Bienen anlocken mit Honig: Tipps, Risiken und sichere Alternativen

Ohne Honigbienen, Hummeln und andere Insekten ist es öd - nur dank ihrer Bestäubung haben wir Früchte wie Nüsse, Äpfel und Erdbeeren. Sie sind für unsere Ernährungssicherheit und die Artenvielfalt von unschätzbaren Wert. Doch den Insekten geht es schlecht: Ihre Zahl hat um bis zu 75% abgenommen! Ein Hauptgrund ist der massive Einsatz von Pestiziden.

Warum Bienen anlocken? Nutzen und Motivation

Die fleißigen Fluginsekten liefern dem Menschen nicht nur wertvolle Produkte wie Honig und Bienenwachs, sondern sie dienen beim Ausschwärmen den Blütenpflanzen auch als wichtiger Bestäuber. Bienen zählen weltweit zu den wichtigsten Pflanzenbestäubern, da sie auf ihren ausgiebigen Flugrouten Pollen von Pflanze zu Pflanze transportieren und so zum Erhalt der Wild- und Kulturpflanzen beitragen. Du kannst sie einfach naturnah im Garten halten, ohne wirklich zu imkern - eine sehr nachhaltige Form der Bienenhaltung.

Honig als Lockmittel: Wirkung und Grenzen

Manche Menschen nutzen Honig oder süße Reste als Köder, um Bienenschwärme oder andere Bienen anzulocken. Kein Problem, die Bienen behalten gerne ihren Honig als eigenes Futter. Jedoch ist Vorsicht geboten: Mancher billige Honig aus Übersee kann Pestizidrückstände oder Erreger von Insektenkrankheiten enthalten. Kaufen Sie deshalb nur regionalen Bio-Honig - und lassen Sie auch keine leeren Honiggläser offen stehen, auch wenn sie wie eine gute Nahrungsquelle für Bienen aussehen.

Risiken beim Anlocken mit Honig

  • Übertragung von Krankheiten: Wir wissen nie, welche Bienenkrankheiten gerade grassieren; einige werden sogar mit Honig übertragen. Daher sollten leere Honiggläser nach Gebrauch gründlich gespült werden, am besten in der Spülmaschine. Kommen sie mit Honigresten in den Glasmüll, so locken sie hungrige Bienen an. Schneller als Du Dich versieht verbreiten sich Krankheiten mit Bakterien und Viren, wie etwa die Sporen der Amerikanischen Faulbrut.
  • Pestizidrückstände: 59 % aller Honige aus dem Supermarkt sind mit Pestiziden belastet, wie eine Studie des BUND e. V. herausfand. Solche Rückstände können die Bienen schädigen.
  • Falsche Fütterung von Schwärmen: "Ein wenig mit Zuckerwasser füttern" wird nicht zu einem gesunden Vollvolk führen. Honig- oder Zuckerzufuhr ohne Wissen kann Schwärme oder junge Völker schwächen.
  • Konkurrenz und Räuberei: Offene Futterstellen oder Honigreste können Räuberei zwischen Völkern auslösen. Beendet eure Arbeit sofort, wenn ihr merkt, dass eine Räuberei beginnt!

Sichere Methoden, Bienen anzulocken und zu unterstützen

1. Artenvielfalt und bienenfreundliche Pflanzen

Insektenfreundliche Bepflanzung ist die nachhaltigste Methode, Bienen zu unterstützen. Besonders gut für Bienen sind: Bärlauch, Borretsch, Brombeere, Echter Lavendel, Echter Majoran, Echter Thymian, Färberkamille, Felsen-Steinkraut, Frühlingskrokus, Gänsekresse, Geflecktes Lungenkraut, Gewöhnliche Schafgarbe, Glockenblume, Gurke, Himbeere, Huflattich, Kugeldistel, Löwenzahn, Oregano / Echter Dost, Purpur-Fetthenne, Raublattaster, Ringelblume, Schmuckkörbchen, Schneeheide, Schopfsalbei, Sonnenblume, Waldmeister und Zitronenmelisse. Auch ein paar Blumen am Fensterbrett helfen den Bienen und Hummeln schon.

bienenfreundliche pflanzen im garten

2. Kleine Blühinseln, Kräuterkistl und Friedhöfe nutzen

Auch ein gemähter Garten verträgt eine kleine, naturbelassene Blühinsel. Dort kann die Natur sein, wie sie will. Sie können auch ganz einfach das Kräuterkistl dafür verwenden: Lassen Sie die Kräuter, die du nicht selbst isst, einfach wachsen - sobald sie blühen, sind sie köstliche Bienennahrung. Unsere Friedhöfe mit ihren zahlreichen Blumen für unsere geliebten Verstorbenen sind eigentlich der ideale Zufluchtsort für Hummeln und Bienen. Pflanzen Sie am Grab Blumen aus der Liste in Punkt 2, die wenig Wasser brauchen, viel Sonne vertragen.

Lesen Sie auch: Honigernte: Eine Frage der Bienenanzahl

3. Wasserstellen und Nisthilfen

Alle Tiere brauchen ein Zuhause. Für Insekten können Sie eines schaffen, indem Sie ein Insektenhotel aufstellen. Was Insekten noch brauchen: Eine Wasserstelle. Sie hilft Bienen, auch die heißen Tage zu überleben. Am besten sind Steine oder Kugeln im Wasser, auf denen sie landen können.

insektenhotel und bienentränke

4. Verzicht auf Pestizide und biologische Pflanzenschutzmethoden

Sie sind im Internet oft noch frei erhältlich und werden als „Pflanzenschutzmittel“ oder „Mückentod“ verharmlost. Doch in den Sprühdosen und -flaschen gegen allerlei Insekten sind schlicht und einfach Pestizide. Sie bringen nicht nur die gerade lästigen Tierchen um, sondern auch Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere. Und wenn Tiere wie Blattläuse oder Kieferwanzen wirklich einmal zu lästig sind, gibt es auch biologische Methoden: Kaffeesatz und Brennesselsud helfen gegen Blattläuse, Essig können viele Insekten nicht riechen und vermeiden es. Im Garten helfen Pflanzen wie Bohnenkraut und Lavendel.

Lockkisten, Schwarmlockkisten und rechtliche Aspekte

Jedes Jahr bleiben Bienenschwärme unbemerkt oder sitzen so hoch, dass sie nicht eingefangen werden können. Daher werden Schwarmlockkisten eingesetzt, um Schwärme anzulocken und in imkerliche Obhut zu bringen. Legal sind neue Beuten oder extra für diesen Zweck hergestellte Schwarmlockkisten. Die Sorge vieler Imker gilt der Verbreitung von Krankheiten, insbesondere der Amerikanischen Faulbrut durch Lockbeuten. Diese Sorge ist berechtigt und soll ernst genommen werden.

Gestaltung und Betrieb von Schwarmlockkisten

  • Maße und Aufbau: Eine attraktive Schwarmlockkiste sollte den Kriterien entsprechen, die Thomas Seeley definiert hat: ein Volumen von 35-40 Litern; ein Flugloch von ca. 16 cm² hat sich bewährt. Eine verkleinerte Bienenkiste ohne Trägerleisten und mit geschraubtem Boden erfüllt alle Voraussetzungen als Lockkiste.
  • Lockstoffe: Der Duft alter, wachsmottenzerfressener Brutwaben zieht Bienenschwärme stark an. Brutwaben können in einem Gefäß mit Fliegen- oder Varroagitter bienendicht abgesperrt werden und in der Lockkiste aufgestellt werden. Dies wurde von Imkern als wirksame Methode empfohlen. Andere Düfte wie Zitronengrasöl oder Orchideenduft waren oft erfolglos.
  • Standort und Timing: Die Lockkiste wird regengeschützt in der Schwarmzeit von Ende April bis Mitte Juli aufgestellt. Mehrere Kisten an verschiedenen Orten erhöhen die Chance eines Schwarmeinzuges. Ein halbschattiger oder schattiger Standort ist ideal, z. B. unter einem Dachvorsprung oder auf einem Balkon.
  • Hygiene und Kennzeichnung: Die Lockbeute sollte als solche gekennzeichnet werden und mit Namen und Kontaktdaten des Aufstellenden versehen sein, um Verwechslung mit offen gelassenen Beuten zu vermeiden. Als Lockmittel sollen nur bebrütete Waben aus Völkern verwendet werden, die mit einer Futterkranzprobe frei von Sporen der Amerikanischen Faulbrut getestet wurden.
schwarmlockkiste auf stellplatz

Praktisches Vorgehen nach Einzug eines Schwarms

Falls ein Bienenschwarm in die Kiste eingezogen ist, wird gegen Abend das Flugloch mit einem Varroa-Gitter verschlossen. Die Rückwand wird geöffnet, damit der Bienenschwarm ausreichend Luft bekommt und nicht verbraust. Mit einem Blumensprüher kühlt man den Schwarm zusätzlich ab, da das rückwärtige Gitter nicht übermäßig groß ist. Die Kiste kann dann direkt an Ihren neuen Standort verbracht werden, wobei die Lockkiste als Transportbox eingesetzt wird.

Imkern, Bienenwohl und Wachskreislauf als Schutzmaßnahme

Bienen leiden an Agrochemikalien. Deshalb ist es besonders wichtig, die Bio-Landwirtschaft zu unterstützen, die darauf verzichtet. Die Vorteile von eigenem Wachs liegen klar auf der Hand. Wir arbeiten unser Wachs wieder in sogenannte Mittelwände um. Diese erleichtern den Bienen die kräftezehrende Arbeit, die Mittelwand zu einer Wabe auszubauen. In den frisch ausgebauten Waben lagert der Bien die Pollen und den Nektar. Die Königin legt auch ihre Eier darin ab und die Bienen ziehen ihre Brut in den Waben auf. Da so alles im Stock unbelastet ist, wächst und gedeiht das Volk ebenso unbelastet, natürlich und gesund.

Lesen Sie auch: Warum Bienen Honig produzieren: Eine ausführliche Erklärung

Eigenen Wachskreislauf aufbauen

Wie beginnt man mit dem Wachskreislauf für seine Imkerei? Sammelt und hebt euer Wachs auf! Fast jeder Arbeitsbesuch am Stand bringt Wachs! So kommt im Laufe eines Jahres richtig was zusammen. Das Wachs stammt von alten Waben oder von entnommenen Brutwaben. Dieses Wachs ist so gut wie unberührt, fast noch weiß und damit sehr sauber und unbelastet. Wenn das ausgeschmolzene Jungfernwachs gereinigt vorliegt, könnt ihr neue Mittelwände daraus herstellen. Gewerbliche Umarbeiter verarbeiten Wachs maschinell zu Mittelwänden, nehmen aber meist nur größere Mengen an. Imkervereine verleihen häufig Geräte oder bieten die Möglichkeit der Benutzung im Verein an.

wachskreislauf mittelwand giessen

Praktische Tipps für Hobby-Imker und Gartenfreunde

  • Fensterbrett-Bepflanzung: Auch ein paar Blumen am Fensterbrett helfen den Bienen und Hummeln schon. Wichtig ist, dass die Pflanzen hier heimisch sind, so dass die Bienen hier an sie angepasst sind.
  • Wildbienen- und Hummelhotels: Wildbienenhotels sind eine tolle und einfache Möglichkeit für den Bienenschutz. Hummelhotels lassen sich aus einem Tontopf und natürlichem Einstreu bauen.
  • Verzicht auf Pestizide: Im Garten und auf dem Balkon auf chemische Mittel verzichten und stattdessen Schachtelhalmbrühe, Brennnesselbrühe, Nützlinge oder Kaffeesatz verwenden.
  • Kauf von Honig: Kaufe Honig bio und regional, idealerweise vom Imker vor Ort. So minimierst du Pestizide und unterstützt bienengerechte Landwirtschaft.
  • Honiggläser: Spüle Honiggläser immer gründlich aus; ungespülte Gläser können Krankheitserreger verbreiten und hungrige Bienen anlocken.

Was tun, wenn ein Schwarm auftaucht?

Jedes Jahr suchen sich Schwärme in der Stadt selbstständig Wohnraum. Als Schwarmfänger kann man Schwärme in eine Notbeute oder Schwarmlockkiste überführen. Wenn du einen Schwarm einfängst, ist es oft ausreichend, die Bienen in eine Beute mit Mittelwänden einzuschlagen und das Flugloch offen zu lassen. In einer Woche kontrollieren viele Imker, ob gebaut wurde - ist gebaut, ist in der Regel eine Königin vorhanden.

schwarmfang und umsetzen in beute

Wichtige rechtliche und hygienische Hinweise

  • In Deutschland müssen nach der Bienenseuchenverordnung unbesetzte gebrauchte Beuten verschlossen bleiben, damit die Ausbreitung der Amerikanischen Faulbrut verhindert wird. Legal sind dagegen neue Beuten oder extra für diesen Zweck hergestellte Schwarmlockkisten.
  • Meldepflicht: Deine Bienenhaltung muss beim zuständigen Veterinäramt gemeldet werden; Standortkennzeichnung mit Namen und Kontaktdaten ist erforderlich.
  • Hygiene: Als Lockmittel sollten nur Waben aus Völkern verwendet werden, die frei von Sporen der Amerikanischen Faulbrut getestet wurden. Lockwaben gegebenenfalls bienendicht in der Kiste platzieren.

Kurzanleitung: Sichere Lockkiste (Praxis)

Parameter Empfehlung
Volumen 35-40 Liter
Flugloch ca. 16 cm²
Lockstoff alte Brutwaben bienendicht abgesperrt
Standort halb- bis schattig, regengeschützt, Ende April-Mitte Juli
Hygiene kennzeichnen, nur geprüfte Waben verwenden

Ohne unsere Hilfe sind die Bienen giftigen Pestiziden wehrlos ausgeliefert. Sie können ihre Blumen und Felder nicht vor den Giften bewahren. Doch nach einem langen Tag mit Job, Haushalt und Familie fehlt auch uns oft die Kraft dafür. Deshalb ist es wichtig, dass es Organisationen wie Greenpeace gibt. Mit Menschen, die sich mit ihrer gesamten Energie für den Bienenschutz engagieren. Mit Expert:innen, die die Gefahren erkennen und Lösungen finden.

Bienenschutz ist eigentlich ganz einfach, und jede:r kann etwas dafür tun. Verzichte auf Pestizide, pflanze bienenfreundliche Pflanzen, stelle Wasser und Nisthilfen bereit, kaufe regionalen Bio-Honig und unterstütze Bio-Landwirtschaft oder Imkerprojekte in deiner Nähe.

Lesen Sie auch: Bienen und Wespen im Vergleich: Honig

tags: #bienen #anlocken #mit #honig #tipps #und

Populäre Artikel: