Sport Schokolade Ungarn Geschichte und Informationen

Viele von euch haben sich vielleicht schon einmal gefragt, wie unsere Schokolade eigentlich zu ihrem Namen kam. Möglicherweise kennen einige von euch den Hintergrund oder haben bereits eine Vermutung.

Die Entstehung des Namens „Ritter“ und die Gründung

Der Namensteil „Ritter“ ist einfach zu klären: 1912 heiratete der Konditor Alfred Eugen Ritter die Inhaberin eines Süßwarengeschäfts - Clara Göttle. Der Grundstein für die Schokoladengeschichte von Ritter Sport, die Gründung der Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik durch Alfred Eugen Ritter und Clara Ritter, wird 1912 in Stuttgart-Bad Cannstatt gelegt. Hier wurden die ersten "Ritter"-Pralinen hergestellt und verkauft. Firmengründer Alfred Eugen Ritter stirbt im Alter von 66 Jahren. Sein Sohn Alfred Otto Ritter übernimmt die Geschäftsführung.

Die Idee der quadratischen Tafel: Claras Vorschlag

20 Jahre später kam Clara Ritter auf die Idee, eine Schokolade in quadratischer Form zu produzieren. Um Claras Idee nachvollziehen zu können, muss man wissen, dass die Schokoladenfabrik in Waldenbuch neben einem Sportplatz lag. Die Sport- und Fußballfans nahmen sich zum Training immer eine Tafel Schokolade mit. Bei einem spannenden Spiel war leckere Nervennahrung auch ungeheuer wichtig. Damals war es üblich, zu solchen Veranstaltungen ein Jackett zu tragen. Die Schokolade wurde also in der Jacketttasche mitgenommen. Die Tafeln hatten für gewöhnlich eine längliche Form - die in den Jacketttaschen gerne brach. Damit die Schoki also sicher und ohne Bruch bis zum Sportplatz durchhielt, musste sie eine passendere Form bekommen. Der Vorschlag von Clara Ritter: "Machen wir eine Schokolade, die in jede Jackentasche passt, ohne zu brechen und das gleiche Gewicht wie eine normale lange Tafel hat." Sie wird unter dem Namen "Ritter's Sport Schokolade" lanciert. So kam Clara auf die bahnbrechende Idee des Schokoquadrats! Die quadratische Tafel war zwar von der Fläche etwas kleiner, dafür aber dicker und genauso schwer wie eine Langtafel. Dadurch brach sie nicht so leicht.

Quadratische Ritter Sport Tafel und historische Fotos der Fabrik

Produktinnovation und Markenbildung

Die Erfindung der Schlauchbeutelverpackung mit der revolutionären Knick-Pack-Mechanik unterscheidet unsere Tafelschokolade letztendlich von herkömmlichen Langtafeln und entwickelt sich schnell zu einem unverwechselbaren Markenbestandteil. Eine Revolution auf dem Schokoladenmarkt: Der Unternehmer Alfred Otto Ritter stellt die „Bunte Vielfalt“ vor. Auf den Werbeplakaten steht: „Alles wird bunter, fröhlicher, moderner, aktiver - auch die dazugehörige Schokolade.“ Eine weitere Markenkomponente ist geboren.

Standortwechsel und Produktion

Die Platzverhältnisse in Bad Cannstatt werden schnell zu eng. Im idyllischen Waldenbuch entsteht der neue Firmensitz. Ein Bus bringt die Facharbeiter täglich von Bad Cannstatt nach Waldenbuch und zurück. Als erster namhafter deutscher Tafelschokoladenhersteller stellen wir unser gesamtes Kakaosortiment auf zertifizierten Kakao um. Seit 2018 beziehen wir nur noch zertifizierten Kakao.

Lesen Sie auch: Ritter Sport: Ursachen des Lieferengpasses

Die schwierigen Zeiten: Krieg, Engpässe und Neuanfang

Der Kriegsausbruch 1939 führte nicht zur sofortigen Stilllegung der Produktion, dennoch können nur geringe Stückzahlen produziert werden. Ab 1940 musste die Produktion komplett eingestellt werden. Andere Firmen besetzen vorübergehend die Fabrikgebäude. Unmittelbar nach dem Krieg produzierte die Firma Ries & Hetzel in der Schokoladenfabrik Zahnpasta. Während des Nationalsozialismus gab es Probleme mit Kakao und anderen Rohstoffen. Da Alfred Eugen Ritter nicht bereit ist, in die NSDAP einzutreten, erhält das Unternehmen keine Zuteilung mehr für Kakao und stellt auf Nicht-Kakao-Produkte um: Geleeartikel, Fondant und Erfrischungssticks. Im Zuge der Entnazifizierung durch die Alliierten wurde Alfred Eugen Ritter von der amerikanischen Besatzung zum stellvertretenden Bürgermeister in Waldenbuch ernannt, da er nachweislich nicht Mitglied der NSDAP war. Dieses Amt wird er ein Jahr lang ausüben. Erstmals nach dem Krieg ist Kakao wieder uneingeschränkt verfügbar. Das Unternehmen nimmt die Produktion wieder auf.

Familienführung und Auszeichnungen

Das Unternehmen, das nach dem Tod von Alfred Otto Ritter zunächst von seiner Frau Marta weitergeführt wurde, geht in die Hände der dritten Familiengeneration über: Alfred Theodor Ritter und seine Schwester Marli Hoppe-Ritter sind auch heute noch in unserem Beirat tätig. Alfred Theodor Ritter führte Ritter Sport aus der Krise und engagiert sich seit Jahrzehnten intensiv für die Umwelt. Dafür wird er mit dem Deutschen Gründerpreis in der Kategorie Lebenswerk 2019 ausgezeichnet.

Porträt Alfred Theodor Ritter und historische Familienfotos

Nachhaltigkeit, Ökologie und soziales Engagement

Als erster deutscher Schokoladenhersteller sind wir nach dem „ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften“ des Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) zertifiziert. Seit vielen Jahren wird erheblich in Nachhaltigkeitsmaßnahmen investiert. Seit 2002 betreiben wir ein Blockheizkraftwerk. 2016 wurde das Kraftwerk durch eine neue Anlage ersetzt und dadurch die CO2-Emissionen im selben Jahr um 2.900 Tonnen reduziert. Durch die Nutzung der Abwärme des BHKW erzeugen wir rund 70 % des Wärmebedarfs und 37 % des Stroms selbst. Als erstes Unternehmen der deutschen Süßwarenindustrie nehmen wir erfolgreich an der Öko-Audit-Verordnung teil. Deshalb haben wir den betrieblichen Umweltschutz als Teil eines umfassenden Managementsystems organisiert. Wir haben die erste Ökobilanz für Verkaufsverpackungen erstellt und von Verbundmaterial auf vollrecyclebare Einstoffverpackungen aus Polypropylen umgestellt.

Kakaoanbau und Projekte in Nicaragua

Die Familie Ritter kauft Land in Nicaragua und steigt damit selbst in den nachhaltigen Kakaoanbau ein. Eines der größten zusammenhängenden Kakaoanbaugebiete der Welt entsteht. Die erste Ernte war 2017. Wir haben das Wirtschaftsprojekt CACAONICA in Nicaragua gegründet. Es unterstützt lokale Kleinbauern beim nachhaltigen Kakaoanbau. Dieses Projekt verbessert die Lebensbedingungen der von der Landwirtschaft lebenden Familien und bremst gleichzeitig die Abholzung des Regenwaldes.

Klimaneutralität und Ziele

Schon seit 2020 haben wir unser Ziel erreicht, ein klimaneutrales Unternehmen zu werden. (TÜV NORD CERT Standard TN-CC 020). Sowie Kompensation durch Gold Standard-Klimazertifikate. Wir sind extrem stolz, aber unser Weg hin zur vollständigen Klimaneutralität ist noch nicht zu Ende. Bis 2025 werden wir vollständig klimaneutral sein, inklusive alle Partner und Aspekte unserer Lieferkette.

Lesen Sie auch: Schokoladentraum: Ritter Sport

Infografik: CO2-Reduktion und Energieströme im Werk

Produktpalette und Klassiker

Sie wird unter dem Namen "Ritter's Sport Schokolade" lanciert. Außerdem im Sortiment: Langtafeln, Pralinen, Oster- und Weihnachtsartikel. Die Tafelschokolade entwickelte sich durch die Knick-Pack-Mechanik und die quadratische Form zu einem unverwechselbaren Produkt im Markt.

Ritter Sport im kulturellen Kontext und persönliche Erinnerungen

Was dachtet ihr, welche Bedeutung hinter dem Namen steckt? Von 1912 bis heute hat sich Ritter Sport den Herausforderungen der Zeitgeschichte gestellt und ist mit ihnen gewachsen. Auch wenn wir die Zukunft fest im Blick haben, erinnern wir uns gerne an das Erlebte. Menschlich. Nachhaltig. GROSS­ARTIG!

Kurzdokumentation: Die Geschichte der quadratischen Schokolade und Nachhaltigkeitsprojekte

Ungarische Süßwaren und verwandte Erinnerungen

Natürlich fahre ich regelmäßig schon seit frühster Kindheit zur ungarischen Verwandtschaft. Und davon hab ich reichlich *g* Und natürlich wird man als Kind auf mit Süßigkeiten verwöhnt. Mit tollen Süßigkeiten. Einen Großteil davon gibt es zum Glück immer noch zu kaufen und jedes Jahr werden sie aufs Neue erstanden und mit Wonne verzehrt. Auf dem Bild sieht man in der hinteren Reihe links „Zizi“ (gespr. „Sisi“ mit stimmhaftem „s“) und „Pufóka“ (gespr. „Pufohka“). Zizis sind Puffreis und Pufókas Puffmais überzogen mit Zuckerglasur. Und nein, bei Kindheitserinnerungen möchte man nichts von den Inhaltsstoffen wissen, oder?

In der blauen Tüte links befinden sich „Duna kavics“ (gespr. „Duna kavitsch“), auf Deutsch „Donaukiesel“, das sind bunt dragierte Erdnüsse. Der Geschmack ist eine interessante Mischung aus süß, vom Zucker und ein bißchen bitter-kratzig von den Erdnüssen. In der rote Tüten daneben sind „Francia drazsé“ (gespr. „Franzia draschee, wie Dragee halt *g*) und heißen auf Deutsch „Französische Dragee“.

So halb liegend in der grünen Tüte sind „Frutti“, dabei handelt es sich um Kaubonbons in den Geschmacksrichtungen Zitrone, Erdbeere und Orange, mit den dementsprechenden Farben, wobei ich mir sehr sicher bin, dass es früher noch grüne gab, oder Zwerg? Im Sommer allerdings, wenn es besonders heiß war (nicht ungewöhnlich in Ungarn), wurden die „Fruttis“ so weich, dass man das weiße Papierchen nicht mehr komplett abgepfriemelt bekommen hat, so dass wir es regelmäßig mitaßen.

Lesen Sie auch: Nie wieder Aktionen von Ritter Sport verpassen

Die beiden grünen Riegel vorn sind meine allerliebsten Schokoriegel auf der Welt: „Sport Szelet“! (gespr. schport ßälät) Es ist ein simpler Kakao-Rum-Schokoriegel. Kein Schnick-Schnack mit Karamell, Nüssen etc. Aber es schmeckt nur das Original. Die Hersteller haben in den letzten Jahren auch Neuerungen versucht, doppelte Dicke, mit anderen Geschmacksrichtungen oder gar Eis, aber nur das Original in dieser Größe mit diesem Papier schmeckt richtig. Lustigerweise liebt es wirklich ein großer Teil unserer Familie: sämtliche Cousins in Ungarn, Herr Papa, Zwerg und ich.

Eigene Markenkollektion: Feinkost aus Ungarn

Willkommen in der Eigenmarken-Kollektion - unserer liebevoll erstellten Feinkost-Linie aus Ungarn, mit exklusiven Spezialitäten, die Tradition und authentischen Geschmack perfekt vereinen. Ob kaltgepresste Öle, aromatischer Honig, einzigartige Gewürze oder Geschenksets - jedes Produkt steht für höchste Qualität und ungarisches Kulinarik-Erbe. Tauchen Sie ein in unsere Markenwelt: Kaltgepresste Öle (z. B. Kürbiskern, Traubenkern, Senfkern, Paprikakern & Walnussöl), Honigspezialitäten wie Paprika-Honig oder Linden- und Akazienhonig, Grill- und Gewürzmischungen (z. B. Chicken-RUB, Argentin- oder Flekken-Gewürzmischung), Weitere Feinkost-Highlights wie Bio Jalapeño, Bio Rapsöl mit Chili u. v. m.

Jahr / Ereignis Wichtiges Detail
1912 Gründung Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik Alfred Eugen Ritter & Clara Göttle
ca. 1932 Einführung der quadratischen Tafel ("Sport Schokolade")
Nachkrieg Wiederaufnahme der Kakao-Produktion
2002 Blockheizkraftwerk in Betrieb
2016 Neue BHKW-Anlage, CO2-Reduktion um 2.900 t
2017 Erste Ernte des eigenen Kakaoanbaus in Nicaragua
2018 Umstellung auf ausschließlich zertifizierten Kakao
2020 Erreichte Klimaneutralität (TÜV NORD CERT)
2025 (Ziel) Vollständige Klimaneutralität inklusive Lieferkette

Die Geschichte der Sport Schokolade verbindet Familiengeschichte, Produktinnovation und nachhaltiges Engagement. Vom quadratischen Schokoquadrat bis zur Verantwortung in der Lieferkette zeigt sich eine Entwicklung, die Marke, Menschen und Umwelt in den Mittelpunkt stellt.

tags: #Sport #Schokolade #Ungarn #Geschichte #und #Informationen

Populäre Artikel: