Herstellung und Eigenschaften von Bio Zuckerrübenzucker
Bio-Rübenzucker wird aus biologisch angebauten Zuckerrüben gewonnen. Unser Bio-Rübenzucker wird nach strengen Qualitätsstandards hergestellt und ist zertifiziert nach den Richtlinien der Europäischen Union für ökologische Landwirtschaft und verschiedener Anbauverbänden. Damit garantieren wir Ihnen ein hochwertiges Bio-Produkt.
Anbau und landwirtschaftliche Praxis
Im Vergleich zu konventionellem Rübenzucker müssen bei der Bio-Variante strengere Vorgaben nach der Öko-Verordnung (EU) 2018/848 beachtet werden oder auch strengere Vorschriften bei einer Zertifizierung durch ein Anbauverband, wie z.B. Bioland oder Naturland. Darüber hinaus wird in der Biolandwirtschaft ein starker Fokus auf mechanische Unkrautbekämpfung gelegt - geschmacklich, geruchlich und chemisch betrachtet gibt es aber keinen Unterschied zu konventionellem Rübenzucker.
Damit die Aufzucht gelingt, benötigt die Rübensaat ein feinkrümeliges Saatbett und einen guten Boden. Die empfindlichen Jungpflanzen lassen sich leicht von Beikräutern unterkriegen. Da Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern keine chemisch-synthetischen Unkrautvernichtungsmittel einsetzen dürfen, müssen sie unerwünschte Beikräuter immer wieder weghacken: per Hand oder maschinell und in Zukunft vielleicht mit Hackrobotern.
Im Sommer bedecken die Rübenblätter das Feld. Bis es so weit ist, müssen sie häufig gehackt werden. Für einen Hektar sind schätzungsweise 120 Stunden Hackzeit nötig! Neben den Maschinenkosten für die Hacke fallen hierfür zusätzlich bis zu 200 Stunden Handarbeit pro Hektar an. Das kostet Zeit und Geld.
Bio-Rübenanbau bedeutet viel Aufwand und einen geringeren Ertrag. Allerdings liegt der Ertrag im Bio-Anbau durchschnittlich 40 Prozent unter dem konventionellen. Haufenweise Bio-Zuckerrüben. Bio-Rübenzucker im Vorteil: Laut einer Studie des Forschungsinstituts ökologischer Landbau belastet heimischer Bio-Rübenzucker die Umwelt um ein Drittel weniger als Bio-Rohrzucker aus Paraguay.
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Fruchtfolge, Bodenschutz und Mehrwert für die Region
Bio-Zuckerrüben hierzulande anzubauen, lohnt sich: Der Tiefwurzler lockert den Boden und bringt Abwechslung aufs Feld, oder bereichert, fachlich ausgedrückt, die Fruchtfolgen. Durch Forschung im Anbau und Züchtung konnten über die letzten Jahrzehnte Dünge- und Pflanzenschutzmittel reduziert und dabei der Ertrag deutlich gesteigert werden. Bei Bio-Rübenzucker vermeiden Bauern den Befall von Schädlingen durch eine bewusst geplante Fruchtfolge, spezielle Rübensorten sowie durch die Anpassung der Aussaattiefe.
Die meisten Bio-Rüben stammen derzeit von bayrischen und baden-württembergischen Bio-Betrieben. Diese liefern ihre Zuckerrüben zu einer Schweizer oder süddeutschen Zuckerfabrik. Die Rüben für unseren Rübenzucker kommen von Bio-Landwirten aus Deutschland. Somit ist der NATURATA Rübenzucker durch die deutlich kürzeren Transportwege umweltfreundlicher als vergleichsweise Voll-Rohrzucker oder Roh-Rohrzucker aus Südamerika oder Indien.
Herstellungsprozess in der Zuckerfabrik
Die Rüben werden gewaschen, zu Schnitzel zerkleinert und kommen dann in den sogenannten Extraktionsturm. Darin wird mit etwa 70 Grad heißem Wasser der Zuckersaft aus der Rübe gelöst. Der kommt danach in Kochapparate, wo das Wasser verdampft und eine zuckrige Lösung übrigbleibt. Anschließend schleudert eine Zentrifuge die braune Melasse heraus. Daher ist heimischer Rübenzucker weiß.
Bei der Herstellung unseres Rübenzuckers werden die Bio-Zuckerrüben zunächst gewaschen, zerkleinert und ausgekocht. Der Rübensaft wird gereinigt und zu Sirup eingedampft. Einige zugefügte Zuckerkristalle sorgen dafür, dass der Zucker in dem Konzentrat auskristallisiert. Mit der Melasse werden natürlich auch Stoffe wie zum Beispiel Vitamine und Mineralstoffe abgetrennt.
Bei der Zuckerherstellung wird aus dem Zuckerrohr oder Zuckerrübe zunächst Saft gepresst, der zu Sirup eingekocht wird. Durch Kristallisation bildet sich darin der Zucker. Der ist braun, und zwar in beiden Fällen, weil in diesem ersten Rohprodukt noch alle möglichen Verunreinigungen enthalten sind. Wird dieser rohe Zucker so lange gewaschen und getrocknet, bis die Kristalle weiß sind, bekommt man raffinierten Zucker.
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Nebenprodukte und Kreislauf
Bei der Herstellung entstehende Nebenprodukte wie Melasse und Trockenschnitzel lassen sich als Tierfutter verwenden. Selbst abgespülte Steine und Erde werden recycelt. Die hiesigen Zuckerfabriken sorgen für eine hohe Zuckerausbeute und nutzen mehr umweltverträglichere Energieträger.
Eigenschaften und Qualität
Geschmacklich, geruchlich und chemisch betrachtet gibt es aber keinen Unterschied zu konventionellem Rübenzucker. Unser Rübenzucker wird nur den notwendigen Verarbeitungsschritten unterzogen und ist nicht raffiniert. Es handelt sich hierbei nur um einen „Halbweißzucker“, also keine Raffinade.
Im Lebensmittelbereich vorrangig als natürliches Süßungsmittel, aber je nach Applikation, genau wie beim konventionellen Zucker, auch auf Grund weiterer funktioneller Eigenschaften, wie z.B. Bio-Rübenzucker verbreitet sich im Handel. Bio-Rübenzucker ist als Zucker genauso wie die konventionelle Variante als Süßmittel für Getränke, Backwaren oder Speisen geeignet. Außerdem wird der Zucker auch in Milchprodukten, Süßwaren und anderen Industrieerzeugnissen genutzt.
Brauner vs. weißer Zucker - spezielle Hinweise für Rübenzucker
Typischerweise handelt es sich bei braunem Zucker um Rohrzucker, der wenig oder gar nicht raffiniert wurde. Bei diesem Herstellungsverfahren bleibt ein Teil des braunen Zuckersirups im Produkt. Er ist für die charakteristische Farbe verantwortlich. Da sich dieser Zuckersirup, auch als Melasse bezeichnet, durch einen unangenehmen Geschmack auszeichnet, ist unraffinierter Bio-Rübenzucker nicht erhältlich. Was es im Fall von Rübenzucker allerdings nicht gibt: braunen Zucker, der einfach weniger raffiniert ist. Das liegt daran, dass Melasse (also Zuckersirup) aus Rüben anders als die aus Zuckerrohr wohl einen ziemlich unangenehmen Eigengeschmack hat. Daher ist Rübenzucker auch immer weiß und nie als brauner Zucker erhältlich (und wenn, dann wurde er eingefärbt).
Ökobilanz, Transport und soziale Aspekte
Rohstoff Nummer eins ist das Zuckerrohr aus Zentral- und Südamerika, Afrika und Asien. Die Rohstoffe kommen aus Süd- und Mittelamerika, Afrika und Asien. Aber auch deutsche Zuckerrüben werden dafür verwendet.
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Eine Studie des Schweizer Forschungsinstituts für ökologischen Landbau vergleicht den ökologischen Fußabdruck von Bio-Rübenzucker aus Süddeutschland und der Schweiz mit importiertem Bio-Fairtrade-Rohrzucker aus Paraguay. Das Ergebnis: Beim heimischen Rübenzucker fallen gut ein Drittel weniger Umweltbelastungen an als beim Rohrzucker. Laut dem FiBL ist die Umweltbelastung des Bio-Rübenzuckers aus Deutschland und der Schweiz um 37% geringer als bei dem Bio-Fairtrade-Rohrzucker aus Paraguay. So stellt man bei Bio-Rübenzucker eine Umweltbelastung von 1,1 Mio. UBP (Umweltbelastungspunkte) fest, während es bei dem Rohrzucker aus Paraguay 1,74 Mio. UBP sind.
Dazu kommt, dass der Ertrag von Zuckerrüben allgemein viel höher ist als bei Rohrzucker, so wird für Rübenzucker ca. 45% weniger Anbaufläche benötigt. Die Gründe: In der Schweiz und Süddeutschland sind die Felderträge höher. Die Düngung ist umweltverträglicher und die Verarbeitung effizienter.
Sowohl Anbau als auch Verarbeitung des regionalen Bio-Rübenzuckers geschieht nach sehr hohen sozialen Standards. Die Arbeiter*innen werden fair bezahlt und bearbeiten die Rüben unter sicheren Umständen. Dazu kommt, dass unser Zucker von einem landwirtschaftlichen Erzeugerverband produziert wird und nicht von börsendotierten Aktiengesellschaften.
Regionalität versus Import
Heimischer Bio-Rübenzucker kostet deutlich mehr als Bio-Rohrzucker. Daher bevorzugen viele Bio-Verarbeitungsunternehmen noch Rohrzucker. Heimischer Bio-Zucker aus Rüben ist deutlich teurer als der importierte Bio-Rohrzucker. Das liegt unter anderem an dem sehr arbeitsintensiven Anbau der Bio-Rüben. „Das schnell wachsende Unkraut etwa wird nicht mit Unkrautvernichtungsmitteln, sondern mit der Hacke bekämpft“ sagt Sabine Hülsmann, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern.
Die ökologischen Anbauverbände legen ihren Mitgliedern die Verwendung von heimischem Rübenzucker jedoch nahe. "Wo immer möglich, möchten wir die regionale Wertschöpfung stärken", erläutert Stephanie Lehmann von Biokreis. Bioland schreibt die Verwendung in seinen Verarbeiter-Richtlinien ab 2023 vor. "Sonst bleiben die Erzeuger ja auf ihrem Rübenzucker sitzen", erklärt Annette Steiger von Bio-Dreher, die Erzeugerinnen und Erzeuger rund um den Anbau und die Vermarktung der Rübe unterstützt.
Marktentwicklung, Nachfrage und Herausforderungen
„Bio“ wird von Endverbrauchern häufig mit Regionalität und Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt in Verbindung gebracht. Bio-Produkte haben in den letzten Jahren unter anderem aus diesen Gründen eine relevante Position beim Endverbraucher eingenommen. Trotz eines Einbruchs, der unter anderem auf die Inflation, die in 2021 bis 2023 (mit dem Hoch im Oktober 2022) in der EU stark anstieg, erholt sich der Markt für Bioprodukte und ist nach wie vor eine relevante Größe im Lebensmittelsegment.
Mit dem Ausbau des Bio-Rübenanbaus sind wir auf einem guten Weg. Der Anteil von Rübenzucker an der weltweiten Bio-Zuckermenge nimmt zu. Von 2018 bis 2021 ist er von 5 auf 17 Prozent gestiegen. Dieser Zuwachs ist nur möglich, weil die Nachfrage und der Preis für Bio-Rüben gestiegen sind.
Damit die Steigerung des Bio-Rübenanbaus weiter gelingt, muss die Nachfrage nach Bio-Rübenzucker vor allem bei der verarbeitenden Industrie zunehmen. Statt Bio-Rohrzucker zu nutzen, sollten Verarbeiter bei Bioprodukten auf Regionalität und damit auf Rübenzucker setzen. Aber sicher ist auch: Bio-Rübenzucker gibt es nicht ohne konventionellen Zucker. Denn eine Zuckerfabrik muss mehrere Monate ausgelastet sein, damit sie rentabel arbeitet. Die dafür erforderliche Produktionsmenge kann der Bio-Zucker allein nicht annähernd decken.
Innovation als Antwort auf Arbeitskräftemangel
Angesichts knapper Arbeitskräfte und steigender Mindestlöhne ist das eine wachsende Herausforderung. Innovationen wie Hackroboter oder digitale Technologien könnten mittelfristig helfen. Für einen Hektar sind schätzungsweise 120 Stunden Hackzeit nötig!
Praktische Hinweise für Verbraucher und Verarbeiter
Im Bio-Bereich wird fast nur Rohrzucker angeboten; auch die Produkte der Alnatura-Eigenmarke gehören dazu - und das, obwohl Zuckerrohr im Gegensatz zu Zuckerrüben nicht regional angebaut werden kann. Wenn man die Gewinnung des deutschen Bio-Rübenzuckers und des Fairtrade-Bio-Rohrzuckers gegenüberstellt, möchte man meinen: „ist doch dasselbe, oder?“. Das gilt für die Herstellung. Bedeutend unterschiedlich allerdings, sind hier Umweltbilanz und soziale Risiken während des Herstellungsprozesses.
Rohrzucker wird von vielen Verbrauchern als „gesünder“ oder „hochwertiger“ angesehen, da der Melasseanteil höher ist. Deshalb wird zum Beispiel im Bioladen vorwiegend dieser angeboten. Wir finden allerdings, dass man seinen Vitamin- und Mineralstoffbedarf nicht mit Zucker decken sollte. Tipp: Wer den karamellartigen Geschmack der Melasse in Rohrzucker mag, kann auf unseren Vollrohrzucker „Sucanat“ zurückgreifen.
Im Joghurt macht sich weißer Zucker einfach besser als brauner. Gute Kundschaft finden die Rübenzuckerfabriken auch unter den Imker*innen, die damit ihre Bienen über den Winter bringen. In den vorhandenen Antworten kann jeder stöbern und kommentieren. Das interaktive Lebensmittel-Forum der Verbraucherzentralen beantwortet kostenfrei Fragen zu Lebensmitteln, Ernährung, Verpackung und Kochutensilien.
Beschaffung und Zertifizierungen
Südzucker war einer der ersten Zuckerhersteller in Europa, der Bio-Rübenzucker angeboten hat. Aus diesem Grund bieten wir neben Produkten mit dem EU-Biosiegel auch Bio-Rübenzucker mit Bioverbandssiegeln wie beispielsweise Naturland (seit 2014), BioSuisse und Bioland (seit 2020) an. Der Bioland-Verband kooperiert mit über 8.000 Landwirten und prüft deren Bio-Lebensmittel anhand von sieben Prinzipien. Dazu zählen die Förderung der Bodenfruchtbarkeit sowie der biologischen Vielfalt, das Sichern einer lebenswerten Zukunft der Menschen sowie das Erzeugen wertvoller Lebensmittel durch Verzicht auf Pestizide oder gentechnisch veränderte Pflanzen.
Der Preis von Bio-Rübenzucker liegt auf Grund der aufwendigeren Verarbeitung und strengen Einhaltung der Richtlinien über einem vergleichbaren konventionellen Produkt. Wir bauen unser Biosortiment stetig aus. Die Auswahl der Bio-Zuckerarten umfasst unter anderem den Bioland-Rübenzucker. Außerdem führen wir als Großhandel verschiedene Verpackungseinheiten, in Einzelhandelsverpackungen oder Industriegebinden. Kaufen Sie Bio-Rübenzucker beim Großhandel August Töpfer & Co.
| Aspekt | Bio-Rübenzucker | Bio-Rohrzucker |
|---|---|---|
| Region | häufig Süddeutschland/Europa | Import aus tropischen Regionen |
| Umweltbelastung (FiBL) | ≈ 1,1 Mio. UBP | ≈ 1,74 Mio. UBP |
| Anbaufläche | ca. 45% weniger Fläche als Rohrzucker | höherer Flächenbedarf |
| Arbeitsaufwand | sehr arbeitsintensiv (Hackarbeiten) | weniger manuelle Hackarbeit |
| Produktfarbe | weiß (Melasse entfernt) | braun möglich (Melasse enthalten) |
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