Himmel und Erde Dessert Rezept
"Himmel und Erde" ist ein altes Rezept vom Lande, welches auch in die städtische bürgerliche Küche Eingang fand. Den "Himmel" stellen Äpfel und/oder Birnen dar, die zusammen mit der "Erde" Kartoffeln und Zwiebeln serviert werden.
Zutaten (für 4 Portionen, klassische Variante)
- 500 g mehlig kochende Kartoffeln
- 500 g Äpfel (z. B. Topaz oder Elstar)
- 1 große Zwiebel
- 300 g Blutwurst oder Bratwurst (optional)
- 200 ml Milch oder Sahne
- 40 g Butter (plus etwas zum Braten)
- Salz, Pfeffer, Muskatnuss
- 2 EL Zucker und Saft einer Zitrone (für Apfelmus-Variante)
- Sonnenblumenöl zum Braten/Frittieren
- Optional: Zimtstange, Majoran, Petersilie
Kurze Einführung und historische Hinweise
Das Gericht „Himmel und Erde“ ist bereits seit dem 18. Jahrhundert bekannt und vereinigt Baum- und Bodenfrüchte. Im Spätsommer beginnt die Apfelzeit. Seit Jahrhunderten ist der Apfel besonders beliebt und zu Recht gilt das wasserreiche Kernobst als Lieblingsobst der Deutschen. Über 20.000 Apfelsorten sind bekannt und viele Schlösser waren einst von Obstgärten umgeben. So auch Schloss Solitude: Caspar Schiller, der Vater des Dichters Friedrich Schiller, hatte den Auftrag, die besten Anbaubedingungen für unterschiedliche Apfelsorten zu erkunden. Auf dem Hofplateau war früher ein Apfelgarten und noch heute stehen dort Obstbäume.
Zubereitung - klassische Heimversion
Kartoffeln waschen und mit Schale in kochendem Salzwasser ca. 20-25 Minuten weich garen. Die Kartoffeln sind spätestens gar, wenn die Schale platzt. Die Kartoffeln abgießen, ausdämpfen lassen und pellen. Die Kartoffeln sind dann bereit zum Stampfen oder Pressen.
Für das Kartoffelpüree die Kartoffeln mit einer Presse in die heiße Milch drücken oder mit einem Stampfer zu Brei verarbeiten. Die Milch mit der Butter aufkochen und nach und nach zum Kartoffelbrei geben, evtl. noch Milch zugeben, wenn die Konsistenz zu fest ist. Das Püree wird glatt gerührt. Mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer nach Belieben abschmecken.
Äpfel schälen, entkernen, in Stücke schneiden oder in Spalten schneiden. Die Apfelspalten werden in der Butter angebraten, gegebenenfalls mit etwas Zucker und Zitronensaft verfeinert. Die Äpfel sollen bei milder Hitze weich werden; bei einer Apfelmus-Zubereitung die Äpfel 15-20 Minuten kochen, das Kochwasser abschütten und die Äpfel stampfen. Nach Geschmack mit etwas Zimt verfeinern.
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Zwiebeln schälen und in dünne Ringe schneiden oder hobeln. Für Röstzwiebeln Mehl mit Paprikapulver mischen, die Zwiebelringe darin wenden und portionsweise in heißem Sonnenblumenöl knusprig frittieren. Alternativ Zwiebeln in Butter goldbraun anrösten.
Die Wurst (Blutwurst oder Bratwurst) wird auf dicke Scheiben geschnitten, enthäutet und in Mehl gewendet. In einer Pfanne mit Sonnenblumenöl und etwas Butter die Wurstscheiben pro Seite ca. 2 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten. Achtung: Blutwurst ist empfindlich beim Braten; vorsichtig wenden, damit sie nicht auseinanderfällt.
Das Kartoffelpüree wird mitten auf dem Teller portioniert, darauf die gebräunten Zwiebeln, obenauf die gebratene Blutwurst anrichten. Früher wurde das Gericht auch als Eintopf serviert: Die Kartoffeln/Birnen und Äpfel wurden zusammen gar gekocht, darüber wurden die Zwiebel und die Wurst angerichtet.
Alternative Zubereitungsvarianten
- Apfelmus-Variante: Äpfel schälen, vierteln und entkernen, in grobe Stücke schneiden, mit Wasser, Zucker und Zitronensaft in einem Topf weichkochen; optional eine Zimtstange hinzufügen und vor dem Pürieren entfernen.
- Ofen-Variante mit Blätterteig: Blätterteig ausrollen, Kartoffelmasse (geriebene Kartoffeln mit Eigelb und Sahne, gewürzt mit Salz, Pfeffer, Muskat und Majoran) darauf verteilen, Apfelstücke und Blutwurst auflegen und bei 220 °C (Umluft 200 °C) 20-25 Minuten backen; in Stücke schneiden und mit Crème fraîche und Meerrettich servieren.
- Leichte Dessert-Interpretation: Für ein kaltes Dessert Schichten aus Pumpernickel, Preiselbeeren, Schlagsahne und geraspelter Schokolade - eine moderne Reminiszenz an bodenständige Zutaten.
Praktische Tipps und Mengenangaben
Für das Kartoffelpüree eignen sich mehlig kochende Kartoffeln besonders gut (z. B. 500 g für 4 Portionen). Die Milchmenge kann je nach gewünschter Konsistenz variieren (ca. 200 ml als Ausgangswert). Bei Verwendung von vorgegarten, schon am Vortag gekochten Kartoffeln entfällt Wartezeit und Püree wird oft luftiger.
Beim Braten der Blutwurst: Mehl hilft, die Scheiben zu stabilisieren. Butter und Öl geben Geschmack und verhindern Anbrennen. Für die Apfelkomponente: Zitronensaft verhindert das Braunwerden und gibt Frische.
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Schritt-für-Schritt-Kurzrezept (schnell)
- Kartoffeln mit Schale 20-25 Min. kochen, pellen und stampfen.
- Milch mit Butter erhitzen und unter das Püree rühren, würzen.
- Äpfel schälen, schneiden und in Butter andünsten oder zu Apfelmus kochen.
- Zwiebeln in Ringe schneiden und anbraten oder frittieren.
- Wurst in Scheiben schneiden, mehlieren und kurz anbraten.
- Anrichten: Kartoffelpüree, Apfelkomponente, Röstzwiebeln und Wurst.
Tabellarische Übersicht zur Zubereitungszeit
| Arbeitsschritt | Zeit (ca.) |
|---|---|
| Kartoffeln kochen | 20-25 Min. |
| Äpfel dünsten / kochen | 10-20 Min. |
| Zwiebeln braten / frittieren | 5-10 Min. |
| Wurst braten | 4-6 Min. |
| Gesamt (parallel gearbeitet) | ca. 30-40 Min. |
Varianten & Serviervorschläge
- Mit Majoran oder gehackter Petersilie bestreuen.
- Crème fraîche mit Meerrettich als frischer Dip zur gebackenen Ofenvariante.
- Statt Blutwurst kann auch Bratwurst, Speck oder Pumpernickel-Kombination verwendet werden.
- Für eine leichte Version Sahne durch Joghurt ersetzen oder weniger Butter verwenden.
„Himmel und Erde ist eines meiner Lieblingsrezepte, das mich immer wieder auf meinen verschiedenen Restaurantstationen begleitet und begeistert hat.“
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