Der kleine Nick und der Apfelkuchen: Eine zeitlose Kindheitserinnerung
Die Geschichten vom kleinen Nick beginnen oft mit Sätzen, die scheinbar banal sind, aber eine enorme suggestive Kraft besitzen. "Es war wirklich schon spät und es fing schon an, dunkel zu werden, und auf der Straße waren keine Leute mehr, und da bin ich aber gerannt." Diese Art von atemlosen, direkten Sätzen katapultiert den Leser sofort in die Welt von Nick und seinen Freunden: Adalbert, der Streber; Otto, der Dicke; und Nick selbst, der manchmal von zu Hause weglaufen will, weil er sich ungerecht behandelt fühlt.
Eine Reise in die Kindheit
Die Geschichten vom kleinen Nick, erschaffen von René Goscinny und illustriert von Jean-Jacques Sempé, sind voller Momente, die an die eigene Kindheit erinnern. Laurent Tirard hat diese Momente nun in einem Kinofilm adaptiert. Ob Schulhof, Murmelspiele oder Indianerspiele - die Geschichten versetzen uns zurück in die Schulzeit, auch wenn die Epoche, das Land und die Sozialisation unterschiedlich sind. Das Genie von Goscinny liegt darin, dass sich der Leser in seinen Ängsten, Träumen und der nostalgischen Sicht auf die Vergangenheit wiederfindet.
Ein Gegenmittel zum Hier und Jetzt
"Der kleine Nick" ist ein Gegenmittel zum Hier und Jetzt. In dieser Welt gibt es keine Arbeitslosigkeit, keine Kriminalität und keine Scheidungen. Stattdessen gibt es den ganz normalen Familienwahnsinn: Der Vater lädt seinen Chef zum Essen ein, um ihn zu beeindrucken, die Mutter will unbedingt ihren Führerschein machen, und Nick weiß keine Antwort auf die Frage, was er einmal werden will, denn er möchte, dass sich in seinem Leben nichts ändert. "Der kleine Nick" erschafft eine Welt, die sich selbst genügt.
Zeitlosigkeit und generationenübergreifender Erfolg
Jean-Jacques Sempé erklärte in einem Interview, dass "Der kleine Nick" im Grunde schon aus der Mode gewesen sei, als sie ihn vor über 50 Jahren erfanden. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum die Geschichten so lange Bestand haben. Der Film von Laurent Tirard lässt die Formen- und Farbwelt der 50er-Jahre wieder aufleben.
Als Kind erkennt man noch nicht alle Facetten der Geschichten, die man als Erwachsener entdeckt. Das macht das Werk so generationenübergreifend: Es ist aus kindlicher Sicht geschrieben, aber mit dem Verständnis eines Erwachsenen. Es bleibt stets auf Augenhöhe mit seinen Hauptfiguren und kann für Erwachsene ein Allheilmittel gegen Literaturverdruss oder Lebenskrisen sein.
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Handlung und Themen
Der Film hat kaum Spannungsbögen, sondern reiht Atmosphären, Beobachtungen und kleine Pointen aneinander. Dennoch gibt es einen roten Faden: Nick muss sich in seiner Jungenwelt behaupten und seinen Platz finden. Er wird wütend und ängstlich, weil seine Mutter ein Baby bekommt und ihn vielleicht weniger lieben wird. Er wird rot, als seine Nachbarin ihn zum Spielen einlädt. Und seine Freunde gründen eigene Banden, weil jeder Anführer sein will. Diese Geschichten sind allgemeingültig, zeitlos und alterslos.
Der Apfelkuchen als Symbol der Versöhnung
Am Ende gibt es immer Apfelkuchen, der die Versöhnung besiegelt. Der Traum vom Apfelkuchen steht für die Geborgenheit und den Zusammenhalt in der Familie.
Unveröffentlichte Geschichten und der Film
Vor einigen Jahren fand Anne Goscinny einen Karton mit unveröffentlichten Geschichten vom "Kleinen Nick". Die Publikation dieser Geschichten war wie ein Wiedersehen mit einem verschollenen Jugendfreund. Ähnlich verhält es sich mit dem Film, der ein Mordsspaß ist und mitten ins Herz zielt.
Humor als Erfolgsrezept
Die Strategie, moralische Botschaften durch eine humoristische Verpackung leichter verdaulich zu machen, ist ein altbewährtes Erfolgsrezept. Der amüsante Belehrungsroman ist seit einigen Jahren ein Bestseller-Genre. In den westlichen Mediengesellschaften der Postmoderne werden große Allheil-Lösungen kritisch gesehen, und Läuterungsgeschichten werden nur noch in süffisanter Form goutiert.
Nicks Alltag
Nick ist Klassenbester! Im Diktat hat er nur sieben Fehler gehabt - einen halben Fehler weniger als Adalbert, der Liebling der Lehrerin! Nick ist so stolz, dass er nach der Schule sofort nach Hause rennt, anstatt noch mit seinen Freunden zu spielen. Seine Mutter gibt ihm einen Kuss und beginnt, einen Schokoladenkuchen zu backen. Aber sein Vater sagt nur kurz "Sehr schön, mein Junge!", setzt sich dann in seinen Sessel und liest Zeitung. Da bekommt Nick einen Wutanfall. Otto, Nicks bester Freund, hat Recht: "Die Papas und die Mamas, die soll mal einer verstehen!"
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Apfelkuchen Rezept
Zutaten:
- 750 g Quark
- 150 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Päckchen Vanillepuddingpulver
- 4 Eier
- 250 ml Milch
- Dosenmandarinen
Zubereitung:
- Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen.
- Für die Füllung Eigelb vom Eiweiß trennen. Das Eigelb direkt in die Käsemasse geben. Das Eiweiß zu Eischnee schlagen und zum Schluss unterheben.
- Die Mandarinen abtropfen lassen und dann im Teig versenken.
- Bei 180-200 (Umluft 150-160) Grad etwa eine Stunde backen.
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