Zuckerbonbons selber machen — Rezept, Anleitung und viele Varianten

Bonbons gemeinsam mit Kindern selber machen - und das möglichst gesund - eine Katastrophengeschichte mit happy end. Bonbons selber machen ist eigentlich gar nicht so schwer. Was Sie tunlichst vermeiden sollten, erfahren Sie in nachfolgender Katastrophengeschichte:

Warum selbst machen?

Es gibt gute Gründe fürs Selbstmachen: Du kannst die Qualität der Zutaten bestimmen und je nach geschmacklichen Vorlieben variieren. Statt künstlicher Aromastoffe setzt man die Aromen natürlicher Zutaten ein. Anstelle von Lebensmittelfarbe spielt man mit den Farben natürlicher Zutaten. Genuss von Anfang an! Und es macht viel Freude, neue Rezepturen auszuprobieren und sich seine Lieblings-Süßigkeiten auf einmal selbst herstellen zu können! Gleich doppelt Freude machen die süßen Kostbarkeiten, wenn man sie verschenkt.

Grundrezept: die Basis für Zuckerbonbons

Selbstgemachte Bonbons lassen sich einfach herstellen. Dafür brauchen Sie zunächst 2 Zutaten: Zucker und Wasser. Die Grundzutaten für selbstgemachte Bonbons:

  • 300 g Zucker
  • 100 ml Wasser

Aus diesen 2 Zutaten wird die Grundmasse der Bonbons erstellt. Durch die Beigabe zusätzlicher Zutaten verleihen sie den Bonbons den bevorzugten Geschmack.

Grundtechnik: Zucker kochen

Um die richtige Konsistenz zu erhalten, muss man Zucker zunächst in Wasser auflösen und aufkochen. Beim weiteren Kochen verdampft nach und nach das Wasser und die Temperatur des Zuckersirups steigt. Damit steigt auch die Konzentration des Zuckers im Sirup. Entsprechend fester wird er beim Abkühlen. Vorsicht beim Zuckerkochen! Dabei werden Temperaturen bis zu 160 Grad Celsius erreicht!

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Am besten eignet sich weißer Kristallzucker. Um ihn zu schmelzen, gibt man ihn mit etwas Wasser (etwa im Verhältnis 3:1) in eine Stielkasserolle. Bei schwacher Hitze unter Rühren erwärmen, bis sich alle Zuckerkristalle aufgelöst haben und ein Sirup entstanden ist. Dann die Hitze erhöhen. Sobald der Sirup kocht, nicht mehr rühren. Wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist, den Boden des Topfs sofort in eiskaltem Wasser abschrecken.

Die Masse sollte nicht höher als 160 Grad erhitzt werden. Mit einem Thermometer könnt ihr die Temperatur des Zuckers überprüfen: Die Masse sollte nicht höher als 160 Grad erhitzt werden. Die Temperatur spielt eine wichtige Rolle, die Masse sollte auf keinen Fall über 162 Grad erhitzt werden, sonst verbrennt das Ganze.

Schritt-für-Schritt-Anleitung (einfaches Bonbon)

  1. Zunächst gebt ihr das Wasser und die beiden Zuckersorten in einen Topf und lasst die Mischung aufkochen. (Alternativ 300 g Zucker und 100 ml Wasser in einen Topf.)
  2. Bei schwacher Hitze unter Rühren erwärmen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat.
  3. Sobald der Sirup kocht, nicht mehr rühren, sonst bilden sich Zuckerkristalle am Rand.
  4. Wenn das Wasser verkocht ist, erhaltet ihr einen dickflüssigen Sirup. Nehmt den Topf vom Herd und füllt die Masse für die selbstgemachten Bonbons in eine Bonbonform oder einen Eiswürfelbehälter. Alternativ könnt ihr auch ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Bonbons darauf formen.
  5. Mit einem kleinen Löffel können Sie kleine Portionen aus der Masse formen. Diese kleinen Portionen werden auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gelegt.
  6. Lasst die Bonbons abkühlen und wälzt sie gegebenenfalls anschließend noch in Puderzucker, damit sie nicht so kleben.

Die Bonbons können Sie übrigens am besten luftdicht in einer Dose oder in einem Schraubglas lagern.

Bonbonformen und Zutaten

Wenn die Bonbons kleben oder zu fest werden

Bitte seien Sie nicht enttäuscht, wenn es nicht beim ersten Mal klappt. Bonbons machen ist gar nicht so einfach und der Zucker führt ein Eigenleben - mal wird er schneller fest, mal langsamer - meist aber sehr schnell. Außerdem sind die Produktion und die jeweilige Zutatenmenge wetterabhängig. Was ist zu tun, wenn die Bonbons zu sehr kleben? Wenn die selbstgemachten Bonbons zu sehr kleben, hilft es, diese im Anschluss noch in Mehl zu wälzen. Ähnlich wie bei Plätzchenteig sorgt das Mehl dafür, dass die Masse formbarer wird und weniger an Oberflächen anheftet. Wenn die Bonbons nach dem Auskühlen sehr stark kleben, kann man sie in Puderzucker wälzen. So verhindert man auch, dass die Bonbons bei der Aufbewahrung in einem Glas zusammenkleben.

Fruchtbonbons - mit Saft aromatisieren

Auf Basis des Grundrezepts könnt ihr auch problemlos Fruchtbonbons herstellen. Alles, was du der Bonbon-Grundmasse dafür hinzufügen musst, ist Fruchtsaft. Dafür brauchst Sie lediglich einen Fruchtsaft mit dem gewünschten Geschmack und geben 80 Milliliter davon der Grundmasse bei. Die Möglichkeiten sind beinahe endlos: Granatapfel, Pfirsich, Nektarine, Mango, Maracuja, Apfel, Birne, Banane, Erdbeere, Orange, Kiwi und viele mehr.

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Achtung: Es kann spritzen! Wenn Sie den Bonbons eine Farbe geben wollen, dann sollten Sie nun Lebensmittelfarbe daruntermischen.

Fruchtbonbons auf Backpapier

Karamellbonbons - sahnig und zart schmelzend

Neben den oben genannten Fruchtbonbons, könnt ihr auch sahnige Bonbons selber machen - zum Beispiel Karamellbonbons. Dafür fügt ihr dem Wasser und Zucker noch Sahne hinzu und lasst die Masse einkochen, bis Karamell entsteht. Dann gießt ihr den Karamell in eine Form und stellt ihn in den Kühlschrank. Wenn die Karamellmasse ausgehärtet ist, könnt ihr sie in mundgerechte Bonbons schneiden.

Bei den Karamellbonbons kommen zu den 300 Gramm Zucker und 100 Milliliter Wasser noch zwei Teelöffel Honig hinzu. Ist die kochende Grundmasse der Bonbons erstellt, rühren Sie noch zwei Esslöffel Butter und 250 Milliliter Sahne in die kochende Masse. Die Zutaten werden in eine Pfanne gegeben und auf hoher Stufe ca. solange erhitzt, bis die Masse goldbraun und dickflüssig ist. Die Masse sollte daher unbedingt in einem großen Topf ausreichend lange kräftig geköchelt werden, damit sie gut eindickt.

Alles unter Rühren aufkochen, dann bei mittlerer Hitze mindestens 40 Minuten ohne Deckel sprudelnd köcheln lassen. Regelmäßig umrühren. Für den Härte-Test nach Ablauf der 40 Minuten etwas Karamell auf einen Teller geben. Wird es fest, ist es fertig. Andernfalls noch etwas weiterköcheln lassen und den Test etwas später wiederholen.

Karamellbonbons in Würfelform

Karamell: praktische Arbeitsschritte

  • Zucker und Wasser in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze auflösen.
  • Bei etwa 120 Grad Glukose und Butter zugeben; nach Zugabe der Butter fängt es etwas an zu schäumen.
  • Weiter erhitzen bis etwa 155-160 Grad; nicht über 162 Grad erhitzen.
  • Nun gießt Du die Masse auf eine Silikonbackmatte oder in eine gefettete Form.
  • Mit einem Teigschaber die Masse hin und her bewegen, bis sie teigig wird; dann zu Stangen ziehen und in mundgerechte Bonbons schneiden.

Die Bonbons sollten Du nach dem Abkühlen zeitnah in ein luftdichtes Gefäß füllen, da sie sonst anfangen können zu kleben.

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Weitere Aromatisierungen und Varianten

  • Honig-Bonbons: 150 g Zucker + 50 ml Wasser langsam auflösen, dann 50 ml Honig einrühren und auf Backpapier tropfen.
  • Rosen-Bonbons: 250 g Zucker, 50 g Traubenzucker, 75 ml Kirschsaft, 1 TL Rosenwasser und Rosenblütenblätter; in ausgeölte Formen füllen.
  • Tee-Bonbons: Statt Wasser Pfefferminz- oder Früchtetee verwenden; z. B. 60 ml aufgebrühter Tee der Grundmasse zugeben.
  • Salzkaramellen: Nach dem Ausgießen 3 Teelöffel Salz über die Oberfläche streuen.

Zum Beispiel Glattlederhandschuhe kann man gut dazu nehmen. Die Masse ist extrem heiß, daher empfiehlt es sich immer mit Handschuhen zu arbeiten. Wenn Du Traubenzucker benutzt, dann wird er zusammen mit dem Zucker im Wasser aufgelöst.

Demonstration Zuckerbonbons herstellen

Ausstattungstipp und Sicherheit

Du benötigst als "Zuckerbäcker" eine gewisse Ausstattung, u. a. eine Stielkasserolle, Edelstahl- oder Backrahmen, ein Zuckerthermometer, eine Marmorplatte oder Silikonmatte sowie Spachtel, Silikonspatel, Backpinsel und eine digitale Waage. Ein Zuckerthermometer ist ein wichtiges Hilfsmittel um die Temperatur stets kontrollieren zu können. Achtung: Wenn Sie Zucker zum Kochen bringen, ist sowohl die Zuckermasse als auch der Topf sehr heiß. Achten Sie wegen dieser Verbrennungsgefahr, vor allem bei der Anwesenheit von Kindern, darauf, den Topf nicht zu berühren und sich von Zuckerspritzern fernzuhalten.

Lagerung und Geschenkideen

Die Bonbons solltet Ihr nach dem Abkühlen zeitnah in ein luftdichtes Gefäß füllen, da sie sonst anfangen können zu kleben. In Zellophan verpackt sind selbst gemachte Bonbons ein tolles Geschenk. Wenn Sie die Bonbons verschenken möchten, können Sie sie zum Beispiel in alte Marmeladengläser oder sonstige leere Schraubgläser füllen und eine Schleife zur Dekoration herumbinden. Auch leere Küchenpapierrollen oder Upcycling-Tetrapaks eignen sich gut dafür.

Praktische Tabelle: Temperaturen und Konsistenzen

Bezeichnung Temperatur (°C) Ergebnis/Konsistenz
Faden-/Weichstufe ca. 105-115 weich, noch formbar
Hart-/Bonbonstufe ca. 145-155 hart, ideal für Lutschbonbons
Karamell ca. 155-162 goldbraun, sahnige Karamellbonbons

Tipps vom Zuckerprofi

  • Später soll die Masse nicht mehr gerührt werden, da sich sonst Zuckerkristalle am Rand bilden können und der Zucker im fertigen Bonbon wieder kristalisiert und das ist nicht erwünscht.
  • Wenn ihr wollt, könnt ihr vor dem Umklappen noch Honig oder Schokolade darauf verteilen und dann klappen.
  • Bonbons und Karamellen wickelt man am besten einzeln in Wachspapier oder Zellophanfolie, sonst hinterlassen sie Fettflecken und kleben zusammen.
  • Für Anfänger sind schlichte Bonbons gut geeignet, daran lässt sich das Zuckerkochen mit dem Thermometer prima üben.

Wer denkt bei Bonbons nicht an seine Kindheit zurück? Als Kind liebten wir die schönen bunten, klebrigen Lutschbonbons in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Doch Bonbons gehen auch noch anders: karamellig und mit zartem Schmelz. Wir haben für jeden Geschmack etwas dabei - außer Hustenbonbons. Viel Spaß beim Experimentieren und Naschen!

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