Warum reißt Kuchen beim Backen? Ursachen und Lösungen für eine perfekte Oberfläche

Wer kennt es nicht? Man backt einen Kuchen, freut sich auf das Ergebnis und dann das: Der Kuchen ist in der Mitte aufgerissen, hat einen unschönen Buckel oder Risse auf der Oberfläche. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch die Weiterverarbeitung erschweren, besonders wenn man den Kuchen mit Fondant überziehen möchte. Doch keine Sorge, es gibt viele Ursachen für dieses Problem und noch mehr Lösungen, um es zu vermeiden.

Die Physik des Kuchenbackens: Warum Kuchen ungleichmäßig aufgehen

Backformen aus Metall sind ausgezeichnete Wärmeleiter. Das bedeutet, dass die Hitze des Ofens sehr schnell an den Rand des Kuchens gelangt. Dadurch backt der Kuchen am Rand schneller durch als in der Mitte. Der Teig am Rand wird fest und kann sich nicht weiter ausdehnen, während der Teig in der Mitte noch aufgeht. Dieser Unterschied in der Ausdehnung führt zu Spannungen im Kuchen, die sich in Form von Rissen oder einem Buckel äußern können.

Die Temperatur macht den Unterschied: Backen bei niedriger Hitze

Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode, um Risse und Wölbungen zu vermeiden, ist die Reduzierung der Backtemperatur. Bei niedrigeren Temperaturen hat der Kuchen mehr Zeit, gleichmäßig durchzubacken. Eine Temperatur von 160° Grad Ober-/Unterhitze ist oft ausreichend. Die Backzeit verlängert sich zwar, aber der Kuchen geht in der Regel gleichmäßiger auf. Wichtig ist dabei die Stäbchenprobe: Ein Holzstäbchen in die Mitte des Kuchens stecken und wieder herausziehen. Bleibt kein Teig hängen, ist der Kuchen durchgebacken.

Die Isolationsmethode: Schutz vor zu schneller Hitze

Die sogenannte Isoliermethode ist ein weiterer Trick, um den Kuchen gleichmäßig zu backen. Dabei wird ein Streifen Alufolie mit feuchtem Küchenpapier um die Außenseite der Backform gelegt. Das feuchte Küchenpapier isoliert die Backform und verhindert, dass der Rand des Kuchens zu schnell durchbackt. Die Backzeit verlängert sich auch hier, je nach Kuchenart, um etwa 10 bis 40 Minuten. Es ist wichtig, dass sich die Enden des Streifens nicht überlappen.

Der frühe Vogel fängt den Wurm: Backen ohne Vorheizen

Ein weiterer Tipp ist, auf das Vorheizen des Ofens zu verzichten. Stattdessen wird der Kuchen direkt in den kalten Ofen gestellt. So erwärmen sich Backform und Teig langsam und gleichmäßig. Wenn der Kuchen direkt in den vorgeheizten Ofen kommt, wird das Metall der Backform sofort heiß und der Rand des Kuchens backt sehr schnell durch.

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Metall in der Mitte: Wärme auch ins Innere bringen

Um den Kuchen auch in der Mitte schneller durchzubacken, kann man einen Blumennagel (oder mehrere, je nach Größe des Kuchens) aus Metall in die Mitte der Backform legen, bevor der Teig eingefüllt wird. Der Stab des Blumennagels sollte nach oben zeigen und etwas höher sein, als der Kuchen nach dem Backen sein wird. Das Metall leitet die Wärme in die Mitte des Kuchens und sorgt für ein gleichmäßigeres Backergebnis.

Spezielle Kuchen: Käsekuchen ohne Risse

Besonders anfällig für Risse ist Käsekuchen. Die luftige, puddingartige Konsistenz reagiert empfindlich auf Temperaturunterschiede. Um Risse zu vermeiden, sollte man folgende Tipps beachten:

  • Moderate Temperatur: Käsekuchen bei ca. 160 °C Ober-/Unterhitze backen.
  • Langsames Abkühlen: Die Backofentür nur einen Spalt öffnen und den Kuchen langsam abkühlen lassen.
  • Nicht zu lange Backzeit: Den Kuchen nicht zu lange backen, er darf in der Mitte noch leicht wackeln.
  • Cremige Konsistenz: Eine zu trockene Füllung durch fettigere Zutaten wie Frischkäse, Mascarpone oder Crème fraîche vermeiden.
  • Bindemittel: Stärke oder Puddingpulver geben mehr Stabilität.
  • Helle Springformen: Helle Springformen und gefettete Ränder helfen, Spannungen zu vermeiden.
  • Aromen: Zusätze wie Zitronensaft, Vanille oder Eierlikör verbessern Geschmack, Bindung und Cremigkeit.

Das Wasserbad: Eine sanfte Garmethode

Eine besonders schonende Garmethode für Käsekuchen ist das Backen im Wasserbad. Die feuchte Umgebung verhindert, dass der Kuchen austrocknet, und sorgt für eine gleichmäßige Hitze. Dafür wird die mit Alufolie umwickelte Springform in ein tiefes Backblech gestellt und mit heißem Wasser gefüllt.

Was tun, wenn es doch passiert ist? Risse kaschieren

Trotz aller Vorsicht kann es vorkommen, dass der Kuchen Risse bekommt. Aber keine Sorge, auch hierfür gibt es Lösungen:

  • Sahnehaube oder Fruchtspiegel: Eine luftige Schicht Sahne oder ein fruchtiger Guss verdecken die Risse.
  • Frische Beeren oder Keksbrösel: Den Kuchen mit Erdbeeren, Heidelbeeren oder Himbeeren dekorieren. In Kombination mit Butterkeks- oder Spekulatius-Bröseln entsteht ein rustikal-schöner Look.
  • Zuckerguss oder Karamellfäden: Für festliche Anlässe eignen sich dekorative Elemente wie feiner Zuckerguss, Schokoladenranken oder filigrane Karamellfäden.
  • Puderzucker und Zimt: Eine schnelle Lösung: Käsekuchen-Risse mit einem Hauch Puderzucker oder Zimt kaschieren.

Die Wahl der Zutaten: Der Schlüssel zum Erfolg

Auch die Wahl der Zutaten kann einen Einfluss auf das Ergebnis haben. Alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben, damit sie sich gut miteinander verbinden. Bei Käsekuchen kann es hilfreich sein, das Eiweiß separat aufzuschlagen, aber nicht zu steif. In alten Rezepten findet man oft Grieß, Speisestärke, Mehl oder Vanillepuddingpulver, um dem Kuchen mehr Standfestigkeit zu geben.

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Die richtige Backform: Material und Beschichtung

Auch die Backform spielt eine Rolle. Helle oder antihaftbeschichtete Springformen backen sanfter und sorgen für eine gleichmäßigere Hitzeverteilung als dunkle Formen. Es ist wichtig, die Form gut einzufetten und den Boden mit Backpapier auszulegen.

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