
  • Ahornsirup: Ahornsirup ist eine natürliche Süßungsalternative, die aus dem Saft von Ahornbäumen gewonnen wird.

Lebensmittel mit Zucker, Weissmehl, Transfetten sowie Alkohol und Süssigkeiten sollten entweder vermieden oder in Massen genossen werden. Kohlenhydrate aus ballaststoffreicher Kost, wie beispielsweise Vollkornprodukte, müssen vom Körper erst aufgespalten werden. Das sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel nicht übermässig und schnell ansteigt.

Infografik: Gesündere Zucker- und Kohlenhydrat-Alternativen

Praktische Ernährungs- und Pflegehinweise bei Hautproblemen

Mit der richtigen Ernährung kann versucht werden, das Entzündungsgeschehen einzudämmen. Lebensmittel, die reich an Omega-3-Fettsäure sind, verhelfen nachweislich zu einem ebenmässigeren Hautbild. Omega-3 bekämpft nicht nur Entzündungen, sondern fördert die Bildung von Kollagen, was für eine straffe Haut sorgt. Entzündungshemmende Antioxidantien stecken vor allem in Gemüse und Obst.

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Frisch kochen mit gesunden Nährstoffen, aber Zusatzstoffe und zu viel Zucker meiden: Welche Lebensmittel bei Neurodermitis vertragen werden, lässt sich durch ein Ernährungstagebuch herausfinden. Da eine gesunde Darmflora das Immunsystem unterstützt, können Probiotika in Form von fermentierten Milchprodukten helfen, falls nicht gerade eine Milchunverträglichkeit besteht.

Besonders, wenn doch einmal gesündigt wurde, sollte überschüssiger Talg mit einem guten Cleanser, wie zum Beispiel dem Intensive Micellar Cleanser, gereinigt werden. Auch überschüssige Hautschuppen sowie die durch eine übermässige Talgproduktion geförderte Verhornung der Oberfläche sollte zwei- bis dreimal die Woche mit einem Peeling entfernt werden. Um einen Feuchtigkeitsverlust ausgleichen zu können, empfehlen die Expertinnen und Experten von Skinmed ein Vitamin C Serum sowie ein Hyaluron Serum. Die Haut sollten Sie regelmäßig eincremen, um eine gesunde Schutzfunktion Ihrer Haut zu unterstützen.

Wann ärztliche Beratung sinnvoll ist

Wer sowieso schon zu unreiner Haut neigt, ist besonders empfindlich. Entscheidend ist aber immer auch die Menge an ungesundem Essen wie Zucker, Schokolade, Fett oder auch Alkohol. Sollten Akne und Hautunreinheiten jedoch nicht in den Griff zu bekommen sein, kann der Besuch in einer dermatologischen Praxis wie Skinmed helfen. Gerne können Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch mit unseren Expertinnen und Experten vereinbaren. Nehmen Sie Kontakt auf oder buchen Sie hier gleich einen Termin.

Experteninterview: Ernährung und Hautgesundheit

Wichtige wissenschaftliche Quellen und Hinweise

Ausgewählte Studien und Übersichten legen nahe, dass Ernährung, Darmflora, Entzündungsprozesse und metabolische Faktoren wie Insulin eine Rolle bei Hauterkrankungen spielen. Die Literatur umfasst unter anderem Arbeiten zu Neurodermitis, Allergien, Ernährungseinflüssen und zur Rolle der glykämischen Last bei Akne. Kontrollierte Studien wie die beschriebene prospektive, doppelblinde, randomisierte Placebo-kontrollierte Untersuchung geben Hinweise darauf, dass eine strikt zuckerfreie Diät nicht automatisch zu einer Verbesserung der atopischen Dermatitis führt. Dennoch ist die Gesamtheit der Ernährung und der Lebensstil relevant für entzündliche Hautveränderungen.

Kurze Pflege- und Ernährungs-Checkliste

  1. Reduzieren Sie zugesetzten Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel.
  2. Bevorzugen Sie Vollkorn, ballaststoffreiche Kohlenhydrate und Omega-3-reiche Lebensmittel.
  3. Beobachten Sie Ihre Hautreaktionen mit einem Ernährungstagebuch.
  4. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Lebensmittel dauerhaft ausschließen.
  5. Pflegen Sie die Haut regelmässig (Creme, geeignete Cleanser, gezielte Seren).
Tabelle: Lebensmittelempfehlungen und Effekte auf Haut

Eine normale Ernährung ist immer wichtig, um gesund zu bleiben und/oder die Symptome einer bestehenden Krankheit zu lindern. Es handelt sich dabei nicht um eine Diät, sondern um eine Normalisierung der Ernährung. Dauerhaft meiden sollten Betroffene grundsätzlich nur Nahrungsmittel, gegen die eine Unverträglichkeit vorliegt.

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