5 Tage ohne Zucker: Ein Erfahrungsbericht und was es wirklich bewirkt

Unsere Autorin Katharina Hoch wagte ein Experiment: Eine Woche lang durften sie, ihr Mann und ihre zwei Kinder (sieben und drei Jahre alt) keinen zugesetzten Zucker essen. Ziel war es, herauszufinden, wie viel Zucker tatsächlich in unserer Ernährung steckt und welche Auswirkungen ein Verzicht haben kann.

Die Ausgangslage: Eine Naschkatze auf Entzug

Katharina beschreibt sich selbst als Naschkatze. Schon in ihrer Kindheit liebte sie Süßigkeiten und auch als Mutter gab es täglich etwas Süßes für die Kinder. Ihr Mann sah das kritisch und so kam der Vorschlag der Redaktion, über zuckerfreie Ernährung zu schreiben, gerade recht, um ein Experiment zu starten.

Die Recherche: Zucker ist nicht gleich Zucker

Katharina begann zu recherchieren und fand heraus, dass Zucker nicht gleich Zucker ist. Es gibt Glucose (Traubenzucker), Fructose (Fruchtzucker) und Lactose (Milchzucker). Schädlich ist vor allem der übermäßige Konsum von industriell hergestelltem Zucker (Saccharose). Die WHO empfiehlt, dass der sogenannte ‚freie Zucker‘ nur maximal fünf Prozent der gesamten Energiezufuhr ausmachen soll, was etwa 25 Gramm pro Tag entspricht. Tatsächlich essen wir aber mehr als dreimal so viel. Die Folgen können Übergewicht, Adipositas, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein.

Die Vorbereitung: Zuckerfalle überall

Schnell war klar, dass Süßigkeiten, Nutella, Schokomüsli, Kakao und Marmelade tabu sind. Doch Katharina stellte fest, dass Zucker in vielen weiteren Lebensmitteln steckt, von Fertigsoßen über Nudeln bis hin zu Apfelsaft. Bei den Nährwertangaben stieß sie immer wieder auf "Kohlenhydrate davon Zucker". Dies bezieht sich auf den Zuckergehalt des Lebensmittels, wobei es sich um natürlichen oder zugesetzten Zucker handeln kann. Wichtig ist die Zutatenliste: Findet sich dort das Wort Zucker oder Begriffe wie Saccharose, Dextrose oder Raffinose, ist Zucker zugesetzt. Ein befragter Ernährungsexperte riet, auf verarbeitete Lebensmittel zu verzichten, nicht ins Restaurant zu gehen und so viel wie möglich selbst zu kochen. Katharina verbannte also alle verarbeiteten Lebensmittel mit zugesetztem Zucker aus dem Haushalt.

Der Start: Widerstand und Umstellung

Das Experiment startete in den Schulferien. Bereits am ersten Morgen gab es Widerstand. Die Tochter wollte Nutellabrot, der Sohn Schokomüsli. Stattdessen gab es Porridge. Der Großeinkauf wurde zur Herausforderung, da jedes Produkt genau geprüft werden musste. Beim Bio-Bäcker stellte sich heraus, dass selbst in einem Olivenfladen Zucker enthalten war. Zum Mittagessen gab es Banana-Pancakes, die den Kindern schmeckten, und abends Brotzeit mit Rohkost.

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Die Herausforderungen: Verbote und Ausnahmen

Am zweiten Tag protestierte die Tochter: "Ich sage nicht, dass ich zuckerfrei esse". Die Familie überlegte, wie sie mit Süßigkeiten umgehen sollten, wenn die Tochter an einem Ferienpassprogramm teilnahm. Katharina merkte, wie sehr ihre Tochter unter dem Verzicht litt. Sie erlaubte ihr schließlich, etwas zu essen, falls es dort etwas gab. Die Nachbarn wurden informiert und boten den Kindern nichts Süßes an. Katharina überlegte, welche Orte (Freibad, Volksfest etc.) sie in den nächsten Tagen meiden sollte, um Konflikten aus dem Weg zu gehen. Bereits am zweiten Tag wurde ihr klar, dass eine dauerhaft zuckerfreie Ernährung nichts für sie wäre. Sie wollte ihren Kindern nicht dauerhaft verbieten, etwas Süßes zu essen.

Am dritten Tag hatte die Tochter eine Verabredung mit einem Schulfreund. Katharina informierte die Mutter des Freundes, dass sie "zuckerfrei" machten. Der Mann rief an und berichtete, dass ein Vater vor der Kita Lollis verteilt hatte. Der Sohn stand weinend daneben. Abends gab es Frikadellen mit Kartoffelbrei, leider mit Ketchup, da noch eine kleine Packung im Kühlschrank war.

Die Überraschungen: Unerwartete Effekte

Am vierten Tag wachte die Familie ausgeschlafen auf. Der Sohn hatte zum ersten Mal in seinem Bett durchgeschlafen. Spontan gingen Katharina und ihr Mann mittags essen und vergaßen für einen Moment das zuckerfreie Experiment. Sie aßen Backfisch mit Kartoffel-Gurkensalat.

Die Lockerung: Ein Auge zudrücken

An einem heißen Tag überlegte Katharina, ob sie ins Freibad fahren sollten, entschied sich aber dagegen, um den Kindern kein Eis verbieten zu müssen. Stattdessen machte sie Waffeln ohne Zucker, die aber nicht an Waffeln mit Puderzucker herankamen. Am sechsten Tag durfte die Tochter mit der Nachbarin Eis essen gehen. Katharina knickte ein. Am letzten Tag durften die Kinder Marshmallows am Feuer grillen. Auch Katharina gönnte sich eins.

Das Fazit: Ein bewussterer Umgang

Katharinas Fazit: Eine zuckerfreie Ernährung ist nicht leicht umzusetzen, besonders mit Kindern. Ob es für Kinder wirklich gesünder ist, auf industriell hergestellten Zucker zu verzichten, ist fraglich, da sie sich oft als Außenseiter fühlen. Trotzdem war sie froh, das Experiment durchgehalten zu haben. Es hat ihr gezeigt, wie viel Zucker wir zu uns nehmen, wo überall Zucker drinsteckt und welche Alternativen es gibt. Ein bewusster Umgang damit ist sicherlich nicht verkehrt. Weniger Süßes, viel selbst kochen, auf die Zutatenliste schauen.

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Überrascht war Katharina vom Verhalten ihres Sohnes. Nach ein paar Tagen schlief er durch. Eine Recherche ergab, dass ein erhöhter Zuckerkonsum am Tag zu unruhigem Schlaf führen kann.

Zuckerentzug im TV: "Einfach Zuckerfrei" bei Stern TV

Vom 18. Februar bis 24. März lud Moderator Dieter Könnes die Zuschauer von "stern TV am Sonntag" unter dem Motto „Einfach Zuckerfrei“ ein, gemeinsam in nur fünf Wochen den Zuckerkonsum zu reduzieren. Prominente Unterstützung bekamen sie dabei von Schauspielerin Tina Ruland, die gemeinsam mit zwei weiteren Mitstreitern den kalten Zuckerentzug wagte.

Tina Ruland im Zuckerentzug: Erfahrungen und Auswirkungen

Auch Schauspielerin Tina Ruland testete den Zuckerentzug. In einem Artikel vom 29. April 2024 wurde berichtet, dass wir durchschnittlich 32 Kilogramm Zucker pro Jahr essen. Tina Ruland nahm am großen Stern-TV-Zucker-Experiment teil und verzichtete fünf Wochen lang auf alles Süße.

Die einzige Regel: Fünf Wochen lang auf Zucker verzichten. Erlaubt waren nur Produkte, die maximal fünf Gramm Zucker pro 100 Gramm enthielten. Auch das Obst durfte nicht zu süß sein - jede Beerensorte war erlaubt.

Für Tina Ruland war es eine Mega-Herausforderung, da sie zu Hause eine prall gefüllte Süßigkeitenschublade hat.

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Symptome des Zuckerentzugs: Zittrige Hände, Kopfschmerzen

Die Teilnehmer des Experiments führten fünf Wochen lang Videotagebuch und beschrieben, welche Symptome der Zuckerentzug bei ihnen auslöste - darunter zittrige Hände, Schweißausbrüche und Kopfschmerzen.

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