Honig oder Agavendicksaft: Ein Vergleich der Süßungsmittel und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit
Einführung
In der heutigen Zeit, in der das Bewusstsein für gesunde Ernährung stetig wächst, suchen viele Menschen nach Alternativen zum herkömmlichen Haushaltszucker. Süße Lebensmittel sind genetisch bedingt mit einem Wohlgefühl verbunden, da unsere Vorfahren den süßen Geschmack als Signal für energiereiche Nahrung interpretierten. Doch während der Zugang zu wertvoller Nahrung heute einfacher ist, stellt sich die Frage, ob es gesündere Optionen als Zucker gibt.
Die Problematik des Zuckers
Zucker, insbesondere in großen Mengen, ist nicht unbedingt gesund. Er besteht aus einfachen Kohlenhydraten, die schnell ins Blut gelangen und den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lassen. Der Körper reagiert darauf mit der Ausschüttung von Insulin, um den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Überschüssiger Blutzucker wird jedoch in Fett umgewandelt, was zu Gewichtszunahme führen kann. Zudem erhöht eine zuckerreiche Ernährung das Risiko für Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Honig: Ein natürlicher Blender?
Honig erfreut sich eines tadellosen Rufs als natürliche und gesunde Alternative zu Zucker. Allerdings besteht Honig hauptsächlich aus Einfachzuckern wie Glukose und Saccharose, den gleichen Bestandteilen wie Haushaltszucker. Zudem weist Honig eine ähnlich hohe Kaloriendichte auf. Der Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen in Honig ist so gering, dass es effizienter wäre, an einer Birne zu lecken, um den Tagesbedarf zu decken. Trotzdem kann Honig in Maßen eine interessante Alternative zu Zucker sein, insbesondere aufgrund seines einzigartigen Geschmacks und seiner Konsistenz, die ihn vielseitig einsetzbar machen, beispielsweise in Tee, Joghurt, Dressings oder beim Backen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass zurückliegende Produkttests in einzelnen Honigprodukten Spuren von Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat, Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen und eine Belastung mit Pyrrolizidinalkaloiden (PA) gezeigt haben.
Agavendicksaft: Süße mit Risiko?
Agavendicksaft erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit als vermeintlich gesunde Alternative zu Zucker. Er besteht zu etwa 80 Prozent aus Fructose, die in der Leber verstoffwechselt wird. Die Verbraucherzentrale NRW warnt jedoch davor, dass ein hoher Fructosekonsum das Risiko für das metabolische Syndrom erhöhen kann, welches Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Insulinresistenz (Diabetes Typ 2) und erhöhte Blutfette umfasst.
Allerdings ist Agavendicksaft süßer als Zucker, weshalb man weniger zum Süßen benötigt. Zudem hat er eine geringere Kaloriendichte als Zucker. Trotzdem sollte Agavendicksaft nur in Maßen konsumiert werden und ist keine geeignete Option für Menschen, die Gewichtsprobleme haben oder an Diabetes leiden.
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Süßstoffe: Eine kalorienarme Alternative?
Süßstoffe wie Aspartam oder Steviolglykoside (aus Stevia) sind bekannt dafür, keine Kalorien zu enthalten. Sie wirken besonders stark mit den Süßrezeptoren auf der Zunge und signalisieren dem Gehirn, dass etwas Süßes gegessen wird. Es gibt jedoch die Theorie, dass Süßstoffe die Insulinproduktion erhöhen und dadurch ein gesteigertes Hungergefühl verursachen können. Mediziner Wolfgang Reuter hält dagegen, dass es keine wissenschaftlichen Belege für eine Gewichtszunahme durch den Konsum von Süßstoffen gibt.
Ein weiteres Gerücht besagt, dass Aspartam krebserregend sei. Dies basiert auf einer Studie mit Ratten, die jedoch sehr hohe Dosen von Aspartam erhielten. Eine Kohortenstudie mit menschlichen Teilnehmern konnte keinen Zusammenhang zwischen Krebs und Aspartam feststellen. Auch für Steviaglykoside gibt es keine Belege für eine krebserregende Wirkung. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat jedoch eine empfohlene Tageshöchstmenge für Steviaglykoside festgelegt.
Ein Manko von Süßstoffen wie Steviaglykosiden und Aspartam ist ihr Eigengeschmack, der für manche Menschen gewöhnungsbedürftig sein kann.
Zuckeralkohole: Birkenzucker und Erythrit
Zuckeralkohole wie Birkenzucker (Xylit) und Erythrit werden im Körper nicht vollständig verstoffwechselt und haben daher weniger Kalorien als Haushaltszucker. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung sind sie gesundheitlich unbedenklich, können aber in hohen Mengen zu Blähungen oder abführend wirken. Zudem sollen sie keinen Einfluss auf den Blutzucker- und Insulinspiegel haben und gegen Karies helfen. Dies macht sie zu einer möglichen Alternative für Diabetiker.
Weitere Zuckeralternativen im Überblick
Neben Honig, Agavendicksaft, Süßstoffen und Zuckeralkoholen gibt es noch weitere Alternativen zu Haushaltszucker:
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- Ahornsirup: Wird aus dem Saft des Zuckerahorns gewonnen und hat eine mittlere Süßkraft. Er eignet sich gut zum Süßen von Pfannkuchen, Waffeln und Desserts.
- Reissirup: Wird durch Fermentation von Reis hergestellt und hat eine milde, malzige Süße. Er eignet sich gut für Müsli, Backwaren und Getränke.
- Dattelsirup: Wird aus entsteinten Datteln gewonnen und hat einen intensiven, fruchtigen Geschmack. Er eignet sich gut für süße Speisen, Smoothies und als Topping für Desserts.
- Kokosblütenzucker: Entsteht aus dem Nektar der Kokospalme und hat einen milden, karamellartigen Geschmack. Er eignet sich gut zum Backen und Süßen von Getränken.
Die Wahl der richtigen Zuckeralternative
Die Wahl der richtigen Zuckeralternative hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. Vorerkrankungen (z.B. Diabetes), Übergewicht, Vorlieben bezüglich des Süßungsgrades und Nachhaltigkeit.
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