Eiweißverwertung: Kuchen‑Rezepte und Ideen für übrig gebliebenes Eiklar

Eier getrennt, dein Eigelb in einem Vanillepudding verkocht und jetzt hast du noch so viel Eiweiß übrig, aber wohin damit? Nicht wegschmeißen, sondern backen! Und zwar einen schnellen, super leckeren und fluffig leichten Eiweißkuchen, für den du wahrscheinlich schon alle Zutaten zuhause hast.

Warum Eiweiß verwerten?

Oft benötigen wir in vielen Rezepten nur die Eidotter oder nur das Eiklar. Jede Menge Dotter brauchst du beim Krapfen und Kekse backen, aber auch bei selbstgemachte Puddings, originalem Tiramisu oder eben auch bei einer richtigen Carbonara Sauce. Kennt ihr das? Ihr bereitet Crème Brûlée zu oder kocht eine Sauce Hollandaise und dann habt ihr auf einmal unheimlich viel Eiweiß übrig, weil ihr dafür nur die Eigelbe braucht?!

Grundrezept: Saftiger Eiweißkuchen (Basis)

Schwing' den Mixer und leg' gleich los!

  • 4 Eiweiß
  • 40 ml Olivenöl oder Pflanzenöl deiner Wahl
  • 80 ml Vollmilch oder Pflanzenmilch
  • etwas Abrieb einer Zitrone
  • 120 g Zucker
  • 120 g Weizenmehl
  • 10 g Backpulver
  • etwas Puderzucker (optional)

Zubereitung

  1. Schlage das Eiweiß so lange auf, bis ein schnittfester Eischnee entstanden ist. Eine Prise Salz kann helfen, wenn dein Eischnee nicht so richtig steif werden möchte.
  2. Reibe von einer Zitrone die Schale ab und stelle sie beiseite.
  3. Vermische in einer Schüssel Milch mit Öl, Zucker und dem Zitronenabrieb.
  4. Jetzt kannst du das Mehl in die Mischung dazu sieben und das Backpulver hinzugeben.
  5. Vorsichtig den Eischnee unter die Masse heben.
  6. Wenn alles gut miteinander vermengt ist, füllst du die Masse in eine Kuchenform und backst deinen Eiweißkuchen für 35-40 Minuten bei 180 °C im Ofen.

Sobald dein Eiweißkuchen ausgekühlt ist, kannst du ihn entweder mit einer Glasur versehen oder auch nur mit etwas Puderzucker bestreuen. Du kannst ihn aber auch ganz nach Lust und Laune aufpeppen, deiner Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt!

Saftiger Eiweißkuchen mit Puderzucker

Rezept: Eiklar-Heidelbeer‑Kuchen (watteweicher Kuchen)

Tolle Verwertung von übrig geblieben Eiklar - ein watteweicher Kuchen mit leckeren Heidelbeeren verfeinert.

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Zutaten

  • 6 Stk. Eiklar, 180 g
  • 100 g Naturjoghurt
  • 30 g Pflanzenöl
  • 100 g Zucker
  • 150 g Mehl
  • 1 Pkg. Backpulver
  • tiefgekühlte Heidelbeeren (oder frisch)

Zubereitung

  1. Für den Teig schlagen wir zuerst das Eiklar mit dem Zucker zu einer richtig schaumigen Masse.
  2. Dann rühren wir kurz das Öl und das Joghurt ein, aber nur so lange, bis es sich vermischt hat. In diesem Rezept spielen Naturjoghurt und Pflanzenöl eine wichtige Rolle. Das Joghurt verleiht dem Kuchen eine angenehme Feuchtigkeit. Pflanzenöl, als Alternative zu Butter, macht den Teig geschmeidig und trägt zu einer längeren Frische bei.
  3. Das Mehl vermischen wir mit dem Backpulver und heben es dann vorsichtig unter den Teig.
  4. Nun verteilen wir den Teig in einer vorbereiteten Springform oder einem Backrahmen. Achte darauf, die Form mit Backpapier auszulegen.
  5. Auf dem Teig verteilst du nun deine tiefgekühlten Beeren. Die tiefgekühlten Heidelbeeren bringen nicht nur eine fruchtige Note, sondern auch eine schöne Farbe in den Kuchen bzw. oben drauf.
  6. Schon kommt der Kuchen in den Ofen und wird bei 180 °C Ober‑/Unterhitze für ca. 30 Minuten gebacken. Am besten achtest du bei der Backzeit auf die Farbe: Sobald der Kuchen goldbraun gebacken ist, kannst du ihn aus dem Ofen holen.

Kann ich frische statt tiefgekühlter Heidelbeeren verwenden? Ja das geht natürlich auch. Die gefrorenen Beeren werden etwas saftiger und matschiger, aber beides ist möglich und schmeckt lecker. Du kannst natürlich auch andere Beeren oder Obstsorten dafür verwenden. Probier dich gerne aus!

Kuchen mit tiefgekühlten Heidelbeeren

Rezept: Apfelkuchen mit Haselnuss‑Baiser

Mein Liebster hat diese Woche seine beste Crème Brûlée für unsere Freunde gemacht und da waren sie: 6 Eiweiß! Klar, aus Eiweiß kann man Makronen machen, aber es ist ja noch lange nicht Weihnachten und Makronen sind für mich ein Weihnachtsgebäck. Pures Baiser rockt mich persönlich irgendwie auch nicht so, deshalb wollte ich einen Kuchen backen. Das funktioniert nämlich auch ohne Eigelb wunderbar. Eine kleine Baiserschicht gibt es trotzdem: Ein Haselnuss-Baiser! Sooo lecker!

Zutaten (vereinfacht)

  • 4 Eiweiß
  • 80 g Zucker + Zucker für Baiser
  • gehackte Haselnüsse
  • Äpfel (grob geraspelt)
  • Butter, Mehl, Backpulver, Vanillezucker, Salz nach Rezept

Zubereitung (Kurzfassung)

  1. Für das Haselnuss‑Baiser die Eiweiße mit dem Zucker steif schlagen (Zucker nach und nach einrieseln lassen) und bis zur Verwendung kühl stellen.
  2. Für den Apfelkuchen Eiweiße mit Zucker, Vanillezucker und Salz schaumig schlagen und die Butter hineinrühren.
  3. Mehl und Backpulver hinzugeben und zu einem homogenen Teig verrühren. Nun die gehackten Haselnüsse hinzugeben.
  4. 2/3 dieses Teiges in die Springform (24 cm Durchmesser) füllen und glatt streichen.
  5. Die Äpfel grob raspeln und mit dem restlichen Teig und 50 g gemahlenen Haselnüssen vermengen. Diese Mischung auf dem Teig verteilen.
  6. Zimt und gemahlene Haselnüsse unter den Eischnee heben und auf den Äpfeln verteilen.

Hatte 3 Eiklar übrig und da kam dieses gerade recht. Habe also die halbe Menge in Röserlförmchen gebacken. Bittermandelöl habe ich gegen einen Hauch geriebene Tonkabohne ausgetauscht. Sehr, sehr lecker das Ergebnis. Wird in meine Sammlung aufgenommen und wieder gemacht.

Apfelkuchen mit Haselnuss‑Baiser

Rezept: Gâteau Lorrain (Eiweiß‑Reisekuchen)

Ein Gâteau Lorrain ist ein idealer Reisekuchen (Cake de voyage → Kokos‑Kastenkuchen). Er ist leicht zu transportieren, leicht mit der Hand zu essen und schmeckt außerdem herrlich fluffig. Nicht umsonst wird er in Frankreich auch Wolkenkuchen (Gâteau nuage) genannt. Hauptsächlich bin ich dankbar für dieses Rezept, da es wunderbar zur Eiweißverwertung verwendet werden kann.

Wichtige Hinweise für die Zubereitung

  • Alle Zutaten vorbereiten und abwiegen.
  • Butter schmelzen (z. B. in der Mikrowelle) und dann wieder abkühlen lassen.
  • Die Form buttern und 1 EL Puderzucker auf dem Boden und den Rändern verteilen. Die Form im Kühlschrank aufbewahren, während der Rest des Rezepts zubereitet wird.
  • Den Backofen auf 175 °C Umluft vorheizen.

Zubereitung (Kerntipps)

  1. Eiweiß in eine große Schüssel einer Küchenmaschine geben. Man kann auch mit einem Handrührgerät arbeiten.
  2. Langsam beginnen das Eiweiß steif zu schlagen. Die Prise Salz zugeben und die Geschwindigkeit erhöhen.
  3. Wenn der Schnee schon ziemlich fest ist, ca. 60 g Zucker dazugeben und weiterschlagen.
  4. Nach ca. 1 Minute die Maschine stoppen und das Mehl, den restlichen Zucker und die Vanille dazu geben. Vorsichtig unterrühren.
  5. Zuletzt den Mirabellenschnaps und die abgekühlte Butter unterheben bis eine homogene Masse entsteht.
  6. Umgehend in die Backform geben und für ca. 30 Minuten backen. Nach ca. 20 Minuten den Kuchen mit Alufolie abdecken, damit er oben nicht zu dunkel wird.
  7. Kuchen aus dem Ofen nehmen und zehn Minuten abkühlen lassen. Dann aus der Form nehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
Gâteau Lorrain - Reisekuchen

Tipps, Varianten und häufige Fragen

  • Welche Alternativen gibt es zu Heidelbeeren? Andere Beeren wie Himbeeren oder Brombeeren eignen sich ebenfalls gut. Du kannst aber auch Zwetschgen, Marillen oder auch Äpfel ausprobieren.
  • Kann ich den Zuckeranteil reduzieren? Der Kuchen ist schon gut süß, aber der Zucker sorgt für die notwendige Stabilität des Teiges.
  • Wie bewahre ich den Kuchen am besten auf? Bei Kuchen ist es immer wichtig, sie luftdicht zu verschließen bzw. gut abzudecken. Vor allem der Anschnitt kann sonst leicht austrocknen. 2-3 Tage kannst du ihn dann kühl gelagert locker genießen.
  • Du kannst gehackte Mandeln, Hasel- oder Walnüsse direkt mit in die Teigmasse geben und so für mehr Biss sorgen.
  • Wenn dir mal die Zeit fehlt: Eiweiß kannst du auch einfrieren. Schreib’ dann aber am besten die Anzahl und das Datum darauf, damit du alles im Blick behältst.
Video-Anleitung: Saftiger Eiweißkuchen aus Eiklar-Resten

Nährwerte (Beispiel: Heidelbeer‑Eiweißkuchen, pro Stück)

KalorienKohlenhydrateEiweißFett
184 kcal28.5 g5.3 g4.6 g

Weitere Ideen zur Eiweißverwertung

  • Makronen (Baiser‑Makronen) - klassisch, süß und dekorativ.
  • Baiser‑Toppings für Kuchen oder Torten.
  • Leichte Wolkenkuchen (Gâteau nuage) oder Reisekuchen wie Gâteau Lorrain.
  • Eiweiß als Basis für luftig‑leichte Kuchen und Torten, kombiniert mit Nüssen, Früchten oder Aromastoffen wie Bittermandelaroma.

Fallen dir weitere Ideen ein, wie man übriggebliebenes Eiweiß weiterverwerten kann? Lass mich wissen wie es dir geschmeckt hat!

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