Dubai-Schokolade: Trend, Herstellung in der Türkei und Verfügbarkeit

Die Dubai-Schokolade ist Schokolade, die mit Pistaziencreme und Kadaifi gefüllt ist. „Can’t Get Knafeh of It“ wurde 2021 von Sarah Hamouda, der Gründerin von Fix Dessert Chocolatier, in Dubai entwickelt. Als Schokolade wird meist Vollmilchschokolade verwendet, alternativ Bitterschokolade. Die Schokolade des Originals wird vom Schweizer Hersteller Max Felchlin AG produziert.

Was macht die Dubai-Schokolade so besonders?

Was Dubai Schokolade so einzigartig macht, ist die spezielle Füllung, die es so bei Schoki noch nicht gegeben hat. Die Füllung besteht aus geröstetem und gehacktem Kadaifi („Engelshaar“), gehackten Pistazien bzw. Tahini und Pistaziencreme ist die wichtigste der Dubai-Schokolade-Zutaten. Die Pistaziencreme verleiht der Füllung Farbe, Cremigkeit und Geschmack. Die dünnen Teigfäden werden auch Engelshaar genannt. Die dünnen Teigfäden werden auch Engelshaar genannt. Kadayif ist aus der griechischen, türkischen und arabischen Küche nicht wegzudenken. Kadayif, auch bekannt als Engelshaar, ist eine süße Spezialität, die ihren Ursprung in der Balkan- und Orient-Region hat.

Große Tafel Dubai-Schokolade mit sichtbarer Pistazien-Kadaifi-Füllung

Ursprung und Entwicklung des Hypes

Sarah Hamouda gründete die Firma Fix Dessert Chocolatier, welche das originale Dubai Schokolade bis heute herstellt und vertreibt. Die Dubai-Schokolade, die Hamouda hier meint, ist die mit Knafeh-Füllung, die inzwischen das Markenzeichen des Produkts von „Fix“ geworden ist. Das war das Startzeichen für die Schokolade, für die sich Menschen derzeit weltweit in Schlangen anstellen. Nach Deutschland schwappte der Trend im Dezember 2023. So richtig bekannt wurde die Süßigkeit im Herbst 2024. Influencer mit großen Follower-Zahlen sorgten für die weltweite Verbreitung.

In den vergangenen Monaten wurden die Tafeln auch in Lindt Boutique Stores bundesweit verkauft. In vielen Aldi-Filialen war die Schokolade im Dezember schnell ausverkauft. Teilweise standen Menschen in endlosen Schlangen vor Lindt-Filialen und anderen Geschäften an, um eine der begehrten Tafeln zu hohen Preisen zu ergattern. Die Schokolade sorgte für meterlange Warteschlangen vor Geschäften und Weiterverkäufe im Internet für Hunderte Euro. 100 Gramm Dubai-Schokolade kosten bis zu 20 Euro. Mit Preisen um 15 Euro ist die Tafel Schoki kein Schnäppchen.

Viral-Video: Präsentation der Fix Dubai-Schokolade und Knafeh-Füllung

Herstellung: Original, Schweizer Schokolade und Varianten aus der Türkei

Für das Originalprodukt wird Zartbitter-Schokolade verwendet. Die Schoki für die Original-Süßigkeit kommt von der Firma Max Felchlin AG aus der Schweiz. Die Herstellung der Süßigkeit gestaltet sich recht aufwendig. Hochwertige Zutaten rechtfertigen den Preis ebenfalls. Die Herstellung von Pistaziencreme ist recht aufwendig. Weiterhin werden noch Butter, Zucker und Milch zugefügt. Dabei wird häufig Kamelmilch für Schokolade in Dubai verwendet.

Lesen Sie auch: Hype, Inhaltsstoffe und Qualität: Dubai-Schokolade im Vergleich

Die Idee zur Dubai-Schokolade ist eng mit türkischen Kochtraditionen verknüpft. In türkischen Desserts finden Naschkatzen sowohl die cremige Pistazienpaste, wie auch die knusprigen Teigfäden wieder. Die Zutatenliste bleibt überschaubar: Kakao, Pistazien(paste), Kadayif (Engelshaar), Zucker, Butter/Milch und ggf. Tahini. Die dünnen Teigfäden bestehen aus einem simplen Teig aus Wasser und Mehl. Kadayif wird aus Weizenmehl hergestellt und enthält damit Gluten.

Produktion in der Türkei

In Deutschland wurden Proben genommen, von denen drei Proben verschiedenen Produzenten aus der Türkei stammten. In den Proben aus der Türkei wurde nicht deklarierter Sesam nachgewiesen, was für Personen mit Sesamallergie ein Gesundheitsrisiko darstellt. Bei drei von fünf auf Allergene untersuchten Proben war Sesam in deutlichen Mengen enthalten, obwohl Sesam weder als Zutat noch im vorhandenen freiwilligen Spurenhinweis deklariert war. Diese Produkte sind für Menschen mit Sesam-Allergie gesundheitsschädlich. In den drei türkischen Proben war nicht deklarierter Sesam enthalten.

Frische Kadayif-Teigfäden in einer türkischen Bäckerei

Qualitäts- und Gesundheitsbedenken bei Importware

In acht von acht Proben wurden Kontaminanten, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett festgestellt. Die Proben wurden direkt bei Händlern hier in Deutschland vor Ort genommen beziehungsweise wurden bei der Einfuhr in die Europäische Union (EU) kontrolliert. Fünf Proben entstammen unterschiedlichen Chargen Importware vom selben Hersteller aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, drei Proben verschiedenen Herstellern aus der Türkei.

Bei den Proben aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde der Einsatz von Palmöl anstelle von Kakaobutter beanstandet, was eine Verbrauchertäuschung darstellt, da das Produkt nicht den rechtlichen Anforderungen für Schokolade entspricht. Die fünf Proben aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bestanden entgegen der Auslobung nicht aus Schokolade, sondern enthielten Fremdfett (Palmöl). Vermutlich sind diese gesundheitlich bedenklichen Stoffe über verunreinigtes Palmöl in die Dubai-Schokolade gelangt. Palmöl ist besonders anfällig für die Bildung von 3‑MCPD‑ und Glycidylfettsäureestern.

Abgesehen davon waren die Proben aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ohnehin nicht für den menschlichen Verzehr geeignet, weil sie herstellungsbedingte Kontaminanten enthalten. Alle acht Proben weisen diverse Kennzeichnungsmängel auf. Fast alle Proben haben mit künstlichen Farbstoffen einen höheren Anteil an wertgebenden Zutaten vorgetäuscht. In den Füllungen wird durch die Farbstoffe ein höherer Anteil an wertgebenden Zutaten (Pistazien, Erdbeer) vorgetäuscht.

Lesen Sie auch: Alles über Camondas Dubai Schokolade

Bei einem stichprobenartigen Screening wurden außerdem in einer Probe mit „Pistazienfüllung“ auch hohe Anteile an Schimmelpilzgiften (Mykotoxine), vor allem Aflatoxine, festgestellt. Deshalb wurden beim Händler drei dort vorhandene Chargen für die Untersuchung auf Mykotoxine im CVUA Sigmaringen repräsentativ beprobt. Die Ware wurde bis zur endgültigen Ergebnisermittlung gesperrt. Der Verdacht auf eine Aflatoxin‑Höchstgehaltsüberschreitung bestätigte sich.

Behördliche Maßnahmen und Sonderprogramm

Erste Proben der Lebensmittelüberwachung zeigen gesundheitsschädliche Auffälligkeiten bei der im Trend liegenden „Dubai-Schokolade“. Das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart untersuchte in Zusammenarbeit mit den CVUAs Freiburg (Labor für Allergene) und Sigmaringen (Labor für Mykotoxine) inzwischen acht Proben „Dubai-Schokolade“ aus Drittländern. Der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, appellierte an die Importeure, ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen und dafür zu sorgen, dass hier nur einwandfreie Ware auf den Markt kommt.

Mit einem kurzfristigen Sonderprogramm werden nun landesweit Proben von „Dubai-Schokolade“ aus Drittländern und in der EU hergestellte Produkte aus dem Handel zur Untersuchung am CVUA Stuttgart erhoben. Zusätzlich werden möglichst auch von einheimischen kleinen Herstellern, Konditoreien und Confiserien produzierte Ware berücksichtigt. Ein detaillierter Bericht der CVUAs Freiburg, Stuttgart und Sigmaringen zu diesen ersten Untersuchungsergebnissen steht auf der Homepage der Untersuchungsämter.

Markenrechtliche und wettbewerbsrechtliche Streitpunkte

Der Begriff ist nicht geschützt. Laut dem Deutschen Patent- und Markenamt gab es in Deutschland zum Stand 4. Dezember 2024 insgesamt 19 aktive Markenanmeldungen, die den Begriff „Dubai“ im Zusammenhang mit Süßwaren umfassen. In Europa wurden mehr als 30 ähnliche Markenanmeldungen für Schokolade registriert.

Der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie ist der Meinung, dass als „Dubai-Schokolade“ bezeichnete Schokoladenerzeugnisse auf der ganzen Welt hergestellt werden dürfen. Viele Juristen argumentierten damit, dass der Begriff „Dubai-Schokolade“ sich auf die Art der Herstellung - also eine Schokoladentafel mit Pistaziencreme und Engelshaar - und nicht auf eine geografische Verbindung beziehe. Es sei somit viel mehr eine Gattungsbezeichnung und habe nichts mit der Herkunft zu tun.

Lesen Sie auch: Der neue Trend: Pinke Dubai Schokolade

Gleichzeitig hat das Landgericht Köln in mehreren einstweiligen Verfügungen entschieden, dass die Bezeichnung „Dubai-Schokolade“ rechtlich problematisch sein kann, zumindest dann, wenn das Produkt gar nicht aus Dubai stammt. Dementsprechend hat sich die MBG International Premium Brands GmbH, die nach eigenen Angaben Importeur der exklusiven „Habibi-Riegel“ ist, erfolgreich gegen zwei Wettbewerber durchgesetzt und einstweilige Verfügungen auf Unterlassen der Werbung mit dem Begriff „Dubai-Schokolade“ erwirkt. Das LG Köln befand, die Beschriftung in Fremdsprachen, Werbeversprechen wie „diese Schokolade bringt den Zauber Dubais direkt zu Ihnen nach Hause“ und kaum sichtbare Herkunftshinweise reichten nicht aus, um eine Irreführung zu vermeiden.

In einem weiteren Beschluss ordnete das LG Köln an, dass der Discounter Aldi Süd seine „Alyan Dubai Handmade Chocolate“ vorläufig nicht mehr verkaufen darf, weil die Schokolade in der Türkei produziert wird. Das Gericht stellte fest, dass die Bezeichnung irreführend sei, da die Schokolade nicht in Dubai, sondern in der Türkei hergestellt wird. Das LG Köln sprach dem Importeur Andreas Wilmers einen Unterlassungsanspruch zu.

Andererseits sah das Landgericht Frankfurt in einem Fall die Sache anders und wies einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die von Lidl vertriebene Dubai-Schokolade zurück. Da der Gebrauch des Zusatzes „Dubai“ sich mittlerweile zu einem Gattungsbegriff gewandelt habe, liege gerade keine Irreführung der Verbraucher vor, so die Frankfurter Richter. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Rechtsprechung weiterentwickelt, denn die rechtliche Einordnung der Bezeichnung ist stets einzelfallabhängig.

Verfügbarkeit in Deutschland und Handel

Wer die Dubai-Schokolade bestellen möchte, findet in vielen Supermärkten eine Auswahl an Produkten, um sich den einzigartigen Geschmack nach Hause zu holen. Doch die Verfügbarkeit schwankte stark: Während einige Filialen innerhalb von Minuten ausverkauft waren, klagten andere über viel zu große Bestände. In den Hochzeiten standen Menschen in langen Warteschlangen; später berichtete der Einzelhandel von einem Nachfragerückgang um 70 Prozent gegenüber der Hochphase.

Die beliebte Dubai-Schokolade ist nach wie vor präsent in den Medien und Supermärkten. Trotzdem erfreut sich die Schokolade nach wie vor über viele Anhänger. Das Original ist in Deutschland nur begrenzt verfügbar; Kaufland ist der einzige Online-Händler, der das Original-Produkt aktuell auch in Deutschland vertreibt. Viele Nachahmer und regionale Hersteller - unter anderem aus der Türkei - vertreiben ähnliche Produkte unter der Bezeichnung Dubai-Schokolade.

Regal mit verschiedenen Marken der Dubai-Schokolade in einem Supermarkt

Praktische Hinweise für Verbraucher

  • Achten Sie auf die Zutatenliste: Ein hoher Kakaoanteil, ein hoher Pistazienanteil und das Fehlen von Palmöl sprechen für Qualität.
  • Wer Allergien hat, sollte besonders auf deklarierte Allergene achten: Kadayif enthält Gluten, Tahini enthält Sesam.
  • Bei Importware prüfen: Herkunftsangaben, Herstellerangaben und Siegel können Hinweise auf Sicherheit und Qualität geben.
  • Vorsicht bei ungewöhnlich günstigen Angeboten: Niedrige Preise können auf minderwertige Zutaten wie Fremdfett (Palmöl) hindeuten.

Trendbewertung und wirtschaftliche Auswirkungen

Der schnelle Trend auf Social Media-Plattformen führte zwar zur raschen Viralisierung, jedoch auch zur kurzen Lebensdauer des Hypes. Marktforscher bestätigen das: In der "Trendstudie 2025" des Augsburger Instituts für Generationenforschung wird prognostiziert, dass 2025 kaum noch über Dubai-Schokolade gesprochen wird. Der Hype scheint so schnell zu verfliegen, wie er gekommen ist. Der Bandwagon-Effekt und der Ankereffekt spielten eine Rolle bei der Nachfrageexplosion.

Für mittelständische Unternehmen sind solche Schwankungen knifflig: Sie stehen vor der Frage, ob und wie sie auf solche schnelllebigen Trends aufspringen sollen, ohne dabei ihre Ressourcen zu strapazieren oder ihre Markenidentität aufs Spiel zu setzen. Langfristiger Gewinn beruht auf Vertrauen: Dubai-Schokolade, die nicht tatsächlich aus Dubai stammt, könnte das Vertrauen von Konsumenten untergraben.

Tipps zur eigenen Zubereitung und Alternativen

Wer bei Dubai-Schokolade auf den Geschmack gekommen ist, kann kreativ werden und neue Rezeptideen ausprobieren. Datteln und Teigfäden sind in Deutschland in türkischen Supermärkten erhältlich. Frische Teigfäden sind in der Kühltheke unter der Bezeichnung „Kadayif Zate“ zu finden. Einige Geschäfte führen auch bereits geröstete Teigfäden, was die Zubereitung verkürzt. Für die Dattelfüllung empfiehlt sich Pistazienmus; ungesüßtes Pistazienmus passt gut zur natürlichen Süße der Datteln.

Aspekt Original (Fix, Dubai) Import/Variante (Türkei/andere)
Schokoladenbasis Zartbitter (Max Felchlin AG) Vollmilch oder Zartbitter
Füllung Pistaziencreme, Kadayif, Tahini Pistazien, manchmal Haselnussmus, Kadayif
Herkunft Dubai (VAE) Türkei, VAE, Europa
Qualitätsrisiken gering (bei Original)
Fremdfett, nicht deklarierte Allergene, Farbstoffe, Mykotoxine

Wenn Sie Dubai besuchen, kaufen Sie am besten bei renommierten lokalen Anbietern. Original Dubai Schokolade bieten die offiziellen Chocolatiers in Dubai an. Eine gute Schokolade steht und fällt mit ihren Zutaten: Achten Sie auf reinen Kakao und einen möglichst hohen Anteil an Pistazien.

tags: #Dubai #Schokolade #Trend #Türkei #Herstellung #und

Populäre Artikel: