Eine Leiche zum Dessert — Auflösung und Erklärung des Films
Lionel Twain lädt die fünf renommiertesten Privatdetektive der Welt in sein Landhaus ein, um den Besten oder die Beste unter ihnen zu küren. Der geheimnisvolle Millionär Lionel Twain versammelt die größten Detektive der Welt auf seinem Anwesen. Fünf weltberühmte Detektive bekommen von dem exzentrischen Millionär Lionel Twain eine Einladung zu einem Wochenendbesuch mit Dinner und einem Mord.
Nach und nach fahren seine Gäste mit ihren Autos vor: das Paar Tess Skeffington und Sam Diamond, Dick Charleston in Begleitung seiner Frau Dora, Sidney Wang mit seinem Adoptivsohn Willie und Milo Perrier mit seinem Chauffeur Marcel sowie Jessica Marbles mit ihrer Krankenschwester. James Coco, Peter Falk, Elsa Lanchester, David Niven, Peter Sellers und Maggie Smith sind zum Dinner versammelt, als der heuchlerische Twain mitteilt, dass einer der Anwesenden um Mitternacht ermordet wird ...
Bei einem gemeinsamen Abendessen werden sie von dem blinden Butler Jamesir Bensonmum und der taubstummen Köchin Yetta bewirtet. Im Haushalt führen ein blinder Butler und eine taubstumme Köchin das Regiment, die folgerichtig konsequent aneinander vorbei arbeiten. Der Butler, den Alec Guinness mit beklatschenswerter Gelassenheit als blinden Tölpel spielt, heißt Jamesir Bensonmum.
Twain prophezeit: Um Punkt Mitternacht wird einer der Gäste, die in dem Moment am Tisch sitzen, durch 12 Messerstiche in den Rücken ermordet werden. Die Türen sind verschlossen, die Fenster gesichert. Die Detektive haben keine andere Wahl als bei dem makaberen Spiel mitzumachen, denn das Haus ist bis zum nächsten Morgen hermetisch verriegelt.
In der Nacht geht es hoch her: Räume verschwinden und tauchen wieder auf, eine Leiche wechselt permanent ihren Standort und die Zimmer der Gäste sind lebensgefahrlich präpariert. Im Laufe des Abends werden den Detektiven einige tödliche Fallen gestellt, die sie alle aufdecken, bevor sich ihr Gastgeber zu ihnen an den Tisch gesellt und sie über die geheimnisvolle Einladung aufklärt. In der Nacht geht es hoch her: Räume verschwinden und tauchen wieder auf, eine Leiche wechselt permanent ihren Standort und die Zimmer der Gäste sind lebensgefahrlich präpariert.
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Der Mord - denn er geschieht - wird zum Mittelpunkt des Geschehens und die Protagonisten umschwirren ihn, stets auf ihren individuellen Vorteil bedacht, denn nichts scheint ihnen begehrlicher als den Status quo zu sichern und als weiterhin ungeschlagener Meisterdetektiv vom Plan treten zu können; doch das kann nur einem glücken. Jeder einzelne hatte Anlass, jeder hatte Gelegenheit, den von Twain prophezeiten Mord zu begehen. Das Netz der Verdachte und Verdächtigungen beginnt sich zu verdichten: Jeder einzelne hatte Anlass, jeder hatte Gelegenheit, den von Twain prophezeiten Mord zu begehen.
Die Detektive, die er da versammelt, sind leicht dechiffrierbar als Charlie Chan, Dick und Dora Charleston (aus Dashiell Hammetts "Thin Man"-Reihe), Miss Marple, Sam Spade und Hercule Poirot. Die Charaktere dabei sind Karikaturen klassischer Detektive: Agatha Christies Miss Marple (Elsa Lanchester) und Hercule Poirot (James Coco), Dashiell Hammetts Sam Spade (Peter Falk) und das Pärchen Nick und Nora Charles (David Niven und Maggie Smith) sowie Earl Derr Biggers’ Charlie Chan (Peter Sellers) sind teils hochkarätig, immer jedoch ausgezeichnet besetzt.
Der Chinese Wang, den Peter Sellers mit seiner Lust an der Verkleidung zur Karikatur eines englisch radebrechenden Mandarin macht, über den sich alle wundern, dass ein so intelligenter, kluger, cleverer Mann den bestimmten Artikel nicht korrekt verwenden kann, hat einen Adoptivsohn Nummer 3 aus Japan - wo die Originalfigur einen "Number One Son" hat. Der harte an Sam Spade erinnernde Sam Diamond aus San Francisco, dessen Härte die Frauen reihenweise verfallen, erweist sich zwischenzeitlich als homosexuell mit heimlichem Männerkalender im Schlafzimmer. Das in jeder Situation Martini-mit-Olive-schlürfende Millionärspaar Charleston übergeht mit steifer Oberlippe, dass man seit zwei Jahren pleite ist.
Neil Simon wollte eine Parodie auf all die bekannten Kriminalromanhelden schaffen und ihre Eigenheiten und Macken zum Motiv des Films machen. Drehbuchautor Neil Simon wollte eine Parodie auf all die bekannten Kriminalromanhelden schaffen und ihre Eigenheiten und Macken zum Motiv des Films machen. Neil Simon hat es offenbar nicht mehr im Sessel gehalten. Neil Simon parodiert die Klischees, die zu den jeweiligen Stardetektiven gehören.
Die grotesk überdrehte Handlung, umgeben von bizarren Gags und begleitet von einigen spitz geschliffenen Dialogen, hat das Zeug zum langen Abend. Jeder Versuch, dem Fall im Kinosessel auf die Schliche zu kommen, ist auf fröhliche Weise zum Scheitern verurteilt: ... Informationen werden absichtlich zurückgehalten, damit ja keiner errät, wer der Täter ist. Damit endet ein getötetes Wochenende für die Detektive und ihre Begleiter, damit endet aber auch der Film „Eine Leiche zum Dessert“, der so mystisch und abgeklärt, so ungeheuer wortwitzig und albern ist wie er persiflierend, überziehend Kritik übt und Krimiautoren und -leser ob ihrer Einfältigkeit vor den Kopf stößt.
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Die Wahl eines Truman Capotes in einer Nebenrolle bekommt sogar nochmal doppelten Boden, indem dieser Mann mit seinem Roman „Kaltblütig“ natürlich die komplette Realität in den Thriller geholt hat. Der Gastgeber selbst ist das Mordopfer. Am Schluss erklärt Lionel Twain obsiegend: „Ihr Kriminalhelden seid so lange so clever gewesen, dass ihr euch inzwischen wie Götter vorkommt. Mit der billigsten Effekthascherei führt ihr eure Leser an der Nase herum. Ihr quält sie mit aus den Fingern gesogenen Schlüssen, die keinen Sinn haben. Noch auf den fünf letzten Seiten führt ihr Charaktere ein, die im ganzen Buch mit keinem Federstrich erwähnt wurden.“
Während es lange Zeit so scheint, als ob es eine genretypische Auflösung gibt und der Mörder überführt werden kann, stellt das Ende die Genrekonventionen komplett auf den Kopf, veräppelt sie und vermag wirklich zu überraschen. Der Film macht sich über die bisweilen hanebüchenen Krimiauflösungen lustig, bei denen der Zuschauer vergebens nach einem Sinn im Verlauf der Handlung sucht. Neil Simon treibt das Spiel mit der Logik so weit, dass am Ende jeder rationale Erklärungsansatz scheitern muss.
Die eigentliche Stärke des Films liegt dabei nicht in dem Gezeigten, sondern in der Konzipierung. So machen sich Krimis einen Spaß daraus, den Zuschauer in ihrem Konstrukt stöbern zu lassen. Falsche Fährten werden da gelegt und nach und nach kristallisieren sich die wahren Beweggründe der Figuren heraus. Gekonnt greift der Film dabei die Marotten der literarischen, wie filmischen Vorbilder um, trinkende Detektive, die Fluchen, Menschen, die zu viel essen, denen das logische Denken erschwert ist, die kaum einen richtigen Satz vonstatten bringen oder auch das erhabene und über die Masse gestellte einiger Figuren werden hier perfekt ins Kreuzfeuer genommen.
Wer diesen Film also verstehen will, sitzt im falschen Boot. Die Parodie zielt genau darauf ab: den Wunsch nach einer rationalen, klassischen Auflösung ad absurdum zu führen. Jeder rationale Erklärungsansatz ist zum Scheitern verurteilt, weil der Film gerade die Techniken kritisiert, mit denen Kriminalromane ihre Auflösungen häufig erzwingen.
Warum die "Auflösung" absichtlich unsinnig bleibt
- Der Film parodiert die Konvention, dass am Ende alle Hinweise plötzlich zusammenpassen - und zeigt stattdessen, wie oft Autoren "aus dem Hut" neue Figuren oder Informationen einführen.
- Neil Simon macht sich über die genretypischen Tricks lustig und treibt das Spiel mit der Logik so weit, dass am Ende jeder rationale Erklärungsansatz scheitern muss.
- Die absurde und groteske Handlung und die ständigen Gags sorgen dafür, dass ein strukturierter Deduktionsprozess nicht möglich ist; das Ziel ist Unterhaltung und Satire, nicht eine klassische Aufklärung.
Rezeption und Kultstatus
Die US-Krimikomödie aus dem Jahre 1976 hat sich längst einen großen Kultstatus erarbeitet. "Eine Leiche zum Dessert" avancierte zum Kultfilm, teils wegen der Starbesetzung mit Alec Guinness, Peter Falk, Peter Sellers, David Niven und Maggie Smith, aber auch wegen des skurrilen Humors. Die witzigen Elemente übertreffen die der Spannung um ein Vielfaches, mit vielen gut gesetzten Pointen und gut inszenierten Pointen verzaubert Regisseur Robert Moore hier das Publikum.
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Die Lust, mit der das Ensemble seine Charaktere auseinandernimmt, ist jederzeit spürbar. Die Schauspieler sind dabei so gut gewählt, weil sie nie mit den Figuren und all den Absurditäten brechen. Die Ideen, die er, während wir im Kinosessel sitzen, in unseren Kopf pflanzt, blühen beim anschließenden Absacker in der Kneipe an der Ecke auf und entfalten ihren eigenen Humor.
Kurze Orientierungstabelle: Wer parodiert wen?
| Filmfigur | Vorbild |
|---|---|
| Sidney Wang | Charlie Chan |
| Dick & Dora Charleston | Nick & Nora Charles (Thin Man) |
| Sam Diamond | Sam Spade |
| Milo Perrier | Hercule Poirot |
| Jessica Marbles | Miss Marple |
Fazit für die Interpretationsfrage: Der Film nimmt Detektivstories auf die Schippe. Punkt. Neil Simon macht sich heftig über minderwertige Krimis lustig, die ihre Lösungen auch am Ende mit faulen Tricks und blödsinnigen Zufällen aus dem Hut zaubern. Wer also eine klassische, rationale Erklärung für die Tat erwartet, wird enttäuscht; wer jedoch die satirische Demontage der Krimeregeln genießt, erlebt einen unterhaltsamen, bissigen Filmabend.
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