Rosamunde Pilcher – Pralinen zum Frühstück: Besetzung, Handlung, Schauplätze und Rezeption des ZDF-Films

Die junge Annabelle Rosewood (Hedi Honert) moderiert die Sendung „Lost & Found“: Emotionale Geschichten über verlorene Gepäckstücke und ihre Besitzer - das kommt an beim großen Publikum. Annabelle hat ihr Hobby zum Beruf gemacht: Auf Flughäfen ersteigert sie gestrandete und besitzlose Koffer, um sie dann in ihrer Fernsehsendung öffnen zu lassen.

Da die Sendung auch im Internet zu sehen ist und sie Klicks aus aller Welt verzeichnet, gelingt es Annabelle immer öfter, die Besitzer der Koffer zu ermitteln. Geschichten dazu ergeben sich ganz von selbst. Und wenn nicht, erfindet Annabelle welche.

Panoramablick über die Küste Cornwalls mit Leuchtturm

Handlung und zentrale Motive

Ihr Drehbuch trug den Arbeitstitel „Koffer, Kunst und Schokolade“, und mit dem Koffer beginnt der Film auch: Annabelle ist Moderatorin der TV-Show „Lost & Found“. In der Sendung werden die rechtmäßigen Besitzer von vor Jahren verloren gegangenen Gepäckstücken gesucht. Jüngstes Fundstück ist ein Koffer, der offenbar eine lange Odyssee hinter sich hat. Er enthält neben teuren Kleidern auch ein ganz besonderes Collier.

Doch dann gerät ein sehr außergewöhnliches Gepäckstück in Annabelles Sendung. Beim Öffnen kommen wertvolle Designerkleider und edle Schmuckstücke zum Vorschein. Dinge, die normalerweise nicht in verloren gegangenen Koffern liegen. Doch der Besitzer meldet sich nicht. Schließlich macht sich Annabelle eigenmächtig auf die Suche nach dem Eigentümer des geheimnisvollen Koffers. Unterstützt wird sie dabei von Elsa - ihrerseits ehemaliges Model und selbst ernannte Mode-Fachfrau.

Annabelles Recherche führt sie an die Küste Cornwalls. Dort findet sie mit Hilfe von Boutique-Besitzerin Elsa Green (Fanny Stavjanik) heraus, dass der Koffer der vor Jahrzehnten bei einem Sturm an den Klippen ums Leben gekommenen Schriftstellerin Victoria Marlowe gehört. Die Geschichte um den Koffer bleibt rätselhaft: War die Schriftstellerin Elizabeth Marlowe, Thomas' vor Jahren gestorbene Urgroßmutter, die Besitzerin des wertvollen Gepäckstücks? Warum versucht ein Unbekannter, den Koffer zu stehlen? Und welche Rolle spielt die geheimnisvolle Fremdenführerin, die keiner im Ort zu kennen scheint?

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Romantik trifft Krimidrama

Es geht zwar auch um eine Liebesgeschichte, doch Autorin Susanne Hertel erzählt die Romanze als Krimidrama. Annabelle ist von ihm fasziniert und verliebt sich in ihn. Romantik pur ist dagegen der erste gemeinsame Abend des Paars, bei dem Prill alle Register zieht und Schmitz mit einem eigens für diesen Film komponierten Lied für entsprechende Stimmung sorgt.

Sie lernt deren Urenkel Tom Fitzgerald (Max Engelke) kennen und verliebt sich in ihn, aber Tom, Autor von Kriminalromanen, ist bereits vergeben. Doch als sie erfährt, dass Thomas seit Jahren in einer festen Beziehung mit Paula lebt, besinnt sich Annabelle auf ihren Vorsatz, Single bleiben zu wollen. Kein Ärger, kein Kummer - damit ist sie bis heute bestens gefahren.

Trailer-Zusammenschnitt: Kofferfund, Cornwall-Klippen, Pralinenmanufaktur, erstes Date mit Leuchtturm

Besetzung und Figuren

Ein echter Einschaltgrund ist außerdem Hauptdarstellerin Hedi Honert. Sie gehörte 2016/17 zum Ensemble der ARD-Telenovela „Rote Rosen“ und hatte eine durchgehende Rolle in „Familie Dr. Kleist“; nach „Pralinen zum Frühstück“ sollte die Zeit der Nebenfiguren vorbei sein. Auch die weitere Besetzung ist sehenswert, selbst wenn sich die nicht minder attraktive Michaela Saba als Annabelles Nebenbuhlerin Paula offenbar derart darauf konzentriert hat, ihren Wiener Akzent zu unterdrücken, dass ihre Dialoge etwas seltsam klingen.

  • Annabelle Rosewood - Hedi Honert
  • Thomas Fitzgerald - Max Engelke
  • Elsa Green - Fanny Stavjanik
  • Walden Fitzgerald - Max Tidof
  • Paula Irving - Michaela Saba
  • Carl Ellow - Sebastian Deyle
  • Henry Osborne - Simon Hepworth
  • Mary Cunningham - Delena Kidd

Erst der kauzige Mathematiker Henry hilft den beiden Frauen weiter und führt sie zu dem Geschäftsmann Walden, Inhaber einer bekannten Schokoladenfabrik. Elsa wiederum ist äußerst angetan von seinem Onkel Walden (Max Tidof), der in seiner Schokoladenmanufaktur erlesene Pralinen herstellt.

Kreatives Team

  • Regie - Marc Prill
  • Drehbuch - Susanne Hertel
  • Kamera - Holger Greiß
  • Schnitt - Melanie Singer
  • Musik - Patrick M. Schmitz

Studio FFP new mediaErschienen 2019Dauer 1 Std. 28 Min.Freigegeben 0Herkunftsregion Deutschland Sprachen Original-Audio DeutschAudio Deutsch (AAC)

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Porträt-Collage: Hauptcast mit Rollenbezeichnungen

Schauplätze, Stil und Bildsprache

Foto: ZDF / Jon AilesDate mit Leuchtturm. Ein Klischeebild à la „Cornwall von oben“ reiht sich ans andere. Mit Hilfe von Bildgestaltung und Komposition feiert Prill Waldens Pralinés, als handele es sich um die Kronjuwelen.

Womöglich machen sich die Macher ja selbst darüber lustig, dass Annabelle wie die meisten „Pilcher“-Heldinnen ein Mini-Cabrio fährt. Ihre erste Begegnung mit Tom ist ein Streit um eine Parklücke; auch nicht gerade originell, aber immerhin amüsant inszeniert.

Die Musik von Patrick M. Schmitz trägt ihren ähnlich stereotypen Teil dazu bei. Auffallend elegant und geschmackvoll ist auch Annabelles Kleidung (Kostüm: Friederike Tabea May), und vermutlich ist es eine typisch männliche Überlegung, wenn man sich fragt, wie sie die ganze Garderobe in ihrem kleinen Auto untergebracht hat; neben Victorias Koffer kann eigentlich gar kein Platz mehr für weiteres Gepäck sein.

Genre-Verortung und Tonalität

Der Titel „Pralinen zum Frühstück“ ist jedoch unpassend, denn er bezieht sich gar nicht auf die Hauptfigur; Annabelle Rosewood sieht ohnehin nicht wie eine Frau aus, die den Tag mit Süßigkeiten beginnt. Die womöglich erhoffte Assoziation zu „Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück“ führt erst recht in die Irre, denn der Film ist keine romantische Komödie.

Von der Kritik an der optischen Einfallslosigkeit mal abgesehen ist der Film dennoch sehenswert, weil die Geschichte einfach gut ist. Steif, gelackt und ausgedacht. Die Verpackung entspricht dem üblichen Schema, aber der Inhalt dieses „Pilcher“-Films kann sich durchaus sehen lassen.

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Stil-Collage: Mini-Cabrio, Vintage-Boutique, Pralinen als „Kronjuwelen“

Mythos Marlowe: Rätsel um den Koffer

Sie war einst die Sekretärin von Victoria Marlowe und gibt Annabelle wertvolle Tipps für ihre Spurensuche. Amüsant sind auch die Auftritte einer uralten Frau, die am Lieblingsplatz der Schriftstellerin mehrfach wie durch Zauberei auftaucht und ebenso spurlos wieder verschwindet.

Endlich jemand, der sich an die Ereignisse vor 40 Jahren rund um Elizabeth erinnern kann. Doch während Elsa dabei ist, sich in Walden zu verlieben, kommen Annabelle Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit. Dennoch ist sie sich sicher, das Geheimnis des Koffers lösen zu können. Doch dafür müsste der Schriftsteller Thomas bereit sein, über seinen Schatten zu springen und sich der Vergangenheit zu stellen. Und das ist nicht das einzige Hindernis, das zwischen ihm und Annabelle steht.

Liebe, Leidenschaft und das Pilcher-Versprechen

Anlässlich des im Mai 2019 ausgestrahlten 150. Films („Schwiegertöchter“) sagte „Pilcher“-Produzent Michael Smeaton, das große Plus der Reihe sei ihre Verlässlichkeit: „Pilcher-Filme behandeln Themen wie Liebe und Leidenschaft. Das kann sich durchaus auch mal dramatisch entwickeln, aber es gibt eine Happy-End-Garantie; man kann sich darauf verlassen, dass nicht im dritten Akt eine der Hauptfiguren stirbt. Am Schluss sind alle glücklich.“

Den Vorwurf, die Filme seien „Kitsch von gestern“, wies Smeaton zurück: „Wir produzieren Liebesfilme im besten Sinne, das ist kein Kitsch, sondern Romantik.“ Außerdem sei die ästhetische Gestaltung eine andere als in den 90er Jahren, die Geschichten seien heute viel moderner, „zumal wir immer auch gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen. Die Zeit ist auch bei uns nicht stehen geblieben.“ ZDF-Redakteurin Andrea Klingenschmitt versichert, sie reagiere auf den Vorwurf mittlerweile „ganz leidenschaftslos“. Sie betreut die Reihe seit dem Start 1993. „Für uns wie auch für die Zuschauer ist entscheidend: Wo ‚Rosamunde Pilcher’ draufsteht, muss auch ‚Rosamunde Pilcher’ drin sein.“

Die positiven Rückmeldungen des Publikums zeigten, „dass wir mit unseren Themen auf dem richtigen Weg sind. Den überwiegend weiblichen Fans der Reihe sind solche Einwände erfahrungsgemäß egal, denn die entsprechenden Versatzstücke bilden schließlich den Markenkern von „Rosamunde Pilcher“.

Featurette: Produktionsnotizen, Zitate Smeaton/Klingenschmitt, Musik-Untermalung

Kritik und Rezeption

Regisseur Marc Prill hat in den letzten zehn Jahren rund vierzig Filme gedreht, die meisten für die ZDF-Reihen „Rosamunde Pilcher“, „Traumschiff“ und „Kreuzfahrt ins Glück“, und so sieht „Pralinen zum Frühstück“ auch aus: Ein Klischeebild à la „Cornwall von oben“ reiht sich ans andere. Die Musik von Patrick M. Schmitz trägt ihren ähnlich stereotypen Teil dazu bei.

Gerade die Filme der Reihen „Rosamunde Pilcher“ und „Inga Lindström“ verdanken ihren besonderen Charme nicht zuletzt der Liebe zum Drehbuchdetail. Auch hier sind viele Szenen innerhalb der einzelnen Handlungsstränge für die Geschichte nicht weiter von Bedeutung, aber sie tragen zur Komplexität der Charaktere bei; das gilt zum Beispiel für Annabelles Moderationen oder für ihre zunehmende innigere Beziehung zu Elsa.

Das galt auch schon für Hertels Drehbücher zu „Haustausch mit Hindernissen“ (2016) und „Das Vermächtnis unseres Vaters“ (2018); in beiden Fällen war die Umsetzung ebenfalls eher einfallslos (hier Stefan Bartmann, dort Marco Serafini). Von der Kritik an der optischen Einfallslosigkeit mal abgesehen ist der Film dennoch sehenswert, weil die Geschichte einfach gut ist.

Format, Daten und Einordnung

KategorieAngabe
GenreFilm · Drama · Romance
Erscheinungsjahr2019
Dauer1 Std. 28 Min.
Freigabe0
HerkunftDeutschland
StudioFFP new media
OriginalspracheDeutsch

Die Verpackung entspricht dem üblichen Schema, aber der Inhalt dieses „Pilcher“-Films kann sich durchaus sehen lassen.

Titel, Erwartungen und Marketing

Der Titel „Pralinen zum Frühstück“ ist jedoch unpassend, denn er bezieht sich gar nicht auf die Hauptfigur; Annabelle Rosewood sieht ohnehin nicht wie eine Frau aus, die den Tag mit Süßigkeiten beginnt. Die womöglich erhoffte Assoziation zu „Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück“ führt erst recht in die Irre, denn der Film ist keine romantische Komödie.

Mit Hilfe von Bildgestaltung und Komposition feiert Prill Waldens Pralinés, als handele es sich um die Kronjuwelen. Die entsprechenden Versatzstücke bilden schließlich den Markenkern von „Rosamunde Pilcher“.

Infografik: Happy-End-Garantie, Liebe & Leidenschaft, Krimi-Elemente

Nebenfiguren, Details und wiederkehrende Motive

Sie war einst die Sekretärin von Victoria Marlowe und gibt Annabelle wertvolle Tipps für ihre Spurensuche. Amüsant sind auch die Auftritte einer uralten Frau, die am Lieblingsplatz der Schriftstellerin mehrfach wie durch Zauberei auftaucht und ebenso spurlos wieder verschwindet.

Auch hier sind viele Szenen innerhalb der einzelnen Handlungsstränge für die Geschichte nicht weiter von Bedeutung, aber sie tragen zur Komplexität der Charaktere bei; das gilt zum Beispiel für Annabelles Moderationen oder für ihre zunehmende innigere Beziehung zu Elsa. Womöglich machen sich die Macher ja selbst darüber lustig, dass Annabelle wie die meisten „Pilcher“-Heldinnen ein Mini-Cabrio fährt.

Bewertungen und Publikum

Bewertung von Nutzern der Film- und Seriendatenbank IMDb auf einer Skala von 1 bis 10. Die positiven Rückmeldungen des Publikums zeigten, „dass wir mit unseren Themen auf dem richtigen Weg sind.

Publikumsstimmen: Zusammenschnitt von Zuschauerreaktionen und Szenen

Beziehungsgeflecht: Annabelle, Thomas, Elsa und Walden

Sie lernt deren Urenkel Tom Fitzgerald (Max Engelke) kennen und verliebt sich in ihn, aber Tom, Autor von Kriminalromanen, ist bereits vergeben. Doch dafür müsste der Schriftsteller Thomas bereit sein, über seinen Schatten zu springen und sich der Vergangenheit zu stellen. Und das ist nicht das einzige Hindernis, das zwischen ihm und Annabelle steht.

Elsa wiederum ist äußerst angetan von seinem Onkel Walden (Max Tidof), der in seiner Schokoladenmanufaktur erlesene Pralinen herstellt. Doch während Elsa dabei ist, sich in Walden zu verlieben, kommen Annabelle Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit.

Inszenierung und Musik

Romantik pur ist dagegen der erste gemeinsame Abend des Paars, bei dem Prill alle Register zieht und Schmitz mit einem eigens für diesen Film komponierten Lied für entsprechende Stimmung sorgt. Die Musik von Patrick M. Schmitz trägt ihren ähnlich stereotypen Teil dazu bei.

Pralinenmanufaktur: Close-ups von Trüffeln, Formen, Kakaobohnen

Kontext innerhalb der Pilcher-Reihe

Regisseur Marc Prill hat in den letzten zehn Jahren rund vierzig Filme gedreht, die meisten für die ZDF-Reihen „Rosamunde Pilcher“, „Traumschiff“ und „Kreuzfahrt ins Glück“, und so sieht „Pralinen zum Frühstück“ auch aus: Ein Klischeebild à la „Cornwall von oben“ reiht sich ans andere. ZDF-Redakteurin Andrea Klingenschmitt versichert, sie reagiere auf den Vorwurf mittlerweile „ganz leidenschaftslos“. Sie betreut die Reihe seit dem Start 1993. „Für uns wie auch für die Zuschauer ist entscheidend: Wo ‚Rosamunde Pilcher’ draufsteht, muss auch ‚Rosamunde Pilcher’ drin sein.“

Das große Plus der Reihe sei ihre Verlässlichkeit. Am Schluss sind alle glücklich.

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