Rezepte für Desserts mit Hefe: klassische Schnecken, kreative „Spiegeleier“ und goldene Schlumpeweck

Hefedesserts sind fluffig, aromatisch und überraschend vielseitig. Sie vereinen alles, was richtig gutes Hefegebäck so ausmacht: fluffigen, saftigen Teig und ein softes Innenleben. Die Basis des Pudding-Schneckenkuchen: ein klassischer, etwas üppigerer Hefeteig - egal, ob mit frischer Hefe oder Trockenhefe zubereitet. In meinem Hefe-Schneckenkuchen mit Pudding stecken eigentlich nur Standardzutaten. Die hat man fast immer zuhause. Ihr könnt also direkt loslegen!

Wer wattigen Hefeteig mag, wird diesen Pudding-Schneckenkuchen lieben! Vielleicht kennt ihr französischen Chinois-Kuchen aus dem Supermarkt. Die Fertigvariante ist aber natürlich weit weniger gut als die selbstgemachte. Zumal darin immer Zusatzstoffe, Konservierungsstoffe, künstliche Aromen und ähnliches stecken. Braucht man nicht. Genauso wenig wie sooooo viel Zeit. Und obwohl die Optik durch das schöne Muster „außergewöhnlicher“ ist als bei einfachen Rohrnudeln, ist das Rezept im Grunde wirklich unkompliziert.

Infografik: Grundzutaten und Gehzeiten für süße Hefeteige

Puddingschnecken (Chinois/Rosenkuchen) - wattig-weicher Hefekuchen mit Vanillepudding

Er steht meinen anderen Lieblingshefegebäcksorten nämlich in nichts nach - etwa dem Quarkzopf, den Mini-Nussschecken oder Brioche. Im traditionellen Chinois-Kuchen steckt meist eine Creme Patissière u.a. aus Ei, Speisestärke und Milch. Ich nehme für den Rosenkuchen mit Vanillepudding fertiges Puddingpulver (das ja nur aus Stärke und Bourbon-Vanille besteht). So geht´s besonders schnell. Ihr könnt die Creme für den Puddingschneckenkuchen aber selbstverständlich auch komplett selber zubereiten.

Zutaten und Vorteig

Für den Vorteig die zerbröckelte Hefe mit einem Drittel der lauwarmen Milch und einem Teelöffel vom Zucker in einen Becher geben. Rühren, bis sich Zucker und Hefe aufgelöst haben. Mehl und restlichen Zucker in eine Schüssel geben und in die Mitte eine Mulde drücken. Hefe-Milch-Mischung hineingeben; mit etwas Mehl vom Rand verrühren. Schüssel bedecken und an einem warmen Ort 10 Minuten stehen lassen.

Hauptteig, Füllung und Formen

Weiche Butter, Ei, Salz und restliche Milch dazugeben und alles vermischen. Den Teig so lange kneten, bis er glatt ist. Eventuell braucht man etwas mehr oder weniger Milch. An einem warmen Ort abgedeckt nochmal 1-2 Stunden gehen lassen. Das Volumen sollte sich deutlich vergrößert haben. Gegen Ende der Gehzeit für die Füllung einen dicken Vanillepudding aus Milch, Sahne und Zucker nach Packungsanleitung kochen. Abkühlen lassen und dabei immer wieder umrühren, damit sich keine Haut bildet. Alternativ mit Frischhaltefolie abdecken. Eine große Springform (mindestens 26 cm) einfetten und mit Mehl bestäuben. Den Hefeteig auf einer Backmatte zu einem großem Rechteck ausrollen (maximal 30*45 cm). Die Teigplatte dünn mit dem abgekühlten Pudding bestreichen, dabei an der späteren „Naht“ einen kleinen Rand lassen. Zu einer langen Schnecke aufrollen, am besten wie bei einem Strudel oder eine Biskuitrolle mithilfe der unterliegenden Backmatte. Mit einem scharfen großen Messer vorsichtig in rund 9 große Schnecken schneiden.

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Stückgare und Backen

Diese gleichmäßig mit Abstand nebeneinander in die Form legen. Sie gehen noch auf! Erneut abgedeckt an einem warmen Ort 20 Minuten gehen lassen. Den Ofen auf 175 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Kuchen rund 28-32 Minuten goldbraun backen. Abkühlen lassen und nach Belieben mit etwas Zuckerguss bestreichen. Dafür gesiebten Puderzucker mit schluckweise Milch zu einem nicht zu flüssigen Guss glattrühren und den Kuchen damit bepinseln.

Video: Schritt-für-Schritt - Hefeteig aufrollen und Schnecken schneiden

Süße „Spiegeleier“ aus Hefeteig mit Quarkcreme und Aprikosen

Meine süßen Spiegeleier sind einfach zuzubereiten und unglaublich lecker. Als Hingucker ist das Gebäck in Spiegeleierform besonders als Osterdessert eine verlockende Nascherei. Süße Spiegeleier aus Hefeteig mit Quarkcreme und Aprikosen! Ideal für Osterdesserts oder als Snack zwischendurch.

Zutaten (Auszug) und Hefeteig

  • Für den Hefeteig1 Pk. Trockenhefe (oder 1/2 Würfel frische Hefe)250 ml Milch65 g Zucker500 g Mehl1 Prise Salz1 Pk Vanillezucker90 g Butter1 Stk. Eigelb
  • Zum Bestreichen1 Stk. Eigelb1 EL Milch
  • Für den Belag1 Stk. Ei50 g Zucker3 EL Milch1 Pk.

Hefeteig zubereiten100 ml Milch auf etwa 37 bis 40 Grad erwärmen. Dann 1 TL Zucker einrühren. Anschließend die Trockenhefe über die warme Milch streuen und mit einem Schneebesen verrühren, bis sich alles aufgelöst hat. Jetzt etwa 5 bis 10 Minuten warten. Ich decke das Ganze noch mit einem Tuch ab. Wenn sich Blasen bilden, ist es ein gutes Zeichen. Die Hefe ist aktiv und kann verwendet werden. Du kannst diesen Schritt auch weglassen und die Trockenhefe wie in der Packungsanleitung steht direkt zu den Zutaten geben. Restliche Milch zusammen mit der Butter erwärmen. Danach mit allen anderen Zutaten: Mehl, Eigelb, restlichem Zucker, Prise Salz, Vanillezucker und der aufgelösten Hefe in eine Schüssel geben. Alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Am besten klappt das mit einer Küchenmaschine, da ist der Teig innerhalb von 5 Minuten fertig. Mit der Hand brauchst du doppelt so lange. Der Hefeteig ist perfekt, wenn er sich vom Schüsselrand löst und nicht mehr klebrig ist. Den Hefeteig an einem warmen Ort für 1 bis 2 Stunden abgedeckt ruhen lassen. Er sollte sich gut verdoppelt haben. Nach der Gehzeit noch einmal kurz, jedoch nicht zu kräftig durchkneten.

Formen, Füllen, Backen

Den Teig mit einem Nudelholz ungefähr 1 cm dick ausrollen. Mithilfe eines Bechers oder großem Glas Kreise ausstechen und auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche legen. Meins hat einen Innendurchmesser von 8 cm. Die Kreise etwas lang ziehen oder mit einem Teigroller etwas ausrollen, damit diese eine Spiegeleierform bekommen. Dann eine kleine Mulde für die Quarkcreme hineindrücken. Die Teigstücke noch einmal 10 bis 15 Minuten ruhen lassen. Derweil den Backofen auf 175 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Für die Quarkcreme ein Ei, Zucker, Puddingpulver, 3 EL Milch und den Quark in einer Schüssel verrühren. Was ebenfalls gut schmeckt, wenn etwas Zitronenabrieb zur Quarkmasse gegeben wird. Zwischenzeitlich auch die Aprikosen in einem Sieb abtropfen lassen. 1 Eigelb mit 1 Esslöffel Milch mit einer Gabel verquirlen. Mit einem Pinsel den Teig bestreichen. Die Stelle wo die Quarkmasse hineinkommt, kannst du aussparen. Jeweils etwa ein Esslöffel Quarkcreme auf den Spiegeleiern verteilen. Und als Eidotter je eine Aprikosenhälfte vorsichtig auf den Quark legen. Die süßen Spiegeleier im Ofen für etwa 15 bis 20 Minuten backen. Mit unserem Ofen reichen 15 bis 17 Minuten locker aus. Normalerweise brauch man Trockenhefe vorher nicht in Wasser oder Milch auflösen, sondern kann direkt zum Teig gegeben und verarbeitet werden. Ich habe jedoch bessere Erfahrungen mit dem Gehen der Hefeteige gemacht, wenn ich ähnlich wie frische Hefe auch Trockenhefe kurz gehen lassen.

Schritt-für-Schritt-Fotos: Hefeteig-Spiegeleier formen und belegen

Zimt-Zucker-Schnecken vom Blech

Das Mehl in eine Schüssel sieben und in der Mitte eine Mulde formen. Die Hefe mit 3 EL Milch und dem Vanillezucker verrühren und in die Mulde gießen. Mit etwas Mehl vom Rand verrühren und den Vorteig abgedeckt ca. 30 Minuten gehen lassen. Anschließend alles mit dem Zucker, Salz, Ei, der Butter und der restlichen Milch zu einem glatten Teig verkneten, der sich vom Schüsselrand löst. Abgedeckt ca. 30 Minuten gehen lassen.

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Ein Backblech mit Backpapier belegen. Den Teig auf bemehlter Arbeitsfläche verkneten und zu einem großen Rechteck auswellen. Mit der Crème fraîche bestreichen und mit 50 g Zimt-Zucker bestreuen. Aufrollen und in ca. 8 Scheiben schneiden. Die Schnecken auf das Blech legen und weitere 15 Minuten gehen lassen. Den Ofen auf 180°C Unter- und Oberhitze vorheizen. Die Schnecken mit flüssiger Butter bestreichen. Mit dem restlichen Zimt-Zucker bestreuen und im Ofen ca. 30 Minuten goldbraun backen. Vom Blech nehmen und etwas abkühlen lassen.

Schlumpeweck mit Apfelmus - vorgebacken und in Butterschmalz ausgebacken

Anleitung Die Milch lauwarm erhitzen. Aus Mehl, Zucker, Margarine, Hefe und Milch einen Hefeteig bereiten und diesen abgedeckt gut aufgehen lassen. Den gegangen Teig dann etwa 1 cm dick ausrollen und mit einer kleinen Tasse runde Teigfladen ausstechen. Die „Schlumpeweck“ auf Backpapier legen und im vorgeheizten Backofen bei etwa 180 Grad 20 Minuten „vorbacken“. Danach etwas abkühlen lassen und Taschen einschneiden. In diese Taschen wird nun das Apfelmus gefüllt. Reichlich Butterschmalz in der Pfanne erhitzen und die „Schlumpeweck“ auf beiden Seiten goldgelb ausbacken. Anschließend mit Zimt-Zucker bestreuen und warm servieren.

Fotostrecke: Schlumpeweck - vom Vorbacken bis zum Ausbacken

Buchteln im Glas mit Apfelmus

Milch in einem Topf leicht erwärmen und Hefe darin unter Rühren auflösen. Für den Buchtelteig Mehl in eine Schüssel sieben. Zucker, Eier, 100 g weiche Butter, 1 Prise Salz und Milch mit Hefe zugeben und zu einem Teig verkneten. Anschließend ca. 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. Weckgläser mit restlicher Butter ausstreichen. Apfelmus auf die Gläser verteilen. Buchtelteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und zu 4 gleich großen Teigkugeln formen. Je 1 Teigkugel in 1 Glas legen. Apfelspalten in die Teigkugeln stecken. Backofen vorheizen (E-Herd: 200°C/ Umluft: 175°C). Buchteln im Ofen ca. In der Zwischenzeit Sahne anschlagen. Melisse waschen, trocken schütteln und Blätter abzupfen.

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Hefeteig sicher meistern: Praxisnahe Tipps

Damit garantiert nicht schiefgeht, lest vielleicht nochmal meinen großen Hefeteig-Guide mit vielen Tipps und Tricks durch. Der einzige womöglich etwas knifflige Zubereitungsschritt ist ähnlich wie bei Pistazienschnecken das Aufrollen der bestrichenen Teigplatte und Schneiden. Außerdem habe ich einen super Tipp für euch: den Hefeteig ähnlich wie bei Biskuitrolle oder Strudel mitsamt einer Backmatte aufzurollen und damit quasi vor sich her zu rollen. In meinem Biskuitroulade-Video könnt ihr sehen, was ich meine. Bereite den Hefeteig vor, indem du 100 ml Milch auf etwa 37 bis 40 Grad erwärmst. Rühre dann einen Teelöffel Zucker ein und streue die Trockenhefe über die warme Milch. Verrühre alles mit einem Schneebesen, bis sich die Hefe vollständig aufgelöst hat. Decke die Schüssel am besten mit einem Tuch ab und lasse das Ganze so etwa 5 bis 10 Minuten stehen. Wenn sich Blasen bilden, ist dies ein gutes Zeichen dafür, dass die Hefekultur lebendig ist und verwendet werden kann. Alternativ kannst du diesen Schritt überspringen und die Trockenhefe direkt zu den anderen Zutaten geben, so wie es in der Packungsanleitung angegeben ist.

Vergleich: Gehzeiten, Temperaturen und Füllungen

Gebäck Gehzeit Ofen/Hitze Füllung/Belag
Puddingschnecken 1-2 h Hauptgare + 20 min Stückgare 175°C, 28-32 min Vanillepudding, Zuckerguss
Süße Spiegeleier 1-2 h Hauptgare + 10-15 min Stückgare 175°C, 15-20 min Quarkcreme, Aprikosen
Zimtschnecken 30 min Hauptgare + 15 min Stückgare 180°C, ca. 30 min Crème fraîche, Zimt-Zucker
Schlumpeweck Gut aufgehen lassen Vorbacken 180°C, 20 min; danach Pfanne Apfelmus, Zimt-Zucker
Buchteln im Glas Ca. 1 h 200°C (E), 175°C (Umluft) Apfelmus, Apfelspalten
Grafik: Zeitplan für einen Hefedessert-Backtag (Vorteig, Hauptgare, Backen)

Servieren und Variieren

Also, worauf wartet ihr noch? Wie schon gesagt: Hefegebäck-Fans kommen um den Schneckenkuchen mit Vanillepudding nicht herum. Er vereint alles, was richtig gutes Hefegebäck so ausmacht: fluffigen, saftigen Teig und ein softes Innenleben. Sie gehen noch auf! Wattig-weicher Hefekuchen mit einer cremigen Füllung aus Vanillepudding. Die hat man fast immer zuhause.

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