Sultan Dubai Schokolade: Inhaltsstoffe, Herkunft und rechtliche Bedeutung

Dubai-Schokolade erlebte 2024 und Anfang 2025 einen Hype in den sozialen Medien. Was in Dubai ganz klein begann, ist nicht zuletzt durch die sozialen Medien zum Hype geworden. Naschkatzen in aller Welt haben schon Dubai Schokolade probiert. Influencer schwärmen von der süßen Kreation und lassen ihre Fangemeinde daran teilhaben.

Was ist Dubai-Schokolade und woraus besteht sie?

Dubai-Schokolade ist eine gefüllte Schokoladentafel mit einer cremigen Pistaziencreme und knusprigem, geröstetem Kadayıf (sehr feine Teigfäden, auch „Engelshaar" genannt). Das Besondere ist der Kontrast: außen zarte, schmelzende Schokolade, innen eine samtige Pistaziencreme - und mittendrin das markante Knuspern des gerösteten Kadayıf. Geschmacklich dominiert die Pistazie: cremig, nussig und mild-süß. Der eigentliche Star ist aber die Textur: Während Schokolade und Pistaziencreme im Mund schmelzen, liefert das geröstete Kadayıf einen anhaltenden, feinen Crunch.

1. Die Hülle besteht meist aus Vollmilchschokolade, gelegentlich auch aus dunkler oder weißer Schokolade. Sie bildet die schmelzende Außenschicht und hält die Füllung zusammen. 2. Das Herzstück ist eine Pistaziencreme - eine streichfähige Paste aus gemahlenen Pistazien. Der Pistazienanteil bestimmt maßgeblich Qualität und Preis. 3. Für den Crunch sorgt Kadayıf (Engelshaar): feine Teigfäden, die in Butter goldbraun geröstet und unter die Pistaziencreme gemischt werden.

Dubai-Schokolade mit Pistaziencreme und Kadayıf

Weiterhin werden noch Butter, Zucker und Milch zugefügt. Dabei wird häufig Kamelmilch für Schokolade in Dubai verwendet. Alles fing, wie so oft im Leben, klein an. Die Dubai-Schokolade-Zutaten bleiben überschaubar. Letztlich ist die Zutatenliste ziemlich übersichtlich.

Typische Zutaten und ihre Funktionen

  • Vollmilch- oder Zartbitterschokolade: Basis der Süßigkeit. Für das Originalprodukt wird Zartbitter-Schokolade verwendet.
  • Pistaziencreme: wichtigste Zutat der Dubai-Schokolade-Zutaten, verleiht der Füllung Farbe, Cremigkeit und Geschmack.
  • Kadayıf (Engelshaar): sehr feine Teigfäden aus Wasser und Mehl, ultradünn ausgerollt, in Butter goldbraun geröstet für den Crunch.
  • Tahini: in original in Dubai hergestellter Version enthalten; Tahini kann aus geschältem und ungeschältem Sesam bestehen.
  • Butter, Zucker, Milch (teilweise Kamelmilch): ergänzende Zutaten zur Abrundung der Textur und Süße.

Herstellungstechnische Hinweise

Das Geheimnis für eine glänzende und knackige Schokolade liegt im richtigen Temperieren. Schokolade im Wasserbad schmelzen und auf 40 Grad erhitzen. Danach bis 28 Grad abkühlen lassen und nochmal bis 29.5 Grad im Wasserbad erwärmen. Jetzt in die Form gießen. 5 Min. ruhen lassen und dann für 30 Min. in den Kühlschrank. Jetzt die Füllung dazu und dann wieder 30 Min. in den Kühlschrank. Danach deckeln (also mit Schokolade abdecken) und wieder 30 Min. in den Kühlschrank stellen.

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Herkunft, Erfinderin und Kommerzialisierung

Erfunden wurde die Dubai-Schokolade von der Confiserie Fix Dessert Chocolatier in Dubai. „Can’t Get Knafeh of It“ - so wird Dubai Schokolade in den Vereinigten Arabischen Emiraten vermarktet. „Can’t Get Knafeh of It“ wurde 2021 von Sarah Hamouda, der Gründerin von Fix Dessert Chocolatier, in Dubai entwickelt. Sarah Hamouda gründete die Firma Fix Dessert Chocolatier, welche das originale Dubai Schokolade bis heute herstellt und vertreibt.

Die ersten Tafeln kamen rund um 2022/2023 auf den Markt - zunächst als lokales Nischenprodukt für Liebhaber:innen orientalischer Süßigkeiten. Nach Deutschland schwappte der Trend im Dezember 2023. So richtig bekannt wurde die Süßigkeit im Herbst 2024. Influencer mit großen Follower-Zahlen sorgten für die weltweite Verbreitung. Die Idee zur Dubai-Schokolade ist eng mit türkischen Kochtraditionen verknüpft.

Fix Dessert Chocolatier - Ursprung in Dubai

Variationen, Nachahmer und der Begriff als Gattungsbezeichnung

Es gibt keine einzige, offizielle Rezeptur für die Dubai Schokolade. Jeder Konditor oder Hobbykoch kann seine eigene Version mit verschiedenen Schokoladenarten, Nüssen und weiteren Zutaten kreieren. Auch wenn sie mittlerweile rund um den Globus ihre Nachahmer gefunden hat, kreiert wurde die Süßigkeit in Dubai. Dubai-Schokolade ist cremig und knusprig zugleich und mit Pistazien gefüllt.

Der Begriff ist nicht geschützt. Als Schokolade wird meist Vollmilchschokolade verwendet, alternativ Bitterschokolade. In Europa wurden mehr als 30 ähnliche Markenanmeldungen für Schokolade registriert. Laut dem Deutschen Patent- und Markenamt gab es in Deutschland zum Stand 4. Dezember 2024 insgesamt 19 aktive Markenanmeldungen, die den Begriff „Dubai“ im Zusammenhang mit Süßwaren umfassen.

Rechtliche Bedeutung der Herkunftsangabe

Dubai-Schokolade darf nur so genannt werden, wenn sie auch tatsächlich in Dubai produziert wurde. Dubai-Schokolade muss grundsätzlich aus Dubai stammen. Das hat das Oberlandesgericht Köln am Freitag im Eilverfahren entschieden. Das Gericht gab damit in vier Fällen den Antragstellern statt, die jeweils gegen Anbieter von "Dubai-Schokolade" auf Unterlassung geklagt hatten, weil die Schokolade nicht in Dubai hergestellt war.

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Das Oberlandesgericht entschied nun, dass der Vertrieb der fraglichen Produkte in allen vier Fällen unzulässig war. Die Beschränkung der Verwendung der Werbebezeichnung "Dubai-Schokolade" weitete es weiter aus: Bei dem "Hype" um die Schokolade in den vergangenen Monaten sei es vor allem um deren Herkunft aus dem arabischen Emirat gegangen, erklärte das Gericht. Daher müsse die Schokolade auch dort herstammen.

In mehreren vorangegangenen Verfahren hatte das Landgericht Köln gegenüber dem Discounter Aldi Süd bereits ähnlich geurteilt. Der Name „Dubai-Schokolade“ oder „Dubai Chocolate“ könne als geografische Herkunftsangabe aufgefasst werden. Nutzt ein Hersteller einen Ortsnamen, ohne eine Verbindung zu diesem Ort zu haben, könne es sich um einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, UWG) und das Markenrecht handeln.

Schon wenn 15 bis 20 Prozent der Verbraucher mit dem Begriff „Dubai-Schokolade“ eine konkrete geografische Herkunft verbinden, bleibe der Schutz der Herkunftsbezeichnung bestehen. Diese Schwelle sahen die Richter nicht als unterschritten an. Das OLG Köln hat die Entscheidung aus Frankfurt nun entkräftigt und in seinen jüngsten Urteilen sehr deutlich gemacht: Wird das betreffende Produkt weder in Dubai hergestellt noch dort wesentlich veredelt, führt die Bezeichnung „Dubai-Schokolade“ zur Irreführung (nach § 127 Abs. 1 MarkenG).

Für Schokoladenhersteller und -händler bedeutet das: Wollen sie weiterhin mit dem Label „Dubai“ werben, müssen sie das Produkt in Dubai fertigen lassen, die Ware mit einem klaren, gut sichtbaren Herkunftshinweis versehen und die Lieferkette dokumentieren. Ansonsten gilt es, rasch auf Bezeichnungen wie „Dubai Style“ oder gänzlich neue Marken auszuweichen und sämtliche visuelle Dubai‑Anspielungen zu entfernen. Ohne solche Maßnahmen drohen einstweilige Verfügungen, Rückruf‑ und Abmahnkosten sowie Ordnungsgelder.

Qualitäts- und Sicherheitsbedenken bei importierten Produkten

In einer Untersuchung von acht Dubai-Schokoladen aus Drittländern waren bei ersten Untersuchungen acht Importproben „Dubai-Schokolade“ bezüglich ihrer Gehalte an Prozesskontaminanten, Mykotoxinen und nicht deklarierten Farbstoffen auffällig. Bei fünf dieser acht Proben handelte es sich nicht um Schokolade. Teilweise waren nicht deklarierte allergene Zutaten (wie Sesam) enthalten.

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32 Proben „Dubai-Schokoladen“ wurden am CVUA Stuttgart auf die herstellungsbedingten Kontaminanten 3‑MCPD‑ und Glycidyl-Fettsäureester untersucht. Neun dieser Proben überschritten den gesetzlich festgelegten Höchstwert für Glycidyl-Fettsäureester deutlich. Sie wurden zusätzlich als nicht zum Verzehr geeignet und somit als „nicht sicher“ beurteilt.

Vermutlich gelangten die gesundheitlich bedenklichen Stoffe über verunreinigtes Palmöl in die „Dubai-Schokolade“. Palmöl ist besonders anfällig für die Bildung von 3‑MCPD‑ und Glycidyl-Fettsäureestern. Durch bestimmte technologische Maßnahmen können aber auch Palmöle mit geringen Gehalten dieser toxikologisch bedenklichen Stoffe hergestellt werden.

Bei 32 Schokoladen führte das CVUA Stuttgart in der Füllung ein Screening auf Fremdstoffe durch. Bei neun von 32 Proben wurden im Rahmen von Screening-Untersuchungen auffällige Gehalte des kanzerogenen Schimmelpilzgifts Aflatoxin B1 festgestellt. Alle neun Proben stammten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

31 Proben wurden am CVUA Stuttgart auf Farbstoffe untersucht. Bei 22 Proben ermittelten wir Farbstoffe in der Füllung und im vorhandenen Dekor. Lediglich bei zwei Proben waren die nachgewiesenen Farbstoffe deklariert. Bei 20 untersuchten Proben fehlte die Deklaration, bzw. es waren andere Farbstoffe angegeben. 15 Importproben und eine Probe aus handwerklicher Herstellung enthielten synthetische Azofarbstoffe.

Insgesamt untersuchte das CVUA Freiburg 28 Proben auf Allergene. Bei vier Proben von „Dubai-Schokoladen“ türkischer Herkunft sowie einer Probe niederländischer Herkunft wurde Sesam in hohen Anteilen bestimmt. Weder im Zutatenverzeichnis, noch in den freiwilligen Hinweisen war bei diesen Proben Sesam erwähnt. Menschen mit einer Sesam-Allergie können daher erwarten, dass Sesam weder als Zutat noch als Verunreinigung enthalten ist.

Labortests und Probenanalyse von Dubai-Schokolade

Weitere Kontaminanten und Kennzeichnungsmängel

Zusätzlich untersuchte das CVUA Stuttgart 25 Proben im Rahmen des Sonderprobenprogramms auch auf das Vorhandensein von Mineralölrückständen (MOSH und MOAH). In allen Proben wurden Rückstände an MOSH bestimmt. Die allermeisten Proben lagen jedoch unterhalb des Orientierungswert für Süßwaren, Schokolade und kakaobasierte Süßwaren. Zwei von 25 Proben (8 %) waren mit Kontaminationen an MOSH und MOAH auffällig.

Die Hüllen von zwölf Proben bestanden nicht aus Schokolade, obwohl im Zutatenverzeichnis Milchschokolade oder Bestandteile von Milchschokolade aufgeführt waren. Bei 34 „Dubai-Schokoladen“ waren Kennzeichnungsmängel vorhanden. Die ersten Untersuchungsergebnisse wurden durch das Sonderprobenprogramm bestätigt.

Preise, Nachfrage und Verbrauchertipps

Dubai Schokolade liegt im Trend. Die Nachfrage ist groß. Mit Preisen um 15 Euro ist die Tafel Schoki kein Schnäppchen. Die Herstellung der Süßigkeit gestaltet sich recht aufwendig. Hochwertige Zutaten rechtfertigen den Preis ebenfalls. Damit der Preis auch wirklich dem Produkt entspricht, lohnt auch hier der Blick auf die Zutatenliste.

Verbrauchertipp: Achten Sie auf die Mengenangaben für Pistazien im Zutatenverzeichnis. Wenn sich die Mengenangabe z. B. „Dubai-Schokoladen“ enthalten Zutaten, die bei manchen Personen allergische Reaktionen auslösen können. Dazu zählt neben Milch und Pistazie auch Sesam. Potenziell allergene Zutaten müssen in der Kennzeichnung im Zutatenverzeichnis deutlich hervorgehoben gekennzeichnet werden. Insbesondere Menschen mit Sesamallergie sollten daher vorsichtshalber auf den Verzehr verzichten, auch wenn kein Sesam deklariert ist.

Wenn Sie Dubai Schokolade bestellen, achten Sie auf die Zutatenliste. Damit ergeben sich Stückosten von 10,05 Euro. Nicht nur die Qualität der Zutaten nimmt letztlich Einfluss auf den Preis des Endprodukts. Auch die Kosten für Herstellung und Marketing fließen in die Kalkulation für den Endpreis. Eine gute Schokolade steht und fällt mit ihren Zutaten. Achten Sie auf reinen Kakao, einen möglichst hohen Anteil an Pistazien.

Herstellungsprozess: Dubai-Schokolade temperieren und füllen

Praktische Hinweise für Käufer und Händler

Kaufen Sie Dubai Schokolade nicht bei jedem Händler. Wichtig ist, dass es sich um einen bekannten und renommierten Hersteller handelt. Sagt Ihnen der Produzent nichts, schauen Sie sich die Kundenbewertungen an. Wer ein gutes und nachhaltiges Produkt bekommen möchte, sollte auch auf mögliche Kennzeichnungen auf der Verpackung achten.

Wenn Sie Dubai besuchen, kaufen Sie am besten bei renommierten lokalen Anbietern. Original Dubai Schokolade bieten die offiziellen Chocolatiers in Dubai an. Das originale Dubai Schokolade ist in deutschen Supermärkten nicht zu finden. Sie wird allein in Dubai hergestellt und auch dort vertrieben. Kaufland ist der einzige Online-Händler, der das Original-Produkt aktuell auch in Deutschland vertreibt.

Aspekt Worauf achten
Herkunft Produkt muss in Dubai hergestellt sein, wenn als "Dubai-Schokolade" beworben
Zutaten Hoher Pistazienanteil, echte Kakaobestandteile statt gehärteter Pflanzenfette
Allergene Achten auf Deklaration von Sesam, Milch, Weizen
Sicherheit Laborbefunde zu Glycidylestern, Aflatoxinen, MOSH/MOAH beachten
Kennzeichnung Transparente Zutatenliste, Herkunftshinweis, keine irreführende Werbung

Wir halten fest: Bei 5 von 28 auf Allergene untersuchten Proben (18 %) war Sesam in deutlichen Mengen enthalten, obwohl Sesam weder als Zutat noch im - bezüglich anderer Allergene vorhandenen - Spurenhinweis angegeben war. Bei neun von 32 Proben wurden im Rahmen von Screening-Untersuchungen auffällige Gehalte des kanzerogenen Schimmelpilzgifts Aflatoxin B1 festgestellt.

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