Geschichte und Herstellung von Sankt Nikolaus Schokolade
Zum Nikolaustag gehört für viele ein Nikolaus aus Schokolade dazu - am liebsten als richtig große Figur. Doch die Schokolade in diesen Nikoläusen wurde früher kaum hinterfragt. Oft hatten die Figuren wenig mit dem historischen Nikolaus zu tun, der ein Bischof in der heutigen Türkei war. Heute gibt es auch Schokofiguren, die den Bischof Nikolaus selbst darstellen, doch zunehmend rückt die Frage in den Fokus, wie der Kakao für diese Figuren gehandelt wird. Wurde er fair produziert? Müssen Kinder in Afrika dafür bezahlen, dass die Schokofiguren hier nicht teurer sind? Fairer Handel hat seinen Preis und ist bei Kakao besonders relevant.
Die Menschen, die die Kakaobohnen ernten, werden in vielen südlichen Ländern leider nicht fair bezahlt. Das sieht man den süßen Figuren aber nicht an, und einige als fair gehandelt ausgewiesene Produkte stammen aus fragwürdigen Herstellerquellen. Umso wichtiger sind offizielle Labels, die den fairen Handel des Kakaos bestätigen. Früher war das oft am Preis ablesbar, heute ist es nicht immer so eindeutig.
Historische Ursprünge des Nikolaus und seine Bedeutung
Der Nikolaustag am 6. Dezember erinnert an Nikolaus von Myra, einen Bischof aus dem 4. Jahrhundert, der in der Region des heutigen Südwest-Türkei lebte. Er widmete sein Leben den Bedürftigen und wurde für seine großzügigen Spenden und Hilfsaktionen berühmt. Traditionell wird an diesem Tag in vielen Ländern - vor allem in Deutschland - am Vorabend der Nikolaustag gefeiert, indem geputzte Stiefel oder Schuhe vor die Tür gestellt werden. In der Nacht soll Nikolaus diese mit Süßigkeiten, Nüssen oder Mandarinen füllen. Der Nikolaustag steht für Werte wie Großzügigkeit, Solidarität und Gemeinschaft.
Interessanterweise erkennt man heute den Nikolaus oft an seinem Bischofsgewand oder an der Mitra, seiner Bischofsmütze. Seine Gebeine ruhen seit dem 11. Jahrhundert in der Basilika San Nicola in Bari, Italien. Diese Gestalt hat sich über Jahrhunderte in Legenden und Brauchtum verfestigt und ist Grundlage für viele der heutigen Schokoladenfiguren.
Die Entstehung und Entwicklung der Schokoladen-Nikolausfiguren
Die ersten Schokoladen-Nikoläuse sollen bereits um 1820 von Konditoren in Form der legendären Bischofsfigur aus massivem Schokoladenblock hergestellt worden sein - eine damals kostspielige Kunst. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts begann man, hohle Schokoladenfiguren herzustellen, die damals noch manuell gefertigt wurden.
Lesen Sie auch: Nächstenliebe und Glaube im Mittelalter
Der Durchbruch zum Massenphänomen erfolgte jedoch erst ab den 1950er Jahren, als neue Techniken ermöglichten, Schokolade in verschließbare Formen zu gießen. Diese sogenannten Relief-Weihnachtsmänner zeigten Oberflächenstrukturen wie den langen Bart nur auf einer Seite, die andere Seite blieb flach. Später baute man auf einer dänischen Erfindung auf, die es erlaubte, flüssige Schokolade durch Schleudern in der Form gleichmäßig zu verteilen. So entstanden perfekt ausgeformte Hohlfiguren mit vielen Details, ein Verfahren, das bis heute auch bei der Herstellung von Osterhasen angewendet wird.
Heute sind Schoko-Weihnachtsmänner und Nikoläuse aus der Adventszeit nicht mehr wegzudenken. Allein in Deutschland werden jährlich rund 160 Millionen dieser Schokofiguren hergestellt, gut ein Drittel davon wird exportiert. Sie sind in unterschiedlichsten Größen und Schokoladensorten mit verschiedenem Kakaoanteil erhältlich.
Technische Aspekte der Herstellung
Die Produktion der Schokoladen-Nikoläuse beginnt viel früher im Jahr als man vermutet: bereits Anfang Mai startet die Fertigung, um rechtzeitig zur Vorweihnachtszeit geliefert zu werden. Die Produktionsvolumen werden anhand der Händlerbestellungen exakt geplant, um Überschüsse zu vermeiden. Die Herstellung ist ein komplexer und zeitraubender Prozess, bei dem das Formen, Gießen, Aushärten und Verpacken durch Automatisierung immer weiter optimiert wird.
Fachkräftemangel stellt auch die Schokoladenindustrie vor Herausforderungen, weshalb Unternehmen wie Rübezahl zunehmend auf modulare Automatisierung setzen. Dort werden Hohlfiguren mit Robotertechnik gefertigt und verpackt, was die Effizienz und Qualität erhöht. Die gesamte Branche misst Produktivität in Kilogramm Schokolade pro Mannstunde - ein Maß für den Fortschritt der technischen Abläufe.
Zusammensetzung und Sortenvielfalt der Nikolausschokolade
Was steckt eigentlich in der Schokolade, die wir lieben? Das Österreichische Lebensmittelbuch definiert Milchschokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 2,5 Prozent und 25 Prozent Kakaomasse inklusive Kakaobutter. In der typischen Schokolade für Nikolausfiguren folgen auf Zucker und Kakaobutter Zutaten wie Milchpulver, Kakaomasse, Sojalecithin als Emulgator und Aroma, oft Vanillin, das synthetisch hergestellt wird.
Lesen Sie auch: Nikolausgeschenke originell verpacken
Die weltweite Produktion großer Marken wie Milka, die ihre Fabrik in Bludenz (Österreich) hat, umfasst nicht nur Nikolaus-Schokolade, sondern auch andere international bekannte Marken. Milka selbst ist Teil eines internationalen Konzerns, dessen Ursprünge bis in die Schweiz zurückreichen. Viele Schokoladenerzeugnisse der großen Hersteller kommen somit aus globalisierten Produktionsstraßen.
Fairer Handel und soziale Verantwortung
Die Herstellung von Nikolaus-Schokolade wirft auch soziale Fragen auf. Der Kakaoanbau ist häufig mit schlechten Arbeitsbedingungen und unfairer Bezahlung verbunden, besonders in westafrikanischen Ländern. Wenn man an den süßen Schoko-Nikolaus denkt, sollte man also auch an die Menschen denken, die die Kakaobohnen ernten.
Offizielle Fairtrade-Labels auf den Verpackungen signalisieren eine gerechtere Produktion und bessere Lebensbedingungen für die Kakaobauern. Dennoch gibt es auch fragwürdige Kennzeichnungen, die von Herstellern selbst erstellt wurden und nicht immer die Realität widerspiegeln. Bewusster Konsum ist daher gefragt, um echten fairen Handel zu unterstützen.
Mythen und aktuelle Trends der Nikolaus-Schokolade
Ein verbreiteter Mythos besagt, dass nicht verkaufte Schokoladen-Nikoläuse eingeschmolzen und für Osterhasen wiederverwendet werden. Das entspricht jedoch nicht der Realität, da der Rücktransport und das Einschmelzen zu teuer und aufwendig wären. Übrig gebliebene Schokoladenfiguren werden meist als Sonderangebote verkauft oder gemeinnützigen Einrichtungen gespendet.
Mit dem Wachstum sozialer Netzwerke gewinnt die öffentliche Diskussion um Weihnachtsbräuche und Schokoladenfiguren neue Dimensionen. Traditionen wie der Nikolaustag werden kritisch betrachtet, aber auch neu interpretiert und digital gefeiert, etwa durch digitale Grüße oder kleine Dankeschöns im Arbeitsalltag.
Lesen Sie auch: Nikolausgeschenke originell verpacken
| Jahr | Produzierte Nikolaus-Schokoladenfiguren (Deutschland) | Exportanteil |
|---|---|---|
| 2021 | ca. 160 Millionen | ca. 33 % |
| Ungefähr seit 1950er Jahren | Massenproduktion ab Maschinenfertigung | - |
Die Vielfalt der Nikolausschokolade heute reicht von kleinen Mini-Figuren bis zu riesigen Maxi-Versionen, jedes mit unterschiedlichen Kakaoanteilen, um Konsumenten alle Vorlieben zu bedienen.
tags: #Geschichte #und #Herstellung #von #Sankt #Nikolaus


