Almighurt Weiße Schokolade-Kokos: Inhaltsstoffe und Verbrauchertäuschung?
Der Almighurt Weiße Schokolade-Kokos von Ehrmann ist ein beliebtes Produkt, das jedoch in Bezug auf seine Inhaltsstoffe und deren Kennzeichnung immer wieder in der Kritik steht. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammensetzung des Joghurts, die Problematik der Mengenangaben und die Frage, ob hier eine mögliche Verbrauchertäuschung vorliegt.
Aufmachung und Erwartungshaltung
Auf den ersten Blick erweckt die Verpackung des Almighurt Weiße Schokolade-Kokos den Eindruck, dass ein hoher Anteil an weißer Schokolade und Kokosnuss enthalten ist. Die Sortenbezeichnung "Weiße Schokolade-Cocos" in Kombination mit den Abbildungen eines Stücks weißer Schokolade und einer halben Kokosnuss auf der Schauseite und dem Deckel verstärken diese Annahme.
Die Problematik der Mengenangaben
Die tatsächliche Zusammensetzung des Joghurts wird jedoch erst bei genauerem Hinsehen deutlich. Die Beschriftung lautet: "Joghurt mild mit 18 % Weiße Schokolade-Cocos Zubereitung (mit 11 % weißer Schokolade, 11 % Cocos) 3,8 % Fett im Milchanteil." Diese Angabe suggeriert zunächst einen hohen Anteil an Kokos und Schokolade, obwohl diese in Wirklichkeit nur einen geringen Teil des Gesamtprodukts ausmachen.
Das Problem liegt darin, dass sich die Prozentangaben von 11 % weißer Schokolade und 11 % Kokos nur auf die 18 % "Weiße Schokolade-Cocos Zubereitung" beziehen, nicht aber auf den gesamten Joghurt. Dies bedeutet, dass der tatsächliche Anteil an weißer Schokolade und Kokos im gesamten Joghurt nur etwa 1,98 % beträgt.
Irreführende Kennzeichnung?
Verbraucherschützer kritisieren diese Art der Kennzeichnung als "Augenwischerei". Sie argumentieren, dass Verbraucher in der Regel erwarten, dass sich Mengenangaben auf das Gesamtprodukt beziehen und nicht auf einen Bruchteil davon. Wenn Verbraucher überhaupt erkennen, dass sich die Angaben nur auf die Zubereitung beziehen, ist es ihnen nicht zuzumuten, die tatsächlichen Mengen im Gesamtprodukt selbst zu berechnen.
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Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) schreibt vor, dass Informationen über Lebensmittel nicht täuschen dürfen, insbesondere hinsichtlich der Zusammensetzung. Sie fordert außerdem die Angabe der Menge für Zutaten, wenn diese Teil der Bezeichnung sind oder durch Worte, Bilder oder eine graphische Darstellung hervorgehoben werden.
Der Arbeitskreis Lebensmittelchemischer Sachverständiger der Länder und des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (ALS) hat 2019 festgestellt, dass bei Milchprodukten mit Fruchtzubereitung die Mengenkennzeichnung der Fruchtzubereitung grundsätzlich ausreicht. Kritiker bemängeln jedoch, dass Verbraucher in der Regel wissen wollen, welche Menge einer ausgelobten Zutat im Gesamtprodukt enthalten ist.
Stellungnahme des Herstellers
Die Ehrmann AG argumentiert, dass sie durch die prozentuale Angabe der zugesetzten Zubereitung sowie der darin enthaltenen weißen Schokolade und Kokos einen transparenten Einblick in die Rezeptur und Zusammensetzung des Produkts geben.
Geschmack und Qualität im Test
Abseits der Diskussion um die Inhaltsstoffe wurde der Feinschmecker Almighurt von Ehrmann auch von Testern unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich, dass die Meinungen auseinandergehen. Während die cremige Konsistenz und die Verwendung hochwertiger Zutaten gelobt wurden, bemängelten einige Tester den Geschmack. So wurde beispielsweise die Sorte "Weiße Pfirsich-Maracuja" als zu süß und von Kokosraspeln dominiert empfunden, wodurch andere Geschmackskomponenten kaum zur Geltung kamen.
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