Cafe Müller: Geschichte, Tortenrezepte und Familien-Tradition
Sonntag besuchte ich Mudderns in der Reha. Da ihr dort die Decke auf den Kopf fällt, auch, weil sie noch nicht fit genug ist, den knappen Kilometer bis ins nächste Dorf zu gehen, schlug ich ihr vor, in den nächsten Ort zu fahren. Das ist Zeven. Eigentlich hatte ich einen kleinen Stadtbummel oder einen Museumsbesuch eingeplant, bevor es zum Konditorn geht, aber das war Mudderns zu viel. Sogar der kurze Fußweg durch die Fußgängerzone zum Café war ihr zu anstrengend. Schließlich war sie zum ersten Mal seit dem 10. So fuhren wir also so dicht wie möglich an die Konditorei Müller heran, parkten und reihten uns in das Grüppchen vor der Tür ein, das auf die Öffnung der Konditorei wartete.
Wir fanden einen ruhigen Platz im hinteren Teil des Cafés und bestellten die Spezialität des Hauses, Zevener Himmelstorte. Das Rezept ist über 170 Jahre alt und stammt vermutlich aus dem örtlichen Nonnenkloster. Ursprünglich wurde die Torte wohl mit saurer Sahne zubereitet, was ich mir nicht ganz so himmlisch vorstelle. Im Café gibt es viel zu gucken: In der Fensterfront zur Fußgängerzone und auf den freien Flächen im Lokal stehen jede Menge Kaffeekannen aus unterschiedlichen Epochen, auf den Tischen stehen dazu passende Zuckerdosen. Serviert wird aber auf klassischem weißen Hotelporzellan, es sei denn, man reservierte.
Die Ursprünge und Gründerjahre
Unsere Konditorei wurde im Jahr 1908 von Konditormeister Paul Müller gegründet. Die Familie Konrad Müller, Bäckermeister aus Hannover wurde zu Zeiten des 2. Weltkrieges in Hannover völlig ausgebombt und kam aus diesen Gründen in das schöne Celle. Und so nahm die Geschichte ihren Lauf … der Sohn, Konditormeister Oskar Müller legte kurz nach des Ende des 2. Hier wurde nun das Spitzgiebelhaus (heute das kleine Café und unsere Puppenstube) in unmittelbarer Nähe zu den vielen Blumenfeldern der Saatzüchterei errichtet (daher der Name Blumenstraße).
Das Stammhaus der Konditorei ist nach wie vor in Westercelle angesiedelt und wird tagtäglich von unzähligen Genießern angesteuert. Den Schritt von Westercelle ins Zentrum der schönen Fachwerkstadt haben wir nie bereut. Wir sind sicher eine traditionelle Konditorei, wissen aber auch, dass sich mit dem Begehen neuer Wege der Kundenkreis erweitert.
Generationenwechsel, Standortentwicklung und Expansion
1935 übernahm Rudi Müller den Familienbetrieb aus den Händen des Vaters und führte ihn durch Kriegs - und Nachkriegszeit hindurch. Ab 1961 lag die Führung des Betriebes in den Händen von Christian Mütze, dem Schwiegersohn von Rudi Müller. Inhaber ist heute Matthias Mütze, der gemeinsam mit seiner Frau Cornelia Mütze das Familienunternehmen mit immer neuen Ideen weiterentwickelt und die Tradition der Konditorei Müller auch in der heutigen Zeit fortschreibt.
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Die nächste Generation wird derweil schon in das Unternehmen eingearbeitet. Mit Paul und Theresa Mütze werden sowohl die Backstube als auch die Buchhaltung sowie das Marketing tatkräftig unterstützt. Geplant ist schon ein neues Café in Dresden Bannewitz, in dem ab 2021 die Kunden die wundervollen Gebäcke, Torten und Kuchen genießen können.
Das vielfältige Tortensortiment, für das die Konditorei weit über die Grenzen Celles hinaus bekannt ist, geht maßgeblich auf sein kreatives Engagement zurück. Joachim Müller ist bis kurz vor seinem Tod im Okt. Ein zweites Standbein schuf sich die Familie Müller zu Beginn der Neunziger Jahre. Am Französischen Garten in der Celler Innenstadt übernahmen sie eine herrschaftliche Villa und richteten darin eine Kombination aus Café, Restaurant und Eiscafé ein. Ein drittes Standbein kam Ende der Neunziger mit dem Café & Kiosk im Allgemeinen Krankenhaus hinzu.
Wiederaufbau, Widerstandsfähigkeit und Betriebsgeschichte
Der im Jahre 1905 geborene Sohn Wilhelm legte 1936 in Wolfenbüttel die Meisterprüfung ab und stand seiner Mutter bis Kriegsbeginn zur Seite. Er übernahm 1947 mit seiner Frau Charlotte den Betrieb. Es folgten schwere Jahre. Das Café und der Laden mussten zwangsweise an die HO abgetreten werden. Gebacken wurde in der Breiten Straße 22, verkauft in der Breiten Straße 34 (jetzt Uppstallkaufhaus). Der Kuchen wurde in einem geschlossenen Handwagen dorthin transportiert, denn für Private gab es kein Transportfahrzeug.
1966 verstarb der Inhaber und wieder stand die Ehefrau vor der Aufgabe, den Betrieb zu erhalten. Im Jahre 1971 übernahm die dritte Generation, Konditormeister Wilhelm Müller und seine Frau Renate, die Konditorei. Sie erstritten von den Behörden die Rückgabe des Ladens im Stammhaus. Nach umfangreichen Umbauten im Laden und in der Backstube konnte nun rationeller produziert werden.
Mit der Wende im Jahre 1990 erledigte sich auch das Zwangsverhältnis zur HO, so dass am 01.Juli 1990 mit dem Umbau des Cafés begonnen werden konnte. Seit dem 15. Oktober 1990 empfängt die Familie Müller mit ihren vielen fleißigen Mitarbeitern wieder Gäste aus Stendal und Umgebung. Am 01.April 1991 wurde in Arneburg eine Filiale eröffnet und ein Jahr später gab es Café Müller auch im Stendaler Stadtteil Süd.
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Moderne Entwicklung, Sortiment und Mitarbeiter
Im Jahre 1993 legte Tochter Anke in Wolfenbüttel ihre Meisterprüfung ab, so dass der Fortbestand des Unternehmens gesichert war. Seit 2013 ist sie Inhaberin der Konditorei und des Café Müller, nachdem Wilhelm Müller seinen wohlverdienten Ruhestand genießt. 1996 wurde eine eigene Eisproduktion installiert, außerdem im Johanniterkrankenhaus das Klinik-Café eröffnet. Im Frühjahr 2003 konnte ein lange gehegter Wunsch der Familie, ein Straßencafé vor dem Haus zu errichten, erfüllt werden. Im November wurde am Markt in Stendal ein Coffeebackshop eröffnet. Seit Januar 2004 ist auch Heiko Wetzel, der Schwiegersohn, nach erfolgreicher Umschulung zum Bürokaufmann mit im Betrieb.
Im Moment beschäftigen wir 29 Mitarbeiter, davon sind sieben in der Produktion. In Ausbildung sind ein Bäcker und eine Fachverkäuferin, außerdem eine Restaurantfachfrau als Praktikantin einer Ausbildungsgesellschaft. Bis 1990 wurden ausschließlich Konditorwaren produziert, seit 1990 auch Brot und Brötchen. Großen Anteil am Sortiment der Konditorei haben Bildertorten und verschiedene Hochzeitstorten.
Handwerkliche Prinzipien und Qualitätsanspruch
Das Geheimnis der Konditorenfamilie, neben handwerklichem Geschick und viel Phantasie: Alle Kuchen und Torten werden weiterhin frisch und konsequent ohne Konservierungsmittel, künstliche Aromen oder industriell erzeugte Mischzutaten hergestellt. Die Verarbeitung bester Rohstoffe aus verantwortungsvollem Anbau liegt uns sehr am Herzen! Deshalb kaufen wir unseren Edelkakao direkt in Südamerika von den Erzeugern und engagieren uns vor Ort.
Unseren Edelkakao beziehen wir aus Kolumbien. Er bildet die Basis unserer Schokoladenkreationen und vereint fruchtige und blumige Aromen mit nussigen und malzigen Noten. Dieser charakteristische Geschmack unterscheidet ihn von allen anderen Kakaosorten rund um die Welt. Wir sind stolzer Partner der "Original Beans", die die Mission verfolgen, die Welt auf den Geschmack für Naturschutz zu bringen.
Taste the rare and preserve it - wie viele Baumfrüchte nimmt auch Kakao das Aroma seiner Umgebung auf. Seine Samen - die Bohnen - sind voller Nährstoffe und wenn man sie sorgfältig erntet, fermentiert und trocknet, offenbaren sie den Charakter ihrer vielfältigen Ursprungsorte. Die gesamte Lieferkette ist klima-optimal eingerichtet, CO2-Emissionen verringert, die Kakaobauern erhalten ein langfristiges Arbeitsverhältnis mit doppelten Einkommen. Kakao wird zu einer Quelle der Sicherheit und des Stolzes und nicht der Ausbeutung. Zusätzlich zu den langfristigen Verträgen bauen die Familien ihre eigenen Lebensmittel an und verkaufen diese auf örtlichen Bauernmärkten.
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Zevener Himmelstorte: Traditionelles Rezept und Varianten
Wir fanden einen ruhigen Platz im hinteren Teil des Cafés und bestellten die Spezialität des Hauses, Zevener Himmelstorte. Das Rezept ist über 170 Jahre alt und stammt vermutlich aus dem örtlichen Nonnenkloster. Ursprünglich wurde die Torte wohl mit saurer Sahne zubereitet, was ich mir nicht ganz so himmlisch vorstelle. Heute wird sie im Café Müller als Spezialität gepflegt und in moderneren Varianten serviert, oft auf klassischem weißen Hotelporzellan.
| Zutatengruppe | Traditionelle Variante | Moderne Variante / Hinweis |
|---|---|---|
| Basis | Biskuit oder Rührboden | Leichter Biskuit, teils mit Nussanteil |
| Füllung | Saure Sahne (ursprünglich) | Schlagsahne, Creme fraiche oder Buttercreme-Varianten |
| Aromen | Vanille, ggf. Zitrus | Fruchtige Einlagen oder Schokoladennoten |
| Dekor | Puderzucker oder einfache Glasur | Frische Früchte, Schokoladenspäne, dekorative Zuckerguss |
Hinweis zur Zubereitung
Ursprünglich wurde die Torte wohl mit saurer Sahne zubereitet, was ich mir nicht ganz so himmlisch vorstelle. Heutzutage achten Konditoreien wie Müller darauf, frische Zutaten zu verwenden und industrielle Mischzutaten zu vermeiden, sodass Varianten mit frischer Sahne, Creme fraiche oder leichter Buttercreme möglich sind.
Service, Ambiente und Kundenbindung
Im Café gibt es viel zu gucken: In der Fensterfront zur Fußgängerzone und auf den freien Flächen im Lokal stehen jede Menge Kaffeekannen aus unterschiedlichen Epochen, auf den Tischen stehen dazu passende Zuckerdosen. Serviert wird aber auf klassischem weißen Hotelporzellan, es sei denn, man reservierte. Gerne erwähnen wir auch hier, von vielen Cafés und Restaurants als Tortenlieferant ausgewählt zu sein.
„Wir müssen einen Spagat ausführen. Wir hoffen, dass wir auch in Zukunft für Sie, unsere Kunden und für Sie unsere Geschäftspartner immer der richtige Ansprechpartner sind.“
Tradition trifft Zukunft
Die Familie arbeitet generationsübergreifend: Die gesamte Lieferkette, die Ausbildung junger Mitarbeiter und die sorgsame Auswahl der Rohstoffe zeigen das Bestreben, Tradition mit nachhaltigen, modernen Prinzipien zu verbinden. Für die Zukunft des Unternehmens bestehen beste Aussichten.
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