Zuckergehalt in Limonade: Durchschnitt, Vergleiche und Gesundheitsfolgen

Cola, Limonade oder Eistee sind beliebte Erfrischungsgetränke. Gleichzeitig wird immer wieder über ihren Zuckergehalt gesprochen. Wie viel Zucker steckt in Softdrinks? Ein Blick auf die Nährwerttabelle lohnt sich.

Typische Werte: Einzelne Angaben und Hochrechnungen

Viele klassische Limonaden und Colas enthalten etwa 8 bis 11 Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Hochgerechnet bedeutet das: Ein Glas (250 ml) enthält oft 20 bis 27 Gramm Zucker. Eine 0,5-Liter-Flasche kommt schnell auf 40 bis 55 Gramm Zucker. Das entspricht etwa 13 bis 18 Zuckerwürfeln.

In Softdrinks steckt meist eine Menge Zucker - diese ist aber nicht in jedem Land gleich hoch. In Deutschland verstecken sich in einem 0,5-Liter-Glas Fanta oder Sprite je 45,5 Gramm Zucker. Klassische Cola-Getränke unterscheiden sich nicht im Zuckergehalt. Coca-Cola Classic enthält in den fünf Vergleichsländern gleich viel Zucker: 53 Gramm je 0,5 Liter. Das gilt auch für klassische Pepsi Cola mit im Schnitt 54 Gramm.

Infografik Zuckergehalt in bekannten Softdrinks

Vergleich nach Marken und Sorten

Die Auswahl an Limo ist riesig, empfehlenswerte Produkte aber sind rar. Nur 3 der 29 Limonaden im Test sind gut. Die hier genannten Getränke bilden nur einen Teil aller Getränkemarken in Deutschland ab. Die Angaben können aufgrund von Produktionsland und Produktionsbedingungen schwanken.

Limonaden im Vergleich (Auszug)

MarkeZuckergehalt auf 100 mlEntspricht
Fanta Orange7,6 gcirca 2 ½ Würfeln Zucker
Mirinda Orange9,4 gcirca 3 Würfeln Zucker
Sinalco Orange9,0 gcirca 3 Würfeln Zucker
Bionade Naturtrübe Orange5,5 gcirca 2 Würfeln Zucker
Sprite7,9 gcirca 2 ½ Würfeln Zucker
Lemonaid Limette6,0 gcirca 2 Würfeln Zucker
Bionade Holunder5,0 gcirca 1 ½ Würfeln Zucker

Koffeinhaltige Erfrischungsgetränke (Auszug)

MarkeZuckergehalt auf 100 mlEntspricht
Coca-Cola10,6 gcirca 3 ½ Würfeln Zucker
Pepsi Cola11,0 gcirca 3 ½ Würfeln Zucker
Fritz-Kola9,9 gcirca 3 Würfeln Zucker
Red Bull Organics Simply Cola8,8 gcirca 3 Würfeln Zucker

Sonstige Softdrinks (Auszug)

MarkeZuckergehalt auf 100 mlEntspricht
Mezzo Mix7,9 gcirca 2 ½ Würfeln Zucker
Mountain Dew Zitrone-Limette12,2 gcirca 4 Würfeln Zucker
Dr Pepper Classic6,8 gcirca 2 Würfeln Zucker
Lipton Eistee Pfirsich3,0 gcirca 1 Würfel Zucker
Schweppes Indian Tonic Water8,9 gcirca 3 Würfeln Zucker

Internationale Unterschiede und politische Maßnahmen

Die Infografik von Statista auf Basis von Daten der Nichtregierungsorganisation Action on Sugar zeigt, variiert der Zuckergehalt von Limonadengetränken je nach Land zum Teil recht stark. Dass in Großbritannien Softdrinks zuckerärmer sind, könnte an der Zuckersteuer liegen. In Großbritannien müssen Hersteller ab dem nächsten Jahr Abgaben zahlen, wenn sie diesen Zuckergehalt überschreiten. Umgerechnet 21 Cent werden dort seit 2018 für jeden Drink erhoben, der mehr als 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter enthält. In Deutschland hingegen setzt die Regierung auf freiwillige Vereinbarungen mit der Getränkeindustrie.

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Zur Reduzierung des Zuckerkonsums haben viele Staaten eine Zuckersteuer auf zuckerhaltige Getränke eingeführt und auch in Deutschland wird eine solche Maßnahme diskutiert. Um den hohen Zuckerkonsum zu begrenzen, gab es 2024 nach Angaben der WHO in 116 Staaten eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke. Die Studie von Foodwatch zeigt: Demnach ist mehr als jedes zweite Erfrischungsgetränk überzuckert.

Karte: Länder mit und ohne Zuckersteuer

Produktion und Verbrauch in Deutschland

Im Jahr 2024 wurden hierzulande 7,7 Milliarden Liter zuckerhaltige Cola, Limonaden und andere Erfrischungsgetränke hergestellt, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Das entspricht knapp 93 Liter pro Kopf. Die Produktion zuckerhaltiger Getränke ist zuletzt nahezu gleichgeblieben (-0,2 % gegenüber dem Vorjahr). Zugleich ist die Produktion von Erfrischungsgetränken ohne Zucker (Light-Varianten) gestiegen. 2024 wurden 1,5 Milliarden Liter brennwertverminderte Cola und Limonaden hergestellt, das waren gut 18 Liter Light-Getränke pro Kopf. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Produktion um 5,7 %.

Noch vor den zuckerhaltigen und Light-Erfrischungsgetränken kommt das Mineralwasser: 2024 wurden hierzulande 12,7 Milliarden Liter Mineral-, Tafel- und Heilwasser produziert. Mittelfristig ist die Produktion von Light-Getränken 2024 um 6,1 % gegenüber 2019 gestiegen. Insgesamt übersteigt das Produktionsvolumen zuckerhaltiger Getränke jedoch das von Light-Produkten immer noch deutlich.

Gesundheitliche Empfehlungen und Risiken

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt bei einer Person mit gesundem Körpergewicht, die täglich etwa 2 000 Kalorien zu sich nimmt, maximal einen Verzehr von etwa 50 Gramm Zucker pro Tag (knapp 17 Stück Würfelzucker). Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, pro Tag höchstens 25 Gramm Zucker zu sich zu nehmen. Dabei wird kein Zucker mitgezählt, der von Natur aus in Obst und Milch steckt. Gemeint ist dagegen Zucker, der Speisen und Getränken zugesetzt wird, sowie Zucker, der natürlicherweise in Honig, Sirup, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten enthalten ist.

Hoher Zuckerkonsum wirkt sich auf die Gesundheit aus und erhöht das Risiko für Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach Angaben der WHO lebten 2022 in Deutschland knapp ein Viertel (24 %) der Erwachsenen und 8 % der Kinder und Jugendlichen (zwischen 5 und 19 Jahren) mit Adipositas (Fettleibigkeit). Weltweit waren es 16 % der Erwachsenen und 8 % der Kinder und Jugendlichen. Der Anteil übergewichtiger Menschen an der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland liegt laut WHO seit 2006 konstant bei 61 %.

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In Deutschland lag nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) der durchschnittliche Zuckerverbrauch im Jahr 2023 bei knapp 41,2 Kilogramm pro Kopf, was knapp 38 Stück Würfelzucker pro Tag entspricht. Die Deutschen verzehren aber zu viel Zucker - etwa 70 bis 90 Gramm pro Tag. Große Mengen davon stammen aus Getränken wie Limonaden, aber auch Fruchtsäften.

Diagramm: Empfohlene vs. tatsächliche Zuckermenge

Tests, Kritik und Regulierung

Der gemeinnützige Verein Foodwatch bediente sich für seinen Test aus dem Erfrischungsgetränke-Sortiment der drei größten Supermarktketten Deutschlands. Das Ergebnis ist erschreckend: Fast 60 Prozent der 463 Produkte enthalten mehr als fünf Prozent Zucker. Das entspricht sechseinhalb Stück Würfelzucker pro 250 Milliliter. Demnach ist mehr als jedes zweite Erfrischungsgetränk überzuckert.

Die Steuer in Großbritannien umfasst allerdings nur Zucker, Süßstoffe berücksichtigt sie nicht. "Unsere Marktstudie beweist: Coca-Cola und Co. haben in Deutschland bisher kaum Anreize, den Zuckergehalt in ihren Getränken zu senken", sagt Luise Molling von Foodwatch. "Wenn es Frau Klöckner ernst meint mit der Förderung gesunder Ernährung, muss sie eine Limo-Steuer nach britischem Vorbild auf den Weg bringen, die sowohl zucker- als auch süßstoffgesüßte Getränke umfasst." Bislang lehnt Ernährungsministerin Julia Klöckner eine Zuckersteuer ab und setzt auf die freiwilligen Vereinbarungen mit der Lebensmittelindustrie.

Die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (DLMBK) hat die bisherige Regelung, wonach Limonaden mindestens sieben Prozent Zucker enthalten müssen, gekippt und seine Leitsätze für Erfrischungsgetränke abgeschwächt. Nun müssen Limonaden nur noch "Zutaten zur Erzielung eines süßen Geschmacks (z. B. Zuckerarten, Süßungsmittel)" enthalten, heißt es in einer Bekanntmachung des Bundesanzeigers.

Alternativen und Tipps zum Zuckersparen

Zuckerfrei genießen - welche Alternativen gibt es? Wer seinen Zuckerkonsum reduzieren möchte, muss heute nicht auf Geschmack verzichten. Es gibt inzwischen viele Alternativen zu klassischen Softdrinks: Zero- oder Light-Softdrinks, Wasser mit Geschmack, ungesüßter Tee oder selbstgemischte Schorlen, kalorienärmere Getränke wie Tomatensaft oder Kokoswasser. Viele dieser Varianten kommen dem gewohnten Geschmack sehr nahe und bieten eine gute Möglichkeit, Zucker im Alltag zu reduzieren.

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Tipp: Durst auf Süßes? Geben Sie einen Schuss Softdrink oder Saft in ein Glas mit Wasser. Besser als Fertigschorlen ist Saft mit Wasser gemixt: Ein Teil Saft plus drei Teile Wasser sind empfehlenswert.

Video: Wie Zucker in Getränken wirkt und wie man spart

Qualitätstests und Verbraucherinformation

STIFTUNG WARENTEST - Zitrus-Limonaden sind zu süß, teils auch schadstoffbelastet oder irreführend gekennzeichnet. Das zeigt die Untersuchung der Stiftung Warentest von 29 Produkten. Bis zum Frühjahr 2024 sollten Limonaden mindestens sieben Prozent Zucker enthalten. Obwohl diese Vorgabe nun weggefallen ist und Hersteller mit deutlich weniger Zucker arbeiten dürften, verwenden die meisten weiterhin überzuckerte Rezepturen. „Limos könnten heute deutlich weniger süß sein, sind es aber meist nicht. Das schlägt sich negativ in unserem Testergebnis nieder“, erklärt Janine Schlenker, Projektleiterin bei Stiftung Warentest.

Der Konzern Coca-Cola ruft Softdrinks wie Fanta und Coca-Cola in mehreren Nachbarländern wegen erhöhter Chloratwerte zurück. Eis­tee liegt im Trend - und schmeckt oft süß. Wie viel Zucker steckt drin?

Bewusst konsumieren

Zucker in Softdrinks ist kein Geheimnis - entscheidend ist vor allem die Menge und ein bewusster Umgang damit. Ein gelegentliches Glas ist völlig in Ordnung, regelmäßiger Konsum sollte jedoch bedacht werden. Wer einen Blick auf die Nährwertangaben wirft und die vielen zuckerfreien oder zuckerreduzierten Alternativen kennt, kann leicht eine gute Balance zwischen Genuss und Zuckerkonsum finden. Limonade sollte durch Zusetzen von Vitaminen kein gesundes Image verpasst bekommen. Sie bleibt eine Nascherei und sollte bewusst, als Süßigkeit konsumiert werden - nicht als Durstlöscher.

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