Die Schachtel Pralinen – Geschichte und Herstellung
Schokolade und Pralinen sind weltweit beliebte Genussmittel, die unser Leben süßer machen und einen festen Platz in der kulinarischen Kultur besitzen. Die Geschichte der Pralinen reicht weit zurück und ist eng mit der Entwicklung der Schokolade verbunden - von den kakaohaltigen Getränken der Azteken und Maya bis zu den kunstvollen Pralinen der heutigen Zeit.
Die historische Entwicklung der Praline und Schokolade
Die Geschichte der Pralinen beginnt vor Jahrhunderten in den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas, wo die Azteken und Maya den bitteren Saft der Kakaobohne zu einem Getränk namens „Chocolatl“ verarbeiteten. Die erste Begegnung Europas mit Schokolade erfolgte im 16. Jahrhundert durch die spanischen Entdecker, die den Kakao mitbrachten.
In Europa wurde Kakao zunächst als Getränk konsumiert und mit Zucker sowie Gewürzen verfeinert. Die erste europäische Blüte erlebte die Schokolade in der Barockzeit, als eigene Schokoladenhäuser entstanden und Schokolade ein gefragtes Getränk bei Adel und wohlhabendem Bürgertum war. Für die Masse der Bevölkerung blieb Schokolade jedoch ein Luxusgut. So kostete 1776 ein Pfund Schokolade in England 35 Pence - ein hoher Preis zu jener Zeit.
Das 19. Jahrhundert revolutionierte die Schokolade grundlegend: Zölle und Steuern auf Kakao wurden gesenkt oder aufgehoben, der Anbau ausgeweitet, und die Einführung von Rübenzucker ermöglichte günstigere Produktion. Neue Maschinen machten die Massenproduktion möglich und ebneten den Weg für innovative Produkte wie Essschokolade, Milchschokolade und Kakaopulver.
Am Ende des 19. Jahrhunderts hatten sich auch Pralinen als neue Schokoladenform etabliert. Belgien und die Schweiz wurden zu Hochburgen der Fertigung handgefertigter Pralinen, die bald die Welt eroberten. Im 20. Jahrhundert folgte die Industrialisierung der Pralinenherstellung mit der Entwicklung von Maschinen und dadurch der breiten Verfügbarkeit unterschiedlichster Pralinenkreationen.
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Die Entstehung der Praline und ihre Definition
Eine Praline, oder Praliné, gilt als die Königin der Schokoladenerzeugnisse - sowohl wegen ihrer aufwendigen Herstellung als auch aufgrund erstklassiger Zutaten und besonderer Geschmacksvariationen. Laut deutscher Kakaoverordnung muss eine Praline mindestens 25 % Schokolade enthalten; sonst darf sie nur als Konfekt bezeichnet werden. Die Größe einer Praline ist mundgerecht.
Zur Entstehung der Praline gibt es zwei Ursprungsmythen: Einer besagt, ein deutscher Koch erfand Ende des 17. Jahrhunderts eine Kreation aus gezuckerten Mandeln und Nüssen mit Schokoladenüberzug für den französischen Marschall César de Choiseul, Comte de Plessis-Praslin. Sein Name ist verloren gegangen, jedoch blieb der Begriff „Praline“ erhalten.
Eine bedeutende Entwicklung in der Pralinenherstellung geschah 1912, als Jean Neuhaus in Brüssel die erste Formpraline schuf. Er benutzte Metallförmchen, die dünn mit Schokolade ausgegossen, mit Füllungen versehen und anschließend mit einer Schokoladenschicht verschlossen wurden. Dieses Verfahren legte die Grundlage für die industrielle Herstellung von Pralinen, die nun auch in großer Stückzahl produziert werden konnten.
Unterschiedliche Arten von Pralinen
Pralinen bieten einen riesigen Spielraum für Kreativität. Ihre Verzierungen und Füllungen sind vielfältig und ermöglichen zahlreiche geschmackliche Kombinationen. Man unterscheidet Pralinen oft nach zwei Kriterien: dem Hauptbestandteil der Füllung und dem Herstellungsverfahren.
- Hauptbestandteile der Füllungen: Marzipan, Nougat, Karamell, Liköre oder andere Spirituosen sowie Ganache (eine Schokoladen-Sahne-Creme).
- Herstellungsverfahren: Die komplexeste Art sind Trüffelpralinen (im französischen Raum „Truffes“ genannt). Sie sind meist kugelig und bestehen aus einer gefüllten Schokoladenhohlkugel, die mit Ganache oder anderen Füllungen gefüllt und mit Schokolade überzogen wird. Anschließend werden sie häufig in Kakao oder Fruchtpulver gewälzt.
Handgefertigte Trüffel können auch durch Rollen von schnittfester Ganache und Tauchen in Kuvertüre hergestellt werden.
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Andere Pralinentypen sind:
- Formpralinen: Diese werden in verschieden geformten Pralinenformen hergestellt, indem eine dünne Schokoladenschicht als Hülle gegossen wird.
- Schnittpralinen: Bestehen aus mehreren Schichten unterschiedlicher Massen, die in Rahmen übereinander aufgetragen und nach dem Erhärten in Stücke geschnitten werden.
- Aufgespritzte Pralinen: Werden mittels Spritzbeutel direkt auf Untergründe oder dünne Schokoladenplättchen dressiert.
Wilhelm Rausch und die Schachtel Pralinen - eine Berliner Familientradition
Die Geschichte von Rausch als Schokoladenhersteller begann 1918 in Berlin mit der Gründung der Rausch-Privat-Confiserie durch Wilhelm Rausch Junior. Dennoch liegt der Ursprung des Familienunternehmens bereits im Jahr 1890, als Wilhelm Rausch Senior die erste Konditorei eröffnete, in der Schokolade, Trüffel und Pralinen verkauft wurden.
Wilhelm Rausch Junior, geboren 1892, erlernte die handwerkliche Kunst der Pralinenherstellung und wurde Konditormeister in einer Berliner Hofkonditorei. Er entwickelte in den 1920er Jahren feine Pralinen, die bis heute nach geheimen Familienrezepten von Hand gefertigt werden.
Wilhelm Rausch Junior erfand außerdem die „Hauchfeinen Täfelchen“ - mundgerechte Schokoladentäfelchen von 4 × 4 Zentimeter Größe und nur 1,2 Millimeter Dicke aus fein schmelzender Edelkakaoschokolade.
Generationserbe und Innovationen
1952 übernahm Gerhard Rausch die Leitung und erweiterte das Sortiment. Er entwickelte die Klein-Pralinen namens „La Petite Praliné“ mit einem Gewicht von 6,7 Gramm und erfand die erste Schokoladen-Einzelstückverpackung - den „Rausch Schokoladen-Barren“.
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1968 eröffnete Gerhard Rausch die neue Schokoladen-Manufaktur in Berlin Tempelhof, in der Pralinen, Schokolade und Trüffel hergestellt und veredelt wurden.
1971 trat Jürgen Rausch, Sohn von Gerhard, in die Firma ein und leitete sie bis 2023. Unter seiner Führung wurde 1998 die Plantagen-Schokolade als Pionierprojekt in Deutschland ins Leben gerufen - eine Serie von Schokoladen aus herkunftsreinem Edelkakao in Tafelform.
Die Palette wurde um die Rausch Minis (6,7 Gramm Stückgewicht) und Schokoladen-Sticks ergänzt und entwickelte sich weiter hin zu exklusiven Qualitätsschokoladen.
Nachhaltigkeit und Forschungsarbeit
2014 errichtete die Familie Rausch ihre eigene Forschungsplantage für Edelkakao in Costa Rica, die RAUSCH TRES EQUIS - FINCA DE CACAO. Die Plantage erstreckt sich über etwa 40 Hektar in der Nähe des Vulkans Turrialba und angrenzend an einen Nationalpark.
Diese Farm erlaubt die direkte Kontrolle der gesamten Wertschöpfungskette - vom Anbau bis zur Ernte - und ermöglicht Innovationen im nachhaltigen Kakaoanbau. Seit 2015 setzt Rausch auf Direktvertrieb mit Fokus auf Nachhaltigkeit, wobei die Schokoladen exklusiv in Rausch Schokoladenhäusern und im Onlineshop erhältlich sind.
Das besondere Handwerk und die Menschen hinter den Pralinen
Die Herstellung feinster Pralinen bei Rausch ist eine Verbindung von Tradition, Leidenschaft und handwerklicher Präzision. Das Team um die Leitung der Kakao- und Forschungsabteilung sorgt für unvergleichliche Qualität vom Ursprung bis zum Endprodukt.
Dr. Christina Rohsius sichert seit 2006 die Qualität des Rohkakaos, während Dr. Elsa Hegmann seit 2018 das Edelkakaoinstitut in Costa Rica leitet und die nachhaltige Kultivierung und Forschung im Kakaoanbau vorantreibt.
Auch im Verkauf und im Rausch Deli trifft man auf langjährige Mitarbeiter, die stolz auf die Produktauswahl und die familiäre Atmosphäre sind. Bei Rausch wird nicht nur Schokolade produziert, sondern auch eine Schokoladenkultur gelebt, die Innovation und Tradition verbindet.
Fazit zum Thema Pralinen und Schachtelpralinen
Pralinen sind ein Produkt mit langer Tradition und einer reichen Geschichte, die bis in die Zeit der Maya und Azteken zurückreicht. Die Entwicklung von einer einfachen, schokoladenüberzogenen Nuss bis hin zu kunstvoll gefertigten Pralinen zeigt die Kreativität und das handwerkliche Können, das dahintersteht.
Rausch steht exemplarisch für diese Tradition, indem das Berliner Familienunternehmen seit über 100 Jahren feine Pralinen und Schokolade herstellt - stets mit Fokus auf Qualität, Nachhaltigkeit und Innovation. Die Schachtel Pralinen bewahren so nicht nur ein Stück Genuss, sondern auch ein Stück Geschichte und Kultur.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1890 | Eröffnung der ersten Konditorei durch Wilhelm Rausch Senior |
| 1918 | Gründung der Rausch-Privat-Confiserie durch Wilhelm Rausch Junior |
| 1952 | Übernahme durch Gerhard Rausch, Erfindung der Klein-Pralinen »La Petite Praliné« |
| 1968 | Eröffnung der Schokoladen-Manufaktur in Berlin Tempelhof |
| 1998 | Einführung der Plantagen-Schokolade aus herkunftsreinem Edelkakao |
| 2011 | Neuausrichtung und Digitalisierung durch Robert Rausch |
| 2014 | Errichtung der Forschungsplantage in Costa Rica |
| 2015 | Umstellung auf Direktvertrieb mit Fokus auf Nachhaltigkeit |
| 2023 | Eröffnung des Schokoladenhauses in Peine |
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