Rezept: Besoffener Kapuziner Torte

Ja, du hast richtig gelesen. Heute backen wir besoffenen Kapuziner. Was ist das, fragst du dich? Ganz einfach: kleine Küchlein, mit Alkohol getränkt. Ist zwar nichts für Kinder, schmeckt aber verdammt gut. Also lass uns direkt loslegen, zieh deine Schürze über und ab in die Küche!

Kurzbeschreibung und Herkunft

Besoffener Kapuziner, durstige Nonne, b’soffener Hansl - all diese Namen bezeichnen das gleiche Gebäck, das seine Wurzeln in Österreich hat. Der bekannteste Name, besoffener Kapuziner, bezieht sich sowohl auf das Aussehen des kleinen Kuchens als auch auf seine Zubereitung. Wie bei der italienischen Kaffeespezialität Cappuccino, die in Österreich Kapuziner heißt, beschreibt der Name Farbe und Anrichteweise. Die dunkle braune Farbe erinnert an die Farbe der Kutten der Kapuzinermönche, die Milchschaum- oder Schlagsahnenhaube an eine Kapuze. An eine Mönchskutte soll die Farbe eines besoffenen Kapuziners also erinnern.

Der Kakao gibt dem Backwerk dabei die typische braune Farbe in Anlehnung an die Kapuzinerkutte. Im Teig des Kuchens finden sowohl Haselnüsse als auch Kakao eine Anwendung, was das fertige Gebäck dunkler macht. Aber warum ist es betrunken? Der Grund ist ganz einfach: Das fertige Werk wird mit einem gewürzten Wein getränkt. Das gibt nicht nur einen tollen Geschmack, es sorgt zugleich für den kleinen, beschwipsten Kick, der in einem Kuchen manchmal ganz angenehm sein kann.

Traditionelle österreichische Kapuziner-Törtchen auf Teller

Zutaten (kleine Förmchen oder Ø 24 cm Torte)

Für kleine Küchlein (6 Förmchen):

  • Butter und Mehl für die Form
  • 5 Eier
  • 150 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 30 ml Wasser
  • 1 EL Kakao
  • 170 g Mehl
  • 60 g gemahlene Haselnüsse

Für die Tränke / Guss (für kleine Küchlein):

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  • 1/2 l Rotwein
  • 50 g Zucker
  • 1 Zimtstange
  • 3 Nelken
  • 6 cl Rum

Alternativ: Zutaten für eine Torte (Ø 24 cm):

  • 5 Eier (oder 5-4, je nach Rezeptvariante)
  • 180 g Kristallzucker
  • 160 g gesiebtes Weizenmehl
  • 85 g geröstete, gemahlene Haselnüsse
  • Vanillezucker nach Geschmack
  • 1 TL Zimt
  • 1 Prise Salz
  • 250 ml Sahne (für Garnitur)

Tränke für die Torte:

  • 120 g Zucker
  • 100 ml Wasser
  • 200 ml Fruchtsaft (Apfel- oder Orangensaft)
  • 150 ml Rum
  • 400 ml Weißwein (alternativ: Most)

Zubereitung - Schritt für Schritt (kleine Förmchen)

  1. Streiche 6 kleine Förmchen oder eine große Gugelhupfform mit Butter aus und bestäube sie mit Mehl.
  2. Trenne die Eier. Schlage das Eigelb mit Zucker, Salz und 30 ml Wasser schaumig. Mische dann den Kakao unter.
  3. Schlage das Eiweiß zu Eischnee und hebe es gemeinsam mit Mehl und Nüssen unter die Eigelbmasse.
  4. Fülle den Teig in die gefetteten Förmchen und backe sie bei 165 °C Ober-/Unterhitze ca. 35 Minuten.
  5. Koche derweil den Wein mit Zucker, Zimt und Nelken auf und gib dann den Rum hinzu. Lass es etwas abkühlen.
  6. Stürze die Küchlein und übergieße sie mit dem Guss.
Zubereitung besoffener Kapuziner: Schritt-für-Schritt Anleitung

Zubereitung - Torte (Ø 24 cm)

  1. Für den besoffenen Kapuziner zuerst die Eier in der Küchenmaschine schaumig schlagen und währenddessen den Kristallzucker, den Vanillezucker und eine kleine Prise Salz untermengen.
  2. Anschließend das gesiebte Weizenmehl sowie die gerösteten, gemahlenen Haselnüsse und etwas Zimt langsam mit einem Kochlöffel unter die Masse rühren und diese danach in eine mit Backpapier ausgelegte Tortenform geben und bei 190° C Ober/Unterhitze etwa 45 Minuten im Rohr backen.
  3. In der Zwischenzeit für die Tränke das Wasser mit dem Kristallzucker in einem Topf kurz aufkochen lassen und mit dem Fruchtsaft, dem Weißwein und dem Rum vermischen. Danach das Gemisch abkühlen lassen.
  4. Den Tortenboden aus dem Rohr nehmen, abkühlen lassen und im Anschluss mit der Tränke gleichmäßig begießen, bis der Tortenboden keine Flüssigkeit mehr aufnimmt.
  5. Zum Schluss die Sahne cremig schlagen und diese mit einem Dressiersack auf die besoffene Kapuziner-Torte aufdressieren.

Tipp

Den Tortenboden in einen tiefen Teller legen, damit die Flüssigkeit, die darüber gegossen wird, nicht auf die Arbeitsfläche läuft. Ob du dem Kuchen am Ende eine Schlagsahnen-Kapuze aufsetzt oder nicht, ist dir selbst überlassen. Wir finden ihn bereits saftig genug und haben uns daher dagegen entschieden.

Varianten und Hinweise

Besoffene Kapuziner brauchen ein wenig Fingerspitzengefühl, doch das Ergebnis kann sich blicken lassen: Lockere, süße Küchlein, die durch das Tränken saftig und würzig werden. Solange du den Teig mit dem Eiweiß nicht zu aggressiv schlägst, sollte aber alles einwandfrei funktionieren! Der Wein wird mit den Gewürzen zwar kurz aufgekocht, aber der Alkohol verdampft nicht komplett. Für Kinder oder Menschen, die keinen Alkohol konsumieren möchten, ist der besoffene Kapuziner daher auf die Art nicht geeignet. Sollten solche Menschen mit an der Kuchentafel sitzen, verwende stattdessen Saft und passe den Zucker etwas an!

Der B'soffene Kapuziner ist mit gewürztem (Obst)-Wein getränkt. Letzterer wird nach Region und Jahreszeit warm oder kalt darüber gegossen. Er kann auch in einer großen Tortenform zubereitet werden.

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Garnierte Kapuziner-Torte mit frischen Früchten

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Ein eng verwandtes Rezept ist auch vom steirischen Stift Admont überliefert, und zwar unter dem Namen „Admonter Triet“. Der Begriff Triet geht dabei ursprünglich auf die mittelalterliche Kräutermischung einer Arznei zurück, später bezeichnete man damit auch ein Naschwerk: Zwiebackscheiben oder gebähte Semmelschnitten, die mit gesüßtem und mit Zimt gewürztem Saft oder Wein übergossen wurden.

Historischer Kontext und Anekdoten

Wie bei vielen Klassikern gibt es mehr als ein Original, und so ist der Ordensmann mancherorts auch als „Durstige Nonne“, „B’soffener Hansl“ (im burgenländischen Seewinkel) oder „B’soffene Liesl“ (Steiermark) bekannt. Unser Rezept stammt aus Oberösterreich, daher wird Most verwendet. Ein Kapuzinerstrudel, süßer Kapuzinerreis oder Stockfisch nach Kapuziner Art zeigen, wie oft die Ordensbezeichnung in der Küche auftauchte.

In traditionsbewussten Kaffeehäusern firmiert ein doppelter Mokka oder Espresso mit Schlagobershaube auch heute noch unter dem Namen „Kapuziner“: Braun wie der Ordenshabit muss er sein und weiß wie der Strick, der den Mönchen als Gürtel dient. Nebenbei bemerkt: In den Glaubenszentren quer durch die Länder kümmerte man sich stets hingebungsvoll um Küche und Keller. Was kein Wunder ist, verfügten die meisten Klöster doch über ausgedehnte Ländereien und Landwirtschaftsbetriebe.

Kurze Geschichte des Namens

Der gestrenge Bettelorden der Kapuziner kommt immer wieder zu kulinarischen Ehren, selbst wenn man sich eigentlich der Armut und Entbehrung verpflichtet hatte. Einerseits waren es die medizinischen Ursprünge so manchen Rezepts (siehe Triet), andererseits oft auch einfach Farbe oder Optik, die den Ausschlag für den Namen eines Gerichts gaben.

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Praktische Mengen- und Backzeit-Übersicht

Format Zutaten-Hauptmerkmale Backzeit / Temperatur Tränke
Kleine Förmchen (6 Stück) 5 Eier, Kakao, 170 g Mehl, 60 g Haselnüsse ca. 35 Min. bei 165 °C Rotwein, Zucker, Zimt, Nelken, Rum
Torte Ø 24 cm 5 Eier, 180 g Zucker, 160 g Mehl, 85 g Haselnüsse ca. 45 Min. bei 190 °C Weißwein/Most, Fruchtsaft, Rum, Zucker

Servicehinweis und persönliche Note

Es hat ihm sehr geschmeckt und das Dessert war viel zu schnell gegessen. das ist der absolute favorite von meinem Vater. Für Mutige: Zuweilen wird Triet auch als Beilage zum Schweinsbraten empfohlen.

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