Lindt Schokolade ohne Palmöl: Inhaltsstoffe, Nachhaltigkeit und Kontroversen
Lindt & Sprüngli, ein Name, der seit 1845 für exquisite Schokoladen steht, ist international führend im Sektor der Qualitätsschokoladen. Die Schweizer Firmengruppe mit Stammhaus im Züricher Kanton Kilchberg produziert zartschmelzende Köstlichkeiten, die weltweit Anklang finden. Doch neben dem Genuss rücken auch die Inhaltsstoffe und die Nachhaltigkeit der Produktion immer stärker in den Fokus der Konsumenten. Besonders die Verwendung von Palmöl ist ein Thema, das viele Fragen aufwirft.
Inhaltsstoffe von Lindt Schokolade: Ein Überblick
Die Zutatenliste von Schokolade gibt Aufschluss über ihre Zusammensetzung. Grundsätzlich bestehen Schokoladen aus Kakaobutter, Zucker und Kakaomasse. Vollmilchpulver wird bei Milchschokoladen hinzugefügt. Weitere Zutaten können je nach Sorte variieren. So enthalten beispielsweise einige Lindt-Produkte lösliche Maisfasern, Milchzucker, Magermilchpulver und Emulgatoren wie Sojalecithin. Natürliche Aromen runden das Geschmackserlebnis ab.
Einige Beispiele für die Inhaltsstoffe bestimmter Lindt-Produkte:
- Rohrohrzucker, Kakaomasse, Kakaobutter, Cashew 22,7%. Kakao: 42% mindestens. *Aus kontrolliert biologischem Anbau.
- VollMILCH-Schokolade [Zucker, Kakaobutter, VollMILCHpulver, Kakaomasse, MILCHzucker, MagerMILCHpulver, Emulgator (SOJAlecithin), GERSTENmalzextrakt, Aroma], PISTAZIEN-Engelshaar-Füllung 26% [PISTAZIEN (45%), Engelshaar Teigfäden* (15%) (WEIZENmehl, Wasser, Maisstärke, Sonnenblumenöl, Salz), Zucker, BUTTERreinfett, Kakaobutter, VollMILCHpulver, MANDELN, MagerMILCHpulver, HASELNÜSSE, Salz, Emulgator (SOJAlecithin), Invertzuckersirup, Aromen].
Es ist wichtig zu beachten, dass ein hoher Zuckerkonsum zu Gewichtszunahme und Zahnverfall führen kann. Ein bewusster Umgang mit Schokolade und anderen zuckerhaltigen Lebensmitteln ist daher ratsam.
Palmöl in Lindt Schokolade: Eine Kontroverse
Palmöl, Palmkernöl und deren Bestandteile werden in begrenzten Mengen in bestimmten Füllungen von Lindt-Produkten verwendet. Lindt begründet den Einsatz von Palmöl mit seinen Schmelzeigenschaften und seinem neutralen Geschmack. Allerdings räumt das Unternehmen ein, dass die Produktion von Palmöl unter unkontrollierten Bedingungen mit ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsproblemen verbunden sein kann. Dazu gehören Entwaldung, die Umwandlung von Moorgebieten, der Verlust der biologischen Vielfalt, die Ausbeutung von Arbeitern und nachteilige Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften und indigene Völker.
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Gleichzeitig weist Lindt darauf hin, dass Palmöl ein sehr ertragsreiches pflanzliches Öl ist. Im Vergleich zu Sojabohnen, Raps und Sonnenblumen benötigt die Herstellung von Palmöl deutlich weniger Land, um die gleiche Menge zu produzieren. Ein Verbot und der Ersatz von Palmöl durch andere Pflanzen würden weltweit mehr Land für die Pflanzenölproduktion erforderlich machen, was wahrscheinlich auf Kosten natürlicher Waldflächen gehen würde.
Lindt & Sprüngli hat sich daher dem Ziel verschrieben, eine nachhaltigere Palmölindustrie zu fördern. Das Unternehmen kauft nur Palmöl, das nach dem Nachhaltigkeitsstandard des Round Table of Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifiziert ist. Die Verwendung von Palmöl wird stets auf den Produktverpackungen deklariert.
Nachhaltigkeit bei Lindt & Sprüngli: Mehr als nur Palmöl
Lindt & Sprüngli engagiert sich umfassend für Nachhaltigkeit. Das Unternehmen hat das Lindt & Sprüngli Farming Program ins Leben gerufen, um Kakaobäuerinnen und -bauern, ihre Familien und Gemeinschaften zu unterstützen. Die drei Hauptziele sind die Stärkung der Resilienz der Bauernhaushalte, die Verringerung des Risikos von Kinderarbeit und der Erhalt der biologischen Vielfalt und der natürlichen Ökosysteme.
Im Jahr 2020 erreichte Lindt das Ziel, 100 % der Kakaobohnen über das Farming Program zu beziehen. 2021 wurde das Programm auf Kakaobutter aus der Elfenbeinküste ausgeweitet. Auch bei der Produktion von Kakaopulver konnte 2022 bereits ein kleiner Anteil über das Programm beschafft werden.
Lindt & Sprüngli arbeitet zudem an zahlreichen Verpackungsinitiativen, um die Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus einer Verpackung zu reduzieren. Bis 2025 sollen 100 % der Verpackungen auf Zellstoff- und Papierbasis aus zertifizierten nachhaltigen Lieferketten stammen und 100 % der Verpackungen recycelbar oder wiederverwendbar sein.
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Das Unternehmen ist sich seiner Verantwortung für den Schutz der Biodiversität bewusst und will seinen Beitrag leisten, dass durch Kakao verursachte Entwaldung verhindert wird. Lindt & Sprüngli hat sich verpflichtet, wissenschaftsbasierte Ziele (science based targets: SBTs) zu definieren, darunter ein kurzfristiges Reduktionsziel und das Ziel, langfristig Netto-Null-Emissionen zu erreichen.
Kritik und Kontroversen: Kinderarbeit und Mineralölrückstände
Trotz der Bemühungen um Nachhaltigkeit steht Lindt & Sprüngli auch in der Kritik. Nichtregierungsorganisationen (NGOs) bemängeln, dass Kinderarbeit auf Kakaoplantagen nach wie vor bittere Realität sei. Die Kinder müssten häufig schwere Lasten tragen und mit gefährlichen Werkzeugen wie Macheten umgehen. Viele werden durch den Umgang mit giftigen Pestiziden krank.
Öko-Test hat in verschiedenen Schokoladen von Lindt erhöhte Mineralölgehalte festgestellt. Mineralölrückstände können sich im Körper anreichern, und ihre langfristigen Auswirkungen sind noch nicht vollständig bekannt. Im Vollmilch-Schokoladen-Test erhielt die Alpenvollmilch-Schokolade von Lindt nur die Note „mangelhaft“ aufgrund intransparenter Lieferketten, erhöhter Mineralölgehalte und zugesetzter Aromen.
Lindt & Sprüngli arbeitet mit vollem Einsatz daran, die Effektivität der Systeme kontinuierlich zu verbessern, um das Risiko von Kinderarbeit in der Kakao-Lieferkette und darüber hinaus anzugehen. Das Unternehmen betont, dass es ein lückenloses Qualitätsmanagement hat, das die hohen Qualitätsanforderungen von der Rohstofferzeugung bis in den Handel sicherstellt. Lindt & Sprüngli verwendet keine Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen und verpflichtet auch die Lieferanten, ausschließlich pflanzliche Rohstoffe zu verarbeiten, die über alle Stufen hinweg gentechnisch nicht behandelt worden sind.
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