Warum keine Schokolade bei Gürtelrose?

Gürtelrose, medizinisch als Herpes Zoster bekannt, ist eine weitverbreitete Viruserkrankung, die durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht wird - das gleiche Virus, das auch Windpocken auslöst. Nach der Erstinfektion mit Windpocken verbleibt das Virus im Körper und kann bei geschwächtem Immunsystem reaktiviert werden, was dann zur Gürtelrose führt. Die Erkrankung betrifft vor allem ältere Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem, kann jedoch prinzipiell jeden treffen, der bereits Windpocken hatte.

Typische Symptome einer Gürtelrose sind zunächst ein juckendes oder brennendes Hautgefühl in einem abgegrenzten Bereich, gefolgt von einem gürtelförmigen Hautausschlag mit schmerzhaften, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen. Diese Bläschen treten üblicherweise nur auf einer Körperseite entlang der betroffenen Nervenbahnen auf und können starke Nervenschmerzen verursachen.

Zusammenhang zwischen Ernährung und Gürtelrose

Die Ernährung spielt bei der Behandlung und Vorbeugung von Gürtelrose eine wichtige Rolle, insbesondere im Hinblick auf die Aminosäuren Lysin und Arginin. Lysin ist eine essentielle Aminosäure, die dabei hilft, die Virusvermehrung zu hemmen und das Immunsystem zu stärken, während Arginin, eine andere Aminosäure, die Vermehrung von Herpesviren fördern kann. Ein günstiges Verhältnis von hohem Lysin- und niedrigem Arginin-Spiegel kann somit dazu beitragen, Herpesausbrüche, einschließlich Gürtelrose, zu reduzieren.

Lebensmittel, die reich an Arginin sind, können daher die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus begünstigen. Zu diesen argininreichen Lebensmitteln zählen unter anderem:

  • Schokolade (besonders Bitterschokolade mit 70-85% Kakaoanteil)
  • Nüsse wie Erdnüsse, Mandeln, Walnüsse, Pinienkerne, Sesamsamen und Kürbiskerne
  • Sojaprodukte
  • Vollkornprodukte und Hafer

Da Schokolade einen hohen Arginin-Gehalt (ca. 1200 mg pro 100 g bei dunkler Schokolade) aufweist, wird empfohlen, während eines Gürtelrose-Ausbruchs auf Schokolade und ähnliche argininhaltige Lebensmittel zu verzichten, um eine weitere Vermehrung des Virus zu verhindern und die Heilung nicht zu behindern.

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Infografik: Lebensmittel mit hohem Arginin- und Lysin-Gehalt

Lebensmittel mit hohem Lysin-Gehalt (mg pro 100 g)

LebensmittelLysin (mg/100 g)
Parmesan2600
Sojabohnen2400
Thunfisch2200
Hühnchenbrust2100
Rindfleisch2000
Linsen1500
Joghurt700

Lebensmittel mit hohem Arginin-Gehalt (mg pro 100 g)

LebensmittelArginin (mg/100 g)
Kürbiskerne5000
Erdnüsse3500
Mandeln2500
Bitterschokolade1200
Lachs1200
Pinienkerne2400

Warum ist Schokolade während Gürtelrose problematisch?

Das Varizella-Zoster-Virus und das verwandte Herpes-simplex-Virus benötigen Arginin für die Produktion ihrer Proteine zur Virusvermehrung. Ein hoher Konsum von Schokolade erhöht die Verfügbarkeit von Arginin in den Zellen, wodurch sich das Virus leichter vermehren kann und so die Krankheitsschübe verstärkt werden können. Dieses Phänomen erklärt, warum gerade während eines Gürtelrose-Ausbruchs empfohlen wird, Schokolade zu meiden.

Dies gilt insbesondere für Bitterschokolade, die neben einem vergleichsweise hohen Arginin-Gehalt oft auch weitere Inhaltsstoffe enthält, die das Immunsystem reizen können. Zusammen mit anderen argininreichen Lebensmitteln wie Nüssen und Erdnüssen kann der Verzehr die Heilung verzögern und Symptome wie Juckreiz und Schmerzen verstärken.

Empfohlene Ernährungsmaßnahmen bei Gürtelrose

Während eines Gürtelrose-Ausbruchs empfiehlt sich eine Ernährung, die den Lysin-Spiegel erhöht und gleichzeitig die Aufnahme von Arginin reduziert. Hierzu gehört der vermehrte Verzehr von:

  • Geflügel wie Hühnchen
  • Fisch, zum Beispiel Lachs und Thunfisch
  • Milchprodukte wie Joghurt und Milch
  • Hülsenfrüchte wie Linsen und Sojabohnen

Darüber hinaus ist es wichtig, auf ausreichend Vitamin C und Zink zu achten, da diese Nährstoffe das Immunsystem stärken und gegen die Viren wirken können. Vitamin C kann sowohl oral eingenommen als auch in Form von Hochdosis-Infusionen verabreicht werden, was in Studien zur Linderung der Gürtelrose-Symptome beitragen konnte.

Stressreduktion, eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und eine gezielte Darmsanierung sind weitere wichtige Säulen der ganzheitlichen Unterstützung bei Gürtelrose. Der Verzicht auf eng anliegende Kleidung und Sonnenexposition hilft zusätzlich, die Haut zu schonen und den Heilungsprozess zu optimieren.

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Diagramm: Einfluss von Lysin und Arginin auf Herpes-Virus-Vermehrung

Weitere Tipps im Umgang mit Gürtelrose

  • Nicht an Bläschen kratzen: Das Öffnen der Bläschen kann Infektionen begünstigen und die Entzündung verschlimmern.
  • Kühle Umschläge und Aloe Vera Gel: Diese Maßnahmen lindern den Juckreiz und beruhigen die Haut.
  • Naturbelassener Honig (z.B. Manuka-Honig): Wirkt entzündungshemmend und fördert die Heilung der Haut.
  • Vermeidung von Stimulanzien: Koffeinhaltige Getränke können das Wohlbefinden während eines Ausbruchs beeinträchtigen.
  • Medizinische Behandlung: Antivirale Medikamente wie Aciclovir sollten frühzeitig eingenommen werden, um den Virus zu hemmen und Komplikationen zu verringern.
Video: Was tun bei Gürtelrose? Ernährung und Behandlungstipps

Zusammenfassung

Gürtelrose ist eine schmerzhafte Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus, die durch ein geschwächtes Immunsystem begünstigt wird. Die Ernährung kann den Krankheitsverlauf maßgeblich beeinflussen. Insbesondere sollte während eines Ausbruchs auf Lebensmittel mit hohem Arginin-Gehalt wie Schokolade verzichtet werden, da Arginin die Virusvermehrung fördert. Stattdessen sollte man lysinreiche Lebensmittel bevorzugen, um die Heilung zu unterstützen und Rückfälle zu vermeiden. Ergänzt durch eine gezielte medizinische Therapie und immunstärkende Maßnahmen kann so die Gürtelrose gut behandelt werden.

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