Welches Obst ist bei Diabetes geeignet? Eine umfassende Betrachtung
Die Empfehlung "Fünf am Tag" der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für den täglichen Konsum von Gemüse und Obst sollte für Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 angepasst werden. Dies liegt daran, dass die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) eine tägliche Ballaststoffmenge von 40 g empfiehlt und Obst im Gegensatz zu Gemüse und Salat einen direkten Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat. Während für Stoffwechselgesunde zwei bis drei Portionen Gemüse oder Salat plus zwei bis drei Portionen frisches Obst täglich empfohlen werden, sieht die "5 am Tag-Empfehlung" für Menschen mit Diabetes anders aus. Hier wird die Obstmenge meist in Gramm angegeben, nicht in Handportionen. Mehr als die allgemein empfohlenen drei Portionen frisches oder Tiefkühlgemüse ohne Zusätze sind für Menschen mit Diabetes kein Problem, da Gemüse, Salat und Rohkost sehr ballaststoffreich sind, was sich positiv auf den Blutzuckerverlauf, die Verdauung und das Mikrobiom auswirkt.
Bedeutung von Obst bei Diabetes
Obst ist nicht nur schmackhaft, sondern liefert auch wichtige Nährstoffe wie Mineralstoffe und Vitamine, die beispielsweise das Immunsystem stärken. Allerdings enthält jedes Obst von Natur aus Zucker, hauptsächlich in Form von Fruktose und Glukose. Es ist wichtig, die Art und Menge der Früchte zu berücksichtigen, um eine ausgewogene Ernährung zu gewährleisten.
Fruktose und Glukose im Fokus
Fruktose, auch Fruchtzucker genannt, ist ein natürlich vorkommendes Kohlenhydrat in Obst, Gemüse, Honig und Säften. Im Gegensatz zu Glukose wird Fruktose hauptsächlich in der Leber verstoffwechselt. Während Fruktose in Maßen gut verwertbar ist, kann ein übermäßiger Konsum problematisch sein und die Fettsynthese in der Leber fördern. Dies kann zu einer Fettleber führen und die Insulinsensitivität beeinträchtigen.
Glukose, auch Traubenzucker genannt, ist die Zuckerart, die bei der Diabetesberatung am meisten beachtet wird, da der Körper sie insulinabhängig verstoffwechselt. Menschen mit Diabetes können Glukose nur eingeschränkt verarbeiten, was zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels führt.
Auswahl des richtigen Obstes
Früher wurde bei Diabetes empfohlen, nur saure Obstsorten zu essen. Dies gilt jedoch nicht mehr. Auch Bananen, Mangos oder Trauben sind in Maßen möglich, sollten aber nicht täglich gegessen werden, da sie besonders zuckerreich sind und viele Kalorien enthalten. Stattdessen sollte der Fokus auf Obstsorten mit weniger Kohlenhydraten gelegt werden.
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Empfehlenswerte Obstsorten
Für den täglichen Genuss bei Diabetes eignen sich Obstsorten mit weniger als 10 g Kohlenhydraten pro 100 g, idealerweise in Kombination mit einem hohen Ballaststoffgehalt. Beerenobstsorten wie Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren und Preiselbeeren sind hier Spitzenreiter. Auch Maulbeeren, Moosbeeren, Sanddorn, Holunder und Aroniabeeren sind gute Alternativen. Äpfel, Birnen und Orangen sind ebenfalls geeignete Optionen.
Weniger empfehlenswerte Obstsorten
Obstsorten mit einem hohen glykämischen Index sollten bei Diabetes seltener auf dem Speiseplan stehen. Dazu gehören Bananen, Trauben, Mangos, Ananas, Trockenobst, Säfte und Smoothies. Diese enthalten viel Zucker und können den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen.
Glykämischer Index (GI) und Glykämische Last (GL)
Der glykämische Index (GI) gibt an, wie schnell 50 Gramm Kohlenhydrate aus einem Lebensmittel den Blutzuckerspiegel im Vergleich zu Glukose ansteigen lassen. Die glykämische Last (GL) kombiniert den glykämischen Index mit der Kohlenhydratmenge einer typischen Portionsgröße und ermöglicht so eine bessere Beurteilung der Auswirkungen eines Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel.
Tipps für den Obstkonsum bei Diabetes
- Frisches Obst bevorzugen: Frisches Obst hat einen höheren Ballaststoffgehalt als verarbeitete Früchte.
- Verarbeitete Produkte meiden: Fruchtsäfte, Smoothies, Mus und Kompott enthalten wenig Ballaststoffe und sollten vermieden werden. Dosenfrüchte sind oft gezuckert und kaum noch nahrhaft.
- Kombination mit Eiweiß und Fett: Der Verzehr von Obst in Kombination mit eiweiß- oder fettreichen Produkten wie Quark verlangsamt die Aufnahme von Zucker ins Blut.
- Portionsgrößen beachten: Täglich eine Portion Obst, die in die zur Schale geformten Hände passt, ist ideal.
- Reifegrad berücksichtigen: Reife Früchte enthalten mehr Zucker als unreife.
- BE/KE-Werte nutzen: Menschen, die Insulin spritzen, können mit BE- oder KE-Werten die Kohlenhydratmenge genau berechnen.
- Saisonale und regionale Auswahl: Wähle Obst der Saison, um von den meisten Vitalstoffen zu profitieren.
Die Rolle von Ballaststoffen
Ballaststoffe sind in der Ernährung bei jedem Diabetes-Typ immens wichtig, da sie den Blutzuckerverlauf positiv beeinflussen, zur geregelten Verdauung beitragen und eine gesunde Vielfalt an Darmbakterien (Mikrobiom) fördern. Gemüse, Salat und Rohkost sind besonders reich an Ballaststoffen.
Weitere wichtige Aspekte
- Regelmäßige Blutzuckerkontrolle: Beobachten Sie Ihren Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr von Obst, um die individuellen Auswirkungen zu erkennen.
- Ausgewogene Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und gesunden Fetten.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann die Insulinempfindlichkeit verbessern und den Blutzuckerspiegel stabilisieren.
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