Dürfen Bienen ihren eigenen Honig essen? Praxis, Risiken und ethische Aspekte der Honigfütterung
Bienen erzeugen Honig als Nahrungsvorrat für trachtarme Zeiten und den Winter. Doch in der Imkerei wird Honig oft dem Volk entnommen. Daraus ergibt sich die Frage: Ist es sinnvoll oder erlaubt, dass Bienen ihren eigenen Honig zurückbekommen und ihn essen?
Honig als natürliche Nahrung für Bienen
Bienen produzieren Honig, um eine energiereiche Nahrungsquelle für kältere Monate zu sichern. Sie können den eigenen Honig jederzeit als Nahrung nutzen, insbesondere wenn ausreichend Vorräte im Stock sind.
Meine Bienen haben in diesem Jahr soviel Honig gesammelt, dass ich sie zum Teil mit eigenem Honig einfüttern und über den Winter bringen kann. Nach der letzten Honigentnahme muss man die Bienen einfüttern. Solange die Bienen genügend eigenen Honig haben, können sie den in trachtarmen Zeiten als Nahrung verwenden.
Doch manchmal wird der Honig entnommen und anschließend zurückgefüttert. Ist das sinnvoll und sicher?
Praktische Hinweise: Honigfütterung im Bienenstock
Den ersten Eimer habe ich bereits verfüttert; ich habe ihn mit warmem Wasser 1:1 angemischt, das ergibt mir eine sehr flüssige Lösung. Genauso würde ich es auch machen. 1:1 ergibt praktisch Nektar. Denn dieser hat rund 70 % Wassergehalt. Knapp 20 % noch im Honig + 50 % vom dazu gegebenen Wasser.... So grob gerechnet. Ganz so dünn würde ich es auch nicht machen. Daher ist deine 2:1 Mischung sicher besser.
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Die Mischung erfolgte mit Bohrmaschine und Farbrührer, alles lief problemfrei. Da der Honig noch größtenteils flüssig war, klappte es ohne Erhitzen, dafür aber mit ca. 20% Wasser verdünnen über den Farbmischer an der Bohrmaschine.
Das Füttern selbst ist ganz einfach. Die Futtereimer haben kleine Löcher im Deckel. Der Deckel auf der Bienenbeute hat ebenfalls ein Loch. Ich kippe den Eimer mit dem Deckel nach unten auf das Loch im Beutendeckel. Die Bienen entnehmen den Honig dann durch die kleinen Löcher und tragen ihn in die Waben um. Damit die Beute sicher verschlossen ist, stelle ich noch zwei leere Honigzargen darauf und verschließe sie mit einem Metalldeckel. Diese Art der Fütterung lockt kaum Räuber an. Das Futter ist nur über sehr kleine Löcher zugänglich und es verströmt kaum Geruch.
Festem Honig kannste so reinpacken, da bleibt nichts über. Bei Alternative 3 habe ich Bedenken, dass grobe Kristalle zurückbleiben. Ist dem so?
Honig aus alten Waben oder fremden Völkern?
Wenn Du ihn weder essen noch verkaufen willst, dann scheint das ja ein schöner Dreck zu sein. Das willst Du in die Bienen kippen? Womöglich noch von einem anderen Stand? Schneller kann man keine Faulbrut bekommen.
Der Honig ist aus meinen Völkern, aber eben aus den alten Waben die mir verkauft wurden. Ich kann leider nichts dafür, dass es Ferkel unter den alten Imkern gibt, die den "Neuen" ihren "alten Mist" verkaufen. War aber leider nicht schlauer...Da mir diese Altwaben im zeitigen Frühjahr nicht gefallen hatten, hatte ich die ausgeschleudert. Zum Wegwerfen war er mir aber zu schade.
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Die Herkunft des Honigs ist für die Wiederfütterung äußerst wichtig - Honig aus fremden Völkern oder Standorten birgt die Gefahr von Krankheitseintrag.
Risiken der Honigfütterung: Krankheiten und Hygiene
Besonders gefährlich ist der Erreger Paenibacillus larvae - Auslöser der Amerikanischen Faulbrut. In Deutschland weisen fast drei Viertel aller importierten Supermarkt-Honige Sporen des Bakteriums auf. Der Keim wird von den erwachsenen Bienen in den Stock geschleppt und steckt die Bienenlarven an. In der Folge versterben diese. Damit fehlt dem Volk der Nachwuchs und es stirbt aus.
Erwachsene Bienen können zwar nicht angesteckt werden, sie sind allerdings an der Sporenverbreitung dieses Krankheitserregers beteiligt. Sie können auf diese Weise auch fremde Bienenvölker anstecken und dafür sorgen, dass regional ganze Populationen infiziert und langfristig ausgelöscht werden.
„Um die Bienen vor der Faulbrut zu schützen, sollten Honiggläser, bevor sie im Altglas-Container entsorgt werden, sorgfältig ausgespült werden. So unterbricht man die Infektionskette.“, rät die Veterinärin.
Importhonig: Ein großes Risiko
Laien sollten Bienen nicht mit Honig füttern - darauf macht das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) aufmerksam. Hiervon rät das ML dringend ab, zum einen weil die Imker sich sehr gut um ihre Völker kümmern, insbesondere aber weil nahezu drei Viertel aller untersuchten Importhonige aus Supermärkten Sporen des Bakteriums Paenibacillus larvae - des Erregers der Amerikanischen Faulbrut - aufweisen.
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Der Umgang mit den Bienen ist in der Regel nicht artgerecht, nicht respektvoll und daher nicht akzeptabel. Importhonig aus dem Ausland ist meist hochproblematisch und sollte man unbedingt vermeiden.
Honig oder Zuckerwasser? Was ist besser für die Bienen?
In der Imkerei wird oft als Alternative zur Honigfütterung Zuckerwasser oder fertige Zuckerlösung verwendet. Die Winterfütterung mit Zuckerwasser hat einen schlechten Ruf. Dabei muss man schon etwas genauer hinschauen, bevor man hier energisch mit dem Kopf schüttelt und dies verteufelt.
- Honig: Enthält Mineralstoffe und Spurenelemente, aber bestimmte Sorten (z.B. Waldhonig) sind für die Verdauung der Bienen im Winter nicht geeignet.
- Zuckerwasser: Ist leicht verdaulich und ruft keine Verdauungsprobleme hervor, wenn der Wassergehalt nicht über 18 Prozent liegt.
Bienen müssen den ganzen Winter einhalten, sie entleeren den Darm den ganzen Winter über nicht. Blatthonige taugen nicht zur Überwinterung, da der Ballaststoffanteil zu einer großen Belastung für den Darm werden könnte. Wird der Winter lang und hart, steht die Existenz des Volkes auf dem Spiel, wenn die Tiere gezwungen werden, in den Bienenstock zu koten.
Sehr lecker, aber als Winterfutter für die Bienen nicht unbedingt geeignet. Die Bienen können den mineralstoffreichen Honig im Winter schlecht verdauen. Vor zwei Jahren habe ich über Winter alle Völker verloren, weil zu viel dunkler Honig im Brutraum war. Das ist auch der Grund warum ich die erste Futtergabe mit leicht verdaulichem Zucker vermischt habe. Noch einmal möchte ich das nicht erleben.
Ethische Aspekte: Darf der Imker Honig entnehmen?
Honig wird von den etwas „radikaleren“ Tierschützern als nicht vegan bezeichnet. Damit haben sie im Grunde recht, denn Veganismus bedeutet den Verzicht auf alles, was mit Tieren zu tun hat oder von ihnen stammt. Einschließlich Honig. Bienen sehr wohl. Wir wollen ihn nur deswegen gerne haben, weil er lecker schmeckt. Und Imker möchten ihn gerne verkaufen, weil er ihnen Geld einbringt.
In der konventionellen Honiggewinnung beispielsweise ist es erlaubt, der Bienenkönigin die Flügel zu stutzen. Auch dass die Königin trotz einer Lebenserwartung von bis zu sechs Jahren nach einer Saison getötet wird, stimmt. Es ist erlaubt, den Tieren den ganzen Honig wegzunehmen und sie mit Zuckerwasser zu überwintern.
Aber so arbeitet nur ein Teil der Imker. Es geht auch anders, nicht nur in Deutschland, sondern in allen Regionen der Welt. Es gibt vernünftig arbeitende Imker auf der ganzen Welt. Die “Wegnahme” des Honigs ist oft die einzige Möglichkeit, ein Volk zu überwintern. So etwa bei Waldhonig oder teilweise bei Rapshonig, einmal wegen dem Ballaststoffanteil, einmal wegen der Auskristallisierung. Zudem produziert ein gut gehaltenes Bienenvolk mehr Honig, als es selbst benötigt.
Das, was dann noch übrig bleibt, ist der Ertrag, den ein naturnah arbeitender Imker den Tieren “wegnimmt”, übrigens sogar oft zu deren Schutz. Denn haben die Bienen zu viel Futter eingelagert, kann es passieren, dass die Tiere zu wenige freie Zellen haben. Dann können sie keine Wintertraube bilden und werden den Winter nicht überleben.
| Futterquelle | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Eigener Honig | Natürlich, energiereich, enthält Nährstoffe | Krankheitsrisiko, Ballaststoffe, muss sorgfältig geprüft werden |
| Zuckerwasser | Risikoarm, leicht verdaulich, preiswert | Keine Mineralstoffe, nicht natürlich, nur Energie |
Wichtige Hinweise für Imker und Hobby-Bienenfreunde
Du könntest aber auch viel Arbeit sparen, wenn du mit dem Züchten und Umweiseln usw. aufhörst. Bei mir weiseln alle Völker still um. Ab nächstem Jahr lässt du den Bienen einfach den Honig. Das ist auch mein Plan. Ich werde nur ca. 30 kg von allen Völkern zusammen ernten für mich und einige Nachbarn. Der Rest bleibt ungeschleudert bei den Bienen. Das hat dieses Jahr schon gut funktioniert.
Bienen sollte von uns Menschen kein Honig als zusätzliche Nahrungsquelle angeboten werden. Denn die meisten Importhonige aus Supermärkten enthalten ein für Bienenvölker gefährliches Bakterium namens Paenibacillus larvae.
Das ML empfiehlt Bürgern, die Nahrungsquellen für Bienen zur Verfügung stellen möchten, eine Bienenweide anzupflanzen.
Bienenfreundliche Sträucher wie Weißdorn, Himbeere oder Brombeere nützen außerdem auch dem Menschen. Sie bieten angenehmen Sichtschutz und liefern wohlschmeckende, gesunde Früchte. Apfel-, Kirsche- und andere Obstbäume spenden im Sommer Schatten und ihre Blüten dienen Bienen als wichtige Nahrungsquelle.
Zusammenfassung und Empfehlungen
Bienen dürfen ihren eigenen Honig essen, dies entspricht ihrem natürlichen Verhalten im Bienenstock. Die Fütterung mit eigenem Honig ist möglich, wenn der Honig sauber und aus dem eigenen Stand stammt. Importhonig oder Honig von fremden Völkern sollte niemals verfüttert werden, da ein hohes Risiko für Erkrankungen besteht.
Für Imker empfiehlt sich, die Winterfütterung je nach Honigsorte zu wählen. Bei problematischem Honig (z.B. Waldhonig) ist die Mischung mit Zuckerwasser ratsam. Für Hobby-Bienenfreunde gilt: Bienen lieber mit Pflanzen unterstützen, anstatt Honig zu füttern.
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