Ein Herz aus Schokolade — Inhalt und Hintergrund des Theaterstücks
„Ein Herz aus Schokolade“ ist eine süße Komödie, die Slapstick, skurrile Verwechslungen und zarte Momente voller Melancholie vereint. Mit „Ein Herz aus Schokolade“ ist Regisseur Marco Linke eine Inszenierung gelungen, die nicht nur süß, sondern auch überraschend tiefgründig daherkommt - ein Stück, das Slapstick und leise Melancholie so kunstvoll mischt wie dunkle Kuvertüre und einen Schuss Cognac.
Handlung: Die Chocolaterie als Bühne für Liebe und Verwirrung
Wir betreten eine Chocolaterie wie aus dem Bilderbuch: lindgrün gestrichene Wände, Körbe voller Pralinen, Schachteln, Schleifen, französischer Chic. Schokolade macht glücklich! Aber Pralinen noch viel glücklicher, das weiß auch Henri, und deshalb ist er schon ein Leben lang Chocolatier mit Leib und Seele. Sein kleiner Laden floriert und alles ist perfekt, bis der Meister der süßen Verführung eines Tages von seiner Frau verlassen wird.
Seitdem seine Frau ihn verlassen hat, hat Chocolatier Henri Ledoux seinen Geschmackssinn eingebüßt. Plötzlich schmecken seine Pralinen nicht mehr. Das hat zur Folge, dass die Kundschaft ausbleibt. Nachdem keine Pille helfen will, hat sein Arzt, Dr. Margaux, schließlich eine Idee, für die man kein Rezept benötigt: Nur eine neue Liebe kann das gebrochene Schokoladenherz von Henri heilen, und vielleicht kehrt dann ja auch sein Geschmackssinn zurück.
Ohne Henris Wissen schaltet er eine Kontaktanzeige. Jedoch hat auch Henri eine Anzeige geschaltet, in der er eine neue Verkäuferin sucht. Die beiden hecken einen Plan aus, denn sie sind sich sicher: nur eine neue Liebe kann Henri retten. Heimlich geben sie für ihn eine Kontaktanzeige auf. Und Pascal soll als Vorkoster ein Praktikum machen.
Chocolatier Henri Ledoux hat eine Stellenanzeige aufgegeben, auf die sich Pascal Gaspard meldet. Er ist vom Metier, leidenschaftlicher Schokoladen-Liebhaber, hat aber wenig Ahnung von der Herstellung. Pascal kommt zurück, denn so schnell gibt er nicht auf. Henri nimmt seine Bewerbung nicht ernst. Im Gehen trifft Pascal auf Doktor Margaux, der sich ein paar Trüffel gönnen wollte, die aber nicht mehr die Qualität zu haben scheinen wie üblich.
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Die chaotischen Bewerberinnen und zahlreiche Missverständnisse
Nun nimmt das Drama seinen komischen Lauf: die Bewerberinnen trudeln ein, da der unerfahrene Doktor die Adresse des Ladens angegeben hat. Abwechselnd treffen Bewerberinnen für die Anzeige auf Arbeit und auf Ehe ein und natürlich gibt es die haarsträubendsten Missverständnisse. Nach der deftigen Manon Boyau vom Lande, kommt Charlotte Rognon, der Gouvernantentyp, Schokoladenhasserin - das kann nichts werden. Mit Jacqueline Caillette, Schlaftablette, wird es dann verheerend; Pascal hatte den Doktor angerufen, der zu Hilfe eilt.
Zu allem Übel kommt gleichzeitig Isabelle Languette dazu, während sich Jacqueline frischmachen gegangen ist. Sie ist Journalistin und ist zunächst erleichtert, dass das erste Treffen auf die Kontaktanzeige für sie noch glimpflich verlaufen ist. Als sie mitbekommt, dass eine weitere Bewerberin auf dem Klo eingesperrt zu sein scheint, wird sie zur Furie, aber sucht zum Glück das Weite. Unterdessen hat sich Jacqueline im Keller verirrt und Pascal fördert sie wieder zutage.
Sie soll nun für Henri die Pralinen probieren, aber das ist nicht ihr Fall, sie habe sich unter ihrem Zukünftigen etwas anderes vorgestellt. Da dämmert Henri, was die Freunde für ihn angerichtet haben. Die sind jedoch voller Glück, da Pascal ein paar wunderbare Kreationen gelungen sind. Henri hingegen ist außer sich. Zu seiner Stimmung passend taucht noch die russische Domina Tatjana auf …
Wendepunkt: Neue Kreationen, Internetverkauf und die wahre Liebe
Einige Tage später. Der Laden soll nun definitiv geschlossen werden, und der Doktor bietet sich an, den verbliebenen Alkohol fachgerecht zu "entsorgen". Pascal kommt auch mit einer Entschuldigung, beziehungsweise er bringt seine Neukreationen zum Probieren, von denen der Doktor sich einige einsteckt. Der Absatz übers Internet hat begonnen. So macht Pascal dem Chocolatier einen Vorschlag: eine Woche lang darf er versuchen, den Laden zu retten. Henri schlägt ein.
Doch damit sind der Veränderungen noch nicht genug: Sophie trifft ein, die letzte Bewerberin. Henri verliebt sich sofort. Sie ist Kindergärtnerin, sucht aber eine Anstellung. Da sie Schokolade liebt, ist alles gewissermaßen ein Kinderspiel für sie. - Ein paar Tage später. Alle Männer sind vollkommen hingerissen von Sophie. Täglich kommt der Doktor vorbei und bringt Blumensträuße, aber sie lässt ihn sehr freundlich abblitzen.
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Pascal hat mit seinen Kreationen neuen Schwung in den Laden gebracht. Zuvor knallt es noch einmal richtig zwischen Henri und ihm, aber dann versöhnen sie sich und Pascal wird eingestellt. Sophie erhält einen Anruf, dass der Élyséepalast wieder seine Trüffel bei ihnen bestellen wird. Die Zukunft ist gerettet. Sie hat erfahren, dass der Doktor Testesser ist, sein Geheimnis ist gut bei ihr aufgehoben. Das Traditionshaus ist gerettet, über das schon Molière eine Komödie schreiben wollte. Alle feiern den Triumph.
Figurenportrait: Wer steht auf der Bühne?
- Henri Ledoux - der erfahrene Chocolatier, dem nach dem Weggang seiner Frau der Geschmack abhandengekommen ist.
- Dr. Margaux - Henris Hausarzt und bester Freund, der die Idee mit der Kontaktanzeige hat.
- Pascal Gaspard - junger Confiserie-Vertreter, leidenschaftlicher Schokoladen-Liebhaber und Erfinder neuer Kreationen.
- Sophie - Kindergärtnerin, letzte Bewerberin, die Henris Herz neu entflammt.
- Verschiedene Bewerberinnen (Manon Boyau, Charlotte Rognon, Jacqueline Caillette, Isabelle Languette, Tatjana) - sorgen für die komischen Verwicklungen.
Ton und Stil
Die Handlung, im Original erdacht von Valerie Setaire (Jahrgang 1986), ist klassisch-komödiantisch, aber präzise aufgebaut. Bei aller Komik verliert das Stück nie sein Herz. Gerade diese leisen Momente - ein Zögern, ein Blick, ein Seufzer - geben der Farce Tiefe. Mit „Ein Herz aus Schokolade“ ist eine Komödie gelungen, die perfektes Timing, großartige Darsteller und eine Geschichte verbindet, die trägt.
Informationen zum Stück und zur Autorin
Valerie Setaire, Jahrgang 1986, gründete mit einer Freundin eine Agentur, die Köche für Privatveranstaltungen vermittelt und begann als Autorin für verschiedene Food-Magazine zu schreiben. Komödie von Valerie Setaire / Deutsch von Angela Burmeister. Aufführungsrechte: Vertriebsstelle und Verlag Deutscher Bühnenschriftsteller und Bühnenkomponisten G.M.B.H., Norderstedt. Dauer ca. 2 Stunden inkl. Pause.
Rezeption und Inszenierung
Noch bevor der erste Satz ganz verklungen ist, brandet das Gelächter auf - warm, laut, ansteckend. So beginnt der Freitagabend im ausverkauften Weyher Theater, und so wird er auch nach gut zwei Stunden enden: mit stehenden Ovationen, Lachtränen und dem dringenden Wunsch, sofort eine Tafel Schokolade zu kaufen. Fazit: „Ein Herz aus Schokolade“ ist eine Komödie mit perfektem Timing, großartigen Darstellern und einer Geschichte, die trägt. Sie schmeckt nach Lachen, nach Wehmut - und nach Hoffnung. Nach dieser Premiere darf man sagen: Das wird ein Dauerbrenner.
Aufführungs- und Veranstaltungshinweise
Weiterführende Informationen zu Autoren, Aufführungsterminen etc. sind in den jeweiligen Theaterankündigungen zu finden. Termine (Beispielangaben) zeigten Spielpläne, die das Stück über mehrere Wochen bzw. Monate präsentierten. Der Besuch dieser Seite erfordert das Setzen einiger Cookies, welche Ihre Navigation, das sichere Anmelden sowie die Darstellung Inhalte Dritter ermöglichen.
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