Alyan Dubai Schokolade Inhaltsstoffe, Schadstoffe und Testbericht

Süßes Sextett im Test. Diese sechs Tafeln Dubai-Schokolade kosteten uns zusammen mehr als 100 Euro. Zumindest die Preise sind luxuriös. Dubai-Schokolade verspricht höchsten Genuss dank feinster Zutaten. Lange Menschenschlangen vor Schoko-Läden und Kunden, die bis zu 30 Euro pro Tafel zahlen: Um Dubai-Schokolade gibt es seit einigen Monaten einen riesigen Hype. Angefeuert wurde er durch unzählige Videos in den sozialen Netzwerken, die den Genuss der mit Pistaziencreme und gebackenen Teigfäden gefüllten Schokolade zelebrieren.

Zu Beginn des Hypes war eine Tafel Dubai-Schokolade schwer zu bekommen, Rezepte zum Selbermachen gingen in den sozialen Medien viral. Mittlerweile dürfte jeder, der Schokolade und Pistazien liebt, mindestens einmal in eine knusprige Tafel hineingebissen und sich ein Urteil gebildet haben. Das Außergewöhnliche ist nicht die Schokoladenummantelung, die in der Regel aus Vollmilchschokolade besteht, sondern vielmehr die üppige Füllung, die mit einem unerwarteten Crunch auftrumpft. Die Kombination aus knusprig-cremiger Füllung und süßer Schokolade verspricht ein Geschmackserlebnis sondergleichen - sofern man eine Schokolade mit hochwertigen Rohstoffen erwischt hat.

Dubai-Schokolade mit grünem Pistazienkern und Kadayif-Teigfäden

Wer steckt hinter der Original-Dubai-Schokolade und wie teuer ist sie?

Original stammt von FIX Dessert Chocolatier aus Dubai. Mit 15,78 Euro pro 100 Gramm ist die Originalversion nur die zweitteuerste im Test. Einzelne Tafeln (100 Gramm) der Marke Alyan werden auf willhaben für 15 bis 24 Euro gehandelt. Mittlerweile produziert selbst der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt eine Variante der Dubai-Schokolade. Erst seit Kurzem ist die Dubai-Schokolade der türkischen Marke Alyan bei SPAR Österreich erhältlich. 100 Gramm kosten 5,99 Euro.

Stiftung Warentest: Prüfungen, Verkostung und Laboranalysen

Die Stiftung Warentest wollte wissen, ob sich der Trend nicht nur für Hersteller und Händler, sondern auch für Kundinnen und Kunden lohnt. Wir haben sechs verschiedene Tafeln Dubai-Schokolade eingekauft und ins Labor geschickt. Die Dubai-Schokoladen wurden nicht nur von drei geschulten Prüfpersonen verkostet, sondern auch im Labor auf Inhalts- und Schadstoffe hin untersucht. Zu einem solchen ist auch die Stiftung Warentest gekommen, nachdem sie sechs Tafeln geprüft hat. Unter den getesteten Tafeln waren unter anderem die Schokoladen nach Dubai-Machart von Lindt, Chocovia und Le Damas. Das Fazit der Tester fällt wenig begeistert aus: "Einzigartigen Geschmack oder herausragende Qualität fanden wir nicht, dafür Schimmelpilzgifte und Fettschadstoffe."

Drei zentrale Befunde der Prüfung

  1. Schadstoffbelastung bei Tafeln aus Dubai: In den zwei Tafeln in der Auswahl, die aus Dubai stammten, entdeckten die Tester Fettschadstoffe. Genauer gesagt: 3-Monochlorpropandiol- und Glycidylester, die als möglicherweise krebserregend eingestuft sind. Diese Schadstoffe kommen häufig in raffiniertem Palmöl vor, das auch in den beiden Schokoladen enthalten ist, schreibt Stiftung Warentest. In einer der beiden Schokoladen aus Dubai wurden zudem Schimmelpilzgifte, sogenannte Aflatoxine, nachgewiesen. Sie sind häufig in Pistazien enthalten und gelten als krebserregend. Immerhin: "Mit Auswirkungen auf die Gesundheit ist durch den Verzehr der Schokoladen zwar nicht zu rechnen", schreiben die Tester.
  2. Intensive Pistazien-Note bleibt die Ausnahme: Auch wenn die Füllung grün leuchtet: Einen kräftigen Pistazien-Geschmack können die Prüfpersonen nur bei einer Schokolade in der Untersuchung feststellen. Die anderen schmecken nur "allgemein nussig", mitunter waren auch Noten von Nougatcreme und Spekulatius im Spiel. Unterschiede gibt es beim Pistazien-Gehalt der Produkte. Drei Tafeln verraten gar nicht erst, wie viel Pistazie drinsteckt. Dabei müssten sie es, da Pistazien für Dubai-Schokolade charakteristisch sind. Bei den drei anderen Tafeln steht auf der Verpackung, wie viel Pistazie enthalten ist: Der Spitzenreiter enthält 19 Prozent, in den zwei anderen steckt etwas mehr als die Hälfte davon (knapp über zehn Prozent).
  3. Verpflichtende Angaben fehlen: Vier der sechs Schokoladen hätten der Stiftung Warentest zufolge so in Deutschland gar nicht verkauft werden dürfen. Grund: Verpflichtende Angaben zu Inhaltsstoffen fehlen, nicht nur in Sachen Pistazien. So wurden zum Teil Zusatzstoffe nicht genannt oder Hinweise für Allergiker - etwa auf Sesam - fehlten.
Laboranalyse: Proben im Teströhrchen und Mikroskopbild von Aflatoxinen

Landesweite Kontrollen und Untersuchungen in Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg hat kürzlich eine umfassende Kontrolle von Dubai-Schokolade durchgeführt, die Ende 2024 bereits in einer ersten Stichprobe durchgefallen war. Insgesamt wurden 30 Proben von Dubai-Schokolade untersucht. Darunter befanden sich sowohl Importwaren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei und Jordanien als auch Produkte kleinerer Hersteller aus Baden-Württemberg und anderen EU-Staaten. Drei Chemische und Veterinäruntersuchungsämter des Landes (CVUA) in Stuttgart, Freiburg und Sigmaringen entdeckten demnach in sämtlichen Proben Verunreinigungen, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett in Form von Palmöl.

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Bei einem stichprobenartigen Screening seien in einer Probe mit Pistazienfüllung hohe Anteile an Schimmelpilzgiften (Mykotoxine), vor allem Aflatoxine, festgestellt worden, sagte Hauk. Der Verdacht auf eine Aflatoxin-Höchstgehaltsüberschreitung habe sich bestätigt. Die Ware darf bis zur endgültigen Ergebnisermittlung nicht verkauft werden. Bei einer Untersuchung aller acht Proben seien alle durchgefallen. "Von Betrug bis Gesundheitsschädlichkeit wurde in den ersten Importproben von 'Dubai-Schokolade' alles gefunden. Das ist so nicht akzeptabel", sagte Verbraucherminister Peter Hauk (CDU).

Gefundene Verstöße und Risiken

  • Gefährliche Verunreinigungen in einigen Dubai-Schokoladen entdeckt.
  • Neben gefährlichen Substanzen enthalten einige Dubai-Schokoladen nicht gekennzeichnete Inhaltsstoffe wie Sesam.
  • Vier Proben aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden wegen herstellungsbedingter Verunreinigungen als "nicht für den menschlichen Verzehr geeignet" eingestuft.
  • In mehreren Proben wurden gefährliche Substanzen wie Aflatoxin B1, ein Schimmelpilzgift, gefunden.
  • Besonders besorgniserregend ist der hohe Anteil an nicht deklariertem Sesam in Produkten aus der Türkei und den Niederlanden, der insbesondere für Sesam-Allergiker gefährlich sein kann.
  • Sieben der Proben enthielten Fremdfett statt echter Schokolade, was nicht nur eine Verbrauchertäuschung darstellt, sondern auch gesundheitliche Risiken mit sich bringt.
  • Fast alle Proben hätten mit künstlichen Farbstoffen einen höheren Anteil an qualitativen Zutaten vorgetäuscht.
Warnschild: Produktwarnung und Rückrufhinweis

Rechtliche Vorgaben und Kennzeichnungspflichten

Was genau in einer Schokolade drinstecken darf, ist genau geregelt. Und zwar in der so genannten Kakaoverordnung. Laut dieser Kakaoverordnung müssen in einer Schokolade mindestens 35 Prozent Kakaotrockenmasse sein. Kakaotrockenmasse ist das, was entsteht, wenn Kakaobohnen gepresst werden: also Kakaopulver und Kakaobutter. Produkte, die anstatt Kakaobutter andere pflanzliche Fette enthalten - die günstiger sind - sind keine Schokolade. In fünf der acht Proben sei keine Schokolade enthalten gewesen, sondern Palmöl, teilte das Ministerium mit. Laut den Experten waren die Proben generell nicht zum Verzehr geeignet, weil sie "herstellungsbedingte Kontaminanten" aufwiesen.

Auswirkungen für Verbraucher: Preise, Qualität und Sicherheit

Hohe Preise nicht gerechtfertigt. Mit Blick auf die hohen Preise von bis zu 25 Euro pro 100 Gramm geben die Warentester noch einen Gedankenanstoß: "Vielleicht macht ja auch klassische Pistazienschokolade ohne Dubai-Füllung glücklich. Die gibt's schon für deutlich weniger Geld". Wer gerne Schokolade isst, muss aktuell einen Rückruf bei Aldi Süd beachten. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt vor importierter Billigschokolade. Demnach wurden fünf Proben aus unterschiedlichen Chargen der Importware untersucht. Dabei handelte es sich um denselben Hersteller aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und drei Proben unterschiedlicher Vertreiber aus der Türkei. Die türkischen Proben enthielten nicht deklarierten Sesam, der für Allergiker gesundheitsschädlich sein kann.

Testlabor: Untersuchung von Dubai-Schokolade und Erklärung zu Aflatoxinen

Praktische Hinweise für Käufer

  • Achten Sie auf vollständige Zutatenlisten und Allergikerhinweise auf der Verpackung.
  • Misstrauen Sie Produkten, die viel günstiger sind als vergleichbare Marken und gleichzeitig eine "exquisite" Zusammensetzung versprechen.
  • Beim Kauf importierter Dubai-Schokolade: Informieren Sie sich über amtliche Warnungen und Rückrufe, die veröffentlicht werden.
  • Wer Wert auf echten Pistaziengeschmack legt, sollte auf deklarierte Pistazienanteile achten; im Test fand sich nur eine Tafel mit ausgeprägtem Pistazienaroma.

Tabellarische Übersicht: Häufige Beanstandungen bei getesteten Proben

Beanstandung Gefundene Fälle Bedeutung für Verbraucher
Aflatoxine (Schimmelpilzgifte) Mehrere Proben Langfristig krebserregend; bei Überschreitung Verkaufsverbot
Fettschadstoffe (3-MCPD-/Glycidylester) Vor allem Tafeln aus Dubai Als möglicherweise krebserregend eingestuft; stammen häufig aus raffiniertem Palmöl
Fremdfett statt Kakaobutter Mehrere Importproben Verbrauchertäuschung; Produkt entspricht nicht der Kakaoverordnung
Nicht deklarierte Allergene (z. B. Sesam) Proben aus Türkei/Niederlande Gefährlich für Allergiker; Kennzeichnungspflicht verletzt
Farb- und Zusatzstoffe ohne Deklaration Mehrere Proben Täuschung über Qualität; rechtliche Verstöße

Ausblick: Überwachung und Folgeuntersuchungen

Die Untersuchungen wurden vom Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart in Zusammenarbeit mit den Labors in Freiburg und Sigmaringen durchgeführt. Auch in Zukunft wird die Dubai-Schokolade weiterhin überwacht, um die Sicherheit für Verbraucher zu gewährleisten. Verbraucherminister Hauk hat wegen der Untersuchungsergebnisse nach eigenen Angaben ein landesweites Sonderprogramm gestartet, um angebotene Dubai-Schokolade genauer unter die Lupe zu nehmen. Dazu gehört auch Ware von kleinen einheimischen Firmen, Konditoreien und Confiserien sowie Proben von Pistaziencreme aus dem Großhandel.

Stets vergriffen und teilweise sündhaft teuer: Die Dubai-Schokolade ist zum regelrechten Statussymbol mutiert. Wo Dubai-Schokolade draufstehe, müsse auch echte Schokolade mit hochwertigen Zutaten ohne Verfälschungen oder Verunreinigungen drin sein, so Verbraucherminister Hauk.

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