Geschichte der weißen Schokolade in den 80er Jahren
Weiße Schokolade ist eine vergleichsweise junge Erscheinung in der Welt der Schokolade. Während dunkle und Milchschokolade schon im 19. Jahrhundert bekannt sind, kam die weiße Variante erst im 20. Jahrhundert auf den Markt. In den 1930er-Jahren begannen Hersteller, die bei der Kakaoverarbeitung anfallende Kakaobutter zu nutzen - und entwickelten daraus eine neue, helle Schokolade, die bald ihren eigenen Platz im Sortiment fand.
Ursprünge und rechtliche Definition
Weiße Schokolade (ohne Kakaomasse, nur mit Kakaobutter, Vollmilchpulver und Zucker) gibt es erst seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Rechtlich ist übrigens genau festgelegt, was Weiße Schokolade ausmacht. Sie enthält keine Kakaomasse und damit keine dunklen Farbbestandteile oder herben Geschmackstoffe des Kakaos. Stattdessen basiert sie auf Kakaobutter, Milchbestandteilen und Zucker. In der Europäischen Union gilt: mindestens 20 % Kakaobutter, 14 % Milchbestandteile und 3,5 % Milchfett müssen enthalten sein, damit das Produkt den Namen „Weiße Schokolade“ tragen darf. Diese Regelung ist praktisch eins zu eins übernommen von der deutschen Kakaoverordnung.
Da Weiße Schokolade keine Kakaomasse enthält, fehlen die dunklen Farbpigmente und die herben Aromastoffe. Stattdessen dominieren Zucker, Milchbestandteile und die feine, buttrige Kakaobutter. Kakaobutter ist das wertvolle Fett der Kakaobohne und hat eine hellgelbe Farbe. Meistens wird sie durch Pressen der Kakaomasse gewonnen. In Schokolade verarbeitet, sorgt sie für den entscheidenden Glanz, einen knackigen Bruch und im Mund für das zartschmelzende Gefühl.
Entwicklung bis zu den 1980er Jahren
Die Entstehung der weißen Schokolade ist eng mit der Entwicklung der Milchschokolade verbunden. Die erste Milchschokolade als echte Tafel zum Naschen wurde 1875 in der Schweiz von Daniel Peter und Henri Nestlé erfunden. Die Entstehung der weißen Schokolade ist hingegen ein Produkt der 1930er Jahre: Im Jahr 1936 gründeten die Nestlé-Chocolatiers in der Schweiz und beschlossen, überschüssige Kakaobutter zu verwenden, um die erste weiße Schokoladentafel herzustellen. Nestlé ist der Erfinder der weißen Schokolade!
Die weiße Schokolade wurde vor allem wegen ihrer Farbe und ihres Geschmacks ein echter Hit, und die Kunden fanden schnell Gefallen an ihr. Ein Jahr später war M&M das erste Unternehmen in den Vereinigten Staaten, das weiße Schokolade herstellte und in den Vereinigten Staaten verkaufte. Die Hersteller erkannten jedoch schnell, dass sie der weißen Schokolade eine Reihe von Zusatzstoffen hinzufügen konnten, um ihre Vielfalt zu erhöhen. So stellte Nestlé 1948 die erste weiße Schokolade mit Zusatzstoffen her: Der Schokoladenmischung wurden gehackte Mandeln beigefügt, was bei den Naschkatzen sehr gut ankam.
Lesen Sie auch: Was steckt in Magnum Himbeere?
Vom Nischenprodukt zur Massenware in den 70er und 80er Jahren
In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitete sich weiße Schokolade weltweit. In den 1970er und besonders in den 1980er Jahren wurde weiße Schokolade in Supermärkten und bei Herstellern immer präsenter: Heute gibt es keinen Schokoladenhersteller auf der Welt, der nicht mindestens ein weißes Schokoladenprodukt in seiner Produktion hat. Weiße Schokolade wurde in Tafeln, Pralinen, Kuchenteigen und als Überzug eingesetzt und entwickelte sich zu einem festen Bestandteil des Süßwarenangebots.
Die 1980er Jahre sind dabei geprägt von einer verstärkten Produktdifferenzierung und Markenerweiterungen. Hersteller experimentierten mit Kombinationen aus weißer Schokolade und Nüssen, getrockneten Früchten oder Karamellstückchen. Weiße Schokolade lässt sich hervorragend mit einer Vielzahl von Aromen kombinieren, da ihr milder, süßer Geschmack eine ideale Basis für Kontraste bietet. Besonders gut harmoniert sie mit säuerlich-fruchtigen Komponenten wie Beeren, aber auch kräftige Aromen wie Kaffee oder Zimt setzten spannende Akzente.
Herstellungsprozess und technische Aspekte
Die Herstellung weißer Schokolade ähnelt auf den ersten Blick der von dunkler oder Milchschokolade: Kakaobutter, Milchbestandteile und Zucker werden gemischt, fein vermahlen und anschließend conchiert (ein intensives Rühren und Erwärmen, das für den glatten Schmelz sorgt). Schließlich wird die Masse temperiert und in Formen gegossen. Im Prinzip läuft der Prozess gleich ab - der entscheidende Unterschied liegt in den Zutaten. Da Weiße Schokolade keine Kakaomasse enthält, fehlen die dunklen Farbpigmente und die herben Aromastoffe.
Um weiße Schokolade zu erhalten, muss bei der Kakaoverarbeitung der Kakaopulveranteil entfernt werden. Nur aus Kakaobutter und Milch bestehend, erhält sie ihre typische helle Farbe. Die Farbe entsteht, weil Weiße Schokolade ausschließlich aus Kakaobutter, Zucker und Milchbestandteilen besteht - die dunkle Kakaomasse fehlt komplett.
Arbeit mit weißer Schokolade in Konditorei und Industrie
Weiße Schokolade ist etwas anspruchsvoller in der Verarbeitung: Sie lässt sich leichter einfärben, da sie die Farbe annimmt, wenn man geschmolzene weiße Schokolade mit Lebensmittelfarbe auf Ölbasis mischt. Für manche Sommersorten, wie z. B. Pfirsich-Maracuja Joghurt, wurde eine eigene weiße Schoko-Erfindung - die weiße Joghurtschokolade - eingesetzt. In der Patisserie wird sie gern mit Nüssen, Pistazien oder leicht salzigen Zutaten wie Meersalz oder Salzkaramell kombiniert, um Tiefe zu erzeugen.
Lesen Sie auch: So bekämpfen Sie weiße Ablagerungen auf Schokolade
Markt, Trends und Produkte in den 80er Jahren
Die 1980er Jahre waren eine Zeit wachsender Konsumentenvielfalt und zunehmender Markenbildung. Große Konzerne boten weiße Schokolade als Ergänzung zu ihren klassischen Sortimenten an, gleichzeitig entstanden Nischenprodukte und Gourmetvarianten. Nestlé und andere große Hersteller erweiterten ihr Angebot: Auf die Wünsche und die Kreativität anspruchsvoller Hobby-Konditoren eingehend, entwickelten Unternehmen spezifische Produktlinien für den Gebrauch in der heimischen Backstube und in der Patisserie.
Weiße Schokolade boomt: Beide Rezepte wurden von Verbrauchern von Milch- und weißer Schokolade getestet und validiert. Sie sind ohne Palmöl oder andere pflanzliche Fette, mit sorgfältig ausgewählten Kakaobohnen, von Rain Forest Alliance-zertifizierten Plantagen. Diese neue sehr schokoladige Referenz ist für intensive und aufwendige Rezepte konzipiert. Es soll zusätzlichen Verkehr in den Regalen generieren, denn die Suche nach Geschmacksintensität ist ein Markttrend, der sich bestätigt.
Beispiele für Produktinnovationen
- Nestlé Les Recettes de l’Atelier griff eine große Nestlé-Innovation aus den 1930er Jahren auf und interpretierte sie neu: weiße Schokolade.
- Nestlé Dessert hat ein breites Sortiment mit unterschiedlichen Kakaoanteilen entwickelt, passend für alle Desserts und Geschmäcker.
- Rezepte wie „Knusprig geröstete Haselnüsse“ und „Cranberries & geröstete Mandeln“ sind Produkte handwerklichen Know-hows und einer sorgfältigen Auswahl hochwertiger Zutaten, mit reiner Kakaobutter.
Wahrnehmung, Kritik und gesundheitliche Aspekte
Manche schwören auf ihren feinen Schmelz, andere zweifeln, ob sie überhaupt „echte“ Schokolade ist. Die klassische Zutat Kakaomasse fehlt bei weißer Schokolade, weshalb mancher sie nicht als vollwertige Schokolade ansieht. Wir finden allerdings, sie hat ihren Namen auf jeden Fall verdient. Theobromin, der natürliche Stoff aus der Kakaobohne, der dunkler Schokolade ihre Farbe aber auch Teil ihres Geschmacks gibt, steckt in weißer Schokolade nur in minimalen Mengen.
Bei der Frage nach gesundheitlichen Wirkungen gilt: Weiße Schokolade hat zwar nicht so viele positive Auswirkungen wie dunkle Schokolade, enthält aber durchaus Nährstoffe. Eine Tafel weiße Schokolade, die etwa 8 Gramm wiegt, ist außerdem reich an Kalzium, Phosphat und Vitamin B2, auch bekannt als Riboflavin. Wenn man weiße Schokolade in Maßen isst, kann man seinem Körper bestimmte Stoffe zuführen, die für das Funktionieren des Körpers wichtig sind. Zudem ist weiße Schokolade koffeinfrei, was sie für Menschen interessant macht, die Koffein nicht vertragen oder es nicht konsumieren können.
Ästhetik, Einsatzmöglichkeiten und Kultur
Weiße Schokolade fällt sofort ins Auge: ihre helle, cremige Farbe hebt sie deutlich von Zartbitter- oder Vollmilchschokolade ab. Sie schmilzt besonders schnell im Mund, weich und gleichmäßig, und vermittelt dadurch einen cremigen, luxuriösen Eindruck. Weiß, cremig, süß - Weiße Schokolade sticht sofort ins Auge. Es gibt sie in allen Formen, Farben und Geschmacksrichtungen.
Lesen Sie auch: Köstliche Panna Cotta Variationen mit weißer Schokolade
In der Patisserie und im Süßwarenbereich eröffnet die weiße Schokolade durch ihre milde Basis zahlreiche kreative Möglichkeiten: bunte Verzierungen, gefärbte Schokoladen-Dekore, Kombinationen mit Fruchtkomponenten oder salzigen Kontrasten. Die Farbe erlaubt zudem farbenfrohe Designs, die mit dunkler Schokolade schwerer zu erzielen sind.
Tabelle: Grundlegende Zusammensetzung (EU-Vorgaben) im Vergleich
| Bestandteil | Mindestanteil in Weißer Schokolade |
|---|---|
| Kakaobutter | mind. 20 % |
| Milchbestandteile | mind. 14 % |
| Milchfett | mind. 3,5 % |
Fazit zur Rolle der 80er Jahre in der Geschichte der weißen Schokolade
Die 1980er Jahre festigten den Platz der weißen Schokolade als selbstverständlichen Teil des Schokoladenangebots: Massenverfügbarkeit, Produktvielfalt und kreative Kombinationen machten sie populär bei Konsumenten und Konditoren gleichermaßen. Hersteller wie Nestlé setzten Innovationen fort und passten Rezepte und Sortimente an die wachsende Nachfrage an. Heute, nach weiteren Jahrzehnten der Diversifizierung, erscheint die weiße Schokolade in unzähligen Varianten, und ihr Ursprung als clevere Nutzung von Kakaobutter bleibt ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Süßwarenmarktes.
tags: #Geschichte #der #weißen #Schokolade #in #den


