Synonyme für Honig: Herkunft, Sorten und Sprachverwandtschaft

Honig ist seit Jahrtausenden ein beliebtes Nahrungsmittel und Naturprodukt. Schon in der Steinzeit nutzte der Mensch Honig als Nahrungsmittel, wie es 9000 Jahre alte steinzeitliche Höhlenmalereien mit „Honigjägern“ zeigen. Der den wild lebenden Bienenvölkern abgenommene Honig wurde auch als Köder bei der Bärenjagd eingesetzt. Bei Ausgrabungen von Pharaonengräbern in Ägypten wurde Honig als Grabbeigabe gefunden. Um 3000 v. Chr. galt im Alten Ägypten Honig als „Speise der Götter“ und als Quelle der Unsterblichkeit: Ein Topf Honig hatte einen Wert vergleichbar dem eines Esels, was seine Bedeutung für die menschliche Zivilisation unterstreicht.

Steinzeitliche Höhlenmalerei mit Honigjägern

Sprachliche Herkunft und Verwandtschaft von Honig

Das deutsche Wort Honig stammt aus dem indogermanischen *kn̥h₂ónks 'goldfarben', wie viele germanische als auch indogermanische Parallelen. Jahrhundert bezeugt; mittelhochdeutsch honic, honec, hönic, hünic, althochdeutsch hona(n)g, honeg n., zu urgermanisch *xunangan, zu indogermanisch *knh₂-onḱ-o-, vergleiche altgriechisch κνῆκος f. (Färberdistel), Substantivbildung zum Farbewort *kh₂ónks, Gen. *kn̥h₂kós ‚goldfarben‘, woraus altgriechisch κνηκός ‚gelblich‘.

Die germanischen Sprachen kennen das Wort alle, zum Beispiel englisch honey, niederländisch honing, niederdeutsch Honnig, schwedisch honung, dänisch honning, schweizerdeutsch Hung und luxemburgisch Hunneg. In anderen indogermanischen Sprachen finden sich die Entsprechungen zweier anderer Wurzeln. Die eine findet sich in Sanskrit मधु madhu für „Honig, Met“, litauisch medus = „Honig“ und tocharisch mit = „Honig“; auch viele slawische Sprachen haben das Wort „med“ für Honig. Hierauf geht wahrscheinlich auch die deutsche Bezeichnung Met für Honigwein zurück. Aus der tocharischen Form „mit“ leitet sich wahrscheinlich chinesisch 蜜 mì (mittelchinesisch mjit) ab. In der lateinischen Sprache steht mel für Honig, wovon auch die Wörter in den modernen romanischen Sprachen stammen.

SpracheBezeichnung für Honig
DeutschHonig
EnglischHoney
NiederländischHoning
SchwedischHonung
DänischHonning
LuxemburgischHunneg
SanskritMadhu
LitauischMedus
LateinMel
Chinesisch蜜 (mì)

Synonyme und Wortgruppen für Honig

  • Bienenhonig
  • Blütenhonig
  • Honigtau
  • Schleuderhonig
  • Presshonig
  • Kalt geschleuderter Honig
  • Met (Honigwein)
  • Wabe, Honigwabe

Als weitere passende Wortgruppen für „Honig“ werden Begriffe wie süß, heuchlerisch, honigsüß, schleimig, übertrieben freundlich, schmeichelnd, scheißfreundlich, schmeichelhaft, aufgesetzt freundlich, katzenfreundlich, liebedienerisch, schleimend, herumschleimend, schmierig, glattzüngig, zuckersüß lächelnd verwendet.

Infografik: Verschiedene Honigsorten und ihre Synonyme

Honigsorte und Herstellungsarten

Die Entstehung von Honig besteht aus der Honigbereitung und der anschließenden Honigreifung. Wichtigster Ausgangsstoff für die Honigbereitung ist Nektar - ein zuckerhaltiger Saft, den Blütenpflanzen aus ihren Nektarien abscheiden. Als weitere wesentliche Quelle kommt in einigen, hauptsächlich gemäßigten Klimaregionen der Erde Honigtau hinzu, der insbesondere dann in großen Mengen zur Verfügung steht, wenn es zu einer der wiederkehrenden Massenvermehrungen verschiedener Blattläuse und Schildläuse kommt. Waldhonig wird beispielsweise überwiegend aus den Ausscheidungen von Baumläusen produziert.

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Diese Ausgangsstoffe für die Honigbereitung werden von bestimmten Arbeiterbienen gesammelt, welche die Zuckersäfte mit ihrem Rüssel aufnehmen und in der Honigblase (Trophallaxis) zwischenlagern. Schon bei der Aufnahme werden dem Saft spaltende Enzyme aus den Futtersaftdrüsen hinzugesetzt. Die zugesetzten Enzyme sind Glucosidasen und Amylasen. Amylasen spalten langkettige Kohlenhydrate wie das Polysaccharid Stärke in kurzkettige Kohlenhydrate. Kurzkettige Kohlenhydrate werden ihrerseits von Glucosidasen in Monosaccharide wie Traubenzucker (Glucose) und Fruchtzucker (Fructose) aufgespalten.

Wenn die Sammelbienen wieder im Bienenstock ankommen, geben sie dort den unfertigen Honig aus ihrer Honigblase an Stockbienen weiter, die ihn im Laufe der Zeit mehrfach transportieren (umtragen), indem sie ihn in ihren Körper aufnehmen und wieder abgeben. Der Wassergehalt wird in zwei Schritten reduziert: Zuerst wird ein Tropfen Nektar über den Rüssel mehrmals herausgelassen und wieder eingesaugt. Danach, ab einem Wassergehalt von 30 bis 40 %, wird der so schon bearbeitete und etwas eingedickte Nektar über und auch im Brutnest in leeren Wabenzellen ausgebreitet.

Die weitere Verdunstung des Wassers wird jetzt durch Fächeln mit den Flügeln beschleunigt. Schließlich wird ein Wassergehalt von unter 20 % erreicht, meist 18 % oder sogar noch etwas geringer. Der jetzt fertige Honig wird noch einmal umgetragen und in Lagerzellen über dem Brutnest eingelagert, wobei er mit einer luftundurchlässigen Wachsschicht überzogen wird. Imker bezeichnen diesen Vorgang als Verdeckeln. Er ist für sie das Zeichen, dass der Honig reif ist und geerntet werden kann.

Bienenstock und Honigproduktion

Bienenhonig und weitere Synonyme

Bienenhonig ist der traditionelle Begriff für Honig, der durch Honigbienen produziert wurde. Tee kann man sehr gut mit Honig süßen. Eine heiße Milch mit Honig beruhigte die angestrengten Stimmbänder. Ebenso bezeichnet man Honig aus der Wabe als Wabenhonig. Honig wird erst erzeugt, wenn die Sammelbienen mehr Nektar in den Stock bringen als in der Zeit zur Ernährung des Bienenvolkes und der Aufzucht der Brut benötigt wird.

Sorten und Besonderheiten: Blütenhonig & Honigtauhonig

Blütenhonig wird der Honig aus dem Blütennektar von Pflanzen genannt - im Gegensatz zum Honig aus Honigtau. Die meisten Blütenhonige kristallisieren nach ein bis sechs Wochen. Eine Ausnahme bildet zum Beispiel Akazienhonig, der oft zwölf Monate flüssig bleibt. Durch intensives Rühren während der Kristallisationsphase kann der Zustand des Honigs beeinflusst werden. Dabei werden die sich bildenden Zuckerkristalle mechanisch zerkleinert und es entsteht ein feincremiger, weicher Honig.

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Blütenhonig - von verschiedenen Trachtpflanzen: Blütenhonig ist die allgemeine Sortenbezeichnung für einen Honig, der nicht überwiegend von einer Trachtpflanze stammt. In Süddeutschland wird zum Beispiel häufig ein Honig aus der Tracht von Obstblüte und dem gleichzeitig vorkommenden Löwenzahn als Blütenhonig bezeichnet.

Akazienhonig ist eine in Deutschland verbreitete Bezeichnung für Robinienhonig, also überwiegend aus Nektar von Blüten der Robinie (Robinia pseudoacacia L., auch falsche Akazie oder Scheinakazie genannt) geerntet, von mildem, schwach blumigem Geschmack und sehr gut zum Süßen von Tee und Backwaren geeignet.

  • Almrosenhonig von der Almrose
  • Buchweizenhonig vom Echten Buchweizen besitzt ein sehr kräftiges Aroma
  • Edelkastanienhonig aus Maronenwäldern ist kräftig-herb, im Nachgeschmack etwas bitter
  • Heidehonig aus Heidegebieten hat ein kräftiges, herbes Aroma und geleeartige Konsistenz
  • Lindenhonig von Lindenbäumen ist extrem süß, fruchtig, leicht minzig
  • Löwenzahnhonig von Löwenzahnwiesen im Frühjahr
  • Phaceliahonig von der Phacelia
  • Sonnenblumenhonig von Sonnenblumenfeldern mit kräftigem Geschmack
  • Eukalyptushonig aus Italien, würzig und besonders für Kräutertees beliebt
  • Jellybush-Honig aus Australien, ähnlich wie Manuka-Honig aus Neuseeland
  • Moltebeerhonig aus Lappland
Honigsorte: Blütenhonig vs. Honigtauhonig

Synonyme für Honig in Redewendungen und weiteren Kontexten

Neben den klassischen Synonymen und Wortgruppen für Honig finden sich Honigbezeichnungen auch in Redewendungen und Metaphern, wie zum Beispiel:

  • Honig ums Maul schmieren, herumschleimen, lobhudeln, bauchpinseln, einschmeicheln, aufgesetzt positiv reagieren, übertrieben loben, beweihräuchern
  • Kreide fressen, anbiedern, einschmeicheln, nachsteigen, hofieren, schleimen, schwänzeln, lieb Kind machen, ranschmeißen, rumschleimen, Honig um den Bart schmieren, katzbuckeln, herumscharwenzeln, nach dem Mund reden, Rad fahren, kratzfüßeln
  • Honigmond, Hochzeitsreise, Flitterwochen

Auch als Met wird Honigwein bezeichnet, dessen Ursprünge sich bis ins alte Indien und Europa zurückführen lassen. Lebkuchen, Honigkuchen, Gewürzkuchen, Pfefferkuchen und Lebzelten sind weitere typische Wortgruppen, die im Zusammenhang mit Honig stehen und eine traditionsreiche Verbindung zu Gebäck und Süßwaren aufzeigen.

Produktion und Ernte von Honig

Physikalische und chemische Eigenschaften von Honig

Honig ist eine dickflüssige bis feste, teilweise auch kristallisierte Substanz, die hauptsächlich aus den Zuckerarten Fructose (Fruchtzucker, 27 bis 44 %) und Glucose (Traubenzucker, 22 bis 41 %) sowie Wasser (15 bis 21 %, Heidehonig bis 23 %) besteht. Die Fructose überwiegt meist gegenüber der Glucose: Im Durchschnitt sind etwa 38 % Fructose und 30 % Glucose enthalten. Daneben enthält Honig in geringen Mengen Saccharose, Maltose, Melezitose und weitere Di- und Oligosaccharide, Mineralstoffe, Proteine, Enzyme, Aminosäuren, Vitamine, Farb- und Aromastoffe und Pollen, die zur Herkunftsbestimmung herangezogen werden können.

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Der ernährungsphysiologische Wert des Honigs ergibt sich in erster Linie aus dem hohen Zuckergehalt, daneben aus den enthaltenen Mineralstoffen und Enzymen. Vitamine liegen normalerweise nicht in bedeutender Konzentration vor. Eine Ausnahme sind allerdings bestimmte Honigsorten aus Gebirgsgegenden, die einen hohen Vitamin-C-Gehalt von 116-240 mg auf 100 g haben. Die relativ lange Haltbarkeit beruht auf ihrem hohen Zucker- und dem niedrigen Wassergehalt, die verhindern, dass sich Bakterien und andere Mikroorganismen wie Schimmelpilze vermehren. Die Dichte des Honigs beträgt etwa 1,4 kg/l, abhängig vom Wassergehalt.

Farben und Konsistenz von Honig

Die Farbe eines Honigs kann zwischen weiß bis hellgelb, gelb, beigefarben, braun und grünschwarz variieren. Sie ist ebenso wie der Geschmack abhängig von den besuchten Blüten oder dem gesammelten Honigtau. Die Konsistenz von Honig reicht von dünnflüssig über cremig bis fest. Sie hängt vom Fructose-Glucose-Verhältnis ab und davon, wie der Honig weiterverarbeitet und gelagert wird. Bei längerer Lagerung kann flüssiger Honig auskristallisieren und damit fest werden; für die Neigung zum Kristallisieren ist jedoch vor allem das Fructose-Glucose-Verhältnis verantwortlich.

Ist dieses etwa 1 : 1, so erfolgt die Kristallisation innerhalb weniger Tage. Bei den Honigtauhonigen, etwa dem Tannenhonig, ist das Verhältnis etwa 1,6 : 1. Dieser Honig bleibt über Monate oder sogar Jahre flüssig. Auskristallisierter Honig kann durch Erwärmen wieder verflüssigt werden; eine längere Lagerung bei hohen Temperaturen führt allerdings zu einer schnelleren Alterung, und eine Erwärmung über 40 °C zerstört wichtige, ernährungsphysiologisch wertvolle Inhaltsstoffe.

Honigfarben und Konsistenz

Honigproduktion, Verbrauch und Import

Der Pro-Kopf-Verbrauch beträgt in Deutschland etwa 1 kg pro Jahr. Die Honigernte in Deutschland hat im Jahr 2020 29.249 Tonnen betragen, nach 24.080 Tonnen im Jahr 2019. Deutschland hat im Jahr 2020 rund 88.000 Tonnen Honig importiert, der aus 59 Ländern innerhalb und außerhalb der Europäischen Union stammt. Der Import nach Deutschland im Jahr 2020 betrug aus EU-Ländern 27.118 Tonnen (30,8 %), aus Nicht-EU-Ländern 60.948 Tonnen (69,2 %). Die drei größten Lieferländer aus Nicht-EU-Ländern im Jahr 2020 waren die Ukraine (15.741 Tonnen, 17,9 %), Mexiko (13.530 Tonnen, 15,4 %) und Argentinien (12.748 Tonnen, 14,5 %).

JahrHonigernte Deutschland (Tonnen)Honigimport Deutschland (Tonnen)
201924.080ca. 82.000
202029.24988.000
Weltkarte der Honigimporte und wichtigsten Lieferländer

Kultureller Kontext und religiöse Bedeutung

Im Koran wird die Heilwirkung des Honigs beschrieben. Nach Augustinus ist der Honig ein Bild für die Zärtlichkeit Gottes und seine Güte. Auf zahlreichen Kontinenten und in diversen Kulturen spielt Honig aus verschiedenen Bienenarten eine Rolle; so wird in Australien, Asien und Amerika nicht nur der Honig der auch bei uns beheimateten Westlichen Honigbiene genutzt.

Honig als Süßstoff und in der Lebensmittelindustrie

Bevor Zucker aus Zuckerrohr oder industriell aus Zuckerrüben gewonnen wurde, war Honig ein wichtiger, oft auch der einzige Süßstoff. Infolge der Entwicklung von Verfahren zur Herstellung von Haushaltszucker (reine Saccharose) aus Zuckerrohr und Zuckerrüben ist Honig in dieser Hinsicht weitgehend verdrängt worden. In der modernen, weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie spielt er fast keine Rolle mehr.

Klassische Honigverwendung in Süßwaren und Getränken

Zusammenfassung der Synonyme

  • Bienenhonig
  • Blütenhonig
  • Waldhonig
  • Honigtauhonig
  • Wabenhonig
  • Schleuderhonig
  • Presshonig
  • Kalt geschleuderter Honig
  • Met (für Honigwein)
  • Bienenprodukt
  • Süßstoff
  • Blumensäfte
  • Bienennektar
  • Enzymprodukt

Die Vielfalt der Synonyme und verwandten Begriffe zeigt die historische, linguistische und kulinarische Vielschichtigkeit des Honigs.

Synonyme für Honig als Infografik

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