Coppenrath & Wiese: Die Übernahme durch Dr. Oetker und eine neue Ära in der Unternehmensgeschichte

Die Übernahme der Conditorei Coppenrath & Wiese GmbH & Co. KG durch die Dr. August Oetker KG war ein historischer Meilenstein in der deutschen Lebensmittelbranche und markiert den Markteintritt von Dr. Oetker in das Segment für tiefgekühlte Torten, Kuchen und Backwaren, das bislang von Coppenrath & Wiese dominiert wurde.

Am 5. März 2015 wurden die Verträge zur Akquisition unterzeichnet, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung. Dr. Oetker hatte die Konditorei bereits im März gekauft - unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigung, wobei das Bundeskartellamt den Plan noch durchkreuzen könnte. Die EU-Kommission hat am Mittwoch entschieden, dass Dr. Oetker die Conditorei übernehmen darf. Die Transaktion sollte zum 30. Juni 2015 erfolgen, womit Dr. Oetker in einen zuvor nicht bearbeiteten Marktbereich eintritt.

Historische Entwicklung der Coppenrath & Wiese und Dr. Oetker Übernahme

Coppenrath & Wiese - Marktführer in tiefgekühlten Backwaren

Coppenrath & Wiese gilt als europäischer Marktführer bei tiefgekühlten Kuchen, Torten und Backwaren. Das Unternehmen produziert ausschließlich in Deutschland und beschäftigt an den Standorten in Mettingen und Osnabrück über 2.000 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz des Tiefkühlkonditors liegt bei mehr als 400 Millionen Euro. Nach eigenen Angaben ist Coppenrath & Wiese Europas größter Hersteller tiefgekühlter Torten.

Die „Benjamin-Blümchen-Torte“ ist einer der Verkaufshits des Osnabrücker Tiefkühl-Konditors und steht sinnbildlich für die Innovationskraft des Familienunternehmens. Die beiden Vettern Aloys Coppenrath und Josef Wiese, Abkömmlinge nordwestdeutscher Bäcker-Familien, sprangen auf den Trend der zunehmenden Verbreitung von Tiefkühlgeräten in den 1970er Jahren auf. Das Geschäftsmodell, „schockgefrostete“ Torten industriell herzustellen und über den Lebensmittelhandel zu verbreiten, war damals ohne Vorbild.

Produktion und Marktsegmente von Coppenrath & Wiese

Entwicklung und Verkaufsprozess

Nach dem Tod des Firmengründers Aloys Coppenrath im März 2013 entwickelten sich Verkaufspläne innerhalb der Erbengemeinschaft, die sich nicht auf eine gemeinsame Strategie zur Zukunft des Osnabrücker Familienunternehmens einigen konnten. Im Sommer 2014 informierten die Eigentümer die Belegschaft über die Suche nach neuen Inhabern. Unter den Interessenten waren neben Dr. Oetker auch Finanzinvestoren wie EQT, Cinven, CVC und Montagu, sowie der US-Konzern General Mills, Private Equity-Unternehmen wie Cinven und Blackstone und Investorengruppen um Peter Möhrle, Heiner Kamps oder Andreas Jacobs. Letztendlich machte Oetker das Rennen.

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Brigitte Coppenrath, Mitglied der Erbengemeinschaft, betonte, dass die Entscheidung zum Verkauf nicht leicht gefallen sei, aber man sei sicher, mit Dr. Oetker den richtigen Käufer gefunden zu haben, der das Unternehmen als Familienunternehmen weiterführt und die Werte, Ziele und Strategie von Coppenrath & Wiese erhält.

Dr. Oetker - Familienunternehmen mit Tradition und Innovationsgeist

Dr. Oetker befindet sich zu 100 Prozent in Familienbesitz und ist seit der Firmengründung 1891 in Bielefeld, Deutschland, beheimatet. Seit über 130 Jahren verbindet das Unternehmen Unternehmergeist mit Innovation. Zur Oetker-Gruppe gehören verschiedene Unternehmen der Nahrungsmittel-, Datenverarbeitungs-, Logistik-, Hotel- und Getränkebranche. Sie sind unterteilt in drei Geschäftsbereiche: Nahrungsmittel, Bier und alkoholfreie Getränke sowie Weitere Interessen.

Die Dr. August Oetker KG steuert als Holding die Unternehmensprozesse der Oetker-Gruppe und koordiniert Finanzen und zentrale Serviceabteilungen. Gruppenübergreifende Werte bilden die kulturelle Basis für unternehmerische Kontinuität.

Oetker-Gruppe und ihre Geschäftsbereiche

Motivation und Strategie für die Übernahme

Richard Oetker, persönlich haftender Gesellschafter der Dr. August Oetker KG, kommentierte das Akquisitionsvorhaben als historischen Meilenstein: „Für Dr. Oetker ist die geplante Akquisition von Coppenrath & Wiese ein historischer Meilenstein der Unternehmensgeschichte und bedeutet den Markteintritt in für uns bisher nicht bearbeitete Segmente. Wir sind hoch erfreut, dass wir mit Coppenrath & Wiese ein Unternehmen in die Oetker-Gruppe aufnehmen können, das als Familienunternehmen hervorragend zu den Werten, Zielen und der Strategie von Dr. Oetker passt. Wir sprechen die gleiche Sprache.“ Gemeinsam wollen Coppenrath & Wiese und Dr. Oetker die Erfolgsgeschichte fortschreiben und über eine verstärkte Internationalisierung weitere Wachstumschancen erschließen.

Coppenrath & Wiese wird als eigenständiges Unternehmen in die Oetker-Gruppe eingebunden. Die starke Marke und das erfolgreiche Handelsmarkengeschäft sollen in gewohnter Zuverlässigkeit unverändert weiterentwickelt werden. Zudem ist eine verstärkte Internationalisierung des Geschäfts vorgesehen.

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Meilensteine der Coppenrath & Wiese Unternehmensgeschichte

Kaufbedingungen und Reaktionen der Mitarbeiterschaft

Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart; verhandelt wurde seit Juli 2014, wobei der Unternehmenswert von Coppenrath & Wiese auf bis zu 400 Millionen Euro taxiert wurde. Der Verkauf musste noch von der Kartellbehörde genehmigt werden, nach Anmeldung haben die Wettbewerbshüter einen Monat Zeit, um den Zusammenschluss entweder freizugeben oder Bedarf für eine vertiefte Prüfung anzumelden.

Die Arbeitnehmer befürchten, dass bei einer Übernahme durch Dr. Oetker Überkapazitäten entstehen und damit Arbeitsplätze in Osnabrück und Mettingen gefährdet sind. Dr. Oetker sagte allerdings zu, eine 2014 zwischen Alteigentümern und Betriebsrat ausgehandelte Beschäftigungsgarantie einzuhalten - bis 2018 sollen die Jobs gesichert sein. „Ich bin froh, dass es nun eine Entscheidung gegeben hat“, sagte der Betriebsratsvorsitzende von Coppenrath & Wiese, Karl-Heinz Hukriede.

Unter anderem wollen die Mitarbeitervertreter geklärt sehen, was mit den für den Lebensmitteleinzelhandel produzierten Eigenmarken geschehen soll, die rund 40 Prozent des Geschäfts ausmachen.

Marktmeinungen und Auswirkungen der Fusion

  • Viele Fusionen sind beschäftigungsneutral, weil Unternehmen sich durch Zusammenschlüsse Wachstumsimpulse und Vorteile beim Zugang zu Märkten versprechen.
  • Dr. Oetker gilt als guter Arbeitgeber, der sichere Arbeitsplätze gewährleistet und Know How, Produktionskapazität und künftiges Wachstum in Deutschland hält.
  • Coppenrath & Wiese und Dr. Oetker ergänzen sich optimal: Coppenrath & Wiese kann es in Sachen Kuchen und Torte besser, Oetker gilt als führend bei Tiefkühl-Pizza, Backmischungen und Puddings.
  • Die Entscheidung zum Verkauf wurde in erster Linie von den Erben getroffen, nachdem sie selbst keine einheitliche Strategie fanden und eigene Unternehmer-Aktivitäten verfolgten.
Kuchen- und Tortenvielfalt von Coppenrath & Wiese

Unternehmensentwicklung im Vergleich

Unternehmen Umsatz (ca.) Mitarbeiterzahl Produktionsstandorte Marktsegmente
Coppenrath & Wiese 400 Millionen Euro 2.000 Mettingen, Osnabrück Tiefgekühlte Kuchen, Torten, Backwaren
Dr. Oetker Mehrere Milliarden Euro ca. 11.000 Bielefeld, international Tiefkühl-Pizza, Backmischungen, Pudding

Historische und unternehmerische Bedeutung

Durch die Fusion wird die starke Position von Coppenrath & Wiese im Segment für Tiefkühlkuchen und -Torten um die Ressourcen, Innovationskraft und Internationalisierung von Dr. Oetker ergänzt. Die Übernahme ist ein Musterbeispiel für die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte von Familienunternehmen in Deutschland und sorgt dafür, dass Know How, Produktionskapazität und künftiges Wachstum weiterhin im Land verbleiben.

„Für Dr. Oetker ist die geplante Akquisition von Coppenrath & Wiese ein historischer Meilenstein der Unternehmensgeschichte“, sagte Richard Oetker, und Brigitte Coppenrath ergänzte, dass die Entscheidung zum Verkauf nicht leicht gefallen sei, aber man sicher sei, mit Dr. Oetker eine gute Zukunft für das Unternehmen zu sichern.

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Meilensteine beider Unternehmen und Zukunftsperspektiven

Das Zusammenspiel der Marken und Auswirkungen auf Konsumenten

Die Übernahme sichert auch die bekannte Produktqualität, die sich „Made in Germany“ nennt, und ermöglicht es, die Erfolgsgeschichte von Coppenrath & Wiese im Verbund mit Dr. Oetker fortzuschreiben. Die starke Marke Coppenrath & Wiese bleibt im Handel erhalten. Die Handelsmarken, wie etwa die Benjamin-Blümchen-Torte, werden in gewohnter Zuverlässigkeit weiterentwickelt und versprechen weiterhin bequeme und wohlschmeckende Produkte für den deutschen und internationalen Markt.

Die Meinungen der Konsumenten verdeutlichen die Bedeutung der Marken im Alltag: Torten von Coppenrath & Wiese sind als bequeme und qualitativ hochwertige Alternativen zum örtlichen Konditor angesehen und werden bei vielen betrieblichen und familiären Anlässen geschätzt.

Produktionsprozess von Coppenrath & Wiese Torten

Mit dem Erwerb erweitert Dr. Oetker seine internationale Präsenz, wie bereits zuvor durch die Akquisition des mexikanischen Unternehmens D'Gari, und baut das Portfolio um tiefgekühlte Torten und Backwaren aus.

Die Fusion zweier traditionsreicher Familienunternehmen steht beispielhaft für einen nachhaltigen Umgang mit Unternehmenswerten und Marktchancen im Wandel der Zeit.

Familienunternehmen, Fusion und Markenentwicklung

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