Südzucker Bio-Rübenzucker: Herstellung und Eigenschaften
Bio-Rübenzucker gewinnt zunehmend an Bedeutung als nachhaltige Alternative zu Bio-Rohrzucker, insbesondere aufgrund seines deutlich besseren Umweltfußabdrucks. Bereits heute weist Bio-Rübenzucker einen bis zu zwei Drittel besseren Umweltfußabdruck als Bio-Rohrzucker aus Paraguay auf. Dieses Plus an Nachhaltigkeit resultiert aus den regionalen Anbaubedingungen und den umweltfreundlicheren Produktionsverfahren.
Der Anbau von Bio-Rüben: Herausforderungen und Innovationen
Der Bio-Rübenanbau ist arbeitsintensiv und anspruchsvoll. Größter Kostentreiber ist der mechanische Schutz vor Unkräutern, der neben maschinellen Hackarbeiten bis zu 200 Stunden Handarbeit pro Hektar erfordert. Angesichts des Nachwuchsmangels und steigender Löhne stellt dies eine wachsende Herausforderung dar. Innovationen wie Hackroboter und digitale Technologien könnten hier mittelfristig Abhilfe schaffen.
Der Ertrag im Bio-Anbau liegt durchschnittlich 40 Prozent unter dem konventionellen, was den Aufwand noch erhöht. Dennoch steigt der Anteil des Bio-Rübenzuckers an der weltweiten Bio-Zuckermenge stetig - von 5 Prozent im Jahr 2018 auf 17 Prozent 2021. Dieser Zuwachs wird durch gestiegene Nachfrage und höhere Preise für Bio-Rüben ermöglicht.
Der Anbau der Bio-Zuckerrüben erfolgt überwiegend in Bayern, Baden-Württemberg sowie angrenzenden Regionen in Deutschland, Frankreich, Polen, Belgien und Moldau. So können die Transportwege kurz gehalten und die Regionalität gewahrt werden. Die Bio-Rübenzuckerproduktion bei Südzucker findet lokal in Deutschland, etwa an der Produktionsstätte in Rain/Bayern, statt, wobei rund 80 % der Bio-Zuckerrüben aus Bayern stammen.
Nachhaltigkeit im Rübenanbau und in der Zuckerproduktion
Die Zuckerrübe ist eine äußerst nachhaltige Pflanze, die weit mehr als nur Zucker liefert. Sie besteht zu etwa 75 % aus Wasser, das im Produktionsprozess zurückgewonnen und verwendet wird. Die großen Blätter setzen beim Anbau viel Sauerstoff frei und die tiefreichenden Wurzeln verbessern die Bodenfruchtbarkeit durch Stickstoffaufnahme und Bodenlockerung. Nach der Ernte dienen die Blätter als Gründüngung und verbleiben auf dem Feld.
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Auch Nebenprodukte der Zuckerproduktion wie Carbokalk, der bei der Reinigung des Zuckersaftes anfällt, werden als Dünger zurück auf die Felder gebracht - eine wertvolle Ressource, die auch im ökologischen Landbau eingesetzt werden darf. Die Düngung und Pflanzenschutzmaßnahmen sind bedarfsgerecht und eng an die Bedürfnisse der Pflanze angepasst, um Umweltbelastungen zu minimieren.
Herstellungsprozess von Südzucker Bio-Rübenzucker
Der Zucker in der Zuckerrübe entsteht natürlich durch Photosynthese und liegt als Saccharose, ein Zweifachzucker, vor. Die Produktion beginnt mit dem Waschen der geernteten Rüben, die anschließend zu Schnitzeln zerkleinert werden. In hochmodernen Extraktionstürmen wird der Zuckersaft mit warmem Wasser gelöst. Durch mehrere Stufen der Eindickung und Kristallisation wird dann der reine Zucker gewonnen.
Die Zentrifugation trennt den weißen Zucker von der braunen Melasse, die noch etwa 40-50 % Zucker enthält und als hochwertiges Futtermittel für Tiere verwendet wird. Neben der Melasse werden auch die Rübenschnitzel als nährstoffreiches Tierfutter verwendet. Die Wasseranteile und organischen Rückstände werden im Produktionsprozess rückgewonnen und weiterverwertet, was zu einer nahezu abfallfreien Produktion führt.
Eigenschaften und Einsatzgebiete von Bio-Rübenzucker
Ökologisch erzeugter Bio-Rübenzucker entspricht geschmacklich, geruchlich und chemisch dem konventionellen Rübenzucker. Beide bestehen zu 100 % aus Saccharose. Allerdings schneidet der regional produzierte Bio-Rübenzucker ökologisch deutlich besser ab als importierter Bio-Rohrzucker, was sich in reduzierten Umweltbelastungen durch höhere Erträge, effizientere Verarbeitung und umweltverträgliche Energiequellen im Herstellungsprozess zeigt.
Der Bio-Rübenzucker wird hauptsächlich als natürliches Süßungsmittel in Lebensmitteln verwendet. Aufgrund seiner Funktionalität und Gleichheit in der Zusammensetzung ist er ideal für unterschiedlichste Anwendungen - vom klassischen Süßen von Lebensmitteln bis hin zum Einsatz in Backwaren, Marmeladen und weiteren Spezialprodukten. Er ist auch perfekt geeignet für die Herstellung von Gelierzuckern, die Pektine enthalten, und somit beim Einkochen von Früchten die gewünschte Konsistenz und Haltbarkeit gewährleisten.
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Vorteile regionaler Bio-Produkte gegenüber importiertem Rohrzucker
Bio-Rübenzucker profitiert von kurzen Transportwegen und einem nachhaltigen Anbau, welcher die regionale Wertschöpfung stärkt. Ökologische Anbauverbände wie Biokreis oder Bioland empfehlen ausdrücklich die Verwendung von Bio-Rübenzucker gegenüber importiertem Bio-Rohrzucker, um die regionalen Erzeuger zu unterstützen und den Umweltfußabdruck zu verringern.
Die Herstellung von Bio-Rübenzucker ist aufwändig und deshalb teurer als die von Bio-Rohrzucker, wird jedoch durch steigende Nachfrage und Wertschätzung für regional erzeugte Produkte getragen. Bio-Rübenzucker ist somit ein wichtiger Hebel für mehr Nachhaltigkeit in der Zuckerproduktion. Die Zuckerindustrie verfolgt außerdem das Ziel einer klimaneutralen Produktion, was durch entsprechende politische Weichenstellungen vorangetrieben werden muss.
Vielfältige Verwendungszwecke der Zuckerrübe im Südzucker-Konzern
Die Zuckerrübe ist mehr als eine Zuckerquelle - sie bietet viele Nebenprodukte und Nutzungsmöglichkeiten. Die bei der Zuckergewinnung entstehenden Nebenprodukte Melasse und Trockenschnitzel sind wertvolle Futtermittel in der Tierhaltung. Melasse ist zudem eine Kohlenstoffquelle für die Fermentation, etwa bei der Herstellung von Hefe, Vitaminen oder Biokraftstoffen.
Auch innovative Zuckerspezialitäten wie Fondant, Hagelzucker oder flüssiger Zucker basieren auf der Saccharose aus der Rübe. Südzucker bedient mit seinen sieben Zuckerfabriken in Deutschland sowie mehreren internationalen Produktionsstandorten diverse Märkte und Kundensegmente mit einem breiten Sortiment von klassischen bis zu spezialisierten Zuckerprodukten.
Qualitäts- und Nachhaltigkeitszertifikate im Bio-Rübenzuckersegment
Südzucker ist seit nahezu 20 Jahren ein Vorreiter bei der Bio-Rübenzuckerproduktion in Europa und bietet neben EU-Biosiegeln auch Zertifizierungen durch Bioverbände wie Naturland, BioSuisse und Bioland an. Diese garantieren hohe Qualitätsstandards und nachhaltige Produktionsweisen. Zudem wird ausschließlich gentechnikfreies Saatgut verwendet und die Agrarforschung arbeitet kontinuierlich an der Optimierung der Züchtungen und Anbaumethoden, um resistentere und ertragreichere Bio-Rübensorten zu schaffen.
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Zur Steigerung der Nachhaltigkeit erforscht Südzucker zusammen mit Landwirten neue Ansätze bei Unkrautbekämpfung, Düngung, Pflanzenschutz, Biodiversität und Digitalisierung.
Tabellarische Übersicht zum Bio-Rübenzucker-Anbau und -Produktion
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Anbaugebiete | Bayern, Baden-Württemberg, Deutschland, Frankreich, Polen, Moldau, Belgien |
| Hauptanbauherausforderung | Mechanische Unkrautbekämpfung (bis zu 200 Stunden Handarbeit/ha) |
| Ertrag Bio-Rüben | ~40 % niedriger als konventioneller Anbau |
| Zuckergehalt der Rübe | Durchschnittlich 17,5 % Saccharose |
| Wasseranteil in Rübe | 75 %, wird im Produktionsprozess zurückgewonnen |
| Umweltvorteil | Bis zu 2/3 geringerer Umweltfußabdruck im Vergleich zu Bio-Rohrzucker |
| Zertifikate | EU-Biosiegel, Naturland, Bioland, BioSuisse |
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