Dreimeister Schokolade zum Wein kombinieren: Tipps für perfekte Pairings
Was haben Wein und Schokolade gemeinsam? Für viele Menschen gehören Wein und Schokolade zu den beliebtesten Genussmitteln im Leben. Die Tatsache, dass Weinfreunde nicht selten auch Schokoladenliebhaber sind (und umgekehrt), scheint naheliegend: Beide Genussmittel bieten eine unendliche Vielfalt an Geschmacksrichtungen. Sie können auf eine lange Geschichte und Tradition zurückblicken und werden in einer Vielzahl an Stilen angeboten. Beides wird gerne auch als Geschenk oder zur Feier besonderer Anlässe in Szene gesetzt. Und nicht zuletzt sollten sie in Maßen genossen werden.
Grundregeln für harmonische Wein‑Schokolade‑Pairings
Um eine harmonische Wirkung bei der Verkostung zu erzeugen, gilt es, ein paar einfache Basics zu respektieren:
- Der Wein sollte süßer sein als die Schokolade.
- Je tanninreicher der Wein, desto bitterer darf die Schokolade sein. So harmoniert z. B. eine gerbstoffreiche Zartbitterschokolade gut mit einem Cru aus Bordeaux, der allerdings mindestens zehn Jahre gereift ist und ähnliche Charakteristika aufweist.
- Auch die Textur ist ausschlaggebend. Dichtere und cremigere Schokoladensorten schreien geradezu nach kräftigeren Weinen, während leichtere Schokoladen besser zu leichteren und frischeren Weinen passen.
- Verkosten Sie den Wein zunächst pur. Lassen Sie dann die Schokolade im Mund schmelzen und nippen Sie erneut am Weinglas. Die Verkostung kann beginnen!
- Achten Sie auf Qualität - beim Wein und bei der Schokolade!
Warum Wein und Schokolade so gut zusammenpassen
Beide Pflanzen sind als Naturprodukte unmittelbar von Umwelteinflüssen und äußeren Gegebenheiten, wie etwa der Bodenbeschaffenheit, abhängig. Hier liegt bereits der Ausgangspunkt für die unglaubliche Aromenvielfalt, die unterschiedliche Chargen Kakaobohnen und Trauben ausbilden können. Die Spektren sind riesig - Wein kennt rund 900 Aromen, Kakao unglaubliche 1.100. Wenn diese zusammengebracht werden, ergeben sich schier unendliche Kombinationsmöglichkeiten für immer neue Geschmackserlebnisse. Bei der richtigen Kombination kommt es durch die "kulinarische Vermählung" am Gaumen zu einer gegenseitigen Verstärkung der Aromen sowie zu einer langsamen Entfaltung der Geschmacksnuancen.
Praktische Verkostungs‑Regeln
- Hat man die Wahl getroffen, geht es an die Reihenfolge. Hierbei ist zu beachten, dass man seine Geschmacksnerven bei einem derartigen Aromenfeuerwerk auch leicht überfordern kann.
- Sollen sowohl rote als auch weiße Weine verkostet werden, ist die Reihenfolge - wie bei der klassischen Weinprobe - von weiß nach rot.
- Professionelles Probieren umfasst alle Sinne. Wie sehen Wein und Schokolade aus, wie ist die Farbe des Weines und hat die Schokolade den typischen Glanz? Bei Schokolade kommen auch die Ohren zum Einsatz - wie ist das Knackgeräusch? Dann ist die Nase am Zuge.
- Nun endlich darf probiert werden. Zuerst einen Schluck Wein pur verkosten. Dann ein Stück Schokolade dazu nehmen und im Mund langsam zergehen lassen. Kauen lässt die vielschichtigen Aromen nicht vollends zur Geltung kommen. Dann wird ein weiterer Schluck zur angeschmolzenen Schokolade genommen und die Aromenverbindung im Mund beginnt.
- Begrenzen Sie die Kombinationen: Um die Geschmacksknospen nicht zu überreizen, fokussiert euch auf maximal drei Kombinationen; ideal für den Anfang sind maximal 6 Weine und die passenden Schokoladen.
- Sichern Sie die Ergebnisse des Tastings: Welche Aromen habe ich rausgeschmeckt? Welche waren störend, welche haben gut harmoniert?
Welche Weine passen zu welchen Schokoladentypen?
Dunkle Schokolade (Zartbitter)
Dunkle Schokolade mit hohem Kakaogehalt passt klassischerweise gut zu süßen Rotweinen. Ein Vintage-Portwein, der Star unter den aufgespriteten Weinen, oder ein Maury können gute Optionen für die intensivsten dunklen Schokoladen sein. Die Kraft, der Alkoholgehalt, der Zucker und die aromatische Komplexität gehen hier ein harmonisches Zusammenspiel ein.
Trockener Rotwein gilt im Allgemeinen als gewagte Wahl zur Begleitung von dunkler Schokolade. Zu Unrecht, denn die Kombination kann extrem gut funktionieren, wenn sie richtig zusammengestellt wird. Tatsächlich passen einige Jahrgänge besonders gut zu der Bitterkeit und den Tanninen aus den Kakaobohnen, während die fruchtigen Aromen des Rotweins die fruchtigen Noten der Schokolade hervorheben.
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Wählen Sie einen gereiften Wein aus dem Barrique. Ein trockener Rotwein sollte alt genug sein, um seine charakteristischen Aromen von geröstetem Kakao und Kaffee zu entwickeln und den Gerbstoffen genug Zeit gegeben hat, geschmeidiger zu machen. Ein zu junger Wein würde hier das Gleichgewicht mit seiner zu ausgeprägter Säure und zu harten Tanninen stören. Rotweine auf Basis von Pinot Noir für fruchtige Zartbitterschokolade oder Cabernet Sauvignon für kräftigere Schokoladen mit viel Charakter sind eine gute Wahl. Auch ein gereifter Malbec aus den Höhenlagen von Mendoza passt hier wunderbar!
Rotwein-Pairing-Tipps für dunkle Schokolade: Châteauneuf-du-Pape, Pic-Saint-Loup (mit einer dunklen Schokolade mit fruchtigen Noten), Beaujolais, ein gereifter Barolo oder Bordeaux: Beide Weine können mit den kräftigen Noten des Kakaos standhalten. Absolute No Gos hingegen sind sehr tanninreiche und gleichzeitig zu junge Weine.
Vollmilchschokolade und weiße Schokolade
Die zarte Textur und sanfte Süße von Vollmilchschokolade macht sie unvergleichlich. Sie bildet, besonders in Varianten mit einem Kakaoanteil zwischen 32 und 49 Prozent, eine exzellente Ergänzung zu markanten Weißweinen aus der Bourgogne sowie zu sanften Riesling Auslesen. Diese Weine zeichnen sich durch ihre cremige Beschaffenheit aus, ergänzt durch eine subtile Säure und zarte Fruchtaromen, die mit der Milde der Schokolade harmonieren.
Zu weißer Schokolade empfehlen wir einen edelsüßen Sauternes Weißwein, eine Beerenauslese oder Trockenbeerenauslese, die sich als hochverführerische Pairings erweisen können. Auch ein feinfruchtiger Riesling Eiswein ist eine sehr guter Match: Die feinsüße Geschmacksausprägung beider Komponenten verschmilzt zu einem harmonischen Zusammenspiel auf der Zunge.
Vollmilchschokolade lässt sich gut mit Auslesen, Vintage Port, Montilla-Moriles sowie einem cremigen Sherry kombinieren. Sowohl Weißweine mit kräftigem Profil und Schmelz als auch Rosé-Schaumweine mit Beeren-Nuancen bieten sich hier an. Weiße Schokolade lässt sich gut mit einem leichten, fruchtigen Wein kombinieren.
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Champagner und Schokolade - nur für Connaisseurs
Die Kombination von Champagner und Schokolade ist für viele Hedonisten das Nonplusultra, erfordert jedoch ein ausgezeichnetes Verständnis beider Produkte, da der Spielraum für die richtige Balance sehr gering ist. Gourmets kombinieren den Luxus‑Schäumer gerne mit dunkler Schokolade. Aber Vorsicht: Letztere muss den richtigen Säuregehalt aufweisen. Wenn sie dann auch noch Aromen von roten Früchten aufweist, ist eine Flasche Rosé‑Champagner mit feinen Bläschen tatsächlich eine sehr gute Idee.
Generell lässt sich sagen, dass man mit einem Demi Sec eher auf der richtigen Seite liegt als mit einem Zero Dosage. Aber auch hier muss von Fall zu Fall entschieden werden.
Wein zu Schokoladendesserts
Die Kombination eines Desserts auf Schokoladenbasis und eines Weins sollte den gleichen Regeln folgen wie bei den bereits erwähnten Schokoladen‑Pairings. Allerdings enthalten Schokoladendesserts mehr Zutaten, die zusätzlich zu berücksichtigen sind. Zunächst sollten Sie das Süßegleichgewicht bestimmen: Keiner der beiden Protagonisten darf den anderen erdrücken. Anschließend können Sie sich daran machen, mögliche aromatische Übereinstimmungen zwischen Ihrem Dessert und einem Wein zu finden, insbesondere wenn frisches oder getrocknetes Obst verwendet wird.
Beispielsweise passt zu einem Dessert, das Schokolade und rote Früchte kombiniert, ein natürlich süßer Wein wie ein Maury aus Roussillon oder ein trockener, aber intensiver und fruchtiger Roter wie ein Châteauneuf‑du‑Pape‑Wein gut. Zu einer Mousse au Chocolat empfehlen wir einen Amarone della Valpolicella Classico aus Venetien.
Empfohlene Kombinationsbeispiele nach Kakaoanteil
| Kakaoanteil | Empfohlener Wein |
|---|---|
| 34 % | Kerner Spätlese oder Huxelrebe Spätlese |
| 38 % | Beerenauslese |
| 43 % | Gewürztraminer, Scheurebe Spätlese |
| 52 % | Merlot oder Spätburgunder |
| 71 % | Domina |
| 85 % | Dornfelder oder Bordeaux |
Praktische Tipps und Inspiration zum Experimentieren
- Ähnliche Aromen auswählen: Fruchtbetonte Weine passen ideal zu Schokolade, die feine Fruchtnoten aufweist.
- Vorsicht bei säuerlicher Schokolade: Wird diese mit einem trockenen Wein kombiniert, wird die Säure zusätzlich betont.
- Je nach Schokoladensorte sollte die Textur des Weins stimmen: Dichtere Schokolade mag kräftige, cremige Weine; leichtere Tafeln harmonieren mit frischen, leichteren Weinen.
- Sucht Euch für den Anfang ein Thema. Schaut in Eurer Weinregal nach 3 unterschiedlichen Rotweinen oder besorgt Euch die Weine, die Ihr für eine Verkostung zur Schokolade in Betracht ziehen möchtet.
- Bei einer Verkostung mit Schokoladen, die alle 70% Kakaoanteil aufweisen, kann am besten herausgefunden werden, was bei der Kombination beider Partner im Mund so passiert.
- Beachtet Sonderfälle: Es gibt auch sogenannte Schokoladenweine (mit Schokolade aromatisierte Weine) und Weinschokolade (mit Wein aromatisierte Schokolade). Sie sind interessante Spielereien, haben aber mit klassischen Pairings weniger gemein.
- Genuss ist subjektiv: Bei allen Vorschlägen und Tipps - letztendlich entscheiden Sie, was Ihnen schmeckt!
Ein Rezept‑Tipp: Chili con Carne mit Schokolade
Herzhafte Speise zum Aufwärmen: Bei niedrigeren Temperaturen meldet der Körper sofort einen erhöhten Energiebedarf, sodass der Appetit auf Herzhaftes steigt. Ein schöner Nebeneffekt hierbei ist, dass uns automatisch wohlig wird, wenn wir deftigere Gerichte verspeist haben. Auch hier lassen sich außergewöhnliche Speisen zaubern, die man mit Wein und Schokolade veredeln kann. Hier ist ein besonders leckeres Beispiel Chili con Carne.
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Rezept für 6 Portionen (Zubereitungszeit ca. 65 Minuten): 2-3 frische Chili‑Schoten, 500 g rote Paprika, 150 g durchwachsener Speck, 2 Zwiebeln, 600 g Hackfleisch vom Rind, 100 g Tomatenmark, dreifach konzentriert, 500 ml Rotwein, 3 Zehen Knoblauch, 1 Dose Kidney‑Bohnen (ca. 500 ml), Etwas geriebene Muskatnuss, 1 TL Kreuzkümmel, 1 TL Oregano, 100 g Schokolade, zartbitter.
Zwiebeln hacken. Speck würfeln. Chili‑Schoten und Paprika waschen, entkernen und fein würfeln. Alles in einem großen Topf in Öl andünsten. Hackfleisch hinzugeben und anbarten. Tomatenmark zufügen und kurz mitdünsten. Mit 250 ml Rotwein ablöschen und zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 20 Minuten kochen. Knoblauch fein hacken. Knoblauch, Bohnen, 250 ml Rotwein und Gewürze zugeben und weitere 15 Minuten kochen. Schokolade grob hacken und hinzufügen. Gut verrühren und weitere 5 Minuten kochen.
Schlussgedanke zum Ausprobieren
Wein und Schokolade miteinander zu vermählen, ist eine Aufgabe, die experimentierfreudigen Genießern entgegenkommt. Hier gibt es viele Chancen auf herrliche Genussmomente zu entdecken und einige weniger sinnvolle Wege zu meiden. Grundsätzlich gilt - es sollte in keine Schulstunde ausarten, sondern der Spaß am Erkunden von Aromen und entstehenden Aromenspielen sollte im Vordergrund stehen. Je hochwertiger Wein und Schokolade sind, desto mehr Genuss beim Verkosten.
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