Biskuitrolle Torte Rezept – einfach und lecker

Zugegeben - die Biskuitrolle gehört nicht unbedingt zu den Kuchen, die ich meinen Freunden bei unserem wöchentlichen Kaffeeklatsch auf den Tisch stelle. Aber irgendwie kann es die Biskuitrolle in meinen Augen nicht mit vorausgegangenen Süßigkeiten aufnehmen. Nicht falsch verstehen! Ich liebe Marmorkuchen. Und ich sterbe für Streuselkuchen - deutsche Kuchenklassiker, wie sie im Buche stehen. Aber Biskuitrolle? Das klingt so kompliziert!

Dabei hegt mich zu jener Rolle eine tiefe Verbindung. Meine allerliebste Lieblingsoma, leider schon vor einigen Jahren verstorben, hat Biskuitrolle geliebt. Und so bin ich schon als kleine Sini mit 5 DM in der Hand zum Bäcker um die Ecke gehüpft und habe mir mein kleines Näschen an der Kuchentheke platt gedrückt. Hach, all diese schönen Torten und leckeren Kuchen ... Heute, fast 20 Jahre später, ist meine Liebe zu meiner Oma immer noch riesengroß. Meine Angst gegenüber der Biskuitrolle allerdings auch. Ich wäre aber nicht ich, wenn ich mich dieser Herausforderung nicht stellen würde.

Warum Biskuitrollen gelingen: Die wichtigsten Prinzipien

Die Biskuitrolle besteht nämlich - der Name verrät es bereits - aus einem Biskuitboden vom Blech. Und dieser braucht bekanntlich Zeit. Viel Zeit. Zumindest was das Aufschlagen der Eier betrifft. Worauf es sonst noch ankommt? Hier meine Top 5:

  • Eier getrennt voneinander aufschlagen - das Eiweiß steif, das Eigelb sehr cremig
  • Eischnee als erstes unter das Eigelb heben. Dabei in mehreren Etappen arbeiten
  • Kein reines Mehl, sondern eine Kombination aus Mehl und Stärke verwenden
  • Mehl mit Stärke und Backpulver über die Eimasse sieben (ja, ich halte sonst auch nicht viel vom Sieben. Hier muss das allerdings sein)
  • Mehl nur kurz (!!!) unterheben und sofort backen

Für eine richtig fluffige Biskuitrolle ist die Zubereitung entscheidend: Schlage zuerst das Eiweiß mit dem Zucker ein paar Minuten cremig auf. Danach rührst du das Eigelb auf niedrigster Stufe kurz unter. Zum Schluss hebst du die gesiebte Mehlmischung vorsichtig unter - aber bitte nicht rühren, damit möglichst viel Luft im Teig bleibt. Ich mache es übrigens bewusst in dieser Reihenfolge, denn damit wird der Biskuit besonders luftig und gelingt zuverlässig.

Backen: Zeit, Temperatur und Ofeneinstellung

Was ich damit meine? Na die richtige Ofeneinstellung und Backtemperatur. Nicht zu vergessen die Zeit - ganz wichtig! Je nach Gerät braucht deine Biskuitrolle 9 bis 12 Minuten im Ofen - lieber zu spät als zu früh aus dem Ofen nehmen. Und unbedingt bei Ober-/Unterhitze backen. Nur so trocknet dein Biskuitboden nicht aus und bleibt flexibel. Wenn die Teiglatte zu trocken ist oder der Teig ungleichmäßig aufgestrichen wird, bricht die Rolle beim Aufrollen, da eventuell einige Stellen zu trocken gebacken sind.

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Biskuit nur kurz backen: Damit sich die Biskuitrolle später gut rollen lässt und nicht bricht, darf der Teig auf keinen Fall zu lange backen. Der Biskuit sollte am Ende noch schön hell sein. Nicht zu lange backen! Um zu prüfen, ob er schon fertig gebacken ist, drückst du, sobald er eine goldgelbe Farbe angenommen hat, mit der flachen Hand ganz leicht auf die Oberfläche. Federt er zurück und fühlt sich leicht „knisternd“ an, ist er perfekt.

Ausruhen lassen: Biskuitrolle auskühlen

Jetzt kommt die Stelle, die mir persönlich am schwierigsten fällt - Ruhe bewahren. Ich neige nämlich dazu, Karamell im Topf zu probieren, Suppe sofort auszulöffeln oder eben meine Biskuitplatte direkt nach dem Backen zu füllen und aufzurollen. Ein großer Fehler! Die Sahne verläuft und der Biskuit reißt. Daher Memo an mich (und auch an dich): Biskuitplatte bzw. Biskuitrolle vollständig auskühlen lassen. Und weil das schon mal mehrere Stunden dauern kann, backe ich meinen Biskuit am liebsten einen Abend vorher.

Füllungen: Klassiker und Alternativen

Biskuitplatte schön und gut. Aber das Herzstück der Biskuitrolle ist doch seine Füllung. Ganz klassisch mit Sahne und Erdbeeren? Oder amerikanisch mit Frischkäse und Zitrone? Ich habe mich letztens an einer Biskuitrolle mit Banane und Schokosahne probiert - auch lecker! Aber du entscheidest natürlich.

Der Klassiker: Sahne und Erdbeeren

Die klassische Füllung der Biskuitroll besteht aus Sahne und frischen Erdbeeren. Ja, Marmelade muss auch drauf. Oder Erdbeerpüree. Und - na klar - frische Erdbeeren. Es gehen natürlich auch Heidelbeeren, Himbeeren oder jede andere Art von Obst. Am besten passend zur Marmelade. Ich liebe Biskuitrolle. Und das, obwohl ich eigentlich nicht so der Fan von fetten Sahne-Torten bin. Aber die Erdbeer-Biskuitrolle, die mag ich irgendwie - also die klassische. Eben mit jener eigentlich so verhassten Sahne-Füllung.

Quark, Joghurt, Frischkäse und Mascarpone

So sehr ich Sahne in meiner Biskuitrolle liebe, so sehr hasse ich Sahne in anderen Kuchenkreationen. Deshalb kann ich jeden verstehen, der jetzt naserümpfend vor seinem Bildschirm sitzt. Aber deshalb Biskuitrolle verschmähen? Niemals! Es gibt so viele leckere Möglichkeiten einfache Alternativen zur Sahne-Füllung herzustellen. Seht selbst ...

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  • Joghurt: Wenn jetzt Sommer wär’ ... Dann würde ich meine Biskuitrolle mit Joghurt füllen. Ohja! Aber Vorsicht: Joghurt allein ist zu flüssig. Daher unbedingt mit Gelatine arbeiten und/oder mit Sahne mischen.
  • Quark: Gleiches gilt für Quark. Also für die Sommergefühle, aber auch für die Gelatine. Ich mag eine Kombination aus Quark und Sahne ziemlich gerne. Dazu Heidelbeeren - perfekt!
  • Frischkäse: Du liebst Cheesecake? Dann wirst du diese Art der Biskuitrolle lieben! Einfach Frischkäse mit Sahne cremig rühren und mit Vanille sowie Zucker süßen. Auch lecker: etwas Zitronenschale.
  • Mascarpone: Für eine unfassbar cremige Füllung kannst du die Rolle auch mit einem Mix aus Mascarpone und Sahne füllen. So wie hier bei unserer Himbeer-Biskuitrolle. Schmeckt einfach himmlisch.

Wie rolle ich die Biskuitrolle ohne dass sie bricht? Drei Methoden im Test

Ich gebe zu - bevor ich diesen Test gemacht habe, habe ich noch nie so richtig eine Biskuitrolle selber gebacken. Bei Oma schon einmal zugeschaut - ja. Aber noch nie alleine. Also so richtig mit Füllen und Aufrollen. Und wenn ich ehrlich bin, hatte ich bis dato auch großen Respekt davor. Was wenn die Biskuitrolle reißt? Ja, nicht ganz unbegründet. Aber dank meinem Probebacken sind die Sorgen ab sofort wie weggeflogen.

Variante 1: Biskuitplatte in Küchentuch einwickeln

Die Biskuitplatte wird samt Backpapier auf ein Küchentuch gestürzt und mit kaltem Wasser besprüht. Küchentuch auf dem Tisch ausbreiten und mit 1 EL Zucker bestreuen. Biskuitplatte mit dem Backpapier auf das Küchentuch stürzen. Backpapier mit kaltem Wasser besprühen und nach 20 Sekunden vorsichtig abziehen. Biskuitplatte mit dem Küchentuch aufrollen und auskühlen lassen.

Variante 2: Biskuitplatte mit nassem Küchentuch bedecken

Die Biskuitplatte wird auf ein Küchentuch gestürzt und mit einem zweiten feuchten Küchentuch bedeckt. Küchentuch auf dem Tisch ausbreiten und mit 1 EL Zucker bestreuen. Biskuitplatte mit dem Backpapier auf das Küchentuch stürzen. Zweites Küchentuch mit kaltem Wasser besprühen und auf das Backpapier legen. Auskühlen lassen.

Variante 3: Biskuitplatte auf Backpapier stürzen

Die Biskuitplatte wird samt Backpapier auf ein ausgelegtes, weiteres Stück Backpapier gestürzt. Backpapier auf den Tisch legen und mit 1 EL Zucker bestreuen. Biskuitplatte mit dem Backpapier auf das ausgelegte Backpapier stürzen und auskühlen lassen.

Gewinner der drei Test-Varianten ist Methode eins: Die Biskuitplatte in ein Küchentuch einwickeln. Mit großem Abstand auf Platz 1 - die Zuckerrolle (also Variante 1), weit abgeschlagen dahinter Variante 2 und 3 (na klar - aufgrund der vielen Rissen). So richtig verwundern tut es mich nicht. Immerhin hat auch meine Oma ihre Biskuitplatte in einem Küchentuch aufgewickelt. Und das ging so easy peasy, dass ich das ab sofort immer so machen werde. Ganz ohne Risse!

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Übrigens: Variante 3 ist nicht nur gerissen, sie ist sogar einmal in der Mitte durchgebrochen (und das obwohl ich sie nur um ein paar cm verrückten wollte). Schöner Schlamassel ...

Zuckerbesprühtes Küchentuch mit Biskuitplatte

Dein Grundrezept für Erdbeer-Biskuitrolle

Für das Backblech (40 x 30 cm): Backpapier

Zutaten

Für den TeigFür die Füllung
5 Eier, 100 g Zucker, 75 g Mehl, 30 g Stärke, 1 Msp. Backpulver, 1 Prise Salz350 g Erdbeeren, 200 g Erdbeerkonfitüre, 400 g Sahne, 50 g Zucker, 2 Pck. Sahnesteif, 1 Pck. Vanillezucker

Zubereitung (Kurzfassung)

  1. Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen.
  2. Eier trennen. Eiweiß mit Salz steif schlagen, 70 g Zucker einrieseln lassen. Eigelb mit restlichem Zucker schaumig schlagen, Eiweiß vorsichtig unterheben. Mehl mit Stärke und Backpulver mischen und ebenfalls unterheben.
  3. Teig auf das Backblech streichen und im heißen Ofen ca. 10 Minuten backen.
  4. Küchentuch mit Wasser besprühen. Biskuit mit Backpapier auf das Küchentuch stürzen. Backpapier mit kaltem Wasser bepinseln und nach 20 Sekunden vorsichtig abziehen. Biskuit mit dem Küchentuch aufrollen und auskühlen lassen.
  5. Für die Füllung Erdbeeren waschen. Hälfte der Erdbeeren pürieren, andere Hälfte in Scheiben schneiden. Sahne mit Zucker, Vanillezucker und Sahnesteif steif schlagen. Kurz vor Ende Erdbeerpüree dazugeben und erneut durchmixen, kaltstellen.
  6. Marmelade erwärmen. Biskuitplatte ausrollen und mit Marmelade und Sahne bestreichen. Biskuitrolle fest aufrollen und kühlstellen.

Zubereitung: 20 Min. Gelingt leicht. Ergibt etwa 14 Stück.

Aufgerollte Erdbeer-Biskuitrolle auf Servierplatte

Weitere Tipps & Tricks

  • Backblech fetten und mit Backpapier belegen. Das Backpapier an der offenen Seite des Backblechs so zur Falte knicken, dass ein Rand entsteht. Backofen vorheizen.
  • Die Eier auf höchster Stufe rund 8 Minuten sehr schaumig schlagen, dabei den Zucker gegen Ende einrieseln lassen.
  • Das Mehl und das Backpulver in einer separaten Schüssel mischen. Die Mehlmischung auf die Eiercreme sieben und ganz vorsichtig unterheben oder unterrühren.
  • Die gebackene Biskuitteigplatte sofort mit dem Tuch von der langen Seite her einrollen und für 1,5 Stunden auskühlen lassen.
  • Sollten die Erdbeeren nicht sehr süß sein, den Biskuit vor dem Belegen mit ein wenig roter Marmelade bestreichen. Das gibt noch mehr Geschmack.
  • Wenn die Rolle beim Aufrollen reißt, streich einfach etwas mehr Sahne oder Füllung auf die Bruchstelle und setz sie vorsichtig wieder zusammen. Danach leicht andrücken und mit der Naht nach unten legen.
  • Eine gebrochene Biskuitrolle ist kein Drama - mit Puderzucker, Sahnetuffs oder frischen Früchten lässt sie sich optisch perfekt retten.
Schritt-für-Schritt: Biskuitrolle aufrollen und füllen

Variationen und Lagerung

Du kannst die Biskuitrolle sofort genießen oder auch am nächsten Tag essen. Gut abgedeckt im Kühlschrank hält sie sich problemlos. Ich fand sie am nächsten Tag sogar noch einen Tick besser, weil sie so schön durchgezogen war. Die Biskuitrolle kann je nach Jahreszeit mit unterschiedlichen Früchten gefüllt werden, wie z.B. Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren. Im Winter kann man auch Dosenfrüchte verwenden.

Stabiler und fester wird die Füllung mit Gelatine oder einem pflanzlichen Geliermittel wie Agar-Agar (vor allem wenn man Quark statt Frischkäse oder Mascarpone verwenden will). Man benötigt ca. 4 Blätter oder das entsprechende Gelierpulver.

Variationen: Schoko-, Himbeer- und Zitronenrolle

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