Schokolade mit niedrigem Kaliumgehalt: Informationen
Vielen Menschen mit Nierenkrankheit wird empfohlen, sich kaliumarm zu ernähren. Doch was enthält eigentlich wieviel Kalium? Dieser Artikel gibt dir eine Übersicht und ein paar Grundregeln über die wichtigsten Lebensmittelkategorien.
Warum Kalium relevant ist
Kalium ist ein Mineralstoff, der lebensnotwendig für den menschlichen Organismus ist. Das meiste davon befindet sich in den Körperzellen, besonders in den Zellen des Muskelgewebes. Zusammen mit Natrium und Chlorid gehört es zu den wichtigsten Elektrolyten im Körper. Der Mineralstoff Kalium spielt eine wichtige Rolle für die Funktion der Muskeln und des Nervensystems. Eine sehr wichtige Aufgabe besteht darin, elektrische Signale von Nervenzellen weiterzuleiten, zum Beispiel an die Muskelfasern und das Herz.
Bei einigen Erkrankungen kann aber eine kaliumarme Ernährung angezeigt sein - etwa bei Störungen der Nierenfunktion. Bestimmte Medikamente erfordern ebenfalls, dass du deinen Kaliumspiegel im Blut senkst. Dein Arzt wird dich dann auffordern, zumindest kaliumreiche Lebensmittel zu meiden oder gezielt auf Nahrung zurückzugreifen, die den Mineralstoff nicht oder kaum enthält.
Wie viel Kalium ist gesund?
Wie hoch ist der Tagesbedarf an Kalium? Die täglich benötigte Menge an Kalium hängt vor allem vom Alter eines Menschen ab. Auch ein erhöhter Nährstoffbedarf kann sich darauf auswirken. Bei einigen Erkrankungen kann aber eine kaliumarme Ernährung angezeigt sein - etwa bei Störungen der Nierenfunktion.
Wann ist der Kaliumspiegel zu hoch oder zu niedrig?
Ein Kaliummangel (Hypokaliämie) liegt vor, wenn der Spiegel des Mineralstoffs einen gewissen Grenzwert im Blutserum unterschreitet. Dieser liegt bei Erwachsenen unter 3,8 Millimol pro Liter. Ursachen dafür können zum Beispiel chronischer Durchfall, schweres Erbrechen oder starkes Schwitzen sein. Auch wassertreibende Medikamente (Diuretika), Krankheiten wie eine Nierenschwäche oder Abführmittel können zu einem übermäßigen Verlust an Kalium führen.
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In einigen Fällen kann es auch zu einer Überversorgung mit Kalium (Hyperkaliämie) kommen. Davon sprechen Mediziner ab einem Blutserum-Wert von mehr als 4,8 Millimol Kalium pro Liter bei Erwachsenen. Werte über 6,5 Millimol pro Liter gelten als lebensbedrohlich und bedürfen einer schnellen Behandlung. Bei einer Hyperkaliämie kann es in schweren Fällen zu einem lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Stillstand kommen.
Grundregeln zur kaliumarmen Ernährung
Kaliumarm sind vor allem stark verarbeitete Lebensmittel wie Fette, Öle, Zucker, Weißmehl, polierter Reis und Teigwaren sowie Trink- und Mineralwasser. Gekochtes Obst und Gemüse ist den rohen Produkten vorzuziehen. Als Faustregel gilt: Produkte, die gekocht, gegart oder anderweitig behandelt wurden, verlieren wasserlösliche Kaliumverbindungen und können dadurch 20-50 % weniger von dem Mineralstoff enthalten.
Da Mineralstoffe wie Kalium beim Kochen ins Wasser übergehen, lässt sich der Gehalt entsprechend reduzieren. Gare geschälte Kartoffeln in reichlich Flüssigkeit und wechselst du diese, sinkt der Kaliumgehalt der Knollenfrüchte erheblich. Schütte zudem bei Konserven immer den Saft weg, da er viel Kalium enthalten kann.
Schokolade und Kalium: Was du wissen musst
Süßigkeiten gehen demnach grundsätzlich in Bezug auf Kalium in Ordnung. Aufpassen solltest du allerdings bei Schokolade, besonders bei Zartbitterschokolade - sie ist kaliumreich. Du solltest vor allem größere Mengen an Frustschokolade versuchen durch etwas Anderes zu ersetzen. Das sollte aber lieber nicht eine ganze Tafel Schokolade sein - die Menge macht's aus!
Dunkle Schokolade, die sich durch einen deutlich höheren Kakaoanteil von gewöhnlicher Milchschokolade unterscheidet, ist mit Nährstoffen überladen und kann positive Auswirkungen auf die Gesundheit besitzen. Diese Schokolade, die aus den Samen des Kakaobaumes hergestellt wird, ist eine der besten Quellen für Antioxidantien überhaupt. Wenn Du qualitativ hochwertige dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil kaufst, dann ist diese recht nahrhaft.
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Natürlich sind 100 Gramm Schokolade eine große Menge und nichts, was man täglich konsumieren sollte. All diese Nährstoffe kommen in Kombination mit knapp 600 kcal und moderaten Mengen an Zucker. Aus diesem Grund sollte dunkle Schokolade am besten in Maßen konsumiert werden.
Die in dunkler Schokolade enthaltenen Flavanole können das Endothel - die innere Auskleidung der Arterien, die Stickstoffoxyd produziert - stimulieren. Viele kontrollierte Studien zeigen, dass Kakao und dunkle Schokolade den Blutfluss verbessern und den Blutdruck senken können, auch wenn diese Wirkungen für gewöhnlich mild ausfallen. Der Konsum dunkler Schokolade kann mehrere Risikofaktoren für Herzkrankheiten reduzieren.
Die in dunkler Schokolade enthaltenen bioaktiven Verbindungen könnten auch gut für Deine Haut sein. Die Flavanole können vor Schädigungen durch Sonnenstrahlung schützen, die Durchblutung der Haut verbessern und Hautdichte, sowie Hydration steigern. Dunkle Schokolade könnte außerdem die Funktion Deines Gehirns verbessern. Eine mit gesunden Freiwilligen durchgeführte Studie zeigte, dass der Konsum von Kakao, der reich an Flavanolen ist, für fünf Tage die Durchblutung des Gehirns verbesserte.
Du solltest Dir im Klaren darüber sein, dass die in diesem Artikel beschriebenen Vorzüge nur auf dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil zutreffen. Ein großer Teil der Schokolade auf dem Markt ist jedoch arm an Kakao und umso reicher an Zucker. Wähle aus diesem Grund qualitativ hochwertige dunkle Schokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 70% oder mehr.
Schokolade im Kontext Kalium
Kakaopulver ist besonders reich an Kalium: 100 Gramm davon enthalten satte 3660 Milligramm des Mineralstoffs. Wer sich kaliumreich ernähren will, darf ab und zu ein Stück Bitterschokolade knabbern. Du solltest vor allem größere Mengen an Frustschokolade versuchen durch etwas Anderes zu ersetzen.
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Es macht also einen Unterschied, wieviel Schokolade du isst: Ein paar Eckchen Schokolade nach dem Abendessen genossen, wären eine Option. Du hast jetzt eine Ausrede, um jeden Tag ein paar Würfel schwarze Schokolade zu essen: Sie soll zu Ihrer Kaliumzufuhr beitragen! Allerdings gilt: 100 g Rohschinken bieten fast 30 % der empfohlenen Tageszufuhr an Kalium; ähnlich können bereits kleine Mengen von bestimmten Lebensmitteln viel Kalium liefern.
Lebensmittel, die du bei Nierenkrankheit eher meiden solltest
Eher reduzieren solltest du beispielsweise Pilze, Trockenfrüchte, Nüsse, Schokolade und Kartoffelprodukte. Bei Pilzen sind Shiitakepilze übrigens eine positive Ausnahme. Sie enthalten auf 200 Gramm unter 250 mg Kalium. Alle anderen Pilzsorten enthalten im Vergleich dazu das Doppelte oder mehr an Kalium, weshalb du bei Pilzen immer lieber zu Shiitakepilzen greifen solltest.
Von getrocknetem Obst wie trockene Aprikosen oder Bananenchips solltest du lieber komplett die Finger lassen. Sie enthalten noch gleichviel Kalium wie vor der Trocknung. Obst aus Konserven enthält weniger Kalium als frisches Obst. Schütte dabei aber die Flüssigkeit lieber weg und iss' nur den Obstkompott, denn die Flüssigkeit enthält das Kalium, das nicht mehr im Obst drin ist.
Übersicht: Kaliumgehalt ausgewählter Lebensmittel (Auszüge)
| Lebensmittel | Kalium pro 100 g (mg) |
|---|---|
| Gegarte Kartoffeln | 340 |
| Süßkartoffeln | 400 |
| Bananen | 382 |
| Spinat (roh) | 554 |
| Avocado | 487 |
| Kakaopulver | 3660 |
| Getrocknete Aprikosen | 1370 |
| Tomatenmark | 1160 |
Praktische Tipps: Portionen und Zubereitung
Als Beispiel: Petersilie und Kartoffeln enthalten beide relativ viel Kalium. Wer isst jedoch schon 100g Petersilie? 100g Kartoffeln hat man jedoch schnell einmal mit ein paar Bissen zusammen. Viel wichtiger ist es, in den einzelnen Lebensmittelkategorien zu lernen welche Dinge wieviel Kalium enthalten. Auch die Portionsgröße von Lebensmitteln ist unheimlich wichtig.
Wie immer ist es am Wichtigsten, die richtige Dosierung von Lebensmitteln hinzubekommen, um einen Kaliumüberschuss zu vermeiden, das bedeutet: größere Portionen von kaliumärmeren- und kleinere Portionen von kaliumreicheren Lebensmitteln. Professionelle Ernährungsberater können dir oft mit ein paar cleveren Tricks helfen, durch die du bei deiner Ernährung auf fast nichts komplett verzichten musst.
Weitere Hinweise und Warnungen
Achtung bei Diätsalzen, denn Kochsalzersatz besteht oft aus Kaliumchlorid. Deshalb sind diese bei Niereninsuffizienz nicht gut für dich. Vorsicht bei Weinstein-Backpulver, denn es enthält eher viel Kalium. Sauerrahmprodukte und deren pflanzliche Alternativen sind grundsätzlich kaliumarm.
Über die Ernährung ist eine übermäßige Zufuhr von Kalium in der Regel nicht möglich. Eine Überversorgung tritt in diesem Fall meist nur dann auf, wenn gleichzeitig die Niere nicht richtig funktioniert. Anders ist das allerdings, wenn man spezielle Kaliumpräparate einnimmt. Hier gelangen in kurzer Zeit sehr hohe Mengen des Mineralstoffs in den Körper, was zu einer Überversorgung führen kann.
Kalium ist in allen tierischen und pflanzlichen Geweben enthalten. Zu den wichtigsten Nahrungsquellen gehören unter anderem Milch, Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch. Stark verarbeitete Produkte sind allgemein kaliumarm, während Obst, Gemüse, Nüsse und Vollkornprodukte viel von dem Mineralstoff enthalten. Hier ist also eine gezielte Auswahl besonders wichtig.
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