WAWI Schokoladen-Weihnachtsmann: Herstellung, Geschichte und Bedeutung

Die Schokoladen-Weihnachtsmänner sind aus der Adventszeit nicht mehr wegzudenken und bevölkern Jahr für Jahr die Regale der Supermärkte. Besonders die Marke WAWI steht dabei für Qualität, Tradition und innovative Herstellungsverfahren. In dieser ausführlichen Artikel erfahren Sie alles über die Herkunft, Entwicklung und die aktuelle Herstellung von WAWI Schokoladen-Weihnachtsmännern vom frühen 19. Jahrhundert bis heute - ergänzt durch spannende Einblicke in die Fabrik, Zahlen, Fakten und die Kultur rund um die süße Figur.

Geschichte des Schokoladen-Weihnachtsmanns

Schon viel früher wurden Weihnachtsmänner und Nikoläuse aus Schokolade kreiert. Bereits um 1820 soll es die ersten Schokoladen-Weihnachtsmänner gegeben haben - wohlgemerkt stammten die ersten Exemplare aus Konditoreien und waren, anders als heute, auch von innen gefüllt. Um das Jahr 1820, also vor rund 200 Jahren, sollen sich die ersten Konditoren an die künstlerisch herausfordernde und symbolträchtige Figur getraut haben und die ersten, manuell geformten Exemplare zum Verkauf angeboten haben. Diese waren, anders als heute, aus massiver Schokolade hergestellt.

Der „hohle“ Schokoladen-Nikolaus entstand erst Mitte des 19. Jahrhunderts, wenige Jahrzehnte später schufen Konditoren die ersten Schokoladenhohlfiguren zur Weihnachtszeit. Daraufhin dauerte es jedoch noch rund 100 Jahre, bis die Schokoladen-Weihnachtsmänner maschinell hergestellt wurden.

Dann, ab den 1950er Jahren, nahm die Erfolgsgeschichte richtig Fahrt auf: Durch neue Verfahren konnte die Schokolade in verschließbare Formen gegossen werden. So entstanden die noch heute beliebten Relief-Weihnachtsmänner. Sie sind nicht hohl und zeigen ihre Struktur, wie den langen Bart, nur auf einer Seite. Die andere ist flach. Darauf aufbauend und, eine aus Dänemark stammende Erfindung nutzend, begann in der Folge die Herstellung von Hohlfiguren, die dann geschleudert werden, so dass die flüssige Schokolade innen an der Form gleichmäßig verteilt wird.

Geschichtliche Entwicklung der Schokoladen-Weihnachtsmänner

So entstehen die perfekt ausgeformten und mit vielen Details verzierten kleinen Kunstwerke. Ein Verfahren, dass auch bei Osterhasen eingesetzt wird - aber immer neu auf Basis frischer Kakaobohnen - denn aus Weihnachtsmännern werden keine Osterhasen und auch nicht umgekehrt.

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Schokolade & Weihnachten: Bedeutung und Verbrauch

Schokolade gehört zu Weihnachten wie der Weihnachtsbaum oder der Adventskalender - und zwar in vielen Ländern der Welt. Adventskalender begleiten mit einer täglichen kleinen Überraschung durch den Dezember. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2021 rund 160 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner hergestellt. Mehr als zwei Drittel der deutschen Schokoladen-Weihnachtsmänner werden innerhalb Deutschlands verkauft. Knapp ein Drittel dieser besonderen Begleiter durch die Weihnachtszeit werden exportiert und erfreuen die Menschen in Europa und Übersee.

Sie sind nicht hohl und zeigen ihre Struktur, wie den langen Bart, nur auf einer Seite. Ihren ersten großen Auftritt haben sie am Nikolausmorgen, dem 6. Dezember, wenn die glitzernd eingewickelten Nikoläuse Groß und Klein erfreuen. Immer früher im Jahr bevölkern Schokoladen-Weihnachtsmänner die Supermärkte, schließlich ist mit ihnen gutes Geschäft zu machen - nicht nur in der Adventszeit.

Jahr Produzierte Schoko-Weihnachtsmänner (Deutschland) Export-Anteil Adventskalender
2021 160 Mio. ca. 1/3 60 Mio.
2020 151 Mio. ca. 1/3 20 Mio. (WAWI)
Infografik: Schokoweihnachtsmänner - Verbreitung und Export

Das belegen die Zahlen des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie e. V. Im Jahr 2011 lag der durchschnittliche Süßwarenverbrauch der Deutschen bei 31,96 Kilogramm. Schokolade hat mit über neun Kilogramm den größten Anteil daran. Damit nimmt die leckere Saisonsüßware einen großen Teil des durchschnittlichen jährlichen Süßwarenverbrauchs der Deutschen von rund 28,5 Kilogramm (2019) ein.

Herstellung der Schokoladen-Weihnachtsmänner bei WAWI

Produktionsbeginn und Ablauf

Um den Zeitplan einzuhalten und auch im Hinblick auf die „Konkurrenz“ der Schokoladenosterhasen, beginnt die Produktion der Weihnachtsmänner aus Schokolade bereits Anfang Mai. Schokolade im Sommer? Das geht gar nicht. Die Schokoladenfabrik Wawi in Pirmasens beweist das Gegenteil: Denn dort laufen bereits die Vorbereitungen auf das Weihnachtsgeschäft. In klimatisierten Räumen werden aktuell die Schokoladen-Nikoläuse hergestellt, die im Anschluss in viele Länder der Welt exportiert werden.

Herstellung von Schokoladen-Weihnachtsmännern bei WAWI

Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius, wie aktuell, sind Gift für ihn; besonders, wenn der Belznickel aus Schokolade besteht. Deshalb ist in den Produktions- und Lagerhallen der Wawi-Schokofabrik Kühlung das A und O. Die kleinen Schokomänner haben nämlich zum Teil einen weiten Weg vor sich. Denn die Figuren werden nicht nur deutschlandweit, sondern auch bis nach Südafrika oder Uruguay verschickt.

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Die Herstellung der Schokoladen-Weihnachtsmänner ist noch heute ein umfangreiches und zeitaufwendiges Unterfangen. 24 Stunden dauert es in etwa, bis die Schokolade hergestellt, die Form gegossen und ein fertiger Weihnachtsmann in seiner bunten Verpackung auf die schokoladenwütigen Bürgerinnen und Bürger losgelassen werden kann.

Es gibt sie in vielen Größen, von Mini bis Maxi und in verschiedenen Sorten - etwa mit unterschiedlich hohem Kakaoanteil. Bei der Saisonproduktion gilt es, auf länderspezifische Geschmäcker Rücksicht zu nehmen. „Die einen mögen es süßer, die anderen mehr bitter“, sagt er. Briten zum Beispiel hätten einen völlig anderen Schokoladengeschmack als die Festlandseuropäer, sie bevorzugten eine leicht bittere Note.

In Reih und Glied stehen sie da - mitten im Sommer: Schokoladen-Weihnachtsmänner. Weihnachtlich bunt und glänzend verpackt sind sie bereits, es fehlt nur noch die rote Mütze. Dann sind sie bereit, in viele Länder der Welt verschickt zu werden. „Es mag einen etwas irritieren, aber gerade jetzt läuft die Produktion der Weihnachtsmänner auf Hochtouren“, erklärt Geschäftsführerin Angela Schultz.

Produktion von Schokoladen-Weihnachtsmännern in der WAWI-Fabrik

Führung, Museum und Kreativität

„Jeder Besucher kann sich live und kostenlos die Herstellung der Schoko-Figuren anschauen“, sagt Schultz. Die gläserne Produktion, Kurzfilme, ein Schokoladen-Museum oder ein Schoko-Seminar bieten Besuchern einen Einblick in die Welt der süßen Spezialitäten. Ein Ausflug lohne sich nicht nur bei Schmuddelwetter. Denn auch bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke biete die Fabrik eine willkommene Abkühlung.

Da Schokolade schnell schmilzt, müssen die Wawi-Räume gut gekühlt werden. Reicht es einem nicht, von außen zuzusehen, wie die Figuren aus Schokolade entstehen, kann man als Teilnehmer eines Schoko-Seminars - aus hygienischen Gründen eingepackt in Kittel und Haube - die Produktion betreten und selbst kreativ werden. Dabei steht flüssige Schokolade bereit, die in beliebige Formen gefüllt und je nach Vorliebe bemalt und mit weiteren Zutaten versehen werden kann. So entstehen individuelle Tafeln oder Figuren, die von Schoko-Laien professionell hergestellt werden.

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Die WAWI Schokolade AG: Unternehmen, Marken, Standorte

Die WAWI-Schokolade AG mit Sitz in Pirmasens ist ein deutsches Unternehmen der Süßwarenbranche und ein Hersteller von Schokoladen-Adventskalendern. Die WAWI-Gruppe, zu der die WAWI-Euro GmbH gehört, hat im Geschäftsjahr 2012/2013 weltweit mit ca. 550 Mitarbeitern einen Absatz von über 15.000 Tonnen Schokoladenprodukte und Zuckerwaren mit neun Fabriken auf vier Kontinenten erzielt.

Walter Müller Sen. gründete 1957 ein Süßwarenfachgeschäft in Zweibrücken, dem später sechs weitere Filialen in der Pfalz folgten. Der Firmenname Wawi war ursprünglich der Kosename, den die Frau des Firmengründers ihrem Ehemann gab. In den 1950er und 1960er Jahren wuchs das Unternehmen mit der Hohlfiguren-Produktion (Osterhasen und Weihnachtsmänner).

Mitte der 1990er Jahre begann die Expansion des Unternehmens außerhalb Deutschlands. 1994 entstand die erste Produktion in Xiamen (China). 1996 folgte Montreal (Kanada), 1998 weitere Standorte in Melbourne (Australien) und St. Petersburg (Russland). 2009 wurde die Fabrik in Satu Mare (Rumänien) eröffnet.

WAWI Fabriken und globale Standorte

Das Hauptprodukt ist Puffreis mit Vollmilchschokolade, der im Hauptwerk in Münchweiler an der Rodalb produziert wird. Die Kalender machen etwa ein Drittel der Saisonware aus, wie die für Weihnachten und Ostern hergestellten Artikel genannt werden. Der Rest sind „Hohlfiguren“, also Weihnachtsmänner, Nikoläuse und Osterhasen. Mehr als 20 Millionen Kalender mit unterschiedlichen Motiven produziert Wawi pro Jahr mit 550 Mitarbeitern und neun Werken weltweit.

Mythen, Traditionen und aktuelle Trends

Jedes Jahr aus Neue, rankt sich ein Mythos um die übriggebliebenen Schokoladen-Weihnachtsmänner. An diesem Gerücht ist allerdings nicht viel Wahres dran. Zum einen stellen der Rücktransport, das anschließende Entpacken der Schokoladenweihnachtsmänner und das noch bevorstehende Einschmelzen einen zu hohen Kostenaufwand für die Hersteller dar. Stattdessen werden die nicht verkauften Schokoladenweihnachtsmänner zunächst als Sonderangebote in den Läden angeboten.

An dem alljährlich aufflammenden Mythos, dass der Weihnachtsmann im Anschluss zum Schokohasen für die Ostertage wird, ist allerdings kaum was dran, zu groß ist der Aufwand um Rücktransport, Entpacken und erneutem Einschmelzen.

Die bis heute am 6. Dezember anstelle von Schoko-Nikoläusen an unartige Kinder verteilte Rute hat auch eine lange Tradition. Eng verbunden ist die Rute der Tradition nach mit dem bösen Gegenspieler des barmherzigen und Geschenke verteilenden Nikolaus namens Knecht Ruprecht, der Kindern bei Fehlverhalten eine Rute austeilt, um sie zu Frömmigkeit zu ermahnen.

Besondere Angebote für Besucher und Schokoladen-Fans

Die Wawi-Schokowelt (Unterer Sommerwald 18-20, Pirmasens) kann von montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 9 bis 13 Uhr ohne Anmeldung besichtigt werden. Der Eintritt ist kostenlos. In den Ferienwochen bietet das Unternehmen zudem Führungen und Schokoladen-Seminare an.

Wawi Schokowelt Besucherangebote, Schokoladen-Seminare

Live dabei sein, wenn Schokoladen-Figuren mit der halbautomatischen Maschine produziert und SchokoWölkchen handgeschöpft werden. Hier finden Sie unsere Marken WAWI, Nappo, Moritz und eine Vielzahl mehr an Eigenprodukten. Feinste Pralinen und Confiserie-Artikel lassen Schokoladenherzen höherschlagen.

Statistik und Branchentrenns

Die Schokoladenbranche hofft jedes Jahr auf das Weihnachtsgeschäft. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres ging der Absatz der deutschen Süßwarenbranche im Inland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum laut BDSI um 0,5 Prozent auf 837.719 Tonnen leicht zurück. Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten dank Preiserhöhungen um 1,7 Prozent auf mehr als 6,3 Milliarden Euro. Der Aufschlag sei Folge der gestiegenen Rohstoffpreise, erklärt Schneider.

Ob süß oder bitter - die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät angesichts der vielen Leckereien zu Weihnachten zu etwas Zurückhaltung.

Infografik: Süßwarenverbrauch und Schokoladenproduktion Deutschland

Die Weihnachtsware ist aber abhängig von einer guten Lebkuchennachfrage. „Wenn der Handel die in den Geschäften gut abverkauft hat, dann rücken die Weihnachtsmänner und die Adventskalender nach“, erklärt er. Mit fallenden Temperaturen könne das schnell gehen. Die Hersteller hofften deshalb auf kalte Tage.

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