Türkische Desserts: Rezepte und Zubereitung von Künefe bis Baklava

Türkische Desserts verbinden jahrhundertealte Traditionen mit reichen Aromen: knusprig-butterige Teigschichten, aromatische Pistazien, cremige Käsefüllungen und süßer Zuckersirup. In diesem ausführlichen Artikel stelle ich klassische Süßspeisen vor, erkläre die Zubereitung mehrerer Rezepte und gebe Tipps zur richtigen Technik und Aufbewahrung.

Was macht türkische Desserts aus?

Es ist das Erbe des Osmanischen Reiches und die Tatsache, dass das Reich sich über verschiedene Regionen erstreckte; es trägt das Wesen all dieser Gebiete in sich. Der süße und herzhafte Geschmack dieser Leckereien verdient Lob von jedem, der sie isst. Die Türkei ist berühmt für ihre Desserts und Süßspeisen. Touristen, die die Türkei besuchen, genießen die Landschaft und die Verschmelzung moderner Architektur mit alten Bauwerken, aber sie genießen auch diese türkischen Köstlichkeiten und Süßspeisen.

Top-Tipps zur Vorbereitung und Lagerung

  • Das Gute ist, du kannst das türkische Dessert wunderbar vorbereiten und aufbewahren, bevor du es in den Ofen schiebst. Wenn du es gut abdeckst, hält sich Künefe zwei Tage im Kühlschrank. Auch der Zuckersirup hält sich im Kühlschrank so lange.
  • Heißes Dessert braucht kalten Sirup: Künefe sollte noch warm gegessen werden. Am besten, ihr serviert es frisch aus dem Ofen. Doch zuerst muss Zuckersirup darauf. Da das Künefe heiß aus dem Ofen kommt, sollte der Sirup nur zimmerwarm sein. Sonst verwandelt sich die feine, knusprige Struktur der Nudeln in schnöden, uninteressanten Teig.
  • Beim Umgang mit Kadayif (Engelshaar) das Material vor der Verarbeitung unter ein feuchtes Tuch legen, damit es weich und flexibel wird.

Klassiker: Künefe (Kunafa) - knusprig, cremig, süß

Künefe ist eine herrlich ausgewogene Kombination aus knusprig, cremig, butterig und süß. In türkischen Restaurants wird dieses Dessert portionsweise in kleinen, runden Metalltellern im Lehmofen goldbraun gebacken und ganz frisch und warm serviert. Künefe ist die türkische Bezeichnung für diese Art von Dessert. Es ist also wie oben beschrieben eine türkische Süßspeise, die aus Engelshaar oder besser gesagt Kadaifi, Käse und Zuckersirup gemacht wird. Künefe ist übrigens keine rein türkische Süßspeise. Das beliebte Dessert ist auch in der arabischen Welt weitverbreitet. Es wird vermutet, dass das Dessert aus einer Region mit dem Namen Levante kommt und das erste Mal in der Stadt Nablus vorkam.

Künefe frisch gebacken in kleinen Metalltellern, goldbraun

Warum Künefe besonders ist

Die Konsistenz von Künefe ist ein faszinierender Mix aus Texturen. Die oberste Schicht präsentiert sich knusprig und leicht gebräunt, fast wie ein zarter Blätterteig. Diese Knusprigkeit bildet einen aufregenden Kontrast zur darunter liegenden weichen Füllung, die förmlich auf der Zunge zergeht. Krosse, süße Nudeln und zart schmelzender Käse, abgerundet mit aromatischen Pistazien. Herrlich!

Zutaten (ca. 8 Stücke) - einfache Variante

  • 150 g Zucker
  • 1 TL gemahlener Anis
  • Ausgepresster Saft von 1 Zitrone
  • 100 g Butter
  • 250 g Kadayif-Teigfäden
  • ca. 200 g Mozzarella (als Ersatz für Dil Peyniri)
  • 50 g Pistazienkerne
  • Öl für das Backblech

So funktioniert es - Schritt-für-Schritt (Ofen-Variante)

  1. 50 ml Wasser, Zucker und Anis in einem Topf aufkochen. Ca. 5 Minuten köcheln lassen. Zitronensaft zufügen und weitere 5 Minuten köcheln. Vom Herd ziehen und auskühlen lassen.
  2. Butter schmelzen. Teigfäden etwas kleiner schneiden (am besten mit einer Schere). In einer Schüssel mit Butter und 2 EL Anis-Sirup verkneten.
  3. Mozzarella abtropfen lassen und in Scheiben schneiden.
  4. Eine Portion Teigfäden flach zu einem Kreis (ca. 12 cm Ø) zusammenpressen. Eine Scheibe Mozzarella in die Mitte setzen. Eine zweite Portion Teigfäden daraufgeben und zusammenpressen.
  5. Auf ein leicht geöltes Backblech setzen. Im vorgeheizten Backofen (Umluft: 175 °C) ca. 20 Minuten goldbraun backen.
  6. Pistazien fein hacken. Künefe aus dem Ofen nehmen, Sirup darauf verteilen. Künefe noch warm servieren.

Die Künefe sollte am besten direkt nach dem Backen warm gegessen werden, denn nur dann ziehen sich die typischen Mozzarellafäden und das schmeckt einfach fantastisch.

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Baklava - Schichten aus Filoteig, Nüssen und Sirup

Baklava ist eine traditionell türkische Nachspeise und schmeckt sehr köstlich. Baklava ist ein beliebtes Gebäck, welches zu Feiertagen und wichtigen Ereignissen in der Türkei hergestellt wird. Eine verdammt leckere Köstlichkeit aus der Stadt Antep, im Südosten der Türkei. Die Einführung von Baklava reicht bis in das Byzantinische Reich zurück. Allerdings wurde das Rezept während der Zeit des Osmanischen Reiches entwickelt und verfeinert. Es wird hergestellt, indem die Teigschichten mit Nüssen wie Pistazien, Mandeln und Haselnüssen gefüllt werden.

Schichten von Baklava mit gehackten Pistazien

Grundprinzip der Zubereitung

  • Filoteigblätter nacheinander mit Butter bestreichen und mit Pistazien-Honigmasse behäufen. Alles schön einschichten und im Ofen backen.
  • Als Sirup wird meist Zuckerwasser mit Zitronensaft verwendet: Als erstes wird der Sirup vorbereitet. Dafür nimmt man 2 Gläser Wasser, 500 Gramm Zucker und den Zitronensaft und lässt alles zusammen aufkochen. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Kadayif selbst herstellen - Engelshaar als Basis vieler Süßspeisen

Aus dem türkischen Engelshaar lassen sich zahlreiche türkische Süßspeisen kreieren. Kadayif ist also eine zentrale Zutat vieler Rezepte wie Künefe oder verschiedene Varianten von gewickelten Süßspeisen.

Ein einfaches Rezept für Kadayif-Teigfäden

  • 100 g Mehl
  • 50 g Stärke
  • 250 ml Wasser
  • 20 ml Rapsöl
  • 1 Prise Salz
  • Schritt: Vermische Mehl, Stärke und Salz; füge nach und nach Wasser und Öl hinzu; lasse den Teig 10 Minuten ruhen.
  • Den Teig in dünnen Fäden in die Pfanne laufen lassen und braten, bis er sich löst. Auf ein Blech verteilen, Butter darüber geben und mit Mandeln schichten.
Kadayif selber machen: Teigfäden herstellen und verarbeiten

Weitere beliebte türkische Desserts kurz vorgestellt

  • Revani - ein saftiger Maisgrieß-Kuchen, oft zum Nachmittags-Çay serviert. Schlage Eier, Zucker und Vanille schaumig, mische Öl, Joghurt und Grieß hinzu; nach dem Backen mit Sirup übergießen.
  • Güllaç - ein milchiges Dessert mit Granatapfel und spezieller Teigart, beliebt in der Fastenzeit und bei Festtagen.
  • Halva - eine Süßwarenspezialität, die ursprünglich aus Indien, Iran und Zentralasien stammt; in Varianten mit geröstetem Mehl oder Sesam (Tahini) zubereitet.
  • Loukoumades - frittierte Teigbällchen, in Sirup oder Honig getaucht; ein beliebtes Streetfood-Dessert.
  • Aşure - ein fruchtig-nussiger Pudding mit getrockneten Früchten und Hülsenfrüchten; traditionell im ersten Monat des islamischen Kalenders zubereitet.
  • Kalbura bastı - süße Gebäckstücke mit Walnusskern in Sirup; Kalbur bedeutet grobes Sieb, bastı gedrückt, womit die typische Form entsteht.
  • Sucuk mit Walnüssen - Walnuss-Schnüre mit Melasseüberzug, traditionelle Süßigkeit.

Typische Zutaten & ihre Tricks

  • Pistazien aus Gaziantep (Antep fıstığı) sind besonders aromatisch. Vogelscheiße (Kuş boku) ist ein Spitzname für diese besonderen Pistazien - im Mörser zerrieben setzen sie eine leuchtend grüne Farbe frei.
  • Der benötigte Dil Peyniri (ein weißer, ungesalzener Käse) ist hier in Deutschland kaum zu bekommen; er kann durch Kuhmilch-Mozzarella ersetzt werden. Wenn man ihn wässert, so dass er seine Salzigkeit verliert, kommt er dem Original sehr nahe.
  • Für Sirupe gilt: Je nachdem, ob man ein dickeres oder dünneres Ergebnis möchte, kann man den Zucker länger einkochen. Manche Rezepte verlangen nur ein dünnflüssiges Zuckerwasser.

Oma-/Familienrezepte und persönliche Einblicke

Wer meinen Blog aufmerksam verfolgt, hat vielleicht schon gemerkt, dass nur wenig Süßkram darin vorkommt. Auf das Dessert konnte ich schon immer gerne verzichten. Doch es gibt Ausnahmen. Das niemals aus der Mode kommende Tiramisu zum Beispiel. Oder aber eben: Künefe. Das erste Mal habe ich Künefe im Türkeiurlaub zusammen mit meinem Mann probiert. Und Timm war derjenige, der das Dessert in so guter Erinnerung hatte, dass er es unbedingt auch mal selbst zubereiten wollte. Seine Künefe war der Renner! Ich kann Euch sagen, JETZT ist der Nachtisch perfekt! Er ist nicht zu süß, er schmeckt buttrig, aber nicht fettig, er hat eine unglaublich tolle und ungewohnte Konsistenz und… so so so gut!

Praktische Hinweise zum Nachmachen

  • Die Hauptzutat, Kadayif, muss im türkischen oder arabischen Lebensmittelhandel gekauft werden. Es wird dort auch als „Engelshaar“ verkauft. Deutsche Fadennudeln sind leider kein Ersatz. Ihr findet die frischen Kadayif-Nudeln im Kühlregal.
  • Für alle, die Künefe öfter machen wollen, sind spezielle Künefe-Teller aus Aluminium eine sinnvolle Anschaffung. Traditionell wird es in solchen Tellern gebacken und serviert.
  • Wenn du auf regionale Spezialitäten wie Gaziantep-Pistazien Zugriff hast, nutze sie - sie machen geschmacklich einen großen Unterschied.

Kurze Rezepte-Übersicht (Tabelle)

DessertWesentliche ZutatenZubereitungszeit
KünefeKadayif, Käse (Mozzarella/Dil Peyniri), Butter, Zuckersirup, Pistazienca. 60-80 min
BaklavaFiloteig, Pistazien/Mandeln/Haselnüsse, Butter, Sirup90-120 min
RevaniGrieß, Eier, Joghurt, Öl, Sirup60-80 min
Kadayif (selbstgemacht)Mehl, Stärke, Wasser, Öl, Butter, Mandeln80-100 min

Weiteres Probierens und Varianten

Es gibt weit mehr türkische Süßspeisen als nur Baklava. Damit du dich auch durch die türkischen Desserts essen kannst, haben wir dir drei Rezepte mitgebracht. So kannst du Künefe und Co. ganz einfach nachbacken. Wer also seinen Gästen bei der nächsten Einladung nicht das hundertste Tiramisu vorsetzen will, dem sei hier ein einzigartiges Dessert empfohlen, das sicher in Erinnerung bleibt.

Künefe: Rezept und Zubereitung Schritt für Schritt

Viel Spaß beim Nachbacken von Künefe und Co.! Experimentiere mit Füllungen, Nüssen und Sirupstärken - und finde deine perfekte Balance zwischen Knusprigkeit und Süße.

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