Bier mit Zucker mischen: Wirkung und beliebte Biermixgetränke
Bier und Zucker - eine Kombination, die auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint, ist jedoch aus gesundheitlicher und geschmacklicher Perspektive hochinteressant. In Deutschland zählt Bier zu den beliebtesten Getränken, unabhängig vom Alter oder Lebensstil. Neben traditionellen Sorten finden immer mehr Biermischgetränke und süße Varianten ihren Platz in Bars und heimischen Kühlschränken. Doch wie wirkt sich das Mischen von Bier mit zuckerhaltigen Getränken oder reinem Zucker auf Gesundheit, Geschmack und den Blutzucker aus? Und welche Biermixgetränke stehen bei den Deutschen besonders hoch im Kurs?
Bier und Zucker: Zuckergehalt und Wirkung auf den Körper
Bier enthält hauptsächlich natürlichen Zucker aus Getreide, wie Glukose und Maltose. Durchschnittlich steckt in Bier bis zu 4 g Zucker pro 100 ml, wobei der tatsächliche Zuckergehalt je nach Biersorte und Brauverfahren schwankt. Ein klassisches Bier enthält durch die alkoholische Gärung jedoch nur sehr geringe Mengen Zucker; der meiste Zucker wird im Brauprozess zu Alkohol vergoren. Durchschnittlich enthält Bier 0,2 g Zucker auf 100 ml. Eine 0,33-Liter-Bierflasche enthält folglich knapp 0,7 g Zucker. Allerdings kann diese Menge je nach Biersorte variieren.
Gänzlich anders verhält es sich bei alkoholfreiem Bier und Malzbier. Neben alkoholfreiem Bier enthält auch Malzbier jede Menge Zucker. Durchschnittlich verstecken sich 8 g Zucker auf 100 ml Malzgetränk. Wird dem Bier nach der alkoholischen Gärung der Alkohol entzogen, ist die Menge an Zucker im Bier genauso gering wie bei einem normalen Bier. Nutzen Brauereien jedoch die gestoppte Gärung, übertrumpft das alkoholfreie Bier alle anderen in puncto Zucker, da der Malzzucker nicht weiter in Alkohol umgewandelt wird. Um dem alkoholfreien Bier mehr Fülle und Geschmack zu verleihen, wird zudem oft Maltodextrin zugefügt. Das ist zwar weniger süß, hat aber einen hohen glykämischen Index - d.h. es lässt den Blutzucker besonders schnell ansteigen.
Softdrinks hingegen enthalten bis zu 10 g Zucker pro 100 ml - meist zugesetzt als Saccharose oder Glukose-Fruktose-Sirup. Der hohe Zuckeranteil führt zu schnellen Blutzuckerspitzen und Insulinreaktionen, was langfristig das Risiko für Typ-2-Diabetes, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.
| Getränk | Zuckergehalt pro 100 ml | glykämischer Index (GI) |
|---|---|---|
| Bier (klassisch) | 0,2 - 4 g | ca. 110 |
| Alkoholfreies Bier | bis 6 g (je nach Brauprozess) | hoch (je nach Zuckerart) |
| Malzbier/Malztrunk | 8 g | hoch |
| Softdrink | ca. 10 g | sehr hoch |
Wie beeinflusst Zucker die Wirkung von Bier?
Der Kaloriengehalt von Bier und Softdrinks ist dabei ähnlich: Eine 355-ml-Dose Bier liefert etwa 153 Kalorien, während ein Glas Limonade zwischen 125 und 180 Kalorien enthalten kann. Bier enthält zwar weniger Zucker (4 g/100 ml), liefert aber dennoch leere Kalorien. Ein 0,5-Liter-Glas Bier hat etwa 200-250 kcal. Regelmäßiger Konsum kann so ebenfalls zu einer gewichtigen Zunahme führen, vor allem im Bauchbereich ("Bierbauch").
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Zucker verstärkt beispielsweise die Wirkung des Alkohols. Das hat verschiedene Gründe. Eine wichtige Rolle spielt, was in einem Getränk außer Alkohol noch drin ist. Ein wichtiger Faktor ist der kulturelle Kontext - die teils unbewussten Erwartungen, die wir mit bestimmten Getränken verbinden. Das hängt aber auch oft davon ab, wo und in welcher Umgebung wir Schnaps trinken.
Bier wiederum enthält neben Alkohol auch Hopfen. Hopfen hat eine entspannende Wirkung; man könnte auch sagen: Er macht müde. Und zwar unabhängig vom Alkohol. Deshalb kann auch alkoholfreies Bier müde machen - das enthält ja ebenfalls Hopfen.
Viele Faktoren bestimmen, wie Alkohol auf uns wirkt: Was wir trinken, wie schnell wir trinken und in welchem Umfeld. Für die einen ein Tabuthema, für manche eine nette Abwechslung und für die anderen hingegen gar nicht anders genießbar: Bier Mixgetränke. Werbung, Filme und die Umgebung beeinflussen, wie wir den Alkohol wahrnehmen und wie bestimmte Getränke konnotiert sind. Das kann auch je nach Kultur variieren.
Biermischgetränke: Vielfalt und Wirkung
Was ist ein Biermixgetränk genau? Ein Biermischgetränk darf sich so nennen, wenn es mindestens zur Hälfte aus Bier besteht. Die weitere Komponente der Mischung kann dabei alles Mögliche sein, etwa Limonade oder Saft. Normalerweise sind Mixgetränke mit Bier jedoch mit Limonade, Saft oder Sirup vermengt, um dem Bier einen fruchtigen und erfrischenden Geschmack zu geben. Je nach Mischungsverhältnis haben Biermixgetränke einen unterschiedlichen Alkoholgehalt. Bei einem 50:50-Mischverhältnis sind es meist etwa 2,5 Volumenprozent.
Wenn das Bier in einem anderen Mischungsverhältnis oder mit anderen alkoholischen Getränken gemischt wird, wie etwa Kirschlikör bei der Goaß, oder ist das Bier beim Mixen ein Bockbier, liegt der Alkoholgehalt entsprechend höher. Es gibt natürlich auch alkoholfreie Biermischgetränke. Sie werden mit alkoholfreiem Bier hergestellt und sind mittlerweile sehr beliebt als Erfrischung zwischendurch.
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Das wohl bekannteste Biermischgetränk ist das Radler, das aus Bier und Limonade zu ungefähr gleichen Teilen besteht. In Nordwestdeutschland sagt man statt Radler eher Alsterwasser und in Bayern wird das plötzlich zum “Russ” oder “Russe”.
- Radler (Bier + Limonade)
- Alsterwasser (norddeutsche Bezeichnung für Radler)
- Russ (bayrische Bezeichnung für Radler mit Weißbier)
- Goaß (Bier + Kirschlikör oder Cola)
- Bier-Cocktails (kreative Kombinationen mit Spirituosen und Säften)
Eine raffinierte Alternative zu den klassischen Bier-Mixen sind Bier-Cocktails. Diese Cocktail-Gattung kommt in unseren Cocktailbars fast ein wenig zu kurz, hat aber einiges an Potenzial. Das Mischgetränk Radler wurde ursprünglich mit dunklem Bier hergestellt. Es gibt auch einige Möglichkeiten Bier in etwas ungewöhnlichen Kombinationen zu mischen - einige erinnern schon sehr an einen Cocktail.
Wie hat sich die Biermixkultur entwickelt?
Mindestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich die erfrischende Alternative zu Bier in der Gastronomie und den Privathaushalten durchgesetzt - meistens als „Radler“. Früher, also vor den 1990er-Jahren, war es ausschließlich gestattet, Biermischungen als offene Getränke herzustellen - in der Regel so, dass der Kunde oder die Kundin den Mischprozess sehen kann. Ein Verkauf des fertig gemischten Getränks war aufgrund des Biersteuergesetzes nicht erlaubt. Erst 1993 wurde ein neues Brauereisteuergesetz erlassen, nach dem Biermixe von Brauereien auch in Flaschen angeboten werden durften.
Mixgetränke mit Bier - nicht schon immer in Flaschen erhältlich. Seitdem gibt es Biermischgetränke verschiedenster Art auch direkt fertig abgefüllt im Handel.
Bier und Zucker bei Diabetes
Bier gehört für Diabetiker*innen nicht gerade zu den gesunden Lebensmitteln. Einerseits hemmt Alkohol in der Leber die Glukosefreisetzung und kann eine Unterzuckerung auslösen. Das kommt vor allem bei den Diabetiker*innen zum Tragen, die blutzuckersenkende Medikamente benötigen. Deshalb greifen Menschen mit Diabetes beim Bier gern zu vermeintlich gesünderen Varianten. Menschen mit Diabetes müssen nicht auf Pils und Helles verzichten, sollten sich aber mit den verschiedenen Sorten ein wenig auskennen. Kohlenhydratreduzierte Sorten weisen mit nur rund 0,75 Prozent deutlich weniger Kohlenhydrate auf als normales Bier mit etwa 3 Prozent.
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Dieses Bier wird in einem ganz normalen Brauverfahren hergestellt, in dem so gut wie alle Kohlenhydrate in Alkohol umgewandelt werden. So entsteht ein kalorienarmes, dafür aber stark alkoholisches Bier. Der Geschmack leidet darunter aber nicht. Kohlenhydratreduzierte Sorten zählen zu den untergärigen Bieren.
Alkoholfreies Bier kann eine sinnvolle Option für Menschen mit Diabetes sein, da es meist weniger Kalorien und Zucker enthält als normales Bier. Dennoch enthalten auch diese Getränke Kohlenhydrate, weshalb auf die Nährwertkennzeichnung geachtet werden sollte. Am besten Ihr schaut auf das Etikett nach der Kennzeichnung „kohlenhydratarm“ oder „kohlenhydratreduziert“. Leichtbier enthält nicht nur weniger Zucker, sondern auch weniger Alkohol und ist deswegen eine gute Alternative für Menschen mit Diabetes.
Tipps für den Biergenuss bei Diabetes:
- Frauen mit Diabetes sollten pro Tag nicht mehr als einen Viertelliter Bier trinken, Männer nicht mehr als einen halben Liter.
- Für die in Bier enthaltenen Kohlenhydrate kein Insulin spritzen.
- Wer Bier trinkt, sollte kohlenhydratreiche Lebensmittel dazu essen.
- Nicht zu spät am Abend trinken, damit Ihr nicht nachts unbemerkt in Unterzucker geratet.
- Bedenkt, dass einige Diabetesmedikamente zusammen mit körperlicher Bewegung die blutzuckersenkende Wirkung von Alkohol verstärken.
- Gar keinen Alkohol trinken sollte man vor oder während einer Autofahrt oder in der Schwangerschaft.
Biermischgetränke - Geschmack und Varianten
Man bekommt aus dem gleichen Bier sehr unterschiedliche Geschmacksnuancen, wenn man Cola, Fanta, Sirup oder Saft hinzugibt. Das sorgt für Abwechslung und nimmt dem Bier die Bitterkeit. Manche mögen Bier sogar nur, wenn es mit etwas Süßem gemischt wird. Weniger Alkohol ist ein weiterer Vorteil: Wenn man das Bier mit alkoholfreien Getränken mischt, enthält ein Glas Biermischgetränk logischerweise weniger Alkohol als ein reines Bier.
Bier kannst du mit allen möglichen anderen Getränken mischen. Weihnachtliche Bier-Varianten sind etwa Glühbiere. Wenn du Harry-Potter-Fan bist, kennst du sicher auch das leckere Butterbier. Die Vielfalt ist schier unendlich - und du kannst jederzeit neue schmackhafte Biermischungen für dich erfinden.
Bier und Zucker im Brauprozess: Das Reinheitsgebot und seine Bedeutung
Unsere Braumeister und Braumeisterinnen brauen nach dem deutschen Reinheitsgebot. Folglich entsteht traditionelles Bier aus den vier natürlichen Rohstoffen Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Während des Brauprozesses verwandelt sich die Stärke aus dem Gerstenmalz in Malzzucker um. Sobald die Hefe im Brauprozess zum Einsatz kommt, verwandelt sie den Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure um. Deswegen bleibt im klassischen Bier nur eine geringe Menge Restzucker zurück.
Malzbier hingegen enthält zugesetzten Zucker - was klar dem Reinheitsgebot widerspricht. Aus diesem Grunde ist z. B. Flensburger Malz auch kein Malzbier, sondern ein Malztrunk.
Fazit: Möglichkeiten und Vorsicht beim Genuss von Bier mit Zucker oder Mischgetränken
Biermischgetränke bieten vielfältige Geschmackserlebnisse und weniger Alkohol pro Glas. Der Zuckergehalt dieser Getränke ist jedoch stark abhängig von der verwendeten Mix-Komponente und dem gewählten Bierstil. Besonders für Menschen mit Diabetes oder jenen, die auf ihren Zuckerkonsum achten, lohnt sich ein Blick auf die Nährwertangaben. Wer bei der Wahl des Bieres und der Mischung kreativ bleibt, findet garantiert den passenden Geschmack und kann das Risiko für zu hohe Zuckeraufnahme oder unerwünschte Nebenwirkungen aktiv steuern.
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