Bensdorp Schokolade: Geschichte, Sammelkultur und aktuelle Informationen

Die Geschichte der Bensdorp Schokolade ist eng mit der Entwicklung der Schokoladenindustrie in den Niederlanden und Deutschland verbunden. Von ihren Anfängen im 19. Jahrhundert bis zu ihrer Rolle in der NS-Zeit und den späteren Veränderungen in der Unternehmensstruktur, bietet die Geschichte von Bensdorp einen Einblick in die Höhen und Tiefen eines Familienunternehmens im Wandel der Zeit.

Die Geschichte von Bensdorp reicht zurück bis ins Jahr 1840, als die Schokoladenfabrik in Amsterdam gegründet wurde. Die Geschichte von Bensdorp begann im Jahr 1840, als Gerardus Bernardus Bensdorp in der Kerkstraat 184 in Amsterdam eine Schokoladenfabrik gründete. Das Unternehmen expandierte rasch und spielte eine bedeutende Rolle in der niederländischen Kakaoindustrie, die sich vor allem auf die Herstellung von Kakaopulver konzentrierte.

Historische Fabrikansicht Bensdorp Amsterdam und frühe Kakaoherstellung

Gründung, Innovationen und internationale Expansion

Dies war vor allem dem Holländer van Houten zu verdanken, der eine hervorragende Methode zur Herstellung von Kakaopulver entwickelte. Neben Van Houten waren es vor allem Unternehmen wie Bensdorp, De Zaan, Gerkens Cacao und Droste, die ihre Kakaopulver weltweit erfolgreich vertrieben. Erzeugt wurden Kakaopulver, Kakaomasse, Kakaobutter, Schokolade und Tunkmasse.

Anfang des 20. Jahrhunderts, im Jahr 1901, errichtete Bensdorp eine Schokoladenfabrik in der deutschen Stadt Kleve, in unmittelbarer Nähe der Margarinewerke Van den Bergh. Dieser Schritt unterstrich die internationale Ausrichtung des Unternehmens und seine Ambitionen, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Die Nähe zu den Niederlanden und die gute Verkehrsanbindung durch die Eisenbahn spielten bei der Standortwahl sicherlich eine Rolle.

Im Laufe der Zeit entstanden Filialen in Deutschland und Österreich. Bereits 1908 gab es in Wien eine spezielle Fabrik für Kakaopulver, zu dem auch Schokolade gekommen ist, um den wachsenden Bedarf Österreich-Ungarns zu decken.

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Entwicklung der Bensdorp-Standorte: Amsterdam, Kleve, Wien, Tulln

Bensdorp in Wien und Tulln: Architektur, Marke und Sortiment

Die Bensdorp-Schokoladefabrik in Wien-Döbling, Weinberggasse 67-71 (1925) bzw. 57/77 (1959), wurde 1907 als Hollandsche Cacao en Chocolade-Fabrieken v./h. Bensdorp & Co in Amsterdam, Repräsentanz Wien gegründet [1]. 1959 firmierte man als Bensdorp Gesellschaft mit beschränkter Haftung [2]. 1978 wird zum Werk Döbling ein Zweigbetrieb in Tulln erwähnt [3].

Diese Wiener Fabrik wird von sämtlichen Industriellen und Amtspersonen, die dieselbe zu besichtigen Gelegenheit hatten, als die unvergleichlich schönste Fabrik des Landes bezeichnet. Sie liegt in den höchsten, gesündesten und schönsten Teilen der Residenz, im Stadtbezirke Döbling, in nächster Nähe des Wiener Cottage, des Türkenschanzparkes, der Hochschule für Bodenkultur, ferne von Industrievierteln, umgeben von anmutigen Rebengeländen, voll Sonne, Licht und Luft, mit prächtiger Aussicht auf die Ausläufer des Wiener Waldes: Leopoldsberg, Kahlenberg, Kobenzl, Himmel, Holländerdörfl etc. einerseits und das Bild der Großstadt andererseits. Der zweite Turm bietet ausser einer vierseitigen Uhr ein holländischen Glockenspiel, bestehend aus 26 Glocken, die alle Musikstücke von Wiener Walzer bis zur Simphonie wiedergeben. Die innere Einrichtung ist durchaus modern und vornehm. [4]

Wien-Döbling: Fabrik Bensdorp, Lageplan und architektonische Details

Zunächst war die beliebte Schokolade unter der Bezeichnung "Hochfeine Vollmilchschokolade" bekannt und dieser Name sowie die Goldstichpärgung unterstrichen bereits damals den hohen Qualitätsanspruch des Produktes. Und auch heute noch punktet Bensdorp mit Geschmack, Qualität, Preis und Aufmachung.

Sorten und Formate im Handel

Besonders beliebt bei den Konsumenten sind die 300-g-Tafeln, die in den Sorten Nougat-Krokant, Milch, Rum-Kokos und Erdbeer-Rahm erhältlich sind. Die 100-g-Tafeln gibt es in den Geschmacksrichtungen Milch, Erdbeer, Trüffel und Cappucino. Außerdem hat sich mittlerweise auch die 250-g-Haushaltsschokolade einen festen Platz in den Handelsregalen gesichert.

Format Sorten/Geschmacksrichtungen
300 g Nougat-Krokant, Milch, Rum-Kokos, Erdbeer-Rahm
250 g Haushaltsschokolade
100 g Milch, Erdbeer, Trüffel, Cappucino

Bensdorp in Kleve: Aufstieg, Zerstörung, Wiederaufbau

Bensdorp in Kleve: Aufstieg und Fall Die Fabrik in Kleve entwickelte sich zu einem wichtigen Produktionsstandort für Bensdorp Schokolade. Die Eisenbahn in Kleve erlebte durch Neuansiedlungen von Firmen in den Jahren 1888 die Margarinefabrik van de Bergh, 1896 die Schuhfabriken Hoffmann und Pannier, 1903 die Schokoladenfabrik Bensdorp, sowie 1910 die Biskuitfabrik XOX, einen wirtschaftlichen Aufschwung.

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Sie war ein bedeutender Arbeitgeber in der Region und trug zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt bei. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Schokoladenfabrik jedoch komplett zerstört. Erst 1949 konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden.

In den Nachkriegsjahren erlebte das Unternehmen eine Blütezeit, spezialisierte sich aber später auf die Produktion von Kakaopulver und Kakaobutter. 1962 fusionierte Bensdorp mit dem Kakaohersteller Blooker's Cacao- en Chocolade Fabrieken mit Sitz in Amsterdam.

Kleve: Fabrikgelände Bensdorp vor und nach dem Zweiten Weltkrieg

Trotzdem kündigten sich in den 1970er Jahren Probleme an. 1974 wechselte der Vertrieb der Bensdorp-Produkte nach Hamburg, und mit Kurzarbeit im Sommer 1975 deuteten sich Schwierigkeiten bei der Kakaoproduktion an. Mangelnde Exportnachfrage führte schließlich zum „Aus“ für Bensdorp in Kleve. Im Oktober 1980 wurde die Schließung des Klever Standortes zum 1. Februar 1981 mitgeteilt. Rund 100 Mitarbeiter wurden vom Unilever-Konzern übernommen.

NS-Zeit: Regulierung, Zwänge und Branchendynamik

Bensdorp im Nationalsozialismus Die Rolle von Bensdorp während des Nationalsozialismus ist ein komplexes und sensibles Thema. Wie viele andere Unternehmen in Deutschland und den besetzten Gebieten musste sich auch Bensdorp den politischen und wirtschaftlichen Bedingungen des NS-Regimes anpassen.

Im Rahmen der Arisierungspolitik wurden niederländische Firmen gezwungen, sich dem Zwang zur „Arisierung“ zu beugen, um ihre deutschen Betriebe zu erhalten. Margrit Schulte Beerbühl untersuchte die unternehmerische Entwicklung von Schokoladenunternehmen im Rheinland in der Zeit des Nationalsozialismus und die Auswirkungen der NS-Wirtschaftspolitik auf die Schokoladenindustrie.

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Hierzu stellte sie ihre Analysen zu sechs rheinischen Schokoladenunternehmen dar, darunter die eigentümergeführten Unternehmen Stollwerk aus Köln, Lohmann & Neugebaur und Novesia (Feldhaus) sowie die drei Unternehmen in niederländischem Besitz Bensdorp, Deutsche Kwatta und Van Houten & Zoon. Die NS-Wirtschaftspolitik führte zu einer Reduzierung und Kontingentierung der Importe von Rohkakao. Dies zwang die Schokoladenindustrie, den Kakaogehalt in ihren Produkten zu reduzieren, Änderungen an Rezepturen vorzunehmen und preiswertere und heimische Ersatzprodukte zu verwenden.

Um den Zugang zu Rohstoffen und den Erhalt von Betrieben und Arbeitsplätzen weiter zu sichern, war zudem die Teilnahme am Leistungskampf der deutschen Betriebe der DAF notwendig.

NS-Zeit: Rohstoffkontingente, Arisierung und Auswirkungen auf Schokoladenrezepte

Sammelkultur: Bensdorp-Schokoladeschleifen

Die Bensdorp-Schokoladeschleifen sind eine wertvolle Ergänzung zur Sammlung an Greißlereiwaren im Museum und wecken viele Kindheitserinnerungen aus den 1960er- und 1970er-Jahren. In dieser Zeit wurden die Schleifen zu begehrten Sammelobjekten für Kinder. Es war üblich, die Schleifen behutsam von den Schokoladetafeln zu lösen, zu glätten und sorgfältig aufzubewahren.

Einmal im Jahr konnte man die Schleifen eintauschen. Für eine bestimmte Anzahl von leeren Schleifen erhielt man vollwertige Schokoladentafeln als Belohnung.

Sammelaktion der Bensdorp-Schleifen: Ablauf und Erinnerungen der 1960er/70er

Jubiläum, Promotion und Markenpräsenz

Dieses Jahr feiert die Traditionsmarke Bensdorp ihren 170. Geburtstag. Denn vor geraumer Zeit entdeckte Firmengründer Gerard Bernadus Bensdorp während einer Wienreise seine Liebe zu Süßwaren und Kakao. Diese gipfelte letztendlich Anfang des 20. Jahrhunderts in der Eröffnung zweier Hauptniederlassungen in Wien und Tulln.

Zum Jubiläum bedankt sich Bensdorp bei den Verbrauchern mit einer Gewinnspiel-Promotion, im Rahmen dieser zwischen April und November alle zwei Monate ein exklusives Wien-Wochenende verlost wird. Auf die Gewinner wartet eine Übernachtung im Fünf-Sterne-Hotel Imperial, eine Fiakerfahrt, ein Opernbesuch in der Staatsoper, Besuche im Kunsthistorischen Museum und im Schloss Schönbrunn, die Besichtigung der Spanischen Hofreitschule sowie eine Fahrt mit dem Riesenrad im Wiener Prater. Mitgemacht werden kann via Teilnahmekarte im Handel.

Jubiläums-Promotion: Wien-Wochenende, Oper, Museumsbesuche, Prater-Riesenrad

Nachwirkungen, Denkmalschutz und heutige Situation

Nach der Schließung des Standorts Kleve im Jahr 1981 wurden die Gebäude der ehemaligen Schokoladenfabrik unterschiedlich genutzt. Im ehemaligen Bensdorp-Bürogebäude richtete sich ab März 1984 eine Wirtschaftsschule ein. Einige Gebäude der ehemaligen Kakao- und Schokoladenfabrik Bensdorp wurden am 13. November 2015 in die Denkmalliste der Stadt Kleve eingetragen. Darunter befinden sich auch die Gebäude, in denen derzeit die Turmgarage untergebracht ist.

Heute ist Bensdorp Teil eines internationalen Konzerns und produziert hauptsächlich Kakaopulver in den Niederlanden. Und auch heute noch punktet Bensdorp mit Geschmack, Qualität, Preis und Aufmachung.

Bensdorp heute: Kakaopulverproduktion in den Niederlanden und Markenauftritt

Hinweise zu Quellen und Beständen

Inv. Nr. ® Kraft Foods Erster Wiener Consum-Verein (1912): Zur Erinnerung an das 50jährige Bestehen des Ersten Wiener Consum-Vereines Registrierter Genossenschaft mit beschränkter Haftung 1862-1912. Im Selbstverlage des Vereins.

Historische Dokumente: Werbematerialien, Inventareinträge und Fabrikfotos

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