Sanddorn-Marmelade: Inhaltsstoffe und Herstellung
Sanddorn eignet sich nicht so besonders zum Rohessen. Der hohe Vitamin C Gehalt macht ihn aber zum idealen Winterobst und einkochen zu Marmelade macht ihn ewig haltbar. Sanddorn-Marmelade überzeugt nicht nur mit ihrem fruchtigen Geschmack, sondern auch mit ihrem hohen Gehalt an Vitamin C und anderen wertvollen Nährstoffen.
Welche Inhaltsstoffe macht Sanddorn wertvoll?
Sanddorn (Hippophae rhamnoides L) wird in der Volksheilkunde und modernen Ernährung vor allem wegen seiner antioxidativen Wirkung geschätzt. Die Beeren liefern besonders viel Vitamin C, aber auch Vitamine A, E, verschiedene B‑Vitamine sowie wertvolle ungesättigte Fettsäuren. 1 Daher wird Sanddorn traditionell zur Stärkung des Immunsystems, zur Unterstützung der Regeneration nach Erkältungen, zur Pflege von Haut und Schleimhäuten und für die Wundheilung genutzt. Die säuerlich-herben Sanddornbeeren sind besonders vitamin- und vitalstoffreich. Mit nur 12 Beeren täglich kannst du deinen Vitamin-C-Bedarf decken.
Zur Heilung und Pflege der Haut wird vorwiegend aus dem Fruchtfleisch gewonnenes Öl verwendet. Es enthält mehr Antioxidantien und Palmitoleinsäure als die anderen Öle. In einer Studie mit Menschen zeigte sich, dass Sanddornkernöl den Cholesterinspiegel günstig beeinflussen kann. Sandornöl aus dem Fruchtfleisch eignet sich hervorragend für die Körperpflege. Hierzu wird reines Sanddornfruchtfleischöl ohne Zusätze verwendet. Das Öl einfach in selbst hergestellte Cremes, Massageöle, Shampoos oder Duschgels mischen. Die Öle werden in technisch aufwendigen Verfahren gewonnen.
Botanik und Anbau: Warum Sanddorn leicht zu kultivieren ist
Sanddorn ist ein genügsamer Busch, der in unseren Breiten problemlos wächst. Sanddorn mag lockeren, leichten Boden. Der Sanddornstrauch wird bis zu sechs Meter hoch und ist eher an sandigen Plätzen zu finden. Der Sanddorn hat bis zu drei Meter lange Pfahlwurzeln, die ihm einen festen Stand auf Dünen oder künstlich angelegten Hängen, wie z.B. Autobahnrändern, geben. Die Pflanze hat ein großes Verbreitungsgebiet. Ursprünglich stammt sie aus Eurasien, von Regionen Zentral‑ und Osteuropas bis nach Asien bis hin zu Gebieten wie Tibet und der Mongolei. Der Sanddorn gedeiht besonders gut an sandigen Böden, Küsten, Dünen, aber auch gebirgigen Standorten.
Zu beachten ist, dass ein weiblicher, fruchttragender Sanddornstrauch mindestens zwei männliche Sträucher in unmittelbarer Nähe braucht, um befruchtet zu werden. Man kann ihn ganz leicht aus Stecklingen ziehen.
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Ernte: Wann und wie die Beeren gesammelt werden
Sanddornbeeren möglichst gleich zu Beginn der Fruchtreife ernten, da der Säure- und Vitamin C-Gehalt mit zunehmender Reife abnimmt. Das Pflücken per Hand oder Abstreifen mit einem Brettchen ist etwas mühsam. Bei der Ernte kann es recht mühsam sein, alle kleinen Beeren vom Strauch zu zupfen. Deshalb die Beeren am besten mit einer Nagelschere von den Ästen schneiden (ein Gefäß darunter halten).
Man kann fruchttragende Zweige abschneiden, tieffrieren und die Früchte anschließend einfach abklopfen, allerdings wird man dann im nächsten Jahr weniger Fruchtertrag haben. Leichter wird es, wenn du die Ästchen mit den Sanddornbeeren abschneidest und einfrierst, dann lassen sich die Früchte ganz leicht abstreifen. Ein Vorrat für den Winter lässt sich am einfachsten anlegen, indem die Beeren eingefroren werden.
Die Zutaten: Was gehört in gute Sanddorn-Marmelade?
Ich verwende 2:1 Gelierzucker, da soweit mir bekannt ist nur Pektin und Zitronensäure zugesetzt ist. Für unsere Teetüten wird ausschließlich zertifiziertes Papier aus ökologisch sinnvoller und nachhaltiger Waldwirtschaft verwendet. Fruchtgehalt, Süße und zusätzliche Zutaten entscheiden über Geschmack und Textur: So gibt es Variationen mit Apfel, Orange, Ingwer, Mango, Honig oder Vanille.
| Zutat | Funktion |
|---|---|
| Sanddornbeeren / Sanddornmark | Geschmack, Vitamin C, Fruchtbasis |
| Gelierzucker 2:1 | Gelierung und Süße; enthält Pektin und Zitronensäure |
| Orangensaft / Apfelspalten | Verdünnung, zusätzliche Fruchtaromen, Pektin |
| Vanilleschote | Optionales Aroma für das gewisse Extra |
| Honig / Agavendicksaft | Alternative Süßungsmittel, mildert die Säure |
Schritt-für-Schritt: Herstellung von Sanddorn-Marmelade
- Sanddorn waschen und trocken tupfen. Früchte mit Einweghandschuhen von den Stielen entfernen.
- Sanddornbeeren und Wasser in einem Topf ca. 10 Minuten köcheln lassen. Sanddornbeeren waschen und mit 200 ml Wasser in einem Topf aufkochen, bis sie platzen. Das dauert ca. 10 Minuten.
- Die Beeren kurz mit kaltem Wasser abbrausen, die entkernten Apfelspalten und den Zucker in wenig Wasser aufkochen, bis die Früchte weich sind.
- Sanddornbeeren mit der Flotten Lotte (Passiermühle) passieren - das sollte ca. 800 ml Sanddornmark ergeben. Die Masse anschließend durch ein Sieb streichen, um die kleinen Kerne auszusieben.
- Sanddornmark mit der Vanilleschote und dem Gelierzucker nach Anweisung auf der Packung aufkochen. Zutaten mindestens 5 Minuten sprudelnd kochen.
- Nochmals aufkochen und in Marmeladegläser abfüllen. Sanddornmarmelade noch heiß in sterilisierte Twist-off-Gläser füllen.
- Mit Hilfe einer Einfüllhilfe oder einer Schöpfkelle in die vorbereiteten, sauberen Gläser (à ca. füllen) und verschließen.
Die kurze, kräftige Kochzeit ist wichtig: Was auch immer du herstellen möchtest, entscheidend ist, dass du Zucker und Früchte schonend aufkochst. So bereitest du beispielsweise auch unsere Ingwermarmelade mit Maracuja zu.
Tipps und Variationen
- Für das gewisse Extra: Noch feiner wird die Marmelade mit dem Mark einer Vanilleschote.
- Die herrliche Säure des Sanddorns geht dabei aber nicht verloren. Du entscheidest darüber, wie du unsere Inhalte nutzen willst.
- Es muss nicht immer Erdbeere oder Aprikose sein. Ausgefallene Marmeladen machen sich ebenso gut auf dem Frühstückstisch. Sanddorn harmoniert mit vielen Früchten, besonders auch mit Orange.
- Wer BIO-Sanddornmarmelade liebt, liegt bei BIO-Varianten mit Agavendicksaft oder Sanddornfeinmark genau richtig.
- Begeistert vom Rezept? Die Marmelade eignet sich auch hervorragend als Topping für Desserts oder zum Verfeinern von Joghurt und Quark.
Aufbewahrung und Kennzeichnung
Sanddorn-Konfitüren bzw. Marmeladen gibt es viele, jetzt sogar mit weniger Zucker. Dunkel und trocken bei ca. 20 °C lagern. Sanddorn-Marmelade nennen es wohl die meisten Menschen. Die offizielle Bezeichnung für den im Volksmund Sanddorn-Marmelade genannten Genuss ist aufgrund einer EU-Verordnung aber Sanddorn-Konfitüre, Sanddorn-Konfitüre extra oder Sanddorn-Fruchtaufstrich. Entscheidend ist am Ende aber einfach, dass es schmeckt.
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Gesundheitshinweise
Allerdings geht das verloren, wenn du Marmelade kochst. Hinweis: Sanddorn kann bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen, daher vor der Anwendung einen Hauttest durchführen.
Sanddornbeeren kannst du nicht nur zur Marmelade verarbeiten. Du kannst die Beeren aber nicht nur für unsere Sanddornmarmelade verwenden. Gern werden sie beispielsweise zu Saft verarbeitet, den du angesichts des hohen Säuregehalts mit ordentlich Wasser verdünnen solltest. Zudem gibt es weitere Produkte mit Sanddorn wie Tees und sogar Öl. Sanddorn-Saft lässt sich ganz leicht zu Hause selber herstellen - ohne Entsafter.
Anwendungsbeispiele
- Ein Löffel davon zum Tee oder Salatdressing und man spart sich das Kaufen von Südfrüchten.
- Als Brotaufstrich, raffinierte Füllung für Gebäck oder als Highlight in Desserts - Sanddorn-Marmelade bringt nicht nur Genuss, sondern auch eine Extraportion Vitalität auf den Tisch.
- Die Beeren kannst du verwenden, um eine leicht säuerliche Karotten-Sanddorn-Suppe zu kochen.
Sanddorn-Marmelade - oder doch Konfitüre? Theoretisch ist der Fall klar. Hältst du dich an unser Rezept, verfeinerst du dein Brot mit Sanddornmarmelade. Streng genommen tendiert der Aufstrich jedoch in Richtung Konfitüre. Denn laut EU-Konfitürenverordnung müssen pro Kilo mindestens 200 Gramm Schale, Mark oder Saft von Zitrusfrüchten enthalten sein, dass der Aufstrich als Marmelade gelten kann. Alle anderen Fruchtsorten, in denen pro Kilo mindestens 350 Gramm ihres Fruchtmarks enthalten sind, dienen als Basis für Konfitüren, während Gelees im Normalfall aus Fruchtsaft bestehen.
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