Manuka-Honig Wirkung, Anwendung und Herkunft: Ein umfassender Überblick

Manuka-Honig stammt aus dem Blütennektar des neuseeländischen Manuka-Strauches (Leptospermum scoparium), einem Verwandten des australischen Teebaums. Bei diesem Honig gibt es Qualitäten, die nicht so wirkungsvoll sind wie andere. Bei hochwertigen Honigen, die z. B. in Deutschland abgefüllt werden, wird die antibakterielle Aktivität mit Hilfe des sog. MGO-Gehaltes angegeben. Der MGO-Wert muss von einem renommierten und unabhängigen Honiglabor analysiert worden sein. In Neuseeland hingegen wird die Qualität des Honigs mit dem sog. UMF (Unique Manuka Factor) angegeben. Die UMF- und MGO-Werte können einfach in den jeweils anderen umgerechnet werden - und zwar mit Hilfe von Umrechnern im Internet. Ein MGO von über 400 steht dabei schon für Spitzenqualität. UMF ist ein geschütztes Bewertungssystem der Unique Manuka Factor Honey Association aus Neuseeland. UMF bewertet nicht nur den MGO-Gehalt, sondern zusätzlich noch andere Inhaltsstoffe und steht außerdem für Echtheit und Qualität, ist also eher ein Qualitäts- und Echtheitssiegel. Allerdings wirkt der Honig und sein MGO vorwiegend im Verdauungssystem. Einer äußerlichen Anwendung hingegen dürfte auch bei Diabetikern nichts im Wege stehen.

Historische Einordnung und Herkunft

Honig wurde bereits in vielen hoch entwickelten Kulturen als Heilmittel verwendet. Manuka-Honig jedoch gilt als besonderer Honig. Seine Heilkraft soll die aller anderen Honige um ein Vielfaches übertreffen. Wissenschaftliche Studien der neuseeländischen University of Wakaito belegen, dass die Maori offenbar sehr genau wussten, was sie taten. Manuka-Honig erwies sich als äußerst effektiv bei der Behandlung von Escherichia coli und Helicobacter pylori, also jenen Bakterien, die sehr häufig Magen-Darm-Probleme auslösen können. Damit könnte ein Magengeschwür mit dem Honig erheblich preiswerter und vor allem mit deutlich weniger Nebenwirkungen behandelt werden als mit der üblichen Therapie.

Wirkmechanismen und antimikrobielle Eigenschaften

Die antimikrobielle Wirkung von Manuka-Honig beruht unter anderem auf dem hohen Gehalt an Methylglyoxal (MGO), das aus dem in Manuka-Nektar vorkommenden Dihydroxyaceton (DHA) während des Reifeprozesses entsteht. Außerdem trägt die sogenannte Non-Peroxid-Aktivität zur Wirkung bei, die ihn von anderen Honigsorten unterscheidet. Im Allgemeinen wirkt Manuka-Honig multifaktoriell: durch die Produktion von Wasserstoffperoxid, phenolische Verbindungen und den hohen Zuckergehalt. Im medizinischen Kontext soll der Honig auch verhindern, dass sich Biofilme auf Wunden bilden oder bestehende Biofilme auflösen, um die Wundheilung zu unterstützen. Die Enzymaktivität der Glucoseoxidase kann die Freisetzung von MGO und Wasserstoffperoxid beeinflussen. Die Wirkung ist stark abhängig von der Verarbeitung; nicht alle Manuka-Honigprodukte weisen die gleichen antibakteriellen Eigenschaften auf.

Wirkung auf spezifische Erreger

Manuka-Honig erwies sich bei Escherichia coli und Helicobacter pylori als besonders wirksam, zwei Bakterien, die häufig Magen-Darm-Probleme verursachen. Staphylococcus aureus kann ebenfalls durch Manuka-Honig beeinflusst werden, insbesondere bei geschwächtem Immunsystem oder Wundinfektionen nach Unfällen oder Operationen. Darüber hinaus besitzt Manuka-Honig eine antivirale und antifungale Wirkung, wodurch er sich auch komplementär bei Pilzerkrankungen anwenden lässt.

Anwendung in der Praxis

Bei Erkältungen, Halsschmerzen und Husten empfiehlt sich, mehrmals täglich einen Teelöffel Honig langsam im Mund zergehen zu lassen; vor dem Schlafengehen ist der letzte Teelöffel besonders sinnvoll. Zur Behandlung von Atemwegserkrankungen kann Manuka-Honig auch äußerlich an die Nasenschleimhäute gestrichen werden, damit er über Nacht lokal wirkt. Bei äußerlicher Anwendung von Manuka-Honig auf Wunden oder Hauterkrankungen kann dünn aufgetragen und abgedeckt werden. Die äußere Anwendung sollte in der Regel den Heilungsprozess unterstützen, wobei medizinischer, steriler Manuka-Honig speziell für Wundbehandlungen vorgesehen ist.

Lesen Sie auch: Vom Arbeiterjungen zum Schlagerstar: Ben Zuckers Karriere

Lagerung und Sicherheit

Um die Wirkung zu erhalten, sollte Honig kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Kühlschranklagerung ist nicht empfohlen, da Honig bei Kälte kristallisiert und wieder erhitzt werden muss; Hitze kann Enzymaktivität und gesundheitsfördernde Eigenschaften beeinträchtigen. Ein trockener Ort und fest verschlossener Deckel helfen, Feuchtigkeit aus der Luft abzuhalten. Medizinischer, steriler Manuka-Honig erfüllt Reinheits- und Sicherheitskriterien und wird direkt oder in Form anderer Zubereitungen zur Wundbehandlung verwendet. Babys und Säuglingen unter zwölf Monaten sollten keinen Honig erhalten, da das Risiko des Säuglingsbotulismus besteht.

Qualitätskennzeichnung und Einkauf

Manuka-Honig wird in verschiedenen Qualitäten angeboten, die mit MGO oder UMF deklariert werden. Je höher der Wert, desto teurer ist der Honig. Der MGO-Gehalt muss von einem unabhängigen Labor bestätigt sein; in Neuseeland wird zusätzlich UMF als Echtheits- und Qualitätsiegel genutzt. Zwischen UD- und MGO-Bewertungen können Umrechner im Internet helfen, die Werte zu konvertieren. Aufgrund des hohen Preises gibt es auf dem Markt zahlreiche Fälschungen; bevorzugt sollten Käufer Honig von Anbietern beziehen, die Mitglied im Unique Manuka Factor Honey Association (UMFHA) oder der Australian Manuka Honey Association sind.

Infografik: Unterschiede UMF- und MGO-Bewertung bei Manuka-Honig

Verwendung in der Ernährung und Kosmetik

Manuka-Honig ist bekannt als süßes, klebriges Naturprodukt, das auch in der Mundgesundheit hilfreich sein kann. Es wird oft als Bestandteil von Hausmitteln gegen Husten, Halsschmerzen oder Entzündungen verwendet. In der Hautpflege wird Manuka-Honig aufgrund seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften zudem in Kosmetikprodukten eingesetzt.

Video: Was macht Manuka-Honig so besonders? Erklärvideo

Zusätzliche Hinweise und ethische Aspekte

Der Hersteller sollte auf eine verantwortungsvolle Bienenhaltung achten und idealerweise Honig aus der Region bevorzugen. Eine klare Empfehlung gegen Werbung, die eine Heilwirkung von Honig verspricht, ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Europäische Union verbietet irreführende Aussagen, die dem Lebensmittel eine heilende Wirkung zuschreiben. Der Einfluss von Honig auf die Mundgesundheit, Verdauung und Immunabwehr wird durch verschiedene Studien unterstützt, bleibt aber regional abhängig und hängt stark von der Qualität ab.

Tabelle: Kernzahlen und Wirkstoffe von Manuka-Honig

Parameter Beschreibung
MGO Gehalt an Methylglyoxal; direkter Indikator antibakterieller Potenz
UMF Unique Manuka Factor; Echtheit und Zusatzqualität
Wirkstoffe Wasserstoffperoxid, DHA (Vorstufe von MGO), phenolische Verbindungen
Hauptanwendungen Verdauung, Wundbehandlung, Mundgesundheit, Hautpflege

Lesen Sie auch: Wie Familie und Glaube in "Alles auf Zucker" aufeinandertreffen

Lesen Sie auch: So verwendest du geschmolzene Schokolade richtig

tags: #Manuka #Honig #Wirkung #Anwendung #und #Herkunft

Populäre Artikel: