Unterschiede und gesundheitliche Aspekte von Kaffee, Tee und Schokolade

Die Diskussion kommt immer wieder darauf zurück, ob denn nun Kaffee oder Tee gesünder ist. Und darüber hinaus, welche Unterschiede es in der Wirkung gibt. Nicht immer geht es dabei um Fragen des Geschmacks, sondern auch um andere Aspekte des Lebensstils. Wofür soll man sich also entscheiden?

Inhaltsstoffe von Kaffee, Tee und Schokolade

Kaffee und Tee verfügen über verschiedene Inhaltsstoffe, die sich auf unterschiedliche Weise auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit auswirken können. Eine tatsächliche negative Wirkung zeigt sich, wenn überhaupt, erst bei einer Überdosierung.

Kaffee enthält

  • Alkaloide (Koffein)
  • verschiedene Vitamine (vor allem Vitamin B2 und B6)
  • Mineralstoffe (Kalium, Magnesium, Kalzium etc.)
  • Säuren
  • Kohlenhydrate
  • Wasser
  • Fett- und Eiweißstoffe
  • Aromastoffe

Zubereitet wird Kaffee aus gerösteten und gemahlenen Kaffeebohnen und ist durch seinen intensiven, manchmal auch herben Geschmack sehr beliebt.

Tee enthält

  • Koffein
  • Gerbstoffe
  • Aminosäuren
  • Vitamine (Vitamin A, B1, B2, C, D)
  • Kohlenhydrate
  • Mineralien
  • Enzyme
  • Chlorophyll
  • Fettstoffe

Tee wird aus den Blättern der Camellia sinensis oder assamica Pflanze kreiert (schwarzer Tee, grüner Tee, weißer Tee, gelber Tee etc.). Darüber hinaus gibt es teeähnliche Getränke, wie Kräuter- oder Früchtetees, die eine andere Zusammensetzung der Inhaltsstoffe enthalten können.

Die Kaffeebohne enthält im Schnitt zwei Prozent Koffein, die gleiche Menge Tee ein bis fünf Prozent. Allerdings benötigt man in der Zubereitung einer Tasse Kaffee eine größere Menge an Kaffeebohnen, Tee kommt hingegen mit verhältnismäßig wenigen Teeblättern aus.

Lesen Sie auch: Drinnen feiern: Tipps für einen gelungenen Kindergeburtstag

Schokolade und Kakao

Koffein kommt auch in den Samen der Kakaopflanze vor. Koffein ist ebenfalls Bestandteil von Arzneimitteln, vor allem Kopfschmerz- und Migränetabletten. Schokolade enthält je nach Kakaogehalt unterschiedlich viel Koffein: beispielsweise mit 35% Kakaogehalt weist 15 mg auf, weiße Schokolade 12 mg.

Infografik Inhaltsstoffe Kaffee Tee Schokolade

Koffein, Teein und Wirkungsunterschiede

Koffein ist der wohl bekannteste Inhaltsstoff des Kaffees. Chemisch gesehen gehört das Koffein zu den stickstoffhaltigen Verbindungen, den sogenannten Alkaloiden. Koffein kommt in vielen Pflanzen vor. Hauptlieferanten sind neben dem Kaffeestrauch der Teestrauch, die Schlingpflanze Guarana und die Kolanuss.

Früher wurde dieser Wirkstoff als Teein bezeichnet, doch mittlerweile weiß man, dass sowohl Tee als auch Kaffee die gleiche chemische Zusammensetzung haben. Wo liegen die Unterschiede bei Teein und Koffein? Das Teein im Tee ist stärker an andere Inhaltsstoffe gekoppelt. Das Koffein im Tee ist hingegen an Gerbstoffe gebunden und wird erst im Darm freigesetzt. Das heißt, die Wirkung setzt nicht so rasch ein und hält länger an als nach einer Tasse Kaffee. Der Teeineffekt ist dadurch verzögert und sanfter.

Die Freisetzung des Teeins im Tee hängt stark von der Ziehzeit des Tees ab. Binden die Gerbstoffe das Teein, wird es nicht gänzlich aufgenommen. Die anregende Wirkung des Kaffees setzt ungefähr nach zwanzig Minuten ein, die höchste Konzentration im Blut liegt nach eineinhalb Stunden vor. Anschließend wird das Koffein im Körper nach und nach abgebaut. Diese Wirkung hält im Durchschnitt vier Stunden an.

Wirkung auf Körper und Gehirn

Das im Kaffee enthaltene Koffein wirkt vor allem im Gehirn. Es ist chemisch so ähnlich aufgebaut wie der Botenstoff Adenosin, der müde macht. Das Koffein blockiert die Andockstellen von Adenosin im Gehirn, daher hat Kaffee eine wachmachende Wirkung und verbessert die Konzentrationsfähigkeit. Aufgrund von genetischen Varianten des Adenosin-Rezeptors führt Kaffeekonsum am Nachmittag bei einigen Menschen zu Einschlafstörungen.

Lesen Sie auch: Perfekter Zuckerguss: So gelingt er garantiert

Koffein beschleunigt die Herztätigkeit, den Stoffwechsel und die Atmung, lässt den Blutdruck und die Körpertemperatur leicht ansteigen. Die Blutgefäße erweitern sich und die Durchblutung aller Organe nimmt zu. Kaffeegenuss kann das körperliche Leistungsvermögen steigern.

Manche Untersuchungen legen eine Verbesserung der kognitiven Funktionen und psychischen Gesundheit bei Konsum von Kaffee und Tee nahe, wie beispielsweise eine verbesserte Aufmerksamkeit, ein geringeres Depressionsrisiko etc. Eine wissenschaftliche Untersuchung im Rahmen der großen Women´s Health Studie ergab, dass Kaffee das Risiko für Demenzerkrankungen senken kann. Schon mehrfach wurde über geringe schützende Effekte vor Parkinsonerkrankungen berichtet. Außerdem soll Kaffee das Risiko für Depressionen senken, wie eine spanische Studie zeigt.

Wirkung von Koffein auf Gehirn und Herz

Herz-Kreislauf, Blutdruck und Mikrobiom

Zu viel Kaffee oder Tee können kurzfristig den Blutdruck erhöhen und bei einem sehr hohen Konsum Herz-Rhythmus-Störungen begünstigen. Nach dem Konsum von Kaffee kann es zu einem vorübergehenden Anstieg des systolischen und diastolischen Blutdrucks um etwa 10 bis 20 mmHg kommen. Regelmäßiger Kaffeekonsum führt jedoch zu einer Gewöhnung: Innerhalb von ein bis zwei Wochen nimmt die blutdrucksteigernde Wirkung ab oder verschwindet vollständig.

Der regelmäßige Kaffeekonsum geht einer englischen Studie von 2022 zufolge mit einem geringeren Risiko für Herzinsuffizienz, Schlaganfall und Herzinfarkt einher. Die antioxidativen Inhaltsstoffe könnten eine Schutzwirkung entfalten und Mikroentzündungen hemmen, die als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten. Aber wieder gilt: Die Dosis ist entscheidend. Übermäßiger Konsum kann das Herz belasten.

Eine Untersuchung von 2024 fand heraus, dass regelmäßiger Kaffeekonsum die Vielfalt und Stabilität des Darmmikrobioms fördert. Kaffeetrinkende weisen eine erhöhte Anzahl nützlicher Bakterienstämme wie Lawsonibacter asachharolyticus, Alistipes und Faecalibacterium auf. Kaffee erhöht zudem die Konzentration von Bifidobacterium, das die Verdauung unterstützt und Infektionen vorbeugen kann.

Lesen Sie auch: "Was für eine geile Zeit" von Ben Zucker im Detail

Schutzwirkung, Antioxidantien und chronische Erkrankungen

Aufgrund seines hohen Gehalts an antioxidativen Inhaltsstoffen kann Kaffee dazu beitragen, chronische Entzündungen zu reduzieren. Kein anderes Lebensmittel beinhaltet mehr Antioxidantien als Kaffee. Viele dieser Inhaltsstoffe können positive Effekte auf den menschlichen Organismus haben. Studien haben ergeben, dass Kaffee zum Beispiel die Leberenzyme günstig beeinflusst und die Entwicklung von Leberschäden bremst. Kaffee soll auch das Risiko für chronische Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschiedene Krebsarten reduzieren.

Eine Studie zeigte, dass moderater Kaffeekonsum (drei Tassen täglich) das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Fettleibigkeit senkt. Entkoffeinierter Kaffee bietet nahezu dieselben gesundheitlichen Vorteile wie koffeinhaltiger Kaffee, da die meisten Antioxidantien erhalten bleiben. Einer Untersuchung von 2014 zufolge senkt entkoffeinierter Kaffee das Risiko für Typ-2-Diabetes, Lebererkrankungen und bestimmte Krebsarten ähnlich wie normaler Kaffee.

Vorteile von Tee: Flavonoide, grüner Tee und Mundgesundheit

Insbesondere grüner Tee soll das Risiko für Krebs, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Der grüne Tee wurde in Studien dahingehend analysiert, dass sich die Blutgefäße elastischer und flexibler zeigten. Flavonoide besitzen eine antioxidative Wirkung. Radikale im Körper binden und unschädlich machen können. Eine der wichtigsten Eigenschaften von Flavonoiden ist ihre antioxidative Wirkung. Sie wirken entzündungshemmend im Körper.

Regelmäßiger Teekonsum kann Stress reduzieren, die Zähne schützen bzw. Karies vorbeugen, den Cholesterinspiegel senken oder den Blutdruck regulieren. Inhaltsstoffe im schwarzen Tee stoppten in Studien Bakterien, die Karies verursachen.

Nebenwirkungen und Risiken bei Überkonsum

Ein zu hoher Konsum von Kaffee oder Tee kann zu Nervosität, Gereiztheit oder zu Schlafstörungen führen. Außerdem können Sodbrennen, Kopfschmerzen oder Entzündungen der Magenschleimhaut die Folge sein. Kaffee regt die Säureproduktion im Magen an und kann bei empfindlichen Menschen Sodbrennen oder Reflux verschlimmern. Manche Personen bekommen nach dem Genuss von Kaffee Magenschmerzen, Herzrasen oder Schweißausbrüche. Wasser kann helfen, die Beschwerden zu lindern.

Zu viel Kaffee kann zu Schlafstörungen, Unruhe, Herzrasen sowie zu Kopfschmerzen nach plötzlichem Absetzen führen - bei empfindlichen Menschen auch schon bei niedrigem Konsum. Koffein beeinflusst auch die Wirkung anderer Medikamente wie Blutdrucksenker, Antidepressiva, Magensäurehemmer oder Schilddrüsentabletten. Dabei können die Wirkungen sowohl abgeschwächt als auch verstärkt werden.

400 Milligramm Koffein am Tag sind laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und Heimat (BMLEH) und der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in der Regel kein Problem. Für Schwangere gilt ein maximaler Koffeinkonsum von 200 Milligramm pro Tag als unbedenklich - das entspricht etwa zwei Tassen Filterkaffee. Besser ist jedoch entkoffeinierter Kaffee, da das Koffein die Plazenta passiert und beim Kind zu Schlafproblemen und Wachstumsverzögerungen führen kann, da Babys Koffein nur langsam abbauen. Laut einer Studie kann Koffein zu einem geringeren Geburtsgewicht des Kindes führen.

Zubereitung, Sorte und Qualität als Einflussfaktoren

Die Art der Kaffeezubereitung hat nur geringen Einfluss auf den gesundheitlichen Wert. Filterkaffee schneidet laut einer Veröffentlichung aus 2020 im New England Journal of Medicine am besten ab. Das Papier filtert Diterpene wie Cafestol und Kahweol, heraus, die das LDL-Cholesterin ("schlechtes" Cholesterin) ansteigen lassen. In einer schwedischen Studie ließen Espresso (drei bis fünf Tassen täglich) und per French Press zubereiteter Kaffee (weniger als sechs Tassen täglich) den Cholesterinspiegel ansteigen - bei Filterkaffee erst nach mehr als sechs Tassen täglich. Löslicher Kaffee (Instantkaffee) zeigte diesen Cholesterin-Effekt nicht.

Wahrscheinlich spielt auch die Kontaktzeit von Wasser und Kaffeepulver eine Rolle: Bei Espresso, Kapselkaffee oder Kaffeepads ist die Zeit, in der die Diterpene in den Kaffee gelangen können, kürzer als bei Frenchpress oder wenn das Kaffeepulver direkt in die Tasse gegeben wird.

Gravierend unterscheiden sich beim Kaffee in erster Linie Arabica und Robusta. Getrunkene Arabica weist einen Gehalt von 0,8% -1,4% auf, Robusta Kaffee, der bevorzugt für Espresso oder in Kaffeemischungen verwendet wird, hat einen Anteil von 1,7%-4%. Robusta hat also von Haus aus einen 2-3 mal so hohen Anteil.

Besondere Getränke: Cascara und teeähnliche Alternativen

Der Cascara ist ein aus den Schalen der Kaffeekirsche hergestellter Tee. Aus dem spanischen heißt Cascara übersetzt „Schale“. Die Schale der Kaffeekirsche wird bei der Kaffeeherstellung meistens entsorgt. Der Geschmack des Cascara-Tees variiert stark nach Herkunft und vereint das Beste aus Kaffee und Tee. Der Cascara-Tee ist ohne Frage ein interessantes Produkt, das erwähnt werden sollte.

Cascara Tee Tasse und Kaffeekirsche

Qualität, Schadstoffe und ökologische Aspekte

Leider gibt es immer wieder negative Schlagzeilen zu Schadstoffen im Tee und Kaffee. In manchen Proben waren unterschiedlichste Schadstoffe enthalten. Schadstoffe in Tee oder Kaffee möchte doch niemand haben. Uns ist es wichtig, dass der Kaffee aus unserer Kaffeerösterei ein reiner Bio-Kaffee ist. handverlesener Kaffee und auch der Cascara-Tee wird nicht mit Chemikalien behandelt. eine schonende Röstung per Hand.

Praktische Empfehlungen

  • Sowohl Tee als auch Kaffee können positive oder negative (hauptsächlich bei Überkonsum) Wirkungen haben und letztendlich hängt es vom persönlichen Geschmack ab, welchem Getränk man den Vorzug gibt.
  • Wichtig ist, dass Kaffee und Tee in Maßen getrunken werden, größere Mengen sollten vermieden werden.
  • Entkoffeinierter Kaffee bietet viele gesundheitliche Vorteile ähnlich wie koffeinhaltiger Kaffee und ist besonders für Schwangere empfehlenswert.
  • Bei Magenempfindlichkeit kann Tee oder entkoffeinierter Kaffee besser verträglich sein.
  • Achten Sie auf die Zubereitungsart (Filter vs. French Press) und auf die Qualität (Bio, Schadstoffkontrolle).

Tabelle: Vergleich ausgewählter Effekte

Aspekt Kaffee Tee Schokolade (Kakao)
Koffeingehalt pro Portion höher (Tasse ≈ doppelt so viel wie schwarzer Tee) niedriger, Wirkstoff an Gerbstoffe gebunden gering bis moderat (abhängig vom Kakaoanteil)
Wirkungseintritt schnell, intensiv verzögert, länger anhaltend langsam, mild
Antioxidative Wirkung sehr hoch hoch (bes. Grüntee, Flavonoide) hoch bei hohem Kakaoanteil
Herz-Kreislauf-Effekte moderater Konsum schützend, Überkonsum belastend blutdruckregulierend, schützend positiv bei dunkler Schokolade (in Maßen)
Besondere Vorteile Darmmikrobiom, Leber, kognitive Effekte Stressreduktion, Kariesprophylaxe Stimmungsaufhellend, leichter Koffein-Effekt

Möchten Sie sich tiefergehend beraten? Wenn Sie sich für die gesundheitlichen Auswirkungen von Kaffee und Tee interessieren, dann kommen Sie einfach zu uns in die Apotheke. Ob mit Koffein oder entkoffeiniert: Studien zeigen gesunde Effekte von Kaffee auf Darm, Herz, Blutdruck, Entzündungen und weiteres. Menge, Zubereitung und Zeitpunkt des Kaffeekonsums sind entscheidend.

tags: #unterschiede #und #gesundheitliche #aspekte #von #kaffee

Populäre Artikel: